“Wir können nicht schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“, sagen sie, als man ihnen verbieten will, noch weiter von ihm zu sprechen (Apg 4,20). Sie lassen sich nicht abbringen. Es ist dieser Glaube ein persönliches Zeugnis derer, die aufstehen, um zu widersprechen.
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Freundschaft mit dem Gottessohn, der als Jesus von Nazareth leibhaftig unter uns gewohnt hat, und der uns seine Gegenwart für alle Zeiten zugesagt hat. Freundschaft mit Jesus, wie ist das gemeint? Ist das wirklich möglich? Was braucht es dazu?
„Jesus lädt ein zur Freundschaft. Und wir dürfen in diese Freundschaft hineinwachsen. Darüber kann ich nicht schweigen [...] Diese Freundschaft weckt in mir immer neu den Wunsch, anderen von dieser Freundschaft zu erzählen. Als Einladung, das Glück dieser Freundschaft kennen zu lernen”, schreibt Kardinal Christoph Schönborn in seinem Hirtenbrief. Dort heißt es:
Freundschaft mit Jesus bedeutet Zeit nehmen für die Begegnung, das hinhörende Stillsein in Seiner Gegenwart, gerade auch in Seiner eucharistischen Gegenwart im Tabernakel.
Freundschaft mit Jesus, das heißt zum anderen: Eine wache Aufmerksamkeit für die, mit denen Er sich besonders identifiziert – die Armen, die Kranken, die Fremden, die Gefangenen, die Ausgestoßenen, die Sünder, die Menschen am Rande der Gesellschaft.
Freundschaft mit Christus, das heißt schließlich: Mit Seinen Augen sehen lernen, mit Seinen Gedanken vertraut werden, Seinen Willen suchen und zu tun versuchen. Und vor allem: mit Seinem Herzen verbunden sein.
Mit Jesus verbunden sein, in Seiner Freundschaft leben, das heißt vor allem barmherzig werden, wie Er es ist. Auch wenn es mir oft nicht gelingt, es zu sagen, und vor allem: es zu leben. Aber eines weiß ich sicher: Ich habe die Barmherzigkeit Jesu erfahren, und ich wünsche mir, dass andere, dass viele, dass alle das auch erfahren!
Wir stehen inmitten besonderer Herausforderungen. Nicht nur der gesellschaftliche Wandel und die bedrohliche finanzielle und wirtschaftliche Krise drängen uns, innezuhalten und manches zu überdenken.
Was uns wirklich herausfordert, ist die Sendung Jesu selber, an der wir ja durch Taufe und Firmung Anteil haben, die Jesus durch uns leben und verwirklichen will:
“Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.” (Lk 4,18f)
Wir hätten gerne mehr in der Hand. Wir erleben heute schmerzlich die Armut großer Teile unserer reichen Gesellschaft. Wie damals gilt auch heute: Geben wir das wenige, was wir haben, Jesus Christus in die Hände. Wir haben jede Menge Möglichkeiten:
Unser Eintreten für unsere Nächsten, aktiver Dienst in den Gemeinden, unser Beten für Benachteiligte. Jesus kann daraus viel machen! Es ist ja Seine Kirche, und Er hat versprochen, bei uns zu sein alle Tage (Mt 28,20).
Kardinal Schönborn lädt uns ein, uns das folgende Gebet zu Eigen zu machen, das uns mit der vorpfingstlichen, betenden Urkirche verbindet:
Herr Jesus Christus, du bietest uns deine Freundschaft an.
Durch deine Gegenwart schenkst du uns Freude in Fülle
und gibst uns Hoffnung.Du hast uns durch die Taufe in deine Gemeinschaft gerufen.
Wir sind bereit deine Zeugen in unserer Welt zu sein.
Im Vertrauen auf deine Liebe und Barmherzigkeit
lassen wir uns senden.Stärke uns mit deinem Heiligen Geist!
Lass dein Licht durch uns leuchten,
damit wir als wahrhaft Liebende Licht der Welt sein können
und so zum Segen für unsere Mitmenschen werden.
Amen.

6. Januar 2009



























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