Sünde wider den Heiligen Geist – ist das vorstellbar?

feuer-kohle++

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Das ist ernst gemeint – und das muss es auch. Wenn ich mich zu meinem Glauben bekenne, dann ist es zwingend notwendig, vom einzigen Vergehen zu wissen, dass grundsätzlich nicht vergeben wird…

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Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben. (Lk 12,10)

Die Position ist die eines Testfahrers…
… auf den Salzseen von Utah, wenn es um klar definierte Testfahrten mit hoher Geschwindigkeit geht: Eine Sünde, die hier nicht vergeben werden kann, ist ein Fahrzeug ohne Bremsen -

Ernsthaft, wie ist diese Metasünde zu verstehen? Im TeDeum heißt es dazu: „Die Sünde wider den Heiligen Geist ist keine einzelne Tat, sondern ein Zustand, bei dem der Mensch das Ziel verfehlt, auf das hin ihn Gott erschaffen hat. »Das Ziel verfehlen«: damit umschreibt die Bibel, was sie unter Sünde versteht. Das Ziel verfehlen ist die Grundsünde, aus der alle anderen Sünden folgen. Was ist das Ziel, das der Mensch verfehlen kann? Da das Wesen Gottes die Liebe ist, hat er seinen geliebten Menschen dazu geschaffen, selbst ein Liebender zu werden.“

Folgende Fragen stellen sich mir:

Erstens: Ist es also vorstellbar, dass ein Mensch so radikal nicht liebt, dass Vergebung ausgeschlossen ist? Selbst Stalin hat vermutlich einen Menschen (nehmen wir meinetwegen an, seine Mutter) wenigstens zeitweise geliebt; wäre also auch das Vorhandensein „solch marginaler Liebe“ per definitionem ein Ausschlussgrund für göttliche Barmherzigkeit?

Zweitens: Mein Grundverständnis von Gottes Barmherzigkeit ist, dass es keine Sünde gibt, die von vorneherein nicht vergeben werden kann. Ich erinnere an die Hl. Thérèse von Lisieux, die so von Gottes Gnade überzeugt ist, dass sie uns versichert: „Selbst wenn ich (Thérèse) alle Sünden dieser Welt auf mich nehmen würde, es wäre für Jesus so leicht zu vergeben, als ob ein Tropfen Wasser auf glühenden Steinen in weniger als einem Moment vergeht.“

Die beiden Ansätze widersprechen sich offensichtlich, und ich bin mit meinem Verständnis der Sünde wider den Geist nicht wirklich vorangekommen.

Hast du einen Gedanken dazu?

Über Oremus

Nach einem christlichen Aufwachsen kam eine... aber lies doch mehr zu meinem persönlichen Weg - hier!

29 Antworten zu “Sünde wider den Heiligen Geist – ist das vorstellbar?”

  1. Also ich geb mal offen zu, keine Antwort zu finden (für mich persönlich). Wie oft, wenn ich in der Depression stecke, denke ich, genau diese Sünde begangen zu haben. Wie sehr bin ich Gott fern, wie sehr fluche ich ihm (in allen 3 Formen) dann in diesen Momenten.
    Wie oft breche ich die Gebote und bin ihm „ein Gräuel“.

    • Schwierig, eine Antwort für Dich zu finden.

      Für Depressionen sind Spezialisten [vermutlich] die Richtigen, um Hilfe bieten zu können.

      Mit der Sünde (auch der ganz schweren Vergehen) ist es da schon viel einfacher. „Jesus, ich vertraue Dir“ ist der wichtige Satz, der dann gesagt werden muss. Und Therese von Lisieux versichert uns, dass alle (ALLE!) Sünden dieser Welt zusammengenommem (!) einfach lächerlich sind im Vergleich zu dem, was Jesu Barmherzigkeit verzeihen kann- was für ein gewaltiger Gedanke!! Aber gibt es einen schöneren Trost??

  2. Stimmt – da kann man glaub darauf vertrauen, dass Gott auch ein gnädiger Gott ist, und uns trotzdem immer wieder möglichkeiten gibt, den heiligen Geist zu empfangen, auch wenn wir ihn gelästert haben.

  3. Also ich habe das bis jetzt immer so interpretiert, dass Jesus da einfach den Pharisäern ein schnäppchen geschlagen hat, ihnen quasi ihre Gesetzestreue um die Ohren gehauen hat.

