Zeit zu beten – Dialog durch Gebete

Beten, katholische Gebete, christliche Spiritualität, Online Gebetskreis, Jesus Christus, Gottesmutter Maria

wpa Impuls des Bischofs


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Geweihtes Leben heute – ein päpstlicher Kommentar

Am Palmsonntag predigte Papst Franziskus zu den Jugendlichen: “Ihr bekennt euch zu ihm, denn ihr habt begriffen, dass in der Selbsthingabe – im Verschenken des eigenen Selbst, im Herausgehen aus sich selbst – die wahre Freude liegt” und schließt an: “Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern” (Mt 28,19).

Priester - geweihtes Leben

Wer denkt dabei nicht daran, wie sehr Europa nach Berufungen dürstet! In einem Kommentar zum heutigen Evangelium (Maria salbt Jesus mit dem Nardenöl, Joh 12,1-11) wird eine Brücke zum geweihten Leben geschlagen; man darf diesen Kommentar als ungewollte, aber passende Fortsetzung der gestrigen Predigt des Papstes verstehen:

Nicht wenige fragen sich heutzutage ratlos: Wozu soll das geweihte Leben gut sein? Warum lassen sich Menschen auf diese Lebensform ein, wo es doch… so viele dringende Notwendigkeiten gibt, auf die man auch antworten kann, ohne die besonderen Verpflichtungen des geweihten Lebens zu übernehmen? Ist das geweihte Leben nicht vielleicht so etwas wie eine »Verschwendung« menschlicher Kräfte, die, würde man einem Wirksamkeitskriterium folgen, für ein größeres Gut zum Vorteil der Menschheit und der Kirche nutzbar wären?… Solche Fragen hat es immer gegeben, wie die Episode der Salbung in Betanien aus dem Evangelium anschaulich beweist: »Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt« (Joh 12,3). Als Judas unter dem Vorwand der Not der Armen diese Verschwendung beklagte, antwortete ihm Jesus: »Lass sie gewähren!« (Joh 12,7).

Das ist die noch immer gültige Antwort auf die Frage, die sich, und sei es auch in gutem Glauben, so viele in Bezug auf die Aktualität des geweihten Lebens stellen:… »Lass sie gewähren«. Wem das unschätzbare Geschenk gewährt wird, dem Herrn Jesus mehr aus der Nähe zu folgen, dem erscheint es klar, daß er mit ungeteiltem Herzen geliebt werden kann und muß, daß man ihm das ganze Leben und nicht nur einige Gesten, einige Momente oder einige Aktivitäten widmen kann. Das kostbare Salböl, das als reiner Akt von Liebe und daher fern jeder »utilitaristischen« Überlegung vergossen wurde, ist Zeichen von Übermaß an Unentgeltlichkeit, wie es in einem Leben zum Ausdruck kommt, das hingegeben wird, um den Herrn zu lieben und ihm zu dienen, um sich seiner Person und seinem mystischen Leib zu widmen. Aber von diesem »verschwendeten« Leben verbreitet sich ein Duft, der das ganze Haus erfüllt. Das Haus Gottes, die Kirche, ist durch das Vorhandensein des geweihten Lebens… geschmückt…  Das geweihte Leben [ist] gerade in seinem Übermaß an Unentgeltlichkeit und Liebe von Bedeutung, und das um so mehr in einer Welt, die Gefahr läuft, im Strudel des Vergänglichen zu ersticken.

(Sel. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben „Vita Consecrata“, §104-105)

Wie hieß es gestern am Petersplatz? “Bitte lasst euch die Hoffnung nicht nehmen! Lasst nicht zu, dass die Hoffnung geraubt wird! Jene, die Jesus uns schenkt… um allen zu sagen, dass Jesus am Kreuz die Mauer der Feindschaft, die Menschen und Völker voneinander trennt, niedergerissen und Versöhnung und Frieden gestiftet hat.”

Worauf wartet ihr?
Lasst euch nicht ablenken von dieser Welt und lebt eure Berufung!

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artikel Apostelgeschichte2010


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“Jahrhundert-Reform” – Erzdiözese Wien baut Pfarrstrukturen um

Die Worte des kürzlich verstorbenen Kardinal Martini klingen noch im Ohr: “Die Kirche ist 200 Jahre zurückgeblieben” und sei müde, stellte Kardinal Carlo Maria Martini in seinem letzten Interview für die Tageszeitung “Corriere della Sera” fest. Dieser Tage präsentierte Kardinal Christoph Schönborn eine Reform, die er als die umfassendste der letzten 200 Jahre ansieht.

Größte Reform seit über 200 Jahren

Es ist der “größte Umbau in der Erzdiözese Wien seit Joseph II.”, so Kardinal Christoph Schönborn am vergangenen Mittwoch über geplante Neuerungen in der Erzdiözese Wien. Im Rahmen des alljährlichen Medienempfangs wurden die offiziellen Leitlinien dieser Reform, die bis 2022 abgeschlossen sein soll, präsentiert.

Was sich heute schon sagen lässt: Bestehende Pfarren sollen aufgelöst und zu größeren Pfarren mit kleineren Filialgemeinden zusammengeschlossen werden. Statt bisher einem Priester für drei Pfarrgemeinden sollen künftig drei bis fünf Priester für eine Pfarre – freilich mit mehreren Filialgemeinden – zuständig sein. So könnte im Laufe der nächsten 10 Jahre die Zahl von 660 Pfarren auf ein Drittel reduziert werden.

Dem aktuellen Reformbeschluss ging ein langer Diskussionsprozess in der Erzdiözese Wien mit drei Diözesanversammlungen und Beratungen in verschiedenen Gremien voraus. Im vergangenen Juni fand ein “Tag der Räte” statt, bei dem rund 250 Personen aus diversen Beratungsgremien der Erzdiözese Wien die Grundlinien der geplanten Diözesanreform diskutierten.

Die Ergebnisse dieser Diskussion wurden über den Sommer nochmals überarbeitet. Die Letztfassung der vorgestellten Maßnahmen wurden dann vor kurzem vor der Steuerungsgruppe des diözesanen Reformprozesses, bestehend aus Kardinal Schönborn, den Mitgliedern des Bischofsrates und dem Team des Prozesses “Apostelgeschichte 2010″, erstellt.

