Zeit zu beten – Dialog durch Gebete

Beten, katholische Gebete, christliche Spiritualität, Online Gebetskreis, Jesus Christus, Gottesmutter Maria

artikel ingrid betancourt frieden


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Jesus von Kalkutta

Ingrid Betancourt, “Missionarin des Friedens”, 2002-2008 in Gefangenschaft


„Mission ist Nachfolge, Nachfolge ist Mission“ hat Josef Bordat in seinem Kommentar zum Sonntagsevangelium knapp und klar formuliert. Menschen  in der Mission – egal ob hauptberuflich oder “by chance” – müssen „Überzeugungstäter“ sein: Sie sind mit der Botschaft Christi eins geworden – sie sind in Christus, und Er ist in ihnen.

Die selige Mutter Teresa ist ein heiliges Beispiel für ein Dasein mit Christus, ihre Gedanken sollen uns durch diese Woche tragen; hören wir auf „Jesus von Kalkutta“:

«Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig»

Um heilig  zu werden, müssen wir demütig sein und beten. Jesus hat uns beten gelehrt und uns zudem gesagt, dass wir an seinem Beispiel lernen sollen, gütig und von Herzen demütig zu sein. Wir werden weder das eine noch das andere erreichen, wenn wir nicht wissen, was Stille ist. Demut und Gebet entstehen, wenn Ohren, Verstand und Zunge daran Gefallen gefunden haben, in der Nähe Gottes still zu sein; denn Gott spricht in der Stille des Herzens. Geben wir uns echte Mühe, von Jesus, dessen Herz gütig und demütig ist, zu lernen, was Heiligkeit ist. Die erste Aufgabe, vor die uns sein Herz stellt, besteht darin, unser Gewissen zu erforschen, das Übrige – lieben und dienen – kommt anschließend. Für eine derartige Gewissenserforschung sind wir nicht allein zuständig; sie ergibt sich aus einer Zusammenarbeit zwischen uns und Jesus. Es wäre Zeitverschwendung, das eigene Elend vergeblich zu betrachten; erheben wir vielmehr unsere Herzen zu Gott und erlauben wir seinem Licht, uns zu erleuchten.

Wenn du demütig bist, wird dir nichts schaden, weder Lob noch Zurückweisung; denn du weißt ja nun, was du bist. Wenn man dir Vorwürfe macht, lass dich nicht entmutigen; und wenn dich jemand für heilig erklärt, stelle dich nicht auf einen Sockel. Wenn du heilig bist, dann danke Gott; wenn du ein Sünder bist, dann lass es nicht dabei bleiben. Christus sagt dir, dass du dir hohe Ziele setzen sollst: nicht etwa zu sein wie Abraham oder David oder irgendein Heiliger, sondern zu sein, wie es auch unser himmlischer Vater ist (Mt 5,48). „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“ (Joh 15,16).

(Sel. Teresa von Kalkutta (1910-1997), No greater Love, S. 51)  

Wie gut wir Christen es in unserem Glauben haben, denn der, dem wir nachfolgen, ist nicht mehr als ein charismatischer Mensch und nicht weniger als ein liebender Gott.

«Jesus ist die Schönheit, die euch so anzieht»

Jesus ist es, der euch provoziert mit jenem Durst nach Radikalität, der euch keine Anpassung an den Kompromiss erlaubt; Er ist es, der euch dazu drängt, die Masken abzulegen, die das Leben verfälschen; Er ist es, der in euren Herzen die wahreren Entscheidungen herausliest, die andere am liebsten ersticken würden. Jesus ist es, der in euch etwas entfacht: die Sehnsucht, aus eurem Leben etwas Großes zu machen; den Willen, einem Ideal zu folgen; die Ablehnung, euch von der Mittelmäßigkeit verschlingen zu lassen; den Mut, euch in Demut und Treue darum zu mühen, euch selbst und die Gesellschaft besser zu machen, damit sie menschlicher und geschwisterlicher werde.”

(Johannes Paul II., Weltjugendtag 2000, Rom)

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Gott segne euch und führe euch durch diese Woche!

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Jesus berührt s Markus artikel


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Alle, die ihn berührten… und die eucharistische Kommunion

Es ist herrlich, durch das Lesen der Heiligen Schrift an die Gnadengeschenke Jesu erinnert zu werden. “Herrlich” kommt von Herr, und Er ist es, der heilt, Er ist es, der für uns gelitten hat, Er ist es schließlich, der uns die Kommunion geschenkt hat. Dahingehend mahnt uns die heilige Teresa von Avila, wenn sie über die folgende Bibelstelle meditiert.