    • Hallo dehe,
      in einem Kommentar zu diesem Artikel wurde von „Mailin“ eine Antwort gegeben, wie ich sie besser gar nicht schreiben könnte:

      „Weißt du, ich glaube, das, was wir unter Liebe verstehen, das reicht nicht. Ich zweifle sogar daran, dass das Liebe ist. Ich glaube, Gottes Liebe ist bedingungslos. Das heißt: Obwohl ich Gott hasse, ihn wie Dreck behandle, liebt er mich. Ohne wenn und aber. Im Johannesbrief heißt es: „Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“ (1. Joh 4.19)
      „Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“
      Ich glaube, es ist sogar erst durch den Hlgen Geist überhaupt möglich zu lieben. Wenn man ihn leugnet, dann leugnet man das Wirken Gottes und folglich leugnet man auch seine Vergebung, wenn man sie empfangen hat. Da mag Gott noch so viel vergeben, es kommt nicht mehr an, wenn man sein Wirken als vom Teufel benennt. Also KANN Gott nicht mehr vergeben.
      Allerdings: Bei Gott ist NICHTS unmöglich. Aus diesem Zustand kann er JEDEN auch wieder heraus holen, denke ich. Und beizeiten ist das ein echtes Wunder.“

      Unsere Vorstellungen und Schlussfolgerungen bleiben letztlich widersprüchlich, und doch hilft die Darlegung von Mailin, oder?

  4. @Stefan
    Danke für Deine Antwort.
    Den Begriff „übernatürliche Phänomene“ in Anführungszeichen zu setzen war eine gute Idee. Ich kann mit dieser „Beschreibung“ nämlich wenig anfangen. Unsere Welt ist das, was sie ist – selbst, wenn wir Dinge wissenschaftlich nicht nachweisen können. Ironischerweise wird selbst in wissenschaftlichen und philosophischen Kreisen anerkannt, dass wir nur einen winzigen Ausschnitt der uns umgebenden Realität wahrnehmen können. Das ist zwar keine grosse Neuigkeit. Komisch finde ich nur, dass dieser Sachverhalt in der ganzen polemisch geführten Auseinandersetzung zwischen „Theisten“ und „Atheisten“ so gut wie keine Rolle spielt. Seltsam, oder? Dabei böte das doch die Chance zu einem wirklichen Dialog.
    In puncto Atheisten und Liebe kann ich Dir nur zustimmen. Abgesehen davon, dass ein Atheist seine Familie, Freunde und das Leben lieben kann, so mag er auch eine tiefe Ehrfurcht und Bewunderung für die uns umgebende Welt empfinden – gerade, aber nicht nur dann, wenn er ein neugieriger, engagierter Wissenschaftler ist. Die Frage aber, ob er deshalb weiter von Gott entfernt ist, kann ich nicht beantworten.
    Ich bleibe da lieber „auf dem Teppich“ und vermute, dass ein wesentlicher Aspekt der „Möglichkeit, Gott zu schauen“ darin besteht, dass man vor sich selbst die Augen nicht verschliesst und versucht, sich als Mensch so zu erkennen, wie man ist.

  5. @Stefan
    Ich bin weder Theologe noch Philosoph, aber die Vorstellung, dass Menschen nicht lieben (können) ist für mich trotzdem von grösstem Interesse. Nicht zu lieben nimmt uns unsere Würde. Menschen, die nicht lieben, sind aber trotzdem Menschen.

    • „Menschen die nicht lieben, sind auch Menschen.“
      Das unterschreibe ich.

      Es sind anzunehmenderweise die einsamsten Menschen. Wer wäre also besser geeignet, Barmherzigkeit und Gnade zu empfangen, sei es von Menschen, oder (wie ich glaube) von Gott!

      Eng für diese einsamen Menschen wird es dann, wenn das „Nichtlieben“ mehr Hass und Egozentrik als alles andere darstellt…

      …aber ich sehe natürlich das Problem, dass dies alles sehr theoretische Betrachtungen sind.