Kirchliche Reformen im europäischen Kontext

Aber auch der Blick über die Kirche im deutschsprachigen Raum hinaus zeige ein ähnliches Bild, sagte die Pastoralamtsleiterin. Für Aufsehen habe etwa die schon um die Jahrtausendwende gestartete Initiative der französischen Erzdiözese Poitiers gesorgt, wo Teams von ehrenamtlichen Mitarbeitern heute mehr als 320 kleine Gemeinden vor Ort leiten.

Die angegangenen Reformschritte seien auch kein katholisches Spezifikum, erläuterte die Prüller-Jagenteufel. Sie verwies u.a. auf die Schwedisch-lutherische Kirche. Diese sei in ähnlichen kleinräumigen Strukturen verfasst wie die katholische Kirche in Österreich und gehe nun einen ähnlichen Weg.

Kritik am Reformprozess

Der Stellenwert der Eucharistiefeier als zentraler katholischer Glaubensausdruck macht dem Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner im Blick auf die Wiener Diözesanreform Sorgen.

Wenn die Gläubigen lange Strecken zurücklegen müssten, um von ihren Filialgemeinden zur Sonntagsmesse in die Pfarrkirche zu gelangen, könnte das letztlich “zu einer Entwöhnung der Gläubigen von der Eucharistie führen”, so Zulehner in der Tageszeitung “Die Presse” (Freitag). Statt einer “Zentralisierung der Eucharistie” sollte diese nach Ansicht des emeritierten Theologen dort stattfinden, “wo die Leute als gläubige Gemeinde zusammenleben.”

Auch seelsorgerisch könne die Strukturreform unerwünschte Folgen haben: Wenn sich die Kirche von der Basis entferne, bekämen die Gläubigen das Gefühl, von der Kirche im Stich gelassen zu werden. Es gelte daran arbeiten, ein starkes Gemeinschaftsbewusstsein zu erwirken, empfahl Zulehner.

Helmut Schüller kündigte in der “Presse” als Sprecher der Pfarrer-Initiative “Einspruch” gegen die geplante Strukturreform an. “Auf den Rückzug vieler selbst mit einem Rückzug zu antworten, ist kein guter Weg. Wir ziehen uns zurück, statt vor Ort stark zu werden”, bedauerte Schüller. Seine Befürchtung: “In einer Kirche der geografischen Großräume werden sich viele verlaufen, viele Kontakte werden verloren gehen, vieles an Nähe und Präsenz wird verloren gehen.”

Wir sind Kirche“ sowie die Laieninitiative hoffen auf mehr Mitsprache und Verantwortung von Laien.Dennoch werden seitens der Laieninitiative Pfarrzusammenlegungen kritisiert. Die Kirche beweise damit, dass sie nicht fähig sei, Probleme wie Priestermangel und Katholikenschwund anders zu lösen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Laieninitiative, Pawlowsky.

Zu den Kritikpunkten Schüllers und Zulehners sowie der Laieninitiativen ist anzumerken, dass sie allesamt keine umsetzbaren Alternativvorschläge zu bieten haben. Das bloße Beharren auf Wunschvorstellungen (wie verheiratete Priester und Frauenordination) zeigt mangelndes Realitäts- und Verantwortungsbewusstsein der Kritiker. Und beim genaueren Lesen der neuen Leitlinien (siehe Anhang) wird deutlich, dass die verbleibenden Kritikpunkte ohnehin in den Reformvorschlägen integriert sind, wie z.B. die Förderung kleinräumiger Gemeinschaften in den neuen Pfarren.

Neues Miteinander von Priestern und Laien

Er sei sich bewusst, so der Kardinal, dass mit dieser Reform ein weitreichender Perspektivenwandel einhergehe: “Wir müssen uns lösen von dem hergebrachten Bild, dass Kirche nur dort ist, wo ein Priester ist.” Das “gemeinsame Priestertum aller Getauften” rücke damit stärker in den Mittelpunkt. Schönborn: “Träger der Mission der Kirche und damit auch der pfarrlichen Seelsorge und des Apostolats sind alle Getauften und Gefirmten.” Es gehe um ein neues “Miteinander von Priestern und Laien auf Basis ihrer gemeinsamen Berufung zum Christsein.

In der Sendung „Orientierung“  (ORF 1 am 23.09.) äußerte sich einer der betroffenen Pfarrer, Franz Herz (Pfarre St. Anton von Padua, Wien), zu den Auswirkungen aus Sicht der Pfarrer:

„Während früher die Gemeindemitglieder dem Pfarrer geholfen haben, pfarrliche Aufgaben umzusetzen, werden es in den neuen größeren Pfarrverbänden nun die Priester und der Pfarrer sein, die den Ehrenamtlichen und der Gemeinde helfen, Aufgaben umzusetzen. Das Hilfeverhältnis wird umgekehrt, mancher Pfarrer könnte sich in seiner sozialen Stellung etwas gemindert sehen. In jedem Fall ist es eine Herausforderung!“

Zu sehen sind auch neue Chancen aus der Zusammenarbeit von 3 bis 5 Priestern (darunter 1 verantwortlicher Pfarrer), die nicht mehr nur überarbeitet und einsam ihren Dienst und ihre Freizeit leben, sondern sich in der Teamarbeit stärken und bewähren. Durch diese Reform sollen in Zukunft mehr Ressourcen für die Seelsorge zur Verfügung stehen.

Für die Gemeinden – also jeden einzelnen von uns – bieten sich ebenfalls neue Chancen. Es geht dabei nicht um eine Selbstverwirklichung einer größeren Zahl von Gemeindemitgliedern, sondern um ein vermehrtes und vor allem dienendes Einbringen von Charismen (Talenten und Fähigkeiten), die im Rahmen konkreter Pfarraufgaben zum Einsatz kommen sollen.

