Zeit zu beten – Dialog durch Gebete

Beten, katholische Gebete, christliche Spiritualität, Online Gebetskreis, Jesus Christus, Gottesmutter Maria

PFINGSTEN


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Pfingsten – 5.000 Jugendliche feiern in Salzburg (Loretto)

Es ist eines der größten katholischen deutschsprachigen Jugendtreffen.

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An die 5.000 Jugendliche feiern von 17. bis 20. Mai in Salzburg das große Pfingsttreffen der Loretto-Gemeinschaft. Das viertägige “Fest der Jugend” ist eines der größten katholischen Jugendtreffen und geht heuer bereits zum 14. Mal über die Bühne. Unter dem Motto “Neues Feuer braucht das Land” wird bis Pfingstmontag im und rund um den Salzburger Dom ein vielfältiges spirituelles Programm geboten. Salzburgs Erzbischof Alois Kothgasser wird ebenso am Treffen teilnehmen wie Jugendbischof Stephan Turnovszky und Pete Greig, Gründer der internationalen konfessionsüberschreitenden Gebetsbewegung “24-7 Prayer”.

Gestartet wird das “Fest der Jugend” am 17. Mai um 19.45 Uhr mit einem Lobpreis im Salzburger Dom und einem Musical. Wie auch an den kommenden Tagen endet der Freitag mit einer Nachtanbetung in der Kirche St. Blasius, wo die Loretto-Gemeinschaft in Salzburg ihr geistliches Zentrum hat.

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Am Samstag stehen am Vormittag und Nachmittag Katechesen mit Pete Greig und Jugendbischof Turnovszky sowie Workshops auf dem Programm. Ab 20 Uhr laden die Organisatoren zu einem “Abend der Barmherzigkeit” im Salzburger Dom ein. Geistlicher Höhepunkt ist das Pfingsthochamt am Sonntag mit Erzbischof Alois Kothgasser um 10 Uhr im Dom. Am Nachmittag wird Maria Prean von “Vision für Afrika” eine Katechese halten. Den geistlichen Abschluss findet das Treffen in einer Messe am Pfingstmontag um 11 Uhr, bei der Weihbischof Andreas Laun Jugendlichen die Firmung spenden wird. Infos: loretto.at

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Siehe auch >>> Kirche, junge Gemeinschaften und Eucharistische Anbetung

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Vatikan


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Bravo, Papa Franziskus – „starkes Signal“ für die Kirche in Österreich

Noch letzte Woche waren Giovanni und ich der Meinung, dass die anstehenden österreichischen Bischofsernennungen schon sehr lange auf sich warten lassen, andererseits nicht ganz oben auf der Prioritätenliste von Papst Franziskus stünden. Aber wie kürzlich bekannt wurde, hat Papst Franziskus den bisherigen Diözesanadministrator Benno Elbs zum vierten Bischof der Diözese Feldkirch ernannt.

Bischof Benno Elbs Vbg 2013

Die Aufnahme des designierten Bischofs ist durchwegs positiv, wie die Presserundschau zeigt:

Teamarbeit und Leitlinien (kathweb.at)

Der neue Bischof von Feldkirch, Benno Elbs, versteht sich als “Teamplayer” und möchte künftig verstärkt auch Laien in die Verantwortung miteinbeziehen. Eine Erneuerung der Kirche könne schließlich nicht allein vom Bischof erwartet werden, “die wird von unten kommen”, zitierte die Tageszeitung “Der Standard” (Freitag) den designierten Bischof. Die Diözese hatte am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz die Ernennung des bisherigen Diözesanadministrators zum neuen Feldkircher Bischof durch Papst Franziskus offiziell bestätigt. Einen Termin für die Bischofsweihe gibt es noch nicht.

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FUER DIE KIRCHEN


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Respektlosigkeit vor Religion – Überlegungen zum Volksbegehren gegen “Kirchenprivilegien”

Wie in den drei vorangehenden Artikeln steht in Österreich ein Volksbegehren mit dem mediengerechten Titel “Gegen Kirchenprivilegien” ins Haus.

PRO RELIGION banner b252

Im Vorfeld des Volksbegehrens soll heute zum dritten und letzten Mal auf diese Initiative eingegangen werden. Anlaß sind Leitartikel, die auf der Seite PRO Religion erschienen sind. Nicht weniger als 19 in Österreich anerkannte Religionsgesellschaften beteiligen sich am Projekt PRO Religion:

  • Altkatholische Kirche Österreichs
  • Armenisch-apostolische Kirche in Österreich
  • Bulgarisch-orthodoxe Kirchengemeinschaft zum Hl. Iwan Rilski
  • Evangelische Kirche
  • Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich (EmK)
  • Griechisch-orientalische Kirchengemeinschaft zur Hl. Dreifaltigkeit
  • Griechisch-orientalische Kirchengemeinschaft zum Hl. Georg
  • Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich
  • Israelitische Religionsgesellschaft
  • Jehovas Zeugen in Österreich
  • Katholische Kirche
  • Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen)
  • Koptisch-orthodoxe Kirche in Österreich
  • Neuapostolische Kirche in Österreich
  • Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft
  • Rumänisch-griechisch-orientalische Kirchengemeinschaft zur Hl. Auferstehung
  • Russisch-orthodoxe Kirchengemeinde zum Hl. Nikolaus
  • Serbisch-griechisch-orientalische Kirchengemeinschaft zum Hl. Sava
  • Syrisch-orthodoxe Kirche in Österreich

Die folgenden ausschnittsweise wiedergegebenen Beiträge stammen von Kardinal Christoph Schönborn, dem evangelischen Theologe Ulrich Körtner, und der österreichischen Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Claudia Schmied.

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Neuer Atheismus beantwortet Frage nach Verhältnis
von Religion und Staat zu simpel

Für Körtner geben die neuen Atheisten nicht nur “unterkomplexe Antworten” auf die entscheidende Frage in der Debatte über Religion im öffentlichen Raum, nämlich wie viel Religion die modernen Gesellschaften und säkularen Staaten vertragen würden. Sie seien in ihren Antworten auch “freiheitsgefährdend”, weil sie mit der gezielten Parole “Kein Respekt für Religion” das Menschenrecht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit infrage stellen bzw. unterminieren würden, so der evangelische Theologe und Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien.

