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Robert Spaemann meldet sich nicht nur zu Wort, er hat etwas zu sagen. Nicht, dass dies neu wäre. Aber er strahlt mehr und mehr das aus, was ich mir unter Altersweisheit vorstelle. Im besten Sinne, denn Spaemann blickt mit guter Distanz und gleichzeitig großer Klarheit auf die Dinge. Durch Elsas Nachtbrevier wurde ich auf dieses Interview aufmerksam, danke Elsa!
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Ein Auszug aus dem Interview:
RM: Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief: Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit je seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können. Wie sind Sie Gott auf die Spur gekommen?
Spaemann: Ich bin in diese Bekanntschaft, aus der eine Freundschaft mit Jesus wurde, hineingewachsen durch meine Eltern. Da sind mir natürlich Einwände begegnet, die sich als Alternativen anboten. Aber ich habe nie eine Alternative gefunden, die mir als plausibel erschienen wäre. Dann hat sich daraus auch eine persönliche Beziehung entwickelt, eine Freundschaft mit Christus, von der ich hoffe, dass sie nie endet und stärker ist als der Tod. Dabei werde ich an King Lear bei Shakespeare erinnert. Er hat sein Königtum verloren. Bevor er vertrieben wird, will Ritter Graf Kent in seinen Dienst treten. Der alte König sagt zu ihm: „Wer bin ich denn? Es lohnt sich doch nicht, in meinen Dienst zu treten.“ Und Graf Kent antwortet: „Es ist etwas in eurem Wesen, das ich gern meinen Herrn nenne.“ Wenn ich das Christus-Antlitz auf dem Turiner Grabtuch betrachte, leuchtet mir etwas entgegen, was ich gerne meinen Herrn nenne.
RM: Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Deutschlandbesuch die Gläubigen ermutigt: „Habt keine Angst vor Christus. Er nimmt nichts. Er gibt alles.“ Was hat Christus Ihnen gegeben?
Spaemann: Alles.
RM: Was heißt das?
Spaemann: Wer verliebt ist, hat das Gefühl, dass der geliebte Mensch ihm durch seine Anwesenheit eine neue Welt erschließt. Ich bin durch Christus belehrt worden, dass Gott die Liebe ist. Er hat mir eine vollständig veränderte Sicht auf die Wirklichkeit gegeben, nämlich die Welt als ein Geschenk zu betrachten, auf das ich nur mit Dank reagieren kann. Es ist alles anders.
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Zur Person :
Robert Spaemann, 1927 geboren, zählt zu den profiliertesten Philosophen der Gegenwart. Er lehrte als Professor an den Universitäten Stuttgart, Heidelberg und München, wo er 1992 emeritiert wurde. In seinen Beiträgen zur Rechtsphilosophie betont er die Aktualität des Naturrechts. Immer wieder greift er engagiert in die öffentliche Debatte ein. Aus seinem Verständnis von Person und Menschenwürde weist er jegliche Relativierung des Rechts auf Leben zurück. Papst Benedikt XVI. schätzt ihn als Berater und lud ihn im September 2006 nach Castel Gandolfo ein, wo Spaemann über das Verhältnis von Naturwissenschaft, Philosophie und Glauben referierte. Zuletzt veröffentlichte er unter anderem „Das unsterbliche Gerücht. Die Frage nach Gott und der Aberglaube der Moderne“ (2005) und „Der letzte Gottesbeweis“ (2007).
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Link zum Thema Freundschaft mit Christus
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19. November 2009



























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