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ANHANG:

Leitlinien für den diözesanen Entwicklungsprozess Apg 2.1

 „Du, Herr, führst mich hinaus ins Weite. Du machst meine Finsternis hell.“ (Antiphon zum Psalm 18)

1. Eine Kirche, die sich in all ihren Einheiten auf Mission und Nachfolge Jesu ausrichtet, darf sich nicht selbst genügen. Sie soll sich im Dienst des Apostolats für alle Menschen verstehen. Dies gilt für die Pfarren ebenso wie für alle anderen kirchlichen Einrichtungen und Organisationsformen. Auch die ortsgebundene Gemeinde muss darauf ausgerichtet sein und durch gegenseitige Unterstützung und Ermutigung in der Nachfolge Jesu leben. An dieser Stelle kommt das gemeinsame Priestertum zum Tragen: Träger der Mission der Kirche und damit auch der pfarrlichen Seelsorge und des Apostolats sind alle Getauften und Gefirmten.

Diese Perspektive eröffnet einen vom Herkömmlichen vielfach radikal unterschiedlichen Blick auf die Aufgaben und die optimale Verfassung der Kirche vor Ort: Pfarre, Pfarrer, Gemeindeleben,  Gemeindeleitung,…

Die sich daraus ergebenden Konsequenzen sind nicht bloß eine Nachjustierung des Bestehenden, sondern vielfach ein echter Neubeginn. Dieser Neubeginn spielt sich nicht unabhängig von Raum und Zeit ab, sondern will Kirche in ihren wesentlichen Vollzügen in die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts stellen.

Die Pfarre als wichtige Einheit gemeinsamen christlichen Lebens muss zu den Menschen des 21. Jahrhunderts passen. Diese leben in Weite, Offenheit, Flexibilität, Mobilität, Vernetzung, Vielfalt und Verschiedenheit sowie in großer Freiheit und in komplexen Beziehungen und Bindungen.

Der Gefahr von immer kleiner und dabei uniformer werdenden Pfarren ist entsprechend strukturell zu begegnen, um möglichst vielen Menschen die Chance zu aktivem und selbstverantwortetem Einsatz zu geben. Die konkrete Sozialgestalt von Kirche muss sich einem ständigen Wandel unterziehen, um den Menschen von heute zu begegnen und dem Anspruch des Evangeliums gerecht zu werden.

Viele haben das Bedürfnis nach Heimat und Geborgenheit in überschaubarer Gemeinschaft. Auch darauf muss die kirchliche Struktur Bedacht nehmen und beste Voraussetzungen schaffen für das Entstehen, Wachsen und Bestehen von Gemeinden vor Ort, die durchaus auch kleinräumiger sein können als viele heutige Pfarrgemeinden.

Kirche ist Gemeinschaft, auch in der Sorge und Verantwortung füreinander. Daher soll auch der Dienst der Leitung in Gemeinschaft wahrgenommen werden, gerade auch im Miteinander von Priestern und Laien auf Basis ihrer gemeinsamen Berufung zum Christsein.

Und schließlich muss eine missionarische Kirche ihre Kräfte klug und verantwortlich einsetzen. Viele der kirchlichen Ressourcen stehen nur begrenzt zur Verfügung: nicht nur die Möglichkeiten des Einsatzes von Priestern, sondern ebenso die Zeit und das Engagement aller Getauften und Gefirmten.

Dazu kommt, dass die finanziellen Mittel knapper werden und damit weniger Bauten erhalten werden können. Verantwortlicher Einsatz heißt in personalen Fragen auch, von Jesus zu lernen, der seine Jünger gemeinsam auf den Weg schickt.

2. All diese Voraussetzungen haben die Mitglieder der Steuerungsgruppe in großer Klarheit und Einmütigkeit zu einem Zielbild im Bereich der territorialen Organisation kommen lassen:

Viele örtliche von Laien geleitete Filialgemeinden bilden gemeinsam eine neue Pfarre, die von Priestern und Laien gemeinschaftlich unter der Letztverantwortung eines Pfarrers geleitet wird. Das Zusammenwirken der Charismen – der einzelnen Persönlichkeiten, aber etwa auch der Ordensgemeinschaften und Bewegungen – erhöht dabei die Wirksamkeit der Bemühungen jedes Einzelnen.

Pfarrverbände und Seelsorgeräume sind eine wertvolle Übergangsform in neue Pfarren. Dabei gilt weiterhin, dass in diesem Vorgang zwar Pfarren aufgehoben werden, nicht aber Gemeinden. Im Gegenteil:

In weiträumigen Pfarren sollen sich mehr und lebendigere Gemeinden entfalten können, die von den Hauptamtlichen der Pfarre unterstützt werden.

3. Im Einzelnen hat die Steuerungsgruppe daher festgelegt:

• Die Erzdiözese Wien wird eine neue Pfarrstruktur erhalten, in der sich Pfarren durch folgende Charakteristika auszeichnen:

– Mehrere Priester (sinnvollerweise mindestens drei bis fünf) sind aktiv eingesetzt. Einer davon ist als Pfarrer dem Erzbischof letztverantwortlich.

– Die Leitung der Pfarre wird prinzipiell gemeinschaftlich wahrgenommen und zwar von Priestern und Laien. Es gilt partizipative Führung mit klarer Aufgabenzuteilung.

– Die Filialgemeinden werden in Gemeinschaft von Getauften und Gefirmten ehrenamtlich geleitet.

– Im Mittelpunkt steht die gegenseitige Ermutigung zur Jüngerschaft, d.h. zum Leben in der Nachfolge Christi.

– Die Pfarre wird so groß sein, dass der Einsatz von Priestern wie Laien charismenorientiert erfolgen und die gesamte Pastoral stärker missionarisch ausgerichtet werden kann.

– Die Menschen im direkten Dienst der Seelsorge werden von Verwaltungsaufgaben entlastet.

– Möglichst viele Menschen sollen am Sonntag den Pfarrgottesdienst besuchen, es wird aber auch so sein, dass sich in Filialgemeinden Gebetsgemeinschaften um das Wort Gottes versammeln.

• Diese Reform wird zügig umgesetzt. In zehn Jahren sollen mindestens 80 Prozent der neuen Pfarren gebildet sein. Pfarrverbände und Seelsorgeräume stellen in diesem Prozess einen möglichen Übergang zu neuen Pfarren dar, sind aber keine Dauereinrichtung.

• Zur Einbindung der Ordenspfarren in die Struktur der neuen Pfarren werden mit den Ordensleitungen entsprechende Vereinbarungen angestrebt.

