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Päpste stehen auf dem Prüfstand – der Medien, der Öffentlichkeit, und letztlich – wie wir alle – vor Gott. In diesem letzten Punkt zeigt sich die Gleichheit vor unserem Schöpfer: Der Herr wird unsere Seele betrachten, nichts sonst. Zum heutigen Evangelium gibt es einen Kommentar von Papst Gregor dem Großen, der auf zeitlose Weise das vorzeigt, was wir alle tun sollten: Die Heilige Schrift lesen…
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“Unser Herr und Erlöser ermahnt uns, geliebte Brüder, bisweilen durch Worte, bisweilen aber auch durch Werke. Denn schon seine Taten sind Weisungen. Indem er nämlich schweigend etwas tut, offenbart er, was wir tun sollen. Seht, er sendet nämlich die Jünger zu zweit zur Verkündigung, weil es zwei Gebote der Liebe gibt: die Liebe zu Gott und zum Nächsten… Zu zweit sendet der Herr die Jünger zum Verkündigen, um uns schweigend darauf hinzuweisen, dass das Verkündigungsamt keineswegs übernehmen dürfe, wer die Liebe zum Nächsten nicht hat.
Zu Recht heißt es ferner: „Er sandte sie vor sich her in jede Stadt und Ortschaft, wohin er selbst kommen wollte“ (Lk 10,1). Der Herr folgt nämlich seinen Verkündigern, weil die Verkündigung vorangeht und der Herr erst dann zum Haus unseres Herzens kommt, wenn ermahnende Worte vorausgehen und dadurch die Wahrheit im Herzen Aufnahme findet. Deshalb spricht nämlich Jesaja zu solchen Verkündigern: „Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade die Pfade unseres Gottes“ (vgl. Jes 40,3). Daher sagt ihnen der Psalmist: „Schafft einen Weg für den, der aufsteigt über dem Sonnenuntergang“ (Ps 67,5 Vulg.).
Über dem Sonnenuntergang stieg nämlich der Herr auf, denn seinem Untergang in der Passion entsprach eine umso größere Offenbarung seiner Herrlichkeit in der Auferstehung. Über dem Sonnenuntergang stieg der Herr auf, da er den Tod, den er erlitt, in seiner Auferstehung mit Füßen trat. Ihm, der über dem Sonnenuntergang aufsteigt, bereiten wir also den Weg, wenn wir euren Herzen seine Herrlichkeit verkündigen, damit anschließend auch er selbst komme und sie durch die Gegenwart seiner Liebe erleuchte.”
Evangelienhomilien, 17,1-3 (Aus: Fontes Christiani; Bd. 28, Herder, 1997, S.267-269)

12. Juli 2009


























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