Einfalt und Dreifaltigkeit

irenaeus

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Wer könnte jemals sagen, er hätte Gott – in all seinen Dimensionen – verstanden?* So gesehen sind wir besser daran, einfältig zu sein. Einfalt nicht nach unserem täglichen Sprachgebrauch, sondern im ursprünglichen Sinn einer Einfachheit und Schlichtheit des Herzens.

Was würde es dir oder mir schon helfen, Gott vollständig zu erfassen:

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Wäre unser daily life deswegen besser? Könnten wir bedingungsloser lieben? Würden wir uns vor unserem Leiden und Sterben weniger fürchten? Oder würde sich gar alles ins Aussichtslose und Unerreichbare verkehren?

Es genügt und ist faszinierend, dass die seit der Zeit des AT bis heute bezeugte Treue Gottes zu seinen Menschen unverändert geblieben ist, oder sollten wir nicht sagen: Über 4000 Jahre hinweg haben wir eine Bestätigung nach der anderen erfahren! Sein Geist, der in den Worten der Propheten immer wieder gespiegelt und festgehalten wurde; die Menschwerdung seines Sohnes als Jesus von Nazareth, der uns als Lamm Gottes vorausgesagt wurde; schließlich der Heilige Geist, den uns Jesus Christus für alle irdischen Tage hinterlassen hat.

So gesehen können wir problemlos 2000 Jahre zurückgehen und die Worte des Hl. Irenäus von Lyon (etwa 150 n.Chr./ Theologe und Märtyrer) hören:

Denn alle, die in sich den Heiligen Geist tragen, werden zum Wort geführt, das der Sohn ist, der Sohn führt sie zum Vater, und der Vater schenkt uns das ewige Leben.

Ohne den Geist ist es unmöglich, das Wort Gottes zu erkennen, und ohne den Sohn kann man sich nicht dem Vater nähern.

Denn die Stimme des Vaters ist der Sohn, und die Stimme des Sohnes kommt durch den Heiligen Geist, und der Sohn schenkt den Geist, wie es dem Vater gefällt.

Der sehr erfolgreiche Missionar und Bischof Irenäus von Lyon wird durch seine starke Glaubenslehre zu den Kirchenvätern gezählt. Am heutigen Sonntag der Dreifaltigkeit dürfen wir noch ein wenig mehr lesen,  über die „drei Artikel“ nach Irenäus:

Dies ist die Richtschnur unseres Glaubens, das ist es, was unser Bauwerk trägt, das ist es, was unserer Haltung Sicherheit verleiht. Zuerst: Gott Vater, ungeschaffen, unbegrenzt, unsichtbar; der eine Gott, Schöpfer des Weltalls; das ist der erste Artikel unseres Glaubens. Der zweite Artikel: Das Wort Gottes, Gottes Sohn, Jesus Christus, unser Herr; er wurde den Propheten vorhergesagt je nach Art ihrer Sehergaben und wie der Ratschluss Gottes es wollte; durch seine Mitwirkung wurde alles geschaffen; in der Fülle der Zeit, um alles neu zu beginnen, ließ er sich herab, um Mensch zu werden unter Menschen, sichtbar, berührbar, um dadurch den Tod zu besiegen, das Leben hervorstrahlen zu lassen und die Versöhnung zwischen Gott und Mensch zu erwirken. Und der dritte Artikel: Der Heilige Geist; durch ihn haben die Propheten geweissagt, haben unsere Väter die göttlichen Dinge gelernt und wurden die Gerechten geführt auf den Weg der Gerechtigkeit; als die Zeit erfüllt war, kam er auf neue Weise auf die Menschen herab, um sie auf der ganzen Erde zu erneuern für Gott.

Eine Schlichtheit und Schönheit des Herzens wünsche ich euch allen!

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*Ein tatsächliches Verstehen wäre nicht weniger als „Gott geistig vollständig zu erfassen, ihn zu kennen“: Wer meint, einen unendlichen mit einem endlichen Geist begreifen zu können, der mache sich ans Werk…

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