Bewusste Respektlosigkeit vor Religion

Kennzeichen des neuen Atheismus sei nicht bloß, den Glauben an Gott für falsch zu erachten; neue Atheisten würden vielmehr ganz bewusst auch den Respekt vor Religionen und Glaubensgemeinschaften ablehnen und keine Rücksicht auf religiöse Gefühle nehmen, was an strategischen Gründen einer erstrebten Aufmerksamkeitssteigerung liege. Weiterlesen →

FUER DIE KIRCHEN


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Konkordat ist zeitgemäß – Überlegungen zum Volksbegehren gegen “Kirchenprivilegien”

Es ist an der Zeit, sachliche Antworten auf sachliche Fragen zu geben: In Österreich steht ein Volksbegehren mit dem mediengerechten Titel “Gegen Kirchenprivilegien” ins Haus.

Kirchenprivilegien

Da von Seiten der Initiatoren des Begehrens viele Fragen aufgeworfen werden, nach dem Motto “Kirche hat ausgedient, Kirche kostet nur mehr viel Geld, Kirche bringt einfach nichts mehr“, gibt es verschiedene Initiativen der Erzdiözese, um diese Fragen zu beantworten.

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Heute beschäftigen wir uns mit der Frage, wie zeitgemäß das Konkordatsrecht in Österreich ist, und inwieweit von Privilegien gesprochen werden kann. Dazu hat der Religionsrechtsexperte Univ. Prof. Dr. Richard Potz, Universität Wien, auf PRO Religion folgenden Artikel verfasst.

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Überlegungen zum “Kirchenprivilegien”-Volksbegehren

In Österreich – wie auch in den meisten europäischen Staaten – besteht derzeit das System einer institutionellen Trennung von Staat und Kirche. Ein wesentliches Kriterium dieses Systems ist, dass auf Grund dieser Entflechtung die Kirchen vor der Einmischung des Staates ebenso sicher ist wie der Staat vor religiöser Bevormundung. Religion soll damit jedoch nicht generell ausgegrenzt und in das Private abgedrängt, sondern der entsprechende rechtliche Rahmen für die Kooperation mit den Religionsgemeinschaften als zivilgesellschaftlichen Akteuren bereitgestellt werden. Man spricht daher in Europa überwiegend von einer kooperierenden Trennung, die von einer laizistischen Trennung unterschieden wird.

Wir sind gegenwärtig im Bereich des Komplexes Kirche – Staat – Gesellschaft zweifellos mit einer Mehrzahl von Entwicklungen konfrontiert, die einander manchmal zu widersprechen, manchmal zu ergänzen scheinen. Säkularisierungsprozesse sind auf solche Weise vielfach mit migrationsbedingter religiöser Pluralisierung, mit neuen Formen der Verkirchlichung und zunehmender Präsenz von Religion in Politik und Öffentlichkeit verbunden.

Vor diesem Hintergrund sind auch die aktuellen Entwicklungen des Verhältnisses von Staat und Kirche zu sehen. Trotz einer historisch gewachsenen Vielfalt in Europa wird zunehmend von einem gemein-europäischen Modell gesprochen. Dieses besteht darin, dass den Religionsgemeinschaften für ihr Wirken ein spezifischer Rechtsstatus zur Verfügung gestellt wird. Dabei schließen immer mehr Staaten Konkordate bzw. nach deutschem Vorbild Verträge mit Kirchen und Religionsgemeinschaften, bei denen das Konkordatsrecht als Muster dient.

Konkordate sind zeitgemäß

Österreich kennt zwar ebenfalls Konkordatsrecht, es fehlt derzeit jedoch für ein „Kirchenvertragsrecht“ mit anderen Religionsgemeinschaften die verfassungsrechtliche Grundlage. Weiterlesen →

FUER DIE KIRCHEN


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Kirche in der Gesellschaft – “Was bringt Kirche”

Es ist an der Zeit, sachliche Antworten auf sachliche Fragen zu geben: In Österreich steht ein Volksbegehren mit dem etwas reisserischen Titel “Gegen Kirchenprivilegien” ins Haus.

Kirchenprivilegien

Da von Seiten der Initiatoren des Begehrens viele Fragen aufgeworfen werden, nach dem Motto “Kirche hat ausgedient, Kirche kostet nur mehr viel Geld, Kirche bringt einfach nichts mehr“, gibt es verschiedene Initiativen der Erzdiözese, um diese Fragen zu beantworten.

Heute beschäftigen wir uns mit einem Flyer, der in hoher Auflage in den Pfarren verteilt wurde. Der nicht nur positiv aufgenommene Titel der Broschüre lautet “Was bringt Kirche – auch denen, die nicht dabei sind“: Die Headline ist am besten im Zusammenhang mit dem Vorwurf “Kirche hat in der Vergangenheit ihre Bedeutung gehabt, bringt aber heute nichts mehr” zu verstehen.

Kirche in Zahlen - Was bringt Kirche

Kirche in Zahlen - Gesellschaft

Kirche in Zahlen - Kirchliche Statistik

Kirche in Zahlen - Gemeinschaft

Kirche in Zahlen - Bildung

Kirche in Zahlen - Kardinal

In der Blogozese haben sich kritische Stimmen zum Vorgehen der Wiener Erzdiözese gemeldet, zum Beispiel meint Johannes “Verstehe ich nicht” zu dieser Kampagne und schreibt im Kommentarbereich: “Ich bin mir gar nicht sicher, dass Johannes von Gott das Krankenwesen reformiert hat, um gesellschaftlich etwas zu bringen. Er hat den Kranken Linderung und allen sonst Christus gebracht, klar.”

Einverstanden. Aber heißt das, dass ich als Katholik in einer zunehmend säkularen Gesellschaft nicht darauf verweisen darf, dass dieses aus dem Glauben hervorgehende gute Werk (z.B. im Krankenwesen) auch einen gesellschaftlichen Nutzen hat? Darf ich das dann nicht sagen, wenn es um ein Volksbegehren geht, dass theoretisch dazu führen kann, dass eine säkulare Gruppe falsch behauptete Ansprüche mit dem Resultat durchsetzt, dass christliche Bildungs- und Krankeneinrichtungen zurückgedrängt oder gar aufgelöst werden?

Kritiker meinen nun, dass diese Initiative der Erzdözese die katholische Kirche nur unter materiellen Gesichtspunkten darstellen will: “Das sei eine zweifelhafte Strategie”, heißt es da und dort. “Ich [sehe es so], dass ich weder meine Religion, noch die Kirche unter dem Gesichtspunkt zu bewerten bereit bin, was sie mir oder der Gesellschaft bringen.” (Johannes) Ja, Johannes, es steht doch außer Frage, dass überzeugte Katholiken eine andere Definition von Kirche kennen und bevorzugen.