• Zum Thema Qualitätssicherung, das in den Beratungen am 22. Juni und in den Rückmeldungen zum dort diskutierten Thesenpapier breiten Raum einnahm, wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, deren Ergebnisse ab 2013 in den diözesanen Entwicklungsprozess einfließen.

Diese Festlegungen und die vielen sich daraus ergebenden offenen Fragen werden in den kommenden Wochen mit den Dechanten, den Priestern und den Räten auf Vikariats- und Diözesanebene besprochen, um Expertise und Konkretisierungsvorschläge bzw. bisher vielleicht nicht berücksichtigte Einwände zu sammeln. Die Steuerungsgruppe arbeitet an nötigen Klärungen weiter.

Alle Vorschläge fließen in die Vorbereitung der Dechantenwoche im Jänner 2013 ein, die über die weiteren Umsetzungsschritte beraten wird.

Der Steuerungsgruppe ist bewusst, dass es sich bei der hier skizzierten Erneuerung um einen großen Schritt handelt, der viel Mut und Einsatzbereitschaft braucht. Sie sieht voll Hoffnung auf die nächsten Monate und Jahre und vertraut auf eine gute, gemeinsam getragene Entwicklung der Kirche in der Erzdiözese Wien im 21. Jahrhundert. Der Erzbischof und seine Mitarbeiter/innen bitten alle – insbesondere auch die Gemeinschaften des kontemplativen Lebens – den Weg unserer Diözese im Gebet gemeinsam zu tragen.

„Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut.“ (Psalm 127)

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artikel P Johannes Paul Chavanne - Diakonweihe - CrossPress


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Große Freude!

Foto: (c)cross-press.net

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Sonntag, 12. August, 9:30 Uhr – Pater Johannes Paul Chavanne
wurde in der Stiftskirche in Heiligenkreuz von Bischof Werner zum Diakon geweiht.

Bei einer Reihe von Gelegenheiten durfte ich Johannes Paul mit seinen reichen Talenten erleben, zuletzt bei den Vorbereitungen zur Medientagung “GOTT IM WEB“, die dankenswerterweise im Stift Heiligenkreuz stattfinden konnte. Auch das Bloggermeeting im Vatikan weckt nur beste Erinnerungen an den Heiligenkreuzer Mönch, der mit zutiefst christlicher Liebenswürdigkeit, viel Organisationstalent und großer Medienprofessionalität beeindruckt.

Auch um die pastoralen und seelsorgerischen Fähigkeiten von P. Johannes Paul mache ich mir keine Sorgen, wenn ich beispielsweise an die Heiligenkreuzer Jugendvigil denke. Und bei der Feier im Anschluß an seine Weihe zum Diakon waren es nicht wir, die wir ihn beschenken konnten, sondern P. Johannes Paul beschenkte uns: Auf die spontane Frage meiner Frage meiner Frau, ob er nach seiner Priesterweihe 2013 an der “Stunde der Barmherzigkeit” (gestaltete eucharistische Anbetung) in unserer benachbarten Pfarre mitwirken könne, gab er ohne jedes Zögern seine Zusage…

Zumindest jetzt wollen wir P. Johannes Paul beschenken – mit unserem Gebet! Auf der FB-Seite von Stift Heiligenkreuz heißt es dazu:

Bitte betet auch für Pater Johannes Paul,
damit er in allem Christus ähnlich wird,
der nicht gekommen ist um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen:

„Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als brauche er etwas:
er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt“
(Apg 17,25).

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Gott schenke dir reichsten Segen, P. Johannes Paul!

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artikel trofaiach bergmesse


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ZDF und ORF einmal anders: Sonntagsgottesdienst in Trofaiach

Die Berichterstattung des ZDF stand zuletzt zu Recht sehr deutlich in der Kritik. Wie ARD, ZDF und ORF (über die Schweizer Verhältnisse weiß ich zu wenig, um eine Einschätzung abzugeben) über Kirche und Glaube berichten, ist oftmals skandalös. Gerade dann tut es gut, die andere Seite der Medaille zu betrachten – denn die gibt es tatsächlich!

So zum Beispiel heute in Form der Sonntagsmesse, die auf ZDF und ORF aus Trofaiach in der wunderschönen Steiermark – manche schwärmen von der österreichischen Toskana – übertragen wurde.

Im Teaser auf ZDF heißt es: “Abstand gewinnen, um Gott zu begegnen”

“Die Sommerwochen, die geprägt sind von freier Zeit, Erholung und dem Unterwegssein in der Natur, sind für viele Menschen eine Zeit, in der sie sensibel sind für Gott und die Mitmenschen. Der Glaube verbindet Gott, Mensch und Natur. Doch dazu braucht es oft den Abstand von allem, den man gerade in der Ferienzeit des Sommers gewinnen kann. Im Fernsehgottesdienst aus der Steiermark laden Pfarrer Johannes Freitag und Kaplan Thorsten Schreiber die Mitfeiernden in der gemeinsam gehaltenen Predigt ein, Gottes Spuren und dabei größere Zusammenhänge zu erkennen.”

“Der Gottesdienst wird mitgestaltet von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Gesungen werden Teile aus der Missa africana, aber auch vertraute Lieder. Der im Pfarrverband beheimatete Professor Manfred Tausch, Lehrender an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, wird die 2007 geweihte Orgel der Stadtpfarrkirche Trofaiach zum Klingen bringen.”

Hier sehe ich eine Reihe von Bloggerkollegen, die mit den Augen rollen: Muss das denn sein, afrikanische Musik in einem steiermärkischen Gottesdienst? Ich möchte es so beantworten: Wenn die musikalische Umsetzung durch Jugendliche (Gesang), 3-köpfiger Band (Schlaginstrumente) und Organist derart von Herzen geschieht, dann ist auch nicht das Geringste einzuwenden: Ton und Herz haben in diesem Fall ausgezeichnet zusammengespielt.
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Pfarrer Johannes Freitag (Copyright Anton Wildberger)

Die heilige Messe ist von Pfarrer und Kaplan mit großer Liebe vorbereitet worden, das war durchgängig zu spüren. Die Predigt wurde von beiden Zelebranten im Wechselspiel gestaltet, unaufdringlich und überzeugend.

