
Es ist Tobak der stärkeren Sorte, was ein sehr bekannter Mann des öffentlichen Lebens vor einem ausgewählten Publikum geäußert hat:
Ich bin hier, um Feuer auf diese Gesellschaft zu werfen. Wie gut wäre es, sie würde schon brennen! Glaubt ihr, es sei meine Aufgabe, Frieden in unsere Gesellschaft bringen? Nein, ich bekräftige vielmehr, nicht Frieden, sondern Spaltung ist angesagt. Wenn meine Botschaft ernst genommen wird, dann stehen von nun an Angestellte gegen Manager, Kreditnehmer gegen Banker, ja selbst Väter gegen Söhne, und Töchter gegen ihre Mütter.
Brennende Leidenschaft für die Gestaltung der Gesellschaft, brennende Sorge um Gerechtigkeit und Frieden, brennende Sehnsucht nach Liebe und Erbarmen: Das ist das Feuer, das der gesuchte Mann mit seiner Botschaft in die Welt werfen will, damit es einen Flächenbrand gegen alle todbringenden, lebensverneinenden Verhältnisse entfachen möge. Wen dieses leidenschaftliche Feuer ansteckt, dessen Entschiedenheit fordert andere zur Entscheidung heraus: Sei Ja oder Nein, kein trübes Vielleicht. Trübes ist nicht die Farbe der Schöpfung. »Wir müssen ansteckend sein« (Teilhard de Chardin). Wo sind die Menschen, die Feuer fangen und für die wahre Botschaft brennen? Sind wir so korrekt und unauffällig geworden, dass kein Funke mehr überspringt? Dabei »haben wir etwas zu sagen, für das es in der Welt keine Alternative gibt«
Okay, mittlerweile ist es offensichtlich, der „berühmte Mann“ ist Jesus von Nazareth, mit „du“ und „wir“ sind wir Christen gemeint, endlich sind wir beim Originaltext des heutigen Evangeliums:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! [...] Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter. (Lk 12,49–53)
Tut es nicht ab und zu gut, die Worte Gottes auf unsere Zeit zu übertragen? Erkennen wir dann nicht noch viel klarer, was uns abhanden gekommen ist, was uns derzeit so fehlt? Es geht um Leidenschaft für unseren Glauben und die Gerechtigkeit Gottes: Wo ist unser Einsatz angesichts von Spekulanten, die über uns lachen, von Managern, die unsere Passivität ausnutzen, von Bankern, die die Hand aufhalten, von Politikern, die keinen Mut zu Veränderungen zeigen?
Wenn wir (Christen) die Gerechtigkeit des Vaters nicht auf der Straße durchsetzen wollen oder können, dann wenigstens mit Worten und Taten in unserer nächsten Umgebung. Spekulanten müssen wir nicht sein oder zu unseren Freunden zählen, unseren nächsten Managern – zumindest den Gierigen unter ihnen – dürfen wir ruhig die Meinung sagen, und fragwürdigen Politiker müssen wir keine Stimme geben. Aller Anfang ist klein und leise, doch am Ende können sogar Mauern, die ganze Länder teilen, zum Einsturz gebracht werden.
…eine Art Fortsetzung ist: Wiener Erzbischof als Feuerwerfer…
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bild: infowars.wordpress.com, kein copyright

22. Oktober 2009


























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