Aber man muss sich nun einmal dem Faktum stellen, dass atheistische Gruppierungen im Materialismus zu Hause sind, und daher nur auf der materialistischen Ebene ansprechbar sind. Des weiteren handelt es sich hier um ein politisches Begehren, und auch in der Politik wird in erster Linie die Sprache des Materialismus gesprochen. Natürlich wäre es wünschenswert, dass allein das Ansprechen der Verehrungswürdigkeit Gottes gesellschaftliche Umwandlungen erzeugt. Aber will mir jemand erzählen, dass die philosophisch-theologische Ansprache von Papst Benedikt XVI. im deutschen Bundestag auch nur irgendeine politisch-gesellschaftliche Änderung bewirkt hätte?

Für meinen Teil falle ich meiner Diözese, die sich sachliche Antworten auf sachliche Angriffe hat einfallen lassen, nicht in den Rücken. Dies auch im Wissen, dass “das Bewusstsein für die Verehrungswürdigkeit Gottes, ein Empfinden des Dankes für Christi erlösendes Opfer, oder ein Empfinden für die Verehrung von Christi Mutter” (Johannes) keine Antworten auf das Begehren mit einer ellenlangen Auflistung von Steuergesetzen und Verordnungen darstellen.

Das Bewusstsein für die Verehrungswürdigkeit Gottes, der Dank für Christi erlösendes Opfer, und die Verehrung der Mutter Jesu Christi wird jeden Tag, angefangen vom Wiener Erzbischof über alle Pfarren bis hin zum kleinen Stefan Ehrhardt, in die Öffentlichkeit getragen, und kein Mensch käme auf die Idee, dass unsere Diözese nur die materiellen Aspekte der Kirche  in die Gesellschaft hinaustragen würde.

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In dieser Auseinandersetzung zwischen offizieller Kirche und den atheistischen Betreibern eines Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien – wie übrigens in jedem Diskurs mit Atheisten – gilt es eine Doppelstrategie zu fahren:

1) Sachlichkeit

Sachlichkeit beeindruckt am meisten.Was PRO RELIGION und Was KIRCHE bringt  an sachlichen Informationen erarbeitet haben und auflisten, ist bemerkenswert und hilfreich. Mehr dazu in den nächsten Tagen.

2) Aufruf zu Respekt und Toleranz

Von Seiten atheistischer Diskutanten gibt es in Gesprächen häufig respektlose Unterstellungen und Angriffe. “Gott? Da kann ich genauso an die fliegende Teekanne glauben”, “Wie rückständig müssen Christen eigentlich sein, dass sie die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie nicht akzeptieren wollen”, “Wie unmenschlich ist denn eine Religion, die Kreuzzüge und Hexenverbrennungen veranstaltet hat”, etc. Daher bin ich der Meinung, dass wir Gläubige in jedem Gespräch mit Atheisten “gebetsmühlenartig” wiederholen sollten:

Eine Bewegung, deren umtriebiger Meinungsführer (Richard Dawkins) die Unmöglichkeit des Beweises der Nicht-Existenz Gottes selber schriftlich festgehalten hat, täte gut daran, etwas leiser zu treten: Der aggressiv geführte Kampf gegen Religionen offenbart einen groben Mangel an Toleranz von Menschen, die lautstark von anderen einfordern, Toleranz zu üben.

Schließlich sollte eine Bewegung, die an Gott auf schlüssige Weise nicht vorbeikommt und bestenfalls auf vorläufige Hypothesen zur Entstehung des Universums verweisen kann, sich ganz einfach angemessen und respektvoll gegenüber religiösen Menschen verhalten, die in Sachen Schöpfung ihre eigene Quelle, Tradition und Ethik verfolgen.

Und dann kommen wir ganz von selbst zu dem Punkt, wo wir Respekt für die Verehrungswürdigkeit Gottes, Respekt vor dem Dank für Christi erlösendes Opfer, und Respekt für die Verehrung der Mutter Jesu Christi einfordern.

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dbeatles

Kirche und Gesellschaft


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Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien: Das Märchen der 3,8 Milliarden

Dem Bloggerkollegen Alipius bin ich dankbar, dass er gewissermaßen einen “nachösterlichen Startschuss” gegeben hat, sich mit dem österreichischen “Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien” zu beschäftigen.

Warum sich gerade die renommierten heimischen Naturwissenschaftler durch einen besonders ausgeprägten “Schildbürgergeist” auszeichnen müssen, ist mir nicht verständlich. Den unrühmlichen Anfang machte die Molekularbiologin Renée Schroeder mit ihrem live im ORF ausgestrahlten Sonntagabendsager zum Christusglauben:

“Quatsch, Quatsch, und nochmals Quatsch!”

Daran schließt sich der Physiker Heinz Oberhummer an, der gleich zweifach auffällig wird. Zunächst betreibt er seit einigen Jahren die Plattform:

“Religion ist Privatsache”

Ein österreichischer und europäischer Staatsbürger stellt damit unter Beweis, vom Grundrecht der Religionsfreiheit noch nie etwas gehört zu haben, oder es einfach zu ignorieren. Religion ist frei und vor allem öffentlich ausübbar und kann a priori keine Privatsache sein. Selbstredend ist seine Initiative erfolglos.

In einem Interview mit den Salzburger Nachrichten fasst Oberhummer die hinlänglich bekannte Hitparade der Anti-Privilegienfront zusammen:

„Die Kirche bekommt mit 3,8 Mrd. Euro pro Jahr das meiste Geld vom Staat. Sie muss weder Gesellschaftssteuer noch Grundsteuer zahlen und darf die staatliche Infrastruktur, die Schulen, für ihren Religionsunterricht nutzen. Dafür müssen wir alle bezahlen, obwohl ein Viertel der Bevölkerung bereits konfessionslos ist.“

Wie ideologisch motiviert diese Hitparade ist, lässt sich einfach belegen. Da gibt es z.B. den ÖsterreichischenRechnungshof, das anerkannte Kontrollorgan im Rechtsstaat Österreich, wenn es um Organisationsreformen, Einsparungsmöglichkeiten und Unrechtmäßigkeiten (organisatorisch bzw. finanziell)  geht. Kommen wir also auf die zitierten 3,8 Milliarden und die angebliche Kirchensubventionierung von 2 Milliarden Euro zurück.