In solchen Momenten ist es mir hilfreich, auf Distanz zu gehen. Ich muss einen Abstand gewinnen. Einige Augenblicke in der Stille einer Kirche tun mir dann gut. Der Kirchenraum hilft mir, meinen Blick zu weiten über die Begrenztheit meiner irdischen Tage auf das Ganze und Größere von Zeit und Welt.Oder ich mache mich auf den Weg zu einem meiner Lieblingsplätze von dem ich unsere Stadt und das Gebiet unseres Pfarrverbandes im Vordernbergertal aus einiger Entfernung betrachte. Nicht nur der Blick weitet sich dabei, sondern auch mein Herz löst sich von Enge, Getriebe und so mancher Kurzsichtigkeit. Ich habe dabei nicht mehr nur die Orte der Arbeit vor mir, das Büro, den Pfarrhof, die Kirche, sondern ich sehe aus diesem Abstand die vielen Kirchen, Häuser und Wohnungen der mir als Pfarrer anvertrauten Menschen. Ich kann die vielfältigen Orte der Arbeit und Freizeit, die unterschiedlichen Lebensräume in der Spannung zwischen Geburt und Tod wahrnehmen. Und plötzlich wächst in mir innere Weite und Gelassenheit in der wieder neu gewonnenen Erkenntnis: Ich bin nicht allein, ich bin Teil eines Ganzen inmitten dieser Welt!

Wie oft wir im Alltag den Abstand verlieren, die besonderen Herzen in der eigenen Familie oder beim Nachbarn gar nicht mehr sehen – und wie sehr wir uns daher bemühen sollen, ganz bewußt den Abstand zu suchen… das war eine klare Botschaft.

“Im heutigen Evangelium begegnet uns die Alltagswelt Jesu. Nazareth ist der Ort der Kindheit Jesu, hier wächst er heran. Er erlebt Freude und Leid, Arbeit und Sorge um den Lebensunterhalt. Hier teilt er mit seiner Familie, mit Nachbarn und Dorfbewohnern den Alltag. Diese Alltagswelt aber verstellt vielen den Blick, um das Größere und Ganze in Jesus Christus zu erkennen. Sie sagen: Ist das nicht einer von uns? Jesus ist als Mensch anerkannt, doch in seiner Offenbarung als Sohn Gottes wird er in seiner Heimat vorerst abgelehnt. Viele verstehen ihn nicht.  In unserer Kirche haben wir viele interessante Bilder von diesem Jesus. Ein Seitenaltar unserer Kirche stellt ihn in seiner Familie dar. Aber dieses vertraute, menschliche Beziehungsnetz wird ergänzt. Der Blick geht über die irdische Familie hinaus und zeigt die Beziehung Jesus zum Vater und zum Heiligen Geist. Dieses Verständnis Jesu als wahrer Mensch und Gott wird in einem anderen Bild zu einem Spannungspunkt. Der mittlere Seitenaltar unserer Kirche stellt uns das Kreuz vor Augen. Als Kreuzigungspunkt zwischen Himmel und Erde wird uns Gottes leidenschaftliche Liebe vor Augen gestellt. In der Dunkelheit dieser Stunde, in der Erfahrung von Leid und Tod weitet Gott aber den Blick über die Begrenztheit unserer irdischen Zeit. Im Glauben öffnet sich uns das Geheimnis des Größeren: Gott schenkt neues Leben und erhellt Dunkelheit und Tod.”

Die Botschaft ist auf das Tagesevangelium  (Markus 4, 6, 1b-6) abgestimmt: Auch Jesus erkennen wir so manches Mal nicht, wenn seine Seele für uns verborgen scheint: IHN zu suchen ist eine lebenslange Herausforderung.

“Manchmal kommt es mir vor, es ist wie bei Jesus in Nazareth. Die Leute von Nazareth haben nicht glauben können, dass sie in ihrem Jesus, den sie von Kindheit an kennen, Gott begegnen. Auch einige Menschen von heute tun sich schwer damit, zu glauben, dass sie gerade in dieser Kirche Gott begegnen. Und doch gibt es Menschen, die die Kirche als eine Gemeinschaft erleben, in der sie ihrer Sehnsucht nach Gott nachgehen können. In dieser Kirche erleben sie die Gegenwart Gottes! Es braucht aber das Wagnis, sich auf das Fremde einzulassen und nicht auf wohlerworbenen Vorurteilen sitzen zu bleiben. So kann der Glaube Gestalt gewinnen in einer Pfarrgemeinde, die nach Spuren Gottes im je eigenen Leben sucht. Wenn wir unseren Blick immer wieder weit machen, können wir Gott ganz vielfältig begegnen und erkennen, auch und gerade in unserer Kirche. Ich erfahre Gottesbegegnung besonders in jenen Situationen, in denen Menschen Halt suchen oder anderen Halt geben: In Freud und Leid des Lebens, in den Höhen und Tiefen. Überall dort, wo Menschen erfahren, dass sie begleitet und nicht alleine gelassen werden, kann Gott erfahren werden. Auch wenn wir das Schöne miteinander teilen und darüber reden, können wir Gottes Spuren erkennen. Der unsichtbare Gott wird sichtbar durch Menschen, nimmt Gestalt an im Menschen. Da sind Wunder möglich, auch heute noch. Amen.”

Beeindruckend war zudem, wie präsent die Gemeinde in diesem Gottesdienst war. Hier scheinen Pfarrer und Kaplan auf das Beste mit ihrem Kirchenvolk zusammenzuwirken. Trofaiach ist übrigens Teil eines Pfarrverbandes, auch hier sind die Zeichen der Zeit zu spüren. Aber das Wesentliche scheint mir zu sein: Diese Pfarre wartet nicht darauf, dass der Berg zu ihr kommt, sondern sie kommt zum Berg…

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Ostern. Und was jetzt?

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Vielleicht ist nicht jeder von uns in der Auferstehungsfeier so berührt worden, wie es möglich und wünschenswert wäre. Selber darf ich sehr dankbar sein, dass Pfarrer Gerhard* auch dieses Jahr mit sehr viel Herz und Überzeugung gesprochen hat. Hier ein kleiner Versuch, “seine Botschaft” wiederzugeben.

