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UPDATE: Etwas mehr oder weniger Selbstkritik schadet nicht, jedenfalls versuche ich das hie und da zu zeigen… Im nachhinein kommen mir manche meiner Fragen zu kleinlich vor, muss ich zugeben. Die Diskussion im Club2 war zwar nicht besonders ergiebig, aber sie hatte doch einige besondere Momente, aus meiner Sicht wie folgt:
1. Helmut Schüller liegt mit einigen seiner Forderungen inhaltlich deutlich daneben, aber glaubwürdig – im Sinne persönlicher Erfahrungen und Überzeugungen – ist er.
2. Notwendige Veränderungen betreffen auch den Klerus, der ein paar Stufen herunterkommen muss (Otto Neubauer), um wieder demütig (!) auf Augenhöhe mit der Gemeinschaft aller Gläubigen zu sein.
3. Fragen sind nicht nur an H.Schüller zu richten, sondern auch an die Erzdiözese Wien (Apostelgeschichte 2010), die ihre guten Ansätze (!) nun auch in die Umsetzungsphase bringen muss!
4. Ich sehe wirklich keinen Grund mehr, warum unser Kardinal sich nicht noch stärker für eine “römische Lösung” in der Frage der “Geschieden-Wiederverheirateten” einsetzen sollte.
5. Unsere Kirche ist zu schön und zu wertvoll, als dass nicht alle wieder an einem Strang ziehen sollen, sowie offen und im Namen Christi miteinander sprechen und handeln!
Bitte schließt euch dem Gebet für die Kirche Österreichs an!!!
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Sehr geehrte Damen und Herren der CLUB2-Redaktion!
Zur heutigen CLUB2 Diskussion „Rebellion der Pfarrer – droht die Kirchenspaltung?“ möchte ich Ihnen einen Beitrag liefern, der aus der Diskussion mit vielen engagierten Laien und Priestern hervorgeht. Niemand hat etwas gegen engagiert vorgebrachte Reformanliegen, doch gibt es eine Reihe von Fragen an den Vorstand der Pfarrer-Initiative, die in der öffentlichen Diskussion bis heute nicht gestellt bzw. nicht beantwortet wurden:
„Doppelmoral kirchlicher Organe“
- Aufgrund der zuletzt durch Prof. Zulehner (Pfarrerbefragung 2010) erhobenen Doppelmoral kirchlicher Organe (Priester leben mit Duldung der Kirchenführung in Beziehungen und werden nur dann suspendiert, wenn ihr Beziehungsstatus offiziell wird), muss es doch ein Hauptanliegen der Pfarrer sein, Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme zu fordern:
- Wenn von der Pfarrer-Initiative die generelle Forderung nach verheirateten Priestern erhoben wird: Was ändern verheiratete Priester am Problem, dass zölibatäre Priester auch weiterhin Probleme mit ihrer Beziehungslosigkeit erfahren?
- Warum wird die Forderung nach der verstärkten und intensiven Einsetzung von „Viri Probati“ (bereits verheiratete und in der Gemeindearbeit sehr bewährte Männer) nicht ausdrücklich und an erster Stelle gefordert?
Jugend als Zukunft der Kirche
- Wie steht Msgr. Schüller dazu, dass die Mitglieder seiner Initiative einen sehr hohen Altersschnitt haben, also die Generation der Jungpfarrer kaum hinter den Anliegen steht und es sich vor allem um einen Aufstand älterer Funktionäre handelt?
- Wie steht Msgr. Schüller dazu, dass ein Großteil der aktiven christlichen Jugend mehr an einer papsttreuen Kirche der Einheit – wie zuletzt am Weltjugendtag in Madrid erlebt – interessiert ist als an einer Initiative „Pfarrer reparieren die Kirche“?
Fragen, die nur ein Konzil klären kann
- Müssen derart weitreichende Anliegen wie das Frauenpriestertum nicht aus dem Glauben und dem Gebet heraus motiviert sein, anstatt auf grundsätzliche gesellschaftliche Anliegen (d.h. aus dem Gleichheitsgrundsatz abgeleitete Frauenpriester) zurückgeführt zu werden?
- Wie kann man davon ausgehen, dass Anliegen wie das Frauenpriestertum von Pfarrern einfach so – ohne weitere theologische Begründungen – auf ernstzunehmende Weise gefordert werden können?
Eine katholische Kirche ohne Eucharistie ist „wie ein Fahrzeug ohne Kraftstoff“
- Wie verträgt sich die eucharistische Ausrichtung der katholischen Kirche mit dem „Anliegen aus der Not des Priestermangels“, in Zukunft vermehrt Wortgottesdienste (also Gottesdienste ohne Eucharistiefeier) ohne Priester und mit Laienpredigern anzubieten?
Die Pfarrer-Initiative spricht von einem „nicht aufschnürbaren Forderungspaket“
- Warum formuliert der Vorstand immer wieder neue Anliegen (wie z.B. die Wahl der Bischöfe durch das Kirchenvolk), wo doch ein klar eingegrenztes 7-Punkte Programm der Pfarrer-Initiative vorgelegt wurde? Und wie sehr kann eine Pfarrer-Initiative, die im Vorfeld eines Verhandlungstermins täglich mit ihren eigenen Anliegen in die Medien geht, an Gesprächsergebnissen mit der Kirchenführung interessiert sein?
Die Vermehrung des Glaubens als Ursache für Reformen
- Wenn Kirchenreformen darin zu begründen sind, den Menschen den Glauben noch näher zu bringen: Warum fragt dann niemand, was die vorgeschlagenen „liberalen Reformen“ eigentlich am Glauben des Volkes verbessern?
Es wäre sehr wünschenswert, wenn diese Fragen von einem seriösen Medium wie dem ORF gestellt würden, denn viele an der Kirche interessierte Menschen erwarten Antworten…
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Ehrhardt
(Ehrenamtlicher Mitarbeiter der Pfarre St.Othmar, Mödling)
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