Der ehemalige und langjährige Präsident des Rechnungshofes, Franz Fiedler, hat sich vor kurzem dazu geäußert:

“Die Subventionen des Staates an die Kirchen liegen weit unter 2 Milliarden Euro jährlich. So erhält beispielweise die katholische Kirche als grösste Religionsgemeinschft nur 40 Millionen Euro jährlich – als Ausgleich für den von den Nationalsozialisten vereinnahmten Religionsfonds.”

Wenn ich mich als aufgeklärter Mensch nun entscheiden muss, wem ich mehr vertraue: Einem anerkannten Rechnungshofexperten auf der einen Seite, oder Herrn Oberhummer und dem Initiator des Begehrens namens Niko Alm andererseits, dann fällt mir diese Entscheidung nicht sehr schwer. Noch Fragen?

Weitere Beiträge zu den Themen Konkordat, Leistungen der Kirche in der Zivilgesellschaft, und Respektlosigkeit gegenüber Religionen folgen in den nächsten Tagen

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Folgendes >>>Banner
(grafisch offensichtlich an der Anti-Privilegienkampagne orientiert)

finde ich ansprechend:
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PRO Kirchen

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dbeatles

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Osterlachen – da capo

Das schönste Osterlachen durfte ich vor einigen Jahren auf der Kinderalm (eine Autostunde von Salzburg entfernt) bei den kleinen Schwestern von Bethlehem erleben. Als Teil einer langen, wunderschönen, mit großer Ehrfurcht gestalteten und zelebrierten Liturgie: Schwestern, die lachen, sich umarmen, die ganze Freude herauslassen, dass der Herr erstanden ist – halleluja!

Bethlehemschwestern

Oft wird dieses Lachen doch ein klein wenig profaner erlebt, aber immer spiegelt es die große Freude über die Auferstehung wider. Drei Gedanken möchte ich heute weitergeben, beginnend mit dem weltlichsten, in einer kleinen Steigerung bis zum heiligsten Lachen.

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Wiener Kaffee

An einem Ostermontag sitzen zwei Herren in einem Wiener Café. Der eine rührt andächtig in seiner Mélange und sagt: „Na, habt’s schön mit der Familie gefeiert, am Ostersonntag?“ Sein Freund schiebt ein ansehnliches Stück Apfelstrudel genüsslich von einer Backe zur anderen: „Ja, war schön. War ein langer und unterhaltsamer Brunch…  Apropos, weißt du eigentlich, warum Jesus so rasch auferstanden ist?“ – „Ja sicher, weil es Gottes Wille war!“ – „Unsinn, die Frauen, die Jesus gefolgt sind, hätten sowieso keine Ruhe gegeben!“

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Szenenwechsel, ein Außenbezirk von Wien, Mittagszeit.

Zwei diskutieren

Ein Lehrer und ein Jugendseelsorger stehen zusammen und debattieren angeregt. „Jesus ist auferstanden, weil es schon die Alte Schrift prophezeit hat!“, meint der Lehrer. Der Seelsorger fragt nach: „Ah ja, und dazu passt dann noch die Schlussfolgerung, dass die guten Taten der Gläubigen und Propheten das  Leben, Leiden, und vor allem die Auferstehung ausgelöst haben?“ – Ja, so kann man sich das vorstellen, so wurde Gottes Erbarmen erwirkt.“ – „Nein“, kontert der junge Seelsorger, „Es ist genau umgekehrt: Nicht weil die Menschen Gutes tun, ist Christus auferstanden. Jesus ist auferstanden, damit wir Gutes tun, damit wir uns in aller Freiheit für das Gute entscheiden!“

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Es ist Abend geworden, leichter Nieselregen,
der die U-Bahnfahrer nicht weiter stört.

Glaube vs Zukunftsvorsorge

U-Bahn Station Stephansplatz, der Zug Richtung Hauptbahnhof will einfach nicht kommen.  Eine nervöse Frau mit Rucksack, in der Hand ihr Smartphone, betrachtet das Plakat einer Versicherungsanstalt: ‚Pension & Garantie = Zukunft‘ Halblaut redet sie vor sich hin: „Wenn das mit den Banken so weiter geht, dann ist das Geld weg, bevor‘s noch eingezahlt ist!“ Ein junger Mann ganz in Schwarz, nur ein weißes Kollar blitzt hervor, lächelt und sagt: „Als katholischer Christ kann ich da viel entspannter sein!“ – Darauf sie: „So gut geht’s der Vatikanbank auch wieder nicht!“ – Der Mann in Schwarz lächelt wieder:  „Das ist nicht der Punkt: Als Christ heißt meine Zukunft ….Auferstehung!“

Jesus ist auferstanden, wahrhaft auferstanden, halleluja!

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Die Pointen aus den letzten beiden Szenen stammen aus Predigten des von mir (und natürlich vielen anderen) sehr geschätzten Pfarrers Dr. Gerhard Viehhauser, Salzburg.

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Kirche und Gesellschaft


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Verhüllungsaktion der katholischen Kirche

Fasten Verhüllungsaktion

Die katholische Kirche Österreichs macht in der Fastenzeit mit einer Verhüllungsaktion auf Glaubenssymbole im öffentlichen Raum aufmerksam. Im Rahmen der “Aktion Glaube” werden von Aschermittwoch bis Ostern Glaubenssymbole im ganzen Land mit leuchtend gelben und violetten Stoffbahnen verhüllt. Über 500 Pfarren, Ordensgemeinschaften und kirchlichen Einrichtungen beteiligen sich an der Aktion, die einen Höhepunkt im “Jahr des Glaubens” in Österreich darstellt.

Die österreichischen Bischöfe werten die Aktion als wichtiges Signal der bleibenden Relevanz von Religion in der Öffentlichkeit und damit als Signal gegen eine weitere Privatisierung von Religion. Für Kardinal Christoph Schönborn bedeutet dies eine “wunderbare Gelegenheit, den Schatz des Glaubens neu zu entdecken”.

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artikel Apostelgeschichte2010


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“Jahrhundert-Reform” – Erzdiözese Wien baut Pfarrstrukturen um

Die Worte des kürzlich verstorbenen Kardinal Martini klingen noch im Ohr: “Die Kirche ist 200 Jahre zurückgeblieben” und sei müde, stellte Kardinal Carlo Maria Martini in seinem letzten Interview für die Tageszeitung “Corriere della Sera” fest. Dieser Tage präsentierte Kardinal Christoph Schönborn eine Reform, die er als die umfassendste der letzten 200 Jahre ansieht.