Jesus war menschengleich, nicht ähnlich sondern gleich. Das “Wort ist Fleisch geworden”, so wie wir Menschen es in unseren kühnsten Träumen nicht voraussehen konnten. Jesus war tatsächlich – Schulter an Schulter, Geschöpf neben Geschöpf – mit uns unterwegs. So sagt der Apostel Paulus:

“Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht … er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.” (Phil 2,5-8)

Doch es muss umgekehrt mit derselben Kraft und Bestimmtheit gesagt werden: Jesus war Gott nicht ähnlich, sondern gottgleich; Er ist Gott!

 Deshalb sagt der Apostel Paulus: “Er war Gott gleich” (Phil 2,6), so wie wir auch im großen Glaubensbekenntnis sprechen:

“Jesus Christus, Gottes eingeborener Sohn aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott.”

Wenn es also wahr ist, diesen Jesus Christus in einer Person “gottgleich und menschengleich” zu nennen, dann hat Gott uns mit dem Leben seines Sohnes auf eine Weise beschenkt, wie kein anderer es jemals getan hat.

Bei Paulus heisst es:

“Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt “Jesus Christus ist der Herr” – zur Ehre Gottes, des Vaters. (Phil 2,9-11)

So eine Religion kann man nicht erfinden, eine Religion, die eine schändliche Kreuzigung und eine unglaubliche Auferstehung zu einem einzigartigen Ganzen verbindet:

Die Erlösung des Menschen von Sünde und Tod.

“…der Mensch, der berührt wurde vom Geheimnis der Menschwerdung, indem der Sohn Gottes, »der Unsichtbare, sichtbar wurde, der Unbegreifbare begreifbar, der Leidensunfähige leidensfähig, das Wort Mensch. So faßte er in sich das All zusammen, damit er, wie das Wort in den überhimmlischen und geistigen Dingen Herrscher ist, ebenso in den sichtbaren und körperlichen Dingen herrsche, indem er auf sich die Herrschaft nahm und sich zum Haupte der Kirche einsetzte, und damit er alles an sich ziehe zu der passenden Zeit.” (Hl. Irenäus, Kirchenvater)

Vor dieser Wahrheit, die wir im Glauben annehmen, können wir nur in die Knie sinken: Unser Gott verbindet uns mit seinen Gliedern zu dem einen mystischen Leib, der am Ende der Zeiten erstehen wird, als Ziel der Schöpfung.

Ostern – und was jetzt?

Wenn wir diese Botschaft aufgenommen und verinnerlicht haben, kann uns nichts mehr aufhalten:  Der Christ hat nur eine Zukunft: Auferstehung…! Die Freude muss raus…! Nichts darf uns zurückhalten…! Mit allen anderen gehen wir auf das Ziel des einen Leibes zu – unser Gott wird es an Gnade nicht fehlen lassen…!

So dürfen wir mehr und mehr dafür dankbar sein, an diesen Jesus glauben zu dürfen, Ihn als Freund zu gewinnen, Ihn (sowie uns selbst und unseren Nächsten) lieben zu dürfen.

Danke, Jesus!

*Pfarrer Dr. Gerhard Viehhauser, St. Blasius, Salzburg (aus der Karfreitagspredigt 2012)
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Zum Wochenbeginn – eine Predigt im eigentlichen Sinn

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Heilige Messen können so erfüllend sein. Sie sind es vor allem durch das Geschenk Jesu Christi, die eucharistische Kommunion. Aber auch der Priester – selbst erfüllt von der Gnade Gottes – hat seinen Anteil am Geschehen…

Wie diese Sonntagsmesse gezeigt hat, ist die Konzentration auf die Inhalte der Messe sehr hilfreich! Zunächst hat der junge Zisterzienserpater – dessen Namen ich noch nicht in Erfahrung gebracht habe – den Dreiklang aus Lesungen, Psalm und Evangelium ganz wunderbar dargebracht, und in der anschließenden Predigt aufgelöst.

„Warum heilte Jesus nur so wenige Menschen?”

“Warum heilte Jesus nicht so viele Menschen wie möglich? Warum ging er so unsystematisch vor?“ lauteten die Eingangsfragen.

Das Buch Levitikus (13,1-2.44-46) bereitet den Boden für das Thema „Umgang mit den Aussätzigen“. Dahinter steht das Bild der Haut als Grenze zwischen (heiliger) Seele und (unreiner) Welt, und weiter die Parallele zum Chaos der Welt, wie sie sich uns darbietet.

Der Psalmist (32[31],1-2.5.11) verdeutlicht uns den Grund für das Chaos der Welt, sprich die Wurzel allen Übels – die Sünde – und gibt uns gleichzeitig das Rezept, das Böse zu überwinden: „Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. Und du hast mir die Schuld vergeben. [Sela] Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!“ Das Bekenntnis der Sünde – des Fernseins von Gott – gibt die Kraft zur Überwindung des Chaos.

Die nachfolgende Lesung (1.Kor 10,31-33.11,1) erschließt uns eine weitere Dimension christlichen Lebens. Paulus will uns aus der Mittelmäßigkeit emporheben und erklärt: „Auch ich suche allen in allem entgegenzukommen; ich suche nicht meinen Nutzen, sondern den Nutzen aller, damit sie gerettet werden. Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme.“ Wer nicht seinen Nutzen sucht, sondern Paulus und mehr noch Jesus folgt, der findet die Energie und Liebe, an der Wiederherstellung der Ordnung mitzuarbeiten.

Jetzt kann der Sinn des Evangeliums (Mk 1,40-45) erst erschlossen werden. „Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, daß ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein.“ Jesus heilt – scheinbar zufällig – einen der Aussätzigen. Dabei ist es nicht sein Wille, alle zu heilen, denn Er hat etwas ganz anderes im Sinn, sein Herz brennt für die Wurzel allen Übels, die Tilgung von Schuld und Sünde! Würde er auch alle heilen, die Sünde wäre weiter am Leben…

Die Schlusssätze des Evangeliums bringen es auf den Punkt, denn der Geheilte verfällt sofort wieder in das Sündigsein, indem er sich in keinster Weise an die Worte Jesu hält. „Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so daß sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.“

So nimmt Jesus selbst das Leben eines Aussätzigen – ein Leben außerhalb der Städte, in der Abgeschiedenheit – auf sich, um den Willen Gottes zu erfüllen und uns am Kreuz zu befreien.