      Gehen wir die Sache doch von einer GANZ ANDEREN Seite an. Unser Gott ist (soweit wir überhaupt etwas von ihm gut erfassen können) ein über alle Maßen barmherziger und liebender Gott. Und doch täte es unserer (eben menschlich-begrenzten) Vorstellung gar nicht gut, dass diesr Gott ALLES verzeiht und ALLES durchgehen lässt:

      Genau das zeigt uns das Vorhandensein der EINEN unverzeihbaren Sünde: Gottes Erbarmen ist unvorstellbar groß – und doch gibt es zumindest eine Aufforderung, die wir nach unseren Kräften (!) erfüllen sollten: Zu lieben!!!

      • Wenn Er kein liebender Gott wäre, dann hätte Er nicht die Voraussetzungen für alles Leben (und damit auch für unsere eigene Existenz) zugelassen. Davon MUSS man einfach ausgehen, wenn man nicht ins „atheistische Lager“ überwechseln will.
        Obwohl die auf wissenschaftlicher Forschung basierenden Kenntnisse ihre Gültigkeit haben, so sind sie dennoch bei der „Lösung“ einiger wesentlicher ur-menschlicher Fragen nicht unbedingt behilflich. Wenn Mensch-Sein nur durch die wissenschaftliche Brille bewertet wird, dann zeugt das nur von der titanenhaften Einäugigkeit wissenschaftlichen Denkens in Bezug darauf, wie wir unsere Welt wahrnehmen. Jeder Wissenschaftler wird bei dem Versuch scheitern, Begriffe wie Vertrauen, Glaube und Liebe zu definieren. Weil sie eben nicht wissenschaftlicher Natur sind, sondern „Bestandteil“ einer anderen, ebenso gültigen Realität. Davon bin ich zumindest überzeugt.
        Vielleicht liegt ja genau in dem Ignorieren dieser Sichtweise die eigentliche „Sünde wider den Heiligen Geist“. Wer weiss …
        Ich kann nicht sagen, was Gott „durchgehen“ lässt oder nicht. Ich beschränke die Problematik eher auf die Freiheit unseres (von Gott gegebenen) Willens und auf die damit verbundenen Konsequenzen.

      • Danke für deinen Kommentar!

        Den Hinweis auf die (natur)wissenschaftlichen Befunde über die Fragwürdigkeit oder Nichtverifizierung von Geist/Seele einschließlich der Kategorien Vertrauen, Liebe, Glaube etc. kann ich vollinhaltlich mittragen. Beispielsweise schließen Naturalisten jegliche „übernatürlichen Phänomene“, die wesentlich zu christlichen Glaubensinhalten gehören, per definitionem aus. Seele, Gott und Engel sind somit a priori auszuschließen.

        Du sagst:
        „Begriffe wie Vertrauen, Glaube und Liebe…Weil sie eben nicht wissenschaftlicher Natur sind, sondern „Bestandteil“ einer anderen, ebenso gültigen Realität. Davon bin ich zumindest überzeugt. Vielleicht liegt ja genau in dem Ignorieren dieser Sichtweise die eigentliche „Sünde wider den Heiligen Geist“. Wer weiss…

        Das ist – aus meiner Sicht – ein Gedanke, der wirklich und zutiefst zu unterstützen ist. Das ist eine ganz konkrete Vorstellung, wie wir uns die angesprochene „unverzeihliche“ Sünde vorstellen können, schließlich meint Sünde ja nichts anderes als sich von Gott zu entfernen.

        Nur zeigt sich im nächsten Gedanken schon, wie schwierig jegliche Beschreibung oder gar Beurteilung ist: Ich denke nicht, dass artheistische Wissenschaftler nicht lieben können!

        Das „Problem“ liegt dann vermutlich in den „Inhalten“ der „atheistischen Liebe“: Ich gehe z.B. davon aus, dass diese atheistisch gelebte Liebe mit der Eigenschaft „ewig“ nichts anfangen kann, während Christen ihrer Liebe zu Gott und zu geliebten Menschen genau diesen Aspekt zumessen:

        Wir haben nicht nur die Hoffnung, Gott schauen zu dürfen, sondern glauben auch, geliebte Menschen wiederzusehen – und ewiges Leben bedeutet ewiges Wiederesehen – und ewiges Wiedersehen geliebter Menschen bedeutet ewige Liebe…

  6. Eine Haltung, die nicht vergeben werden sollte ist die des Ignoranten, dem die Meinungen und Argumente anderer am Allerwertesten vorbeigehen.

