
Irgendwann hat es uns alle erwischt. Ein Schockerlebnis, oder vielleicht hat uns gerade ein unglaubliches Glücksgefühl gepackt. Wir stammeln herum, vor Emotion, vor Dankbarkeit – dann und genau dann richten wir unsere Sprachlosigkeit irgendwie “nach oben“…
Ob Schock oder Glück – es ist mit Sicherheit eine…
…Chance. Eine Gelegenheit, etwas zu spüren, das eindeutig und auf unbeschreibliche Weise größer ist als wir selbst. Also richten wir uns an dieses Größere, und spätestens seit Beginn unserer Zeitrechnung (Christi Geburt) können wir das ganz konkret tun:
Du bist viel größer als ich,
ich habe Dich gerade berühren dürfen.Du musst Gott sein,
ich weiß, Dein Name ist schon öfter gefallen.Auch von Deinem Sohn habe ich gehört, Jesus Christus.
Ja, und ich fange an, das zu glauben:dass Du, Jesus, am Kreuz für mich gestorben bist,
dass Du auferstanden bist und heute lebst,dass Du der Herr irgendwo – und auf Erden bist,
wie sonst hätte ich dich heute berühren können?
Das ist schon ein Anfang, ein gewaltiger Anfang. Aus dem “Nichts” meines Erlebens mache ich einen unglaublichen Sprung, der im Grunde gar nicht so schwer ist: Aus meinem Erleben heraus, in dem ich mich gerade so erhöht oder auch so erniedrigt gefühlt habe, dass meine Grenzen überschritten wurden, wende ich mich an denjenigen, der innerhalb und ausserhalb dieser Grenzen lebt, und den ich immer und ewig ansprechen kann: Gott, und seinen Sohn Jesus Christus.
Noch etwas können wir gleich anmerken: Wie wir beten, ist gar nicht entscheidend. Ob schönredend oder stammelnd, der, der uns geschaffen hat, versteht uns in jedem Fall. Es gibt nicht wenige große Persönlichkeiten des Glaubenslebens, die sich sehr deutlich zu einfachen Gebeten mit wenigen Worten bekannt haben. Gehen wir für einen Moment etwa 100 Jahre zurück, und lassen Therese von Lisieux zu uns sprechen:
Ich sage Gott ganz einfach, was ich ihm sagen will, ohne schöne Phrasen zu machen, und er versteht mich immer.
Für mich ist das Gebet ein Schwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel, ein Schrei der Dankbarkeit und Liebe, aus der Mitte der Prüfung wie aus der Mitte der Freude;
kurz, es ist etwas Großes, Übernatürliches, das mir die Seele ausweitet und mich mit Jesus vereint.
Für einen Anfang des Betens, für ein erstes Hinwachsen auf das Gebet hin gibt es nicht viel mehr zu sagen. In genau dem Moment, wo ich an meine Grenzen geführt werde, im Schmerz oder in der Freude, sollte ich mich mindestens dieses eine Mal nicht verschließen. Das ist die Chance, – und wer sie nützt, wird befreit. Eigentlich zum zweiten Mal befreit, es wird einfach ein bewusstes Erleben, dass es Christus in unserem Leben gibt; eben dieser Jesus, der uns in seinem unglaublichen Leiden bereits befreit hat.
Beten – was bringt das? An dieser Stelle gibt es keine schnelle und letztlich ungenügende Antwort; hier und jetzt soll einfach stehen, dass ich nichts nennen kann, das soviel Bedeutung für meine (Er-)Leben hat, und dabei so unmittelbar, so direkt und so erfüllend zu erreichen ist.
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Ein Gedanke für diese Woche und unser gemeinsames Beten:
Wie sieht es in (und auch nach) meinen zutiefst glücklichen sowie unglücklichen Erlebnissen aus?
Kann ich solche Grenzüberschreitungen als Chance begreifen, mit Gott zu sprechen, oder mache ich einfach zu?
Hast Du ein Anliegen? Dann bist Du genau hier richtig!
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14. November 2008


























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