Größte Reform seit über 200 Jahren

Es ist der “größte Umbau in der Erzdiözese Wien seit Joseph II.”, so Kardinal Christoph Schönborn am vergangenen Mittwoch über geplante Neuerungen in der Erzdiözese Wien. Im Rahmen des alljährlichen Medienempfangs wurden die offiziellen Leitlinien dieser Reform, die bis 2022 abgeschlossen sein soll, präsentiert.

Was sich heute schon sagen lässt: Bestehende Pfarren sollen aufgelöst und zu größeren Pfarren mit kleineren Filialgemeinden zusammengeschlossen werden. Statt bisher einem Priester für drei Pfarrgemeinden sollen künftig drei bis fünf Priester für eine Pfarre – freilich mit mehreren Filialgemeinden – zuständig sein. So könnte im Laufe der nächsten 10 Jahre die Zahl von 660 Pfarren auf ein Drittel reduziert werden.

Dem aktuellen Reformbeschluss ging ein langer Diskussionsprozess in der Erzdiözese Wien mit drei Diözesanversammlungen und Beratungen in verschiedenen Gremien voraus. Im vergangenen Juni fand ein “Tag der Räte” statt, bei dem rund 250 Personen aus diversen Beratungsgremien der Erzdiözese Wien die Grundlinien der geplanten Diözesanreform diskutierten.

Die Ergebnisse dieser Diskussion wurden über den Sommer nochmals überarbeitet. Die Letztfassung der vorgestellten Maßnahmen wurden dann vor kurzem vor der Steuerungsgruppe des diözesanen Reformprozesses, bestehend aus Kardinal Schönborn, den Mitgliedern des Bischofsrates und dem Team des Prozesses “Apostelgeschichte 2010″, erstellt.

Kirchliche Reformen im europäischen Kontext

Aber auch der Blick über die Kirche im deutschsprachigen Raum hinaus zeige ein ähnliches Bild, sagte die Pastoralamtsleiterin. Für Aufsehen habe etwa die schon um die Jahrtausendwende gestartete Initiative der französischen Erzdiözese Poitiers gesorgt, wo Teams von ehrenamtlichen Mitarbeitern heute mehr als 320 kleine Gemeinden vor Ort leiten.

Die angegangenen Reformschritte seien auch kein katholisches Spezifikum, erläuterte die Prüller-Jagenteufel. Sie verwies u.a. auf die Schwedisch-lutherische Kirche. Diese sei in ähnlichen kleinräumigen Strukturen verfasst wie die katholische Kirche in Österreich und gehe nun einen ähnlichen Weg.

Kritik am Reformprozess

Der Stellenwert der Eucharistiefeier als zentraler katholischer Glaubensausdruck macht dem Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner im Blick auf die Wiener Diözesanreform Sorgen.

Wenn die Gläubigen lange Strecken zurücklegen müssten, um von ihren Filialgemeinden zur Sonntagsmesse in die Pfarrkirche zu gelangen, könnte das letztlich “zu einer Entwöhnung der Gläubigen von der Eucharistie führen”, so Zulehner in der Tageszeitung “Die Presse” (Freitag). Statt einer “Zentralisierung der Eucharistie” sollte diese nach Ansicht des emeritierten Theologen dort stattfinden, “wo die Leute als gläubige Gemeinde zusammenleben.”

Auch seelsorgerisch könne die Strukturreform unerwünschte Folgen haben: Wenn sich die Kirche von der Basis entferne, bekämen die Gläubigen das Gefühl, von der Kirche im Stich gelassen zu werden. Es gelte daran arbeiten, ein starkes Gemeinschaftsbewusstsein zu erwirken, empfahl Zulehner.

Helmut Schüller kündigte in der “Presse” als Sprecher der Pfarrer-Initiative “Einspruch” gegen die geplante Strukturreform an. “Auf den Rückzug vieler selbst mit einem Rückzug zu antworten, ist kein guter Weg. Wir ziehen uns zurück, statt vor Ort stark zu werden”, bedauerte Schüller. Seine Befürchtung: “In einer Kirche der geografischen Großräume werden sich viele verlaufen, viele Kontakte werden verloren gehen, vieles an Nähe und Präsenz wird verloren gehen.”

Wir sind Kirche“ sowie die Laieninitiative hoffen auf mehr Mitsprache und Verantwortung von Laien.Dennoch werden seitens der Laieninitiative Pfarrzusammenlegungen kritisiert. Die Kirche beweise damit, dass sie nicht fähig sei, Probleme wie Priestermangel und Katholikenschwund anders zu lösen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Laieninitiative, Pawlowsky.

Zu den Kritikpunkten Schüllers und Zulehners sowie der Laieninitiativen ist anzumerken, dass sie allesamt keine umsetzbaren Alternativvorschläge zu bieten haben. Das bloße Beharren auf Wunschvorstellungen (wie verheiratete Priester und Frauenordination) zeigt mangelndes Realitäts- und Verantwortungsbewusstsein der Kritiker. Und beim genaueren Lesen der neuen Leitlinien (siehe Anhang) wird deutlich, dass die verbleibenden Kritikpunkte ohnehin in den Reformvorschlägen integriert sind, wie z.B. die Förderung kleinräumiger Gemeinschaften in den neuen Pfarren.

Neues Miteinander von Priestern und Laien

Er sei sich bewusst, so der Kardinal, dass mit dieser Reform ein weitreichender Perspektivenwandel einhergehe: “Wir müssen uns lösen von dem hergebrachten Bild, dass Kirche nur dort ist, wo ein Priester ist.” Das “gemeinsame Priestertum aller Getauften” rücke damit stärker in den Mittelpunkt. Schönborn: “Träger der Mission der Kirche und damit auch der pfarrlichen Seelsorge und des Apostolats sind alle Getauften und Gefirmten.” Es gehe um ein neues “Miteinander von Priestern und Laien auf Basis ihrer gemeinsamen Berufung zum Christsein.

In der Sendung „Orientierung“  (ORF 1 am 23.09.) äußerte sich einer der betroffenen Pfarrer, Franz Herz (Pfarre St. Anton von Padua, Wien), zu den Auswirkungen aus Sicht der Pfarrer:

„Während früher die Gemeindemitglieder dem Pfarrer geholfen haben, pfarrliche Aufgaben umzusetzen, werden es in den neuen größeren Pfarrverbänden nun die Priester und der Pfarrer sein, die den Ehrenamtlichen und der Gemeinde helfen, Aufgaben umzusetzen. Das Hilfeverhältnis wird umgekehrt, mancher Pfarrer könnte sich in seiner sozialen Stellung etwas gemindert sehen. In jedem Fall ist es eine Herausforderung!“

Zu sehen sind auch neue Chancen aus der Zusammenarbeit von 3 bis 5 Priestern (darunter 1 verantwortlicher Pfarrer), die nicht mehr nur überarbeitet und einsam ihren Dienst und ihre Freizeit leben, sondern sich in der Teamarbeit stärken und bewähren. Durch diese Reform sollen in Zukunft mehr Ressourcen für die Seelsorge zur Verfügung stehen.