    • @philgeland
      Das ist doch eine allerwertvollste Betrachtungsweise :)

      Es ist schon erschreckend, dass (nach deiner Einschätzung) ein Ignorant zu sein bereits genügt, um von der schlimmsten und unverzeihbaren Todsünde zu sprechen…

      …und schon haben wir einen lebendigen Beweis, dass die christlichen Diener Gottes doch einen wesentlich grösseren Anspruch an die Todsünde gegen den Heiligen Geist haben :)

      Grüße, Stefan

      • @Stefan
        Was genau eine „Todsünde gegen den Heiligen Geist“ sein könnte, ist mir nicht klar. Ich neige also mein Haupt und bekenne, dass ich in dieser Hinsicht – also theologisch gesehen – ein Ignorant bin. Und das nicht etwa deshalb, weil ich dazu nichts sagen kann, sondern weil es ich es schlichtweg für uninteressant halte, mich mit derartig umständlichen „theologischen Orakeln“ zu beschäftigen.

      • @philgeland
        Dass die Frage für dein „philosophisches Land“ (wobei nicht dein Name, sondern der Kontext gemeint ist) nicht so interessant ist, lag irgendwie in der Luft.

        Aber – ich hake in einem Punkt nach: Die Vorstellung, dass Menschen so radikal nicht lieben, dass sie aus allem Menschsein herausfallen, ist nicht nur für Theologen interessant.

        So gesehen ist die Fragestellung ein Hinweis, dass der Glaube und die Theologie letztlich doch jeden Menschen erreichen können…

    • Hm, gibt es wirklich DEN Ignoranten? Und gibt es EINEN Nicht-Ignoranten, der nicht irgendwann in seinem Leben mit seiner Ansichtsweise die der anderen zu übertönen versucht? Mir jedenfalls passiert das sehr häufig…

      • Hallo Mailin!
        Genau, DER Ignorant muss erst gefunden werden…

        Aber ernsthaft:

        Wenn es um die Ignoranten geht, die nicht ihrer Sehnsucht nach Vollendung, nach Gott und nach Jesus Christus folgen, und den Geist (der Liebe) radikal ablehnen, dann stehen wir (vermutlich)…

        …vor der Sünde wider den Heiligen Geist!

      • Da schauderts einen schon ziehmlich… Nun ja, das ist klar. Das meint ja wirklich die absolute Trennung von Gott und von den Menschen.
        Wobei ich mich frage, ob man ohne Liebe noch radikal sein kann…

  7. Oh, oh, oh… neee, da schreibe ich doch mal schnell noch n bissl ;-) . In dem Fall ist das dann also „nur Frommes und Gebete“?? Hmm. Naja, hast Recht. Destruktive Kritik ist wirklich unterrepräsentiert. Und fromm, hm. MIR jedenfalls bereitet das schon Freude, gerade das hier, was man vielleicht fromm nennt, wenn man irgendwie mit Substanz zu tun bekommt. Aber dann kann das ja eigentlich nicht fromm sein, denn fromme Menschen sind ja immer griesgrämig ;-)

    • Und zum Glück weißt du ja nicht, wie viel ich immer vor dem Bildschirm lache… Dann würdest du gaaanz übel von mir denken…

      • Versündige dich bitte nicht!!! :-)
        Hey, lachen ist doch super, meine Frau meinte gerade, ich wär zuweilen schon griesgrämig (ah ja?) aber würde sie so oft zum Lachen bringen (na also!) dass sie mehr Faltencreme einsetzen müsste, würde sie sowas überhaupt verwenden (ffffffh… diese Konjunktive) also schmeiss ich mich heute (noch) nicht in die Donau…

  8. Weißt du, ich glaube, das, was wir unter Liebe verstehen, das reicht nicht. Ich zweifle sogar daran, dass das Liebe ist. Ich glaube, Gottes Liebe ist bedingungslos. Das heißt: Obwohl ich Gott hasse, ihn wie Dreck behandle, liebt er mich. Ohne wenn und aber. Im Johannesbrief heißt es: „Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“ (1. Joh 4.19)
    „Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“
    Ich glaube, es ist sogar erst durch den Hlgen Geist überhaupt möglich zu lieben. Wenn man ihn leugnet, dann leugnet man das Wirken Gottes und folglich leugnet man auch seine Vergebung, wenn man sie empfangen hat. Da mag Gott noch so viel vergeben, es kommt nicht mehr an, wenn man sein Wirken als vom Teufel benennt. Also KANN Gott nicht mehr vergeben.
    Allerdings: Bei Gott ist NICHTS unmöglich. Aus diesem Zustand kann er JEDEN auch wieder heraus holen, denke ich. Und beizeiten ist das ein echtes Wunder.

