
Wie gut ich mich daran erinnere, welche Schwierigkeiten ich mit dieser Lesung hatte! Wie ein Blitz hat es mich getroffen, an jenem Sonntagmorgen. Gerade hatte ich mich eingestimmt, den Worten der Lesung besonders aufmerksam zu folgen, als ich die Worte des Christenverfolgers Paulus, wie in einer Art Trancezustand, überdeutlich hörte: „Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat.„ Ich war so empört, dass ich unseren Pfarrer bei der Agape direkt daruf ansprach…
Wie war es möglich, dass Paulus nach seiner Bekehrung und im Rückblick auf seine Verfolgungen schrieb: Ich wusste nicht, was ich tat?
Ich musste mir diesen Konflikt schließlich selbst abarbeiten. Einsicht und Klarheit kamen in dem Moment, als ich begriffen hatte, dass Paulus ursprünglich ein über die Maßen Gesetzestreuer war, der gerade wegen seiner Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Gesetz der „christlichen Sekte“ gegenüber besonders unbarmherzig war! So gesehen war er sich in seinem Handeln tatsächlich keiner Schuld bewusst, sondern handelte voll und ganz im Geist der Tora.
Genug der (eigenen) Worte, schließlich spricht die Lesung für sich:
Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat:
Christus Jesus, unserem Herrn.
Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen,
obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte.
Aber ich habe Erbarmen gefunden,
denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat.So übergroß war die Gnade unseres Herrn,
die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte.
Das Wort ist glaubwürdig
und wert, dass man es beherzigt:
Christus Jesus ist in die Welt gekommen,
um die Sünder zu retten.
Von ihnen bin ich der Erste.Aber ich habe Erbarmen gefunden,
damit Christus Jesus an mir
als Erstem seine ganze Langmut beweisen konnte,
zum Vorbild für alle,
die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen.
Dem König der Ewigkeit,
dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott,
sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit.Amen.
(1 Tim 1,12-17)
Danke, Heiliger Geist, dass ich diese Lesung heute mit Überzeugung betrachten und schätzen kann!
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Ein Gedanke für diese Woche und unser gemeinsames Beten:
Wie gehe ich mit persönlichen Schuldzuweisungen um:
Bin ich immer wieder willens, meine Schuldzurechnungen zu überdenken, auch verschiedene Standpunkte und Meinungen zu prüfen, um zu Vergebung und Barmherzigkeit zu finden?
Hast Du ein Anliegen? Dann bist Du genau hier richtig!
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19. Februar 2009


























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