Für die Gemeinden – also jeden einzelnen von uns – bieten sich ebenfalls neue Chancen. Es geht dabei nicht um eine Selbstverwirklichung einer größeren Zahl von Gemeindemitgliedern, sondern um ein vermehrtes und vor allem dienendes Einbringen von Charismen (Talenten und Fähigkeiten), die im Rahmen konkreter Pfarraufgaben zum Einsatz kommen sollen.

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ANHANG:

Leitlinien für den diözesanen Entwicklungsprozess Apg 2.1

 „Du, Herr, führst mich hinaus ins Weite. Du machst meine Finsternis hell.“ (Antiphon zum Psalm 18)

1. Eine Kirche, die sich in all ihren Einheiten auf Mission und Nachfolge Jesu ausrichtet, darf sich nicht selbst genügen. Sie soll sich im Dienst des Apostolats für alle Menschen verstehen. Dies gilt für die Pfarren ebenso wie für alle anderen kirchlichen Einrichtungen und Organisationsformen. Auch die ortsgebundene Gemeinde muss darauf ausgerichtet sein und durch gegenseitige Unterstützung und Ermutigung in der Nachfolge Jesu leben. An dieser Stelle kommt das gemeinsame Priestertum zum Tragen: Träger der Mission der Kirche und damit auch der pfarrlichen Seelsorge und des Apostolats sind alle Getauften und Gefirmten.

Diese Perspektive eröffnet einen vom Herkömmlichen vielfach radikal unterschiedlichen Blick auf die Aufgaben und die optimale Verfassung der Kirche vor Ort: Pfarre, Pfarrer, Gemeindeleben,  Gemeindeleitung,…

Die sich daraus ergebenden Konsequenzen sind nicht bloß eine Nachjustierung des Bestehenden, sondern vielfach ein echter Neubeginn. Dieser Neubeginn spielt sich nicht unabhängig von Raum und Zeit ab, sondern will Kirche in ihren wesentlichen Vollzügen in die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts stellen.

Die Pfarre als wichtige Einheit gemeinsamen christlichen Lebens muss zu den Menschen des 21. Jahrhunderts passen. Diese leben in Weite, Offenheit, Flexibilität, Mobilität, Vernetzung, Vielfalt und Verschiedenheit sowie in großer Freiheit und in komplexen Beziehungen und Bindungen.

Der Gefahr von immer kleiner und dabei uniformer werdenden Pfarren ist entsprechend strukturell zu begegnen, um möglichst vielen Menschen die Chance zu aktivem und selbstverantwortetem Einsatz zu geben. Die konkrete Sozialgestalt von Kirche muss sich einem ständigen Wandel unterziehen, um den Menschen von heute zu begegnen und dem Anspruch des Evangeliums gerecht zu werden.

Viele haben das Bedürfnis nach Heimat und Geborgenheit in überschaubarer Gemeinschaft. Auch darauf muss die kirchliche Struktur Bedacht nehmen und beste Voraussetzungen schaffen für das Entstehen, Wachsen und Bestehen von Gemeinden vor Ort, die durchaus auch kleinräumiger sein können als viele heutige Pfarrgemeinden.

Kirche ist Gemeinschaft, auch in der Sorge und Verantwortung füreinander. Daher soll auch der Dienst der Leitung in Gemeinschaft wahrgenommen werden, gerade auch im Miteinander von Priestern und Laien auf Basis ihrer gemeinsamen Berufung zum Christsein.

Und schließlich muss eine missionarische Kirche ihre Kräfte klug und verantwortlich einsetzen. Viele der kirchlichen Ressourcen stehen nur begrenzt zur Verfügung: nicht nur die Möglichkeiten des Einsatzes von Priestern, sondern ebenso die Zeit und das Engagement aller Getauften und Gefirmten.

Dazu kommt, dass die finanziellen Mittel knapper werden und damit weniger Bauten erhalten werden können. Verantwortlicher Einsatz heißt in personalen Fragen auch, von Jesus zu lernen, der seine Jünger gemeinsam auf den Weg schickt.

2. All diese Voraussetzungen haben die Mitglieder der Steuerungsgruppe in großer Klarheit und Einmütigkeit zu einem Zielbild im Bereich der territorialen Organisation kommen lassen:

Viele örtliche von Laien geleitete Filialgemeinden bilden gemeinsam eine neue Pfarre, die von Priestern und Laien gemeinschaftlich unter der Letztverantwortung eines Pfarrers geleitet wird. Das Zusammenwirken der Charismen – der einzelnen Persönlichkeiten, aber etwa auch der Ordensgemeinschaften und Bewegungen – erhöht dabei die Wirksamkeit der Bemühungen jedes Einzelnen.

Pfarrverbände und Seelsorgeräume sind eine wertvolle Übergangsform in neue Pfarren. Dabei gilt weiterhin, dass in diesem Vorgang zwar Pfarren aufgehoben werden, nicht aber Gemeinden. Im Gegenteil:

In weiträumigen Pfarren sollen sich mehr und lebendigere Gemeinden entfalten können, die von den Hauptamtlichen der Pfarre unterstützt werden.

3. Im Einzelnen hat die Steuerungsgruppe daher festgelegt:

• Die Erzdiözese Wien wird eine neue Pfarrstruktur erhalten, in der sich Pfarren durch folgende Charakteristika auszeichnen:

– Mehrere Priester (sinnvollerweise mindestens drei bis fünf) sind aktiv eingesetzt. Einer davon ist als Pfarrer dem Erzbischof letztverantwortlich.

– Die Leitung der Pfarre wird prinzipiell gemeinschaftlich wahrgenommen und zwar von Priestern und Laien. Es gilt partizipative Führung mit klarer Aufgabenzuteilung.

– Die Filialgemeinden werden in Gemeinschaft von Getauften und Gefirmten ehrenamtlich geleitet.

– Im Mittelpunkt steht die gegenseitige Ermutigung zur Jüngerschaft, d.h. zum Leben in der Nachfolge Christi.