    • Danke Mailin!
      Du hast den (scheinbaren) Widerspruch ganz einfach und meinem Empfinden nach wunderbar aufgelöst:

      „Bei Gott ist nichts unmöglich.“

      Das ist es, denn wer anderes annimmt, denkt seinen Schöpfer zu klein…
      Ich denke gerade an meinen „Lieblingsfeind“ Richard Dawkins (Der Gotteswahn) mit seinen albernen Spitzfindigkeiten „Gott kann nicht allmächtig und gleichzeitig allwissend sein, denn wenn er weiß, was er tun wird, ist ihm jede Macht für einen anderen Schritt genommen“: Unglaublich, dass ein Biologie-Professor aus Oxford solche Kalauer verbreitet! Was ich sagen will: Nicht nur Atheisten, auch Christen (wie ich) tappen manchmal in die Falle, Gott zu klein zu machen…

      Dann hast du noch einen sehr schönen Hinweis:

      Viel spannender noch ist die Frage nach der Liebe. Sie „ist eben nicht, was sie ist“, sonst wird sie wieder recht klein;

      …und ich teile 100pro deinen Verdacht, dass die kulturelle Entwicklung des Begriffs Liebe und die verbreitete Ausübung derselben in Gottes Augen oft sehr kleinmütig und selbstsüchtig aussieht;

      …so brauchen wir dringend die „bedingungslose Liebe“ Gottes (als anzustrebenden aber unerreichbaren Maßstab – und jetzt sind wir endlich bei Jesus angelangt, ja!!! Es IST einfach sein Leben, in dem bedingungslos geliebt wird. Ist das nicht auch (vielleicht sogar der wesentliche) Grund, sich nach Jesus, nach Gott zu sehnen??!!

      • Ich würde sagen, es ist der Grund, warum wir uns nach Gott sehnen, aber kein Grund, sich nach Gott zu sehnen.
        Heißt: Wenn ich sage, dass ich Gottes Liebe brauche, habe ich sie ganz sicher schon erfahren. Und trage sie vermutlich auch schon in mir, ganz winzig klein, fast unbedeutend. Und so wie Jesus werde ich sicher niemals lieben können, weil ich ja meine Liebe allein aus ihm schöpfe. Meine Liebe wirkt wie nichts dagegen. Aber nun, so klein wie ein Senfkorn genügt ;-) .

      • Mailin, du bist in Hochform heute :-)

        Deine „Korrektur“ greife ich gerne auf, denn es stimmt: DESWEGEN sehne ich mich nicht nach Jesus;

        es ist eine Art von Ahnen und Spüren auf der einen Seite, dann aber auch das Glauben (und die Gewißheit) an die Liebe des Vaters und die Sühne des Sohnes; beides kann einen förmlich zerreißen, weil man doch ein kleines Stück wenigstens erwidern möchte.

        Erwidern ist auch nicht richtig, es ist ein Weitergeben-wollen, ein Weitertragen-versuchen;
        dieses Zeugnis-geben ist wieder etwas, wobei man auf die Gaben „hören“ sollte, die jedem von Anfang an zugedacht wurden (also nicht so sehr auf das, was man SELBST für gut und richtig hält);
        und falls das so irgendwie im Gleichgewicht ist, dann ist etwas da, das (wenigstens so ein klein wenig) mit Liebe zu tun hat, denke ich.

        Und dieses etwas an Liebe entsteht nur, wenn ich aus IHM schöpfe – du hast das wunderbar und klar zum Ausdruck gebracht.

        Wo ich mich noch einbringen kann, ist beim „Brauchen“ der Liebe Gottes. Es kann auch eine „Altersfrage“ sein, jedenfalls denke ich schon einige Jahre mit und von der Liebe Gottes gelebt zu haben: Nun ist es Zeit (zurück)zugeben!