Zusammengefasst wird klar: Es geht (Jesus) nicht um die irdische Heilung aller, das Leiden muss also sein, denn es geht um höhere Ziele: Die Abwendung von der Sünde; Die Hinwendung zu Gott; Die Arbeit gegen das Chaos; Das Mitwirken am Frieden.

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PS: Muss eigens erwähnt werden, dass diese Heilige Messe mit Schuldbekenntnis, Psalm, und Embolismus (Einschub beim Vaterunser) gefeiert wurde?

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schönborn-kardinal-Artikel


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Aufruf zur Einheit (APG2010 und Pfarrer-Initiative)

“Der Vorstand der “Pfarrer-Initiative” hat am Dreifaltigkeitssonntag (19. Juni) einen “Aufruf zum Ungehorsam” veröffentlicht (www.pfarrer-initiative.at). Ich wollte nicht sofort reagieren, um nicht im Zorn und in der Trauer zu antworten, die dieser Aufruf in mir ausgelöst hat.

Bei der Priesterweihe am 24. Juni habe ich in meiner Predigt indirekt darauf Bezug genommen. Mich erschüttert der offene Aufruf zum Ungehorsam. Wie würden in unserem Land die Familien aussehen, wenn Ungehorsam zur Tugend erhoben würde? Viele Berufstätige fragen sich, wie es möglich ist, in der Kirche den Ungehorsam zu propagieren und zu praktizieren, wo sie wissen, dass sie ihren Arbeitsplatz längst verloren hätten, wenn sie dort zum Ungehorsam aufriefen.”

Christoph Kardinal Schönborn antwortet auf den offenen Brief der österreichischen Pfarrer-Initiative, der zum Ungehorsam gegen Bischöfe und Vatikan aufruft. In seiner Adresse an die Pfarrer heißt es weiter:

“Der christliche Gehorsam ist eine Schule der Freiheit. Es geht um die konkrete Übersetzung ins Leben von dem, was wir in jedem Vaterunser beten, wenn wir den Vater bitten, sein Wille möge geschehen, im Himmel und auf Erden. Diese Bitte erhält ihren Sinn und ihre Kraft durch die innere Bereitschaft des Beters, den Willen Gottes auch dort anzunehmen, wo er von den eigenen Vorstellungen abweicht. Diese Bereitschaft konkretisiert sich auch im kirchlichen Gehorsam dem Papst und Bischof gegenüber. Sie kann manchmal Schmerzliches abverlangen.

Um den Willen Gottes geht es auch im “Masterplan” für unsere Diözese, im Prozess Apostelgeschichte 2010 und im diözesanen Entwicklungsplan. Was ist Gottes Willen für uns, die Erzdiözese heute, in der Situation großen Wandels? In gemeinsamem Gebet und Eucharistiefeier, im Betrachten der Schrift, im Hinschauen auf die Entwicklung unserer Gesellschaft, bemühen wir uns, den Willen Gottes zu erkennen. Der “Masterplan” soll ja der Plan des Meisters, des Herrn sein.

Genau hier setzt nun der “Aufruf zum Ungehorsam” an – aber quer zum “Masterplan”. Da die von den Initiatoren der “Pfarrer-Initiative” geforderten Reformen noch immer nicht erfolgt sind, und da die Bischöfe, so meinen sie, untätig sind, sehen sie sich gezwungen, “dem Gewissen zu folgen und selbstständig tätig zu werden”.

Wenn es zur Gewissensfrage wird, dem Papst und dem Bischof gegenüber ungehorsam zu werden, dann ist eine neue Stufe erreicht, die zu einer klaren Entscheidung drängt. Denn dem Gewissen ist immer Folge zu leisten, wenn es ein geformtes und sich selbst kritisch prüfendes Gewissen ist. Der selige Franz Jägerstätter hat in einsamer Gewissensentscheidung den Kriegsdienst in Hitlers Armee verweigert, um den Preis seines Lebens.

Der selige John Henry Newman kam in einem jahrelangen intensiven Ringen zur Gewissheit seines Gewissens, dass die anglikanische Kirche von der Wahrheit abgewichen ist und dass die Kirche Jesu Christi in der katholischen Kirche weiterlebt. So verließ er seine Kirche und wurde katholisch.

Wer also im geprüften Gewissen zur Überzeugung kommt, dass “Rom” auf einem Irrweg ist, der gravierend dem Willen Gottes widerspricht, müsste im äußersten Fall die Konsequenz ziehen, den Weg nicht mehr mit der römisch-katholischen Kirche zu gehen. Ich glaube und hoffe aber, dass dieser äußerste Fall hier nicht eintritt.

Den “Aufruf zum Ungehorsam” halte ich für keinen hilfreichen Schritt. Ich werde zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein Gespräch mit den Vertretern der “Pfarrer-Initiative” führen. Ich werde sie besonders auch auf einige Ungereimtheiten in ihrem “Ungehorsams-Programm” hinweisen, etwa die Formulierung “priesterlose Eucharistiefeier” oder die abschätzigen Bemerkungen über Priesteraushilfen als “liturgische Gastspielreisen”. Nur ein von gegenseitiger Wertschätzung geprägter Stil hilft uns weiter, wie wir ihn beglückend in den drei Diözesanversammlungen erleben durften.

Danke, Kardinal Schönborn, für Ihre klaren Worte. Viele Katholiken sind im Gebet sehr mit ihnen und mit den etwa 4.000 Priestern und Pfarrern Österreichs, die täglich ihren wichtigen und guten Dienst im Sinne der Kirche Christi tun, verbunden – einschließlich der 300, die ihrem Ungehorsam Ausdruck verleihen.

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Maasburg-Leo-Msgr-Artikel


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“Staatsanwaltschaft Wien entlastet Missio-Nationaldirektor”

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Wie das offizielle Presseorgan der österreichischen katholischen Kirche (kathpress) berichtet, sind die Vorwürfe gegen den Direktor der Päpstlichen Missionswerke, Msgr. Leo Maasburg “juristisch und innerkirchlich” ausgeräumt.

Diese Meldung vernehme ich mit großer Freude, auch im Interesse der Initiative PRO Leo Maasburg.