– Die Pfarre wird so groß sein, dass der Einsatz von Priestern wie Laien charismenorientiert erfolgen und die gesamte Pastoral stärker missionarisch ausgerichtet werden kann.

– Die Menschen im direkten Dienst der Seelsorge werden von Verwaltungsaufgaben entlastet.

– Möglichst viele Menschen sollen am Sonntag den Pfarrgottesdienst besuchen, es wird aber auch so sein, dass sich in Filialgemeinden Gebetsgemeinschaften um das Wort Gottes versammeln.

• Diese Reform wird zügig umgesetzt. In zehn Jahren sollen mindestens 80 Prozent der neuen Pfarren gebildet sein. Pfarrverbände und Seelsorgeräume stellen in diesem Prozess einen möglichen Übergang zu neuen Pfarren dar, sind aber keine Dauereinrichtung.

• Zur Einbindung der Ordenspfarren in die Struktur der neuen Pfarren werden mit den Ordensleitungen entsprechende Vereinbarungen angestrebt.

• Zum Thema Qualitätssicherung, das in den Beratungen am 22. Juni und in den Rückmeldungen zum dort diskutierten Thesenpapier breiten Raum einnahm, wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, deren Ergebnisse ab 2013 in den diözesanen Entwicklungsprozess einfließen.

Diese Festlegungen und die vielen sich daraus ergebenden offenen Fragen werden in den kommenden Wochen mit den Dechanten, den Priestern und den Räten auf Vikariats- und Diözesanebene besprochen, um Expertise und Konkretisierungsvorschläge bzw. bisher vielleicht nicht berücksichtigte Einwände zu sammeln. Die Steuerungsgruppe arbeitet an nötigen Klärungen weiter.

Alle Vorschläge fließen in die Vorbereitung der Dechantenwoche im Jänner 2013 ein, die über die weiteren Umsetzungsschritte beraten wird.

Der Steuerungsgruppe ist bewusst, dass es sich bei der hier skizzierten Erneuerung um einen großen Schritt handelt, der viel Mut und Einsatzbereitschaft braucht. Sie sieht voll Hoffnung auf die nächsten Monate und Jahre und vertraut auf eine gute, gemeinsam getragene Entwicklung der Kirche in der Erzdiözese Wien im 21. Jahrhundert. Der Erzbischof und seine Mitarbeiter/innen bitten alle – insbesondere auch die Gemeinschaften des kontemplativen Lebens – den Weg unserer Diözese im Gebet gemeinsam zu tragen.

„Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut.“ (Psalm 127)

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artikel P Johannes Paul Chavanne - Diakonweihe - CrossPress


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Große Freude!

Foto: (c)cross-press.net

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Sonntag, 12. August, 9:30 Uhr – Pater Johannes Paul Chavanne
wurde in der Stiftskirche in Heiligenkreuz von Bischof Werner zum Diakon geweiht.

Bei einer Reihe von Gelegenheiten durfte ich Johannes Paul mit seinen reichen Talenten erleben, zuletzt bei den Vorbereitungen zur Medientagung “GOTT IM WEB“, die dankenswerterweise im Stift Heiligenkreuz stattfinden konnte. Auch das Bloggermeeting im Vatikan weckt nur beste Erinnerungen an den Heiligenkreuzer Mönch, der mit zutiefst christlicher Liebenswürdigkeit, viel Organisationstalent und großer Medienprofessionalität beeindruckt.

Auch um die pastoralen und seelsorgerischen Fähigkeiten von P. Johannes Paul mache ich mir keine Sorgen, wenn ich beispielsweise an die Heiligenkreuzer Jugendvigil denke. Und bei der Feier im Anschluß an seine Weihe zum Diakon waren es nicht wir, die wir ihn beschenken konnten, sondern P. Johannes Paul beschenkte uns: Auf die spontane Frage meiner Frage meiner Frau, ob er nach seiner Priesterweihe 2013 an der “Stunde der Barmherzigkeit” (gestaltete eucharistische Anbetung) in unserer benachbarten Pfarre mitwirken könne, gab er ohne jedes Zögern seine Zusage…

Zumindest jetzt wollen wir P. Johannes Paul beschenken – mit unserem Gebet! Auf der FB-Seite von Stift Heiligenkreuz heißt es dazu:

Bitte betet auch für Pater Johannes Paul,
damit er in allem Christus ähnlich wird,
der nicht gekommen ist um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen:

„Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als brauche er etwas:
er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt“
(Apg 17,25).

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Gott schenke dir reichsten Segen, P. Johannes Paul!

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artikel trofaiach bergmesse


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ZDF und ORF einmal anders: Sonntagsgottesdienst in Trofaiach

Die Berichterstattung des ZDF stand zuletzt zu Recht sehr deutlich in der Kritik. Wie ARD, ZDF und ORF (über die Schweizer Verhältnisse weiß ich zu wenig, um eine Einschätzung abzugeben) über Kirche und Glaube berichten, ist oftmals skandalös. Gerade dann tut es gut, die andere Seite der Medaille zu betrachten – denn die gibt es tatsächlich!

So zum Beispiel heute in Form der Sonntagsmesse, die auf ZDF und ORF aus Trofaiach in der wunderschönen Steiermark – manche schwärmen von der österreichischen Toskana – übertragen wurde.

Im Teaser auf ZDF heißt es: “Abstand gewinnen, um Gott zu begegnen”

“Die Sommerwochen, die geprägt sind von freier Zeit, Erholung und dem Unterwegssein in der Natur, sind für viele Menschen eine Zeit, in der sie sensibel sind für Gott und die Mitmenschen. Der Glaube verbindet Gott, Mensch und Natur. Doch dazu braucht es oft den Abstand von allem, den man gerade in der Ferienzeit des Sommers gewinnen kann. Im Fernsehgottesdienst aus der Steiermark laden Pfarrer Johannes Freitag und Kaplan Thorsten Schreiber die Mitfeiernden in der gemeinsam gehaltenen Predigt ein, Gottes Spuren und dabei größere Zusammenhänge zu erkennen.”

“Der Gottesdienst wird mitgestaltet von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Gesungen werden Teile aus der Missa africana, aber auch vertraute Lieder. Der im Pfarrverband beheimatete Professor Manfred Tausch, Lehrender an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, wird die 2007 geweihte Orgel der Stadtpfarrkirche Trofaiach zum Klingen bringen.”

