Nach einigen Tagen des Fastens (für meinen Teil bin noch nicht dort, wo ich sein möchte…) überfällt uns die Geschichte der Verklärung.
“Und Jesus wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann” (Mk 9,3).
Der eher nüchterne Markus versetzt uns mit wenigen Sätzen in Festtagsstimmung; ist also Feiern angesagt? Es ist wohl eher…
…Freude zu nennen, eine ganz tief empfundene Freude über die vorweggenommene Auferstehung des Menschensohnes. Das ist uns vertraut, warum also weitere Worte verlieren?
Durch einen Kommentar des hl. Ambrosius (340-397) taucht eine Deutung auf, die uns konkret herausfordert:
Auch wir sollen den Berg erklimmen, das Wort Gottes anrufen, damit es uns erscheint in „seinem Glanz und seiner Schönheit“, dass es kommt mit Macht und Herrlichkeit… Denn wenn du nicht den Gipfel eines größeren Wissens erklimmst, wird die Weisheit dir nicht erscheinen, die Erkenntnis der Geheimnisse wird sich dir nicht erschließen, und du wirst nicht wissen, welcher Glanz, welche Schönheit im Wort Gottes enthalten ist. Das Wort Gottes nämlich wird dir vorkommen wie in einem Leib „ohne schöne und edle Gestalt“ (Jes 53,2).
Da sprechen sie uns an, die mahnenden Worte: Genauer hinzuhören, nicht einfach in Eile über die Verse des Evangeliums hinwegzulesen, die Sonntagsmessen in den nächsten Wochen noch aufmerksamer mitzufeiern…
Und so wie Jesus dem Petrus, Johannes und Jakobus unter anderer Gestalt erschien, indem sein Gewand weiß aufstrahlte, so erhellt sich vor den Augen deines Geistes auch der Sinn der göttlichen Schriften. Die göttlichen Worte werden dann wie Schnee, die Kleider des Wortes werden „ so weiß, wie sie kein Mensch auf Erden machen kann“.
…wenn wir seine Ratschläge befolgen, so Ambrosius, werden wir belohnt werden, unsere Bemühungen werden schließlich Frucht tragen!
Eine Wolke erschien und bedeckte sie. Dieser Schatten steht für den göttlichen Geist. Er beschattet nicht das Herz der Menschen, sondern legt offen, was verborgen ist… Du siehst ihn: Nicht nur für die Anfänger, sondern auch für die Fortgeschrittenen und selbst für die Himmelsbewohner besteht der vollkommene Glaube darin, den Sohn Gottes zu erkennen!
Die Nachrichten für uns sind also vielfältig: Die Verklärungsgeschichte als Auftrag zum vertieften Lesen des Evangeliums, der Hinweis auf den Abstieg in eine Zeit des Leidens, das Durchwandern des Kreuzweges, die Ankündigung der Auferstehung des Jesus von Nazareth, und die Hinführung auf den Höhepunkt unseres Glaubenslebens: Jesus Christus zu erkennen – und ihm gerade in der Fastenzeit besonders dicht auf den Fersen zu bleiben!
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Ein Gedanke für diese Woche und unser gemeinsames Beten:
Wie sehr nütze ich die Fastenzeit, das Evangelium intensiver zu lesen?
Nehme ich mir die Zeit, Jesus Christus in den Menschen meiner Umgebung und in der Heiligen Schrift zu erkennen?
Hast Du ein Anliegen? Dann bist Du genau hier richtig!
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