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Laien danken Priestern (1) – Pater Leo Maasburg

[Die folgenden Ausführungen schließen Gedanken von Monsignore Leo Maasburg ein, die dieser anläßlich eines Impulses im Stift Heiligenkreuz zum Thema "Beichte" vorgetragen hat. Pater Leo Maasburg hat Mutter Teresa rund sieben Jahre in Indien und anderen Ländern begleitet und Bücher zum Thema veröffentlicht.]

Als junger Priester war Pater Leo Maasburg einer Einladung zum Abendessen gefolgt, und wurde Zeuge eines ausführlichen Gespräches zwischen einem jungen Psychiater und einer älteren Professorin. Die beiden konnten sich überhaupt nicht einigen während ihres Diskurses. Nach vielen Stunden wandte sich die Professorin unvermittelt an Pater Leo: „Ganz am Ende kann nur mehr der Priester helfen, denn wir können nicht heilen.“

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Wer nicht empfangen hat, kann nicht geben

Weniger ist manchmal mehr. Der Heiligenkreuzer Pater Simeon, bekannt als Leiter der wunderbaren Schola des Stiftes, konzentrierte sich auf einen Satz des Tagesevangeliums: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat“ (Mt 10,40). Seine Zusammenfassung des Tagesevangeliums wird in der Überschrift bereits vorweggenommen: Wer nicht empfangen hat, kann nicht geben.

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Fronleichnam, Herrenleib, Eucharistie

Im Gespräch mit Freunden ging es darum, welche Erlebnisse es sind, die uns in unserem Glaubensleben „mitten ins Herz getroffen haben“. Meine persönliche Erinnerung ist so gegenwärtig, dass ich nicht lang nachdenken musste…

Die Kommunion ist mir nicht bei der Erstkommunion, auch nicht bei der Firmung ganz bewusst geworden, es war eine Auferstehungsfeier, in der die Hostien mit so intensiver, erfahrbarer Liebe durch den Priester* an jeden einzelnen Empfänger gereicht wurden, dass der göttliche Geist Christi gegenwärtig wurde.

Worte werden an dieser Stelle zu unförmigen Bausteinen, die das Geschenk Jesu nie werden beschreiben können. Es ist die Seele und nichts als die Seele, die hier das Sagen hat – und dabei keine Worte bemüht.

Das Feuer der Erinnerung lebt – es ist Christus selbst, der uns an seine Festtafel ruft und sich uns ganz schenkt.

Aller Gelehrsamkeit zum Trotz entzieht sich die sakramentale Gegenwart des Herrn in seinem Fleisch und seinem Blut den theologischen Begrifflichkeiten, da selbst ein so bedeutungsschweres Fachwort wie die Transsubstantiation nur ungenügend umschreiben kann, welches Geschenk den Gläubigen im Geheimnis der eucharistischen Gaben gemacht wird. (Evangelium Tag für Tag)

Im deutschen Sprachraum hat sich für das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ der Ausdruck „Fronleichnam“ erhalten, der ins Neuhochdeutsche übersetzt einfach „Herrenleib“ bedeutet. Der Donnerstag nach der Pfingstoktav sollte als erster möglicher Termin außerhalb des Osterfestkreises in Anlehnung an den Gründonnerstag als eigens Fest zu Ehren des hl. Leibes und Blutes Christi gefeiert werden.

Wenn Gott uns die Gnade schenkt, dann hilft sie uns in hervorragender Weise dabei, ihn in unserem Inneren zu suchen. Und tatsächlich findet man ihn besser und gewinnbringender in sich selbst, als in den geschaffenen Dingen. Dort nämlich hat Augustinus ihn gefunden, wie er uns erzählt, nachdem er ihn an vielen anderen Orten gesucht hatte…

Ich bin überzeugt davon, dass der Herr dieses Geschenk, wenn er es gewährt, den Menschen zugesteht, die den Dingen dieser Welt entsagt haben…, zumindest in ihrem Wollen. Diese Menschen beruft Gott in einer hervorragenden Weise zu einem innerlichen Leben. Wenn sie es verstehen, auf sein Bitten zu antworten, wird er sich nicht darauf beschränken, ihnen diese Gnade zu schenken, sobald er beginnt, sie [den geistlichen Weg] aufsteigen zu lassen. (Teresa von Avila)

Der große Dominikanertheologe und Heilige Thomas von Aquin meditiert in Texten des Stundengebets und der Eucharistiefeier über das Geheimnis der Gegenwart des Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein. Die menschlichen Sinne sind überfordert, wenn sie in diesen bescheidenen Nahrungsmitteln die verborgene Wirklichkeit erkennen sollen, die in ihnen enthalten ist. Immer wieder haben sich deshalb die Gelehrten darüber gestritten, wie die Gegenwart Christi in der Eucharistie zu erklären sei.

Die Substanz geht über in eine andere, aus Brot und Wein werden Fleisch und Blut Christi, obwohl die äußeren Gestalten erhalten bleiben. Die in der Eucharistiefeier im Namen der Kirche dargebrachten Gaben werden gewandelt und Christus schenkt sich der Gemeinde in seinem verklärten und verherrlichten Leib.

In einem Antwortgesang zum Fronleichnamsfest Christus heißt es: „Esst, Freunde, trinkt und werdet satt, meine Lieben. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank.“ Das ist einer der Gründe, warum sich die Kirche immer wieder zu mehr als nur einem einfachen Gedächtnismahl versammelt.

Nach allem, was mir scheinen will, tut der bei diesem geistlichen Werk am meisten, der weniger überlegen und handeln will. Unsere Aufgabe ist es deshalb, uns wie sehr bedürftige Arme in der Gegenwart eines Königs aufzuhalten, der reich und mächtig ist. Sie erheben ihre Stimme, um zu bitten, dann senken sie die Augen und warten demütig. Wenn es uns scheinen will, dass Gott im Geheimen uns zu verstehen gibt, dass er uns hört, dann tun wir gut daran zu schweigen, wo er uns doch gestattet hat, sich ihm zu nähern. (Teresa von Avila)

Christus selbst ist es, der uns an seine Festtafel ruft und sich uns ganz schenkt.

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*Pfarrer Gerhard Viehhauser, St.Blasius, Salzburg

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