Hier sehe ich eine Reihe von Bloggerkollegen, die mit den Augen rollen: Muss das denn sein, afrikanische Musik in einem steiermärkischen Gottesdienst? Ich möchte es so beantworten: Wenn die musikalische Umsetzung durch Jugendliche (Gesang), 3-köpfiger Band (Schlaginstrumente) und Organist derart von Herzen geschieht, dann ist auch nicht das Geringste einzuwenden: Ton und Herz haben in diesem Fall ausgezeichnet zusammengespielt.
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Pfarrer Johannes Freitag (Copyright Anton Wildberger)

Die heilige Messe ist von Pfarrer und Kaplan mit großer Liebe vorbereitet worden, das war durchgängig zu spüren. Die Predigt wurde von beiden Zelebranten im Wechselspiel gestaltet, unaufdringlich und überzeugend.

In solchen Momenten ist es mir hilfreich, auf Distanz zu gehen. Ich muss einen Abstand gewinnen. Einige Augenblicke in der Stille einer Kirche tun mir dann gut. Der Kirchenraum hilft mir, meinen Blick zu weiten über die Begrenztheit meiner irdischen Tage auf das Ganze und Größere von Zeit und Welt.Oder ich mache mich auf den Weg zu einem meiner Lieblingsplätze von dem ich unsere Stadt und das Gebiet unseres Pfarrverbandes im Vordernbergertal aus einiger Entfernung betrachte. Nicht nur der Blick weitet sich dabei, sondern auch mein Herz löst sich von Enge, Getriebe und so mancher Kurzsichtigkeit. Ich habe dabei nicht mehr nur die Orte der Arbeit vor mir, das Büro, den Pfarrhof, die Kirche, sondern ich sehe aus diesem Abstand die vielen Kirchen, Häuser und Wohnungen der mir als Pfarrer anvertrauten Menschen. Ich kann die vielfältigen Orte der Arbeit und Freizeit, die unterschiedlichen Lebensräume in der Spannung zwischen Geburt und Tod wahrnehmen. Und plötzlich wächst in mir innere Weite und Gelassenheit in der wieder neu gewonnenen Erkenntnis: Ich bin nicht allein, ich bin Teil eines Ganzen inmitten dieser Welt!

Wie oft wir im Alltag den Abstand verlieren, die besonderen Herzen in der eigenen Familie oder beim Nachbarn gar nicht mehr sehen – und wie sehr wir uns daher bemühen sollen, ganz bewußt den Abstand zu suchen… das war eine klare Botschaft.

“Im heutigen Evangelium begegnet uns die Alltagswelt Jesu. Nazareth ist der Ort der Kindheit Jesu, hier wächst er heran. Er erlebt Freude und Leid, Arbeit und Sorge um den Lebensunterhalt. Hier teilt er mit seiner Familie, mit Nachbarn und Dorfbewohnern den Alltag. Diese Alltagswelt aber verstellt vielen den Blick, um das Größere und Ganze in Jesus Christus zu erkennen. Sie sagen: Ist das nicht einer von uns? Jesus ist als Mensch anerkannt, doch in seiner Offenbarung als Sohn Gottes wird er in seiner Heimat vorerst abgelehnt. Viele verstehen ihn nicht.  In unserer Kirche haben wir viele interessante Bilder von diesem Jesus. Ein Seitenaltar unserer Kirche stellt ihn in seiner Familie dar. Aber dieses vertraute, menschliche Beziehungsnetz wird ergänzt. Der Blick geht über die irdische Familie hinaus und zeigt die Beziehung Jesus zum Vater und zum Heiligen Geist. Dieses Verständnis Jesu als wahrer Mensch und Gott wird in einem anderen Bild zu einem Spannungspunkt. Der mittlere Seitenaltar unserer Kirche stellt uns das Kreuz vor Augen. Als Kreuzigungspunkt zwischen Himmel und Erde wird uns Gottes leidenschaftliche Liebe vor Augen gestellt. In der Dunkelheit dieser Stunde, in der Erfahrung von Leid und Tod weitet Gott aber den Blick über die Begrenztheit unserer irdischen Zeit. Im Glauben öffnet sich uns das Geheimnis des Größeren: Gott schenkt neues Leben und erhellt Dunkelheit und Tod.”

Die Botschaft ist auf das Tagesevangelium  (Markus 4, 6, 1b-6) abgestimmt: Auch Jesus erkennen wir so manches Mal nicht, wenn seine Seele für uns verborgen scheint: IHN zu suchen ist eine lebenslange Herausforderung.

“Manchmal kommt es mir vor, es ist wie bei Jesus in Nazareth. Die Leute von Nazareth haben nicht glauben können, dass sie in ihrem Jesus, den sie von Kindheit an kennen, Gott begegnen. Auch einige Menschen von heute tun sich schwer damit, zu glauben, dass sie gerade in dieser Kirche Gott begegnen. Und doch gibt es Menschen, die die Kirche als eine Gemeinschaft erleben, in der sie ihrer Sehnsucht nach Gott nachgehen können. In dieser Kirche erleben sie die Gegenwart Gottes! Es braucht aber das Wagnis, sich auf das Fremde einzulassen und nicht auf wohlerworbenen Vorurteilen sitzen zu bleiben. So kann der Glaube Gestalt gewinnen in einer Pfarrgemeinde, die nach Spuren Gottes im je eigenen Leben sucht. Wenn wir unseren Blick immer wieder weit machen, können wir Gott ganz vielfältig begegnen und erkennen, auch und gerade in unserer Kirche. Ich erfahre Gottesbegegnung besonders in jenen Situationen, in denen Menschen Halt suchen oder anderen Halt geben: In Freud und Leid des Lebens, in den Höhen und Tiefen. Überall dort, wo Menschen erfahren, dass sie begleitet und nicht alleine gelassen werden, kann Gott erfahren werden. Auch wenn wir das Schöne miteinander teilen und darüber reden, können wir Gottes Spuren erkennen. Der unsichtbare Gott wird sichtbar durch Menschen, nimmt Gestalt an im Menschen. Da sind Wunder möglich, auch heute noch. Amen.”

Beeindruckend war zudem, wie präsent die Gemeinde in diesem Gottesdienst war. Hier scheinen Pfarrer und Kaplan auf das Beste mit ihrem Kirchenvolk zusammenzuwirken. Trofaiach ist übrigens Teil eines Pfarrverbandes, auch hier sind die Zeichen der Zeit zu spüren. Aber das Wesentliche scheint mir zu sein: Diese Pfarre wartet nicht darauf, dass der Berg zu ihr kommt, sondern sie kommt zum Berg…