Sie fuhren auf das Ufer zu, kamen nach Gennesaret und legten dort an.
Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man [Jesus] sofort.
Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war.
Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

(Mk 6,53-56)

“Alle, die Ihn berührten, wurden geheilt”

Als Jesus in dieser Welt weilte, heilte eine einfache Berührung seiner Kleider die Kranken. Warum also sollten wir zweifeln, so wir denn Glauben haben, dass er auch zu unseren Gunsten Wunder wirkt, wo er doch so innig mit uns verbunden ist in der eucharistischen Kommunion? Warum schenkt er uns nicht, was wir von ihm erbitten, wo er doch bei sich zu Hause ist? Seine Majestät zahlt seiner Gewohnheit nach nicht schlecht für die Gastfreundschaft, die man ihm in unserer Seele gewährt, wenn man ihn gut aufnimmt. Bereitet es euch Pein, unseren Herrn nicht mit den leiblichen Augen betrachten zu können? Sagt euch, dass es uns augenblicklich einfach nicht zusteht…

Doch sobald unser Herr sieht, dass eine Seele in seiner Gegenwart gewinnt, enthüllt er sich ihr. Sie wird ihn wohl nicht mit den leiblichen Augen sehen, doch er wird sich ihr in gewichtigen inneren Empfindungen offenbaren oder auf viele andere Weisen. Bleibt also wohlgemut bei ihm.

Verliert keine so günstige Gelegenheit, wie es die Stunde nach der Kommunion ist, um eure Belange anzusprechen.

(Teresa von Avila, Der Weg der Vollkommenheit, Kap. 36)

Ein wertvolle Anregung, gerade recht mit Blick auf das Wochenende und die nächste Heilige Messe…

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„Wagt es, glühende Heilige zu sein“ Benedikt XVI. (Gebetsvigil Freiburg)

Die Freiburger Gebetsvigil mit den Jugendlichen wurde zum emotionalen Höhepunkt der Papstreise. Es ist die ungeheure Wandlungsfähigkeit dieses Papstes – besser gesagt, es muss das in Benedikt XVI. entzündete Feuer des Heiligen Geistes sein, das diesen Petrusnachfolger im Bundestag über Gerechtigkeit, in den Predigten über Herzensanliegen seiner Kirche, und bei der Gebetsvigil zur Jugend auf eine Weise sprechen lässt, dass Seele und Geist ganz wunderbar berührt werden.

Der Rede des Papstes ist nichts weiter hinzuzufügen, sie spricht für sich selbst:

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Liebe junge Freunde!

Ich habe mich den ganzen Tag auf diesen Abend gefreut, hier mit euch zusammenzusein und Gemeinschaft im Gebet mit euch zu haben. Einige von euch werden schon beim Weltjugendtag dabeigewesen sein, wo wir die besondere Atmosphäre der Ruhe, der tiefen Gemeinschaft und der inneren Freude erleben durften, die über einer abendlichen Gebetsvigil liegt. Diese Erfahrung wünsche ich uns auch für diesen Moment: dass der Herr uns anrühre und zu frohen Zeugen mache, die miteinander beten und füreinander einstehen, nicht nur heute Abend, sondern unser ganzes Leben.

In allen Kirchen, in den Domen und Klöstern, überall wo sich die Gläubigen zur Feier der Osternacht versammeln, wird die heiligste aller Nächte mit dem Entzünden der Osterkerze eröffnet, deren Licht an alle Anwesenden weitergereicht wird. Eine winzige Flamme verbreitet sich im Kreis vieler Lichter und erhellt das dunkle Gotteshaus. In diesem wunderbaren liturgischen Ritus, den wir in dieser Gebetsvigil nachgeahmt haben, offenbart sich uns in Zeichen, die mehr sagen als Worte, das Geheimnis unseres christlichen Glaubens. Er, der von sich sagt:

„Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12), bringt unser Leben zum Leuchten, damit wahr wird, was wir soeben im Evangelium gehört haben: Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5,14). Es sind nicht unsere menschlichen Anstrengungen oder der technische Fortschritt unserer Zeit, die Licht in diese Welt bringen. Immer wieder müssen wir es ja erleben, dass unser Mühen um eine bessere und gerechtere Ordnung an seine Grenzen stößt. Das Leiden der Unschuldigen und letztlich der Tod eines jeden Menschen sind ein undurchdringliches Dunkel, das vielleicht von neuen Erfahrungen her für einen Moment, wie durch einen Blitz in der Nacht, erhellt werden mag. Am Ende bleibt aber doch eine beängstigende Finsternis.

Es mag um uns herum dunkel und finster sein, und doch schauen wir ein Licht: eine kleine, winzige Flamme, die stärker ist als die so mächtig und unüberwindbar scheinende Dunkelheit. Christus, der von den Toten auferstanden ist, leuchtet in dieser Welt und gerade dort am hellsten, wo nach menschlichem Ermessen alles düster und hoffnungslos ist. Er hat den Tod besiegt – Er lebt – und der Glaube an ihn durchbricht wie ein kleines Licht all das, was finster und bedrohlich ist. Wer an Jