Woche 38: NACHFOLGEN mit Theresia vom Kinde Jesu

Wer die Seite ein wenig genauer betrachtet hat, dem sind Hinweise auf die Heilige Thérèse von Lisieux (auch “kleine Therese” genannt) aufgefallen.

Wie kommt es dazu?

Dazu gibt es…

…einiges zu sagen, daher möchte ich mich heute auf einige wenige Gedanken beschränken. Therese ist eine Heilige, die nur unglaubliche 24 Jahre alt geworden ist (1863-1897)! So jung – und sie wurde auch noch zur Kirchenlehrerin erhoben, was für eine Geschichte! Demut und Liebe sind für Therese zwei ganz große Themen, auf die sie immer wieder zurückkommt:

“Wenn einer ganz klein ist, so komme er zu mir” (Sprüche 9,4) hat der Heilige Geist durch den Mund Salomons gesagt, und derselbe Geist der Liebe hat ferner gesagt “Barmherzigkeit wird den Kleinen gewährt” (Weisheit 6,7).
(Selbstbiographische Schriften, S.192)

Wer sich mit ihren Schriften beschäftigt, merkt sofort: Diese junge Frau steht im täglichen Leben und findet einen einfachen, klaren und emotionalen Ausdruck. Es ist die Direktheit und Bescheidenheit im Formulieren, die uns unmittelbar anspricht, und die dennoch mit größtem Nachdruck eine unendliche Liebe zu Jesus ausdrückt:

Jesus sagt nichts zu mir, und ich sage nichts zu Ihm, außer dass ich Ihn mehr liebe als mich selbst. In der Tiefe meines Herzens spüre ich, dass das wahr ist, denn ich gehöre mehr Ihm als mir. (Th.v.L., LW, 308)

Es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass wir heilig sein müssen, um Gottes Gehör zu finden. Diese Woche haben wir ein eindrucksvolles Evangelium gelesen, wo eine Frau ihren Glauben und ihre Liebe zu Jesus auf ganz außergewöhnliche Weise zeigt.  Dabei erfährt die Sünderin die Liebe und Barmherzigkeit Jesu:

Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe… Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt? Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! (Lk 7, 36-50)

In Thereses Schriften gibt es Stellen, wo sie erklärt, mit schön gesetzten Worten (und seien es Gebete) oft nichts anfangen zu können. In solchen Momenten greift sie zur Bibel – und findet dort die Ruhe und Erleuchtung, die andere Texte und Worte ihr nie bieten konnten.

Dieses Mißtrauen der kleinen Therese gegenüber ausformulierten Texten und Gebeten könnte man  im Widerspruch zu unserem Wochengebet sehen.  Daher sagen wir an dieser Stelle: Unser Gebetskreis erwartet nicht, dass ihr die vorgestellten Gebete im wortwörtlichen Sinn betet, Woche für Woche. Das gilt vor allem, wenn ihr allein mitbetet: In der Zwiesprache mit Gott ergeben sich eigene Schwerpunkte, die das Gewicht der einzelnen  Gebetsabschnitte von mal zu mal verändern.

Etwas anderes ist es, wenn ihr mit anderen in eurem Gebetskreis an unserem gemeinsamen Beten teilnehmt: Dann zeigt die Erfahrung, dass das gemeinsame Sprechen der Gebete eine eigene und besondere Kraft hat, die wir nicht missen wollen. Zudem bieten besonders die Themen und der Ablauf der Gebetstexte ein gutes Hinführen zum eigentlichen Ziel unseres Gebetskreises:

Eigene und fremde Anliegen frei zu formulieren und zu beten, um anschließend alle unsere Anliegen an unseren Herrn, Jesus Christus, zu übergeben!

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Ein Gedanke für diese Woche:

Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat…  Jesus sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen.

Finde ich die Demut und die Liebe, Gott (oder auch meinen Nächsten) um Vergebung zu bitten?

Hast Du ein Anliegen? Dann bist Du hier richtig!

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Die Zitate der kleinen Therese stammen aus:
Selbstbiographische Schriften (Authentischer Text), Johannes Verlag Einsiedeln, 11. Auflage 1988
Wege in neue Weiten – 4 Wochen mit Th. v. Lisieux, Waltraud Herbstrith, Verlag Neue Stadt, 2006

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Bild: flickr.com JayMyrdin, frei zur Veröffentlichung in privaten Blogs

2 Antworten zu „Woche 38: NACHFOLGEN mit Theresia vom Kinde Jesu“


  1. 1 stefansleben 7. Januar 2009 um 17:21

    “Sie blieb am Tisch der Sünder sitzen.”

    Na und? Welcher Mensch tut das nicht? Es ist einzig und allein Jesus, der rein geblieben ist.

    Umgekehrt haben wir (durch eben diesen Jesus) die Chance, immer wieder mit unserem Fernsein von Gott (andere nennen es Sünden) durch unser Schuldbekenntnis und/oder durch das Sakrament der Versöhnung abzuschliessen!!
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    Wir stehen nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade !!! (Paulus)

  2. 2 rotegraefin 21. September 2008 um 10:51

    Der Autor: Six, Jean Francois

    hat ein gutes Buch geschrieben
    “Theresia von Lisieux und ihr Leben wie es wirklich war”

    Das Wunder, das sie vollbrachte war nicht zu sehen und doch zu glauben.

    Diese Bescheidenheit habe ich nicht mehr. Ich will die Wunden meiner Mitmenschen sehen und dort erlösen und würdigen.
    Sie blieb am Tisch der Sünder sitzen.

    Ich komme mit allen Sündern, die ich kenne und klopfe an und sage was ist los im Himmel, das jemand ausgeschlossen sein soll? Von diesem albernen Theaterspiel habe ich die Faxen dicke.

    Wo bist Du Adam? Was machst Du da immer wieder für einen Murks? Das ist ja zum Knochen kotzen und zum junge Hunde kriegen!


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"Jesus sagte nichts zu mir, und ich sagte nichts zu ihm, außer dass ich ihn mehr liebe als mich selbst (LW,308).

Ihr "kleiner Weg" zeigt uns, dass jeder noch so geringe Liebesdienst an den Menschen unser Leben mit Jesus vertieft. Wir vertrauen auf Theresia vom Kinde Jesu als Fürsprecherin unseres Betens.

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