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In der Berichterstattung über die Massaker in Norwegen tauchen immer wieder das Etikett “christlich” und die Kategorie “Fundamentalismus” auf. Während zweiteres wohl kaum in Frage zu stellen ist, eröffnet die “christliche” Etikettierung dieses Albtraums eine zusätzliche Front gegen das Christentum in Europa.
Wenn wir an die terroristischen Blutverbrechen der letzten 20 Jahre denken:
Wer war noch nie verwundert, dass sich die muslimische Mehrheit bei islamistischen Terroranschlägen sehr schweigsam verhält? Selbst wenn man den Islam als eine von Gewalt geprägte Religion sieht, ergibt sich aus dieser Betrachtung nicht zwangsläufig eine Geschichte des Terrors gegen “Ungläubige”. Im Gegenteil, die Einschätzung ist die einer “überwiegend terrorfreien” Glaubensgemeinschaft: Warum also schweigt die riesige Mehrheit der Muslime angesichts der Attentate einer winzigen Minderheit?
Die Antwort fällt mir heute, nur wenige Stunden nach den tragischen Geschehnissen in Skandinavien, leichter. Vermutlich gibt es neben den starken Gefühlen der Trauer, des Entsetzens, der Wut und der Empörung noch ein weiteres Gefühl, das am ehestens mit Scham zu bezeichnen ist: Wie ist es möglich, dass Elemente des eigenen Glaubens für solch mörderische Terrortaten geltend gemacht werden? Geben wir dem Gedankengut der Mörder nur nicht zuviel Raum, in absehbarer Zeit wird selbst dieser Albtraum aus den Medien verschwunden sein!
In seinem Posting zu den Folgen von Oslo und Utøya spricht Josef Bordat weitere Auswirkungen für Lebensschützer, Anbeter und Blogger an:
Schlussbemerkung aus: “Norwegen. Gewalt, wie sie im Buche steht?”
Ich finde es sehr problematisch, wenn im Zuge der Berichterstattung nun religiöse Menschen gleichermaßen und unterschiedslos als missbrauchsanfällig für Hass und Gewalt gelten, sowie und soweit man meint, ihrem Bekenntnis das Attribut „fundamentalistisch“ beistellen zu können. Dass die Bezeichnung „christlicher Fundamentalist“ dabei ironischerweise auf das Gegenteil dessen verweist, was man bedeuten will, wird die Mehrheit der Menschen in Europa nicht davon abhalten, bei entsprechender Etikettierung an Oslo und Utøya zu denken. Und das Etikett bekommt man schnell: als Lebensschützer, als jemand, der regelmäßig betet. Als Blogger.
Ich denke, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die aufgrund des Fehlverständnisses konkreter Bibelverse Gewalt anwenden, ich weiß aber, dass es viele gibt, die sich von der Gewaltlosigkeit, die Christus verkündete und lebte, inspirieren lassen. Viele von ihnen, sind jetzt vor Ort und helfen den Opfern und Angehörigen. (Josef Bordat)
All diese Überlegungen veranlassen mich zu sagen: Schweigen ist der falsche Weg! Es ist unerträglich, dieses abscheuliche Gewaltverbrechen bei nächster Gelegenheit als “christlichen” Fundamentalismus vorgehalten zu bekommen! Lasst uns aufstehen und in aller Deutlichkeit sagen:
FUNDAMENTALISTISCH MOTIVIERTER TERROR HAT MIT CHRISTLICHEN GRUNDSÄTZEN UND HALTUNGEN NICHT DAS GERINGSTE ZU TUN!
Alleine habe ich nicht die Zeit und die Kraft, schon wieder eine große Facebook-Initiative zusammenzurufen, aber wenn sich “Mitstreiter” finden, dann will ich bei einer Initiative…
“Fundamentalismus und Christentum schließen sich aus!” oder
“Christianity against Fundamentalism!“
…jederzeit und gerne mitwirken.
(Stefan Ehrhardt)
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25. Juli 2011


























Ich hatte mich – in Unkenntnis darüber, daß Josef bereits ausführlich darüber geschrieben hatte – gestern ja auch dazu geäußert. Heute morgen hatte ich allerdings das Gefühl, die Bezeichnung als “christlicher Fundamentalist” wäre in den Medien rückläufig. Vielleicht ein Hoffnungszeichen, daß gelegentlich doch gedacht wird.
Die Beobachtung habe ich auch gemacht, aber ich bin sehr sicher, dass wir mit der einfachen Lösung (dieses grausame Massaker im Namen eines christlichen Templerordens auszuschweigen) eine Gelegenheit einfach vorüberziehen lassen:
Hier und jetzt haben wir die Möglichkeit, die Unvereinbarkeit von Fundamentalismus und Christentum in aller Klarheit zum Ausdruck zu bringen.
Denken wir nur an die islamistischen Anschläge: Für die Mehrheit der Muslime steht ausser Zweifel, dass dieser Terror nicht mit dem Koran bzw. dem Islam vereinbar ist. Wie aber sieht es mit uns aus? Denken wir nicht sofort an den Islam, an das “Schwert des Islam”? Wundern wir uns nicht, dass die Mehrheit zum islamistischen Terror schweigt?
Die Meldung eines Terroranschlags eines fundamentlistischen Christen ist um die ganze Welt gegangen. Das ist für Europa eine ganz neue Qualität – und da sollen wir einfach schweigen?
Na ja, einfach geschwiegen haben wir ja nicht – ich habe durchaus einige Beiträge der katholischen Blogger zu den Anschlägen gesehen. Inhaltlich gebe ich aber Josef Bordat recht: indem man versucht, solche inhaltlich absurden Vorwürfe immer nochmals zu widerlegen, mißt man ihnen letztlich eine Wichtigkeit bei, die sie nicht haben. Der Mond ist nicht aus grünem Käse und der Attentäter von Oslo und Utøya kein christlicher Fundamentalist.
Mein nächster Beitrag nimmt das Thema nochmals auf…