        Sollten nicht möglichst viele Christen so denken? Es ist Zeit zu geben! Es ist Zeit den Mund aufzumachen! Es ist Zeit aufzustehen! Es ist Zeit andere zu umarmen! Es ist Zeit, auf Teufel komm raus Gutes zun tun!

      • „Es ist Zeit auf TEUFEL komm raus Gutes zu tun!“ – Hm, darf das ein Katholik sagen :-) ? – Du hast sicher Recht. Wir versacken schon auch ziehmlich, manchmal. Und je mehr, desto mehr. Wenn wir uns mal mehr trauen würden, aus der Nussschale aufstehen, den Kopf zu erheben, aufzuwachen, hätten wir auch sicher nicht mehr das Gefühl, dass das alles so anstrengend und viel und müßig ist. Ich glaube, es sind mehr die Gedanken, die oft fesseln, als die Tat selber. Aber mit Jesus brauchen wir uns eigentlich keine Sorgen um dies und das zu machen. Ich glaube, das ist uns oft nicht so ganz klar…(oder mir?)

      • Ab und zu darf man das als Katholik – vor allem wenn’s für einen guten Zweck ist :-) !

        Apropos versacken, ich bleibe natürlich auch sehr oft sitzen – aber dann denke ich wieder, die Blogozese mit Gedanken zu „befeuern“ (muss ja kein Höllenfeuer werden, aber eine gute Mischung aus Tabuthemen [Kultur des Todes] und Botschaften SEINER unbeschreiblichen Barmherzigkeit), das ist doch besser als gar nichts ;-) und vielleicht gelingt es ab und zu sogar, ein wenig Freude zu verbreiten??!!

        Damit spiele ich auf Bruder Lukas an, der in seiner Analyse der Kath-Blogger meinte, die einen würden destruktive Kritik und die anderen nur Frommes + Gebete(!) thematisieren, aber keiner würde Freude verbreiten; siehst du das auch so?

        Wenn du das auch so siehst, lösche ich dieses Blog sofort :-) …

        „Aber mit Jesus brauchen wir uns eigentlich keine Sorgen um dies und das zu machen. Ich glaube, das ist uns oft nicht so ganz klar…(oder mir?)“

        Glaub mir, ich muss mir das immer wieder sagen (!), und steige dabei meiner Kleingläubigkeit auf die Zehen… aber (auf dem Durchgangsland Erde) sind wir einfach nur langsame, kleine, staubige, sprachlose und lieblose Raupen, in der Hoffnung, doch irgendwann/irgendwie in den Himmel zu schlüpfen?!

  9. Das ist absolut spannend.
    Ich hatte vor Jahren einen Traum, ich glaube das schlimmste was ich geträumt hatte. Es waren (was wie in einem Film) lediglich Stimmen, die mir „schuldig“ sagten, sonst Dunkelheit.
    Als Christ mit vielen Ecken, Kanten und Sünden habe ich sicher auch oft genug so gefehlt, dass ich manchmal denke, genau das (diese Sünde wider den Hlg. Geist) gemacht zu haben.
    Ein Freund hingegen meinte einmal, dass man diese spezielle Schuld nicht auf sich laden kann, solange noch man danach fragt.

    Ich kann also aus meiner Sicht – weltlich betrachtet – nur sagen oh je, ist schon passiert. Aber – geistlich betrachtet – immer noch die Hoffnung tragen, dass Gott mich irgendwie trotzdem errettet.
    Die Spannung dazwischen ist allerdings nicht ganz einfach…

    • „Ein Freund hingegen meinte einmal, dass man diese spezielle Schuld nicht auf sich laden kann, solange noch man danach fragt.“

      Das ist doch ein guter, ein wichtiger Hinweis!
      Oder anders gesagt, wenn (und jetzt beziehe ich Mailins Antwort mit ein) – wenn also diese Sünde begangen wird, dann kommen wahrscheinlich noch andere „Tatbestände“ hinzu: Die Verachtung und Verächtlichmachung Gottes, das bewußte Leugnen des dreieinigen Gottes, verbunden mit Menschenverachtung…

      Aber voll Vertrauen dürfen wir (besonders – auch wenn es paradox klingt – im größten Zweifel) rufen: Bei Gott ist nichts unmöglich!

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  1. „Sündigen wider den Heiligen Geist“ von zeitzubeten « - 22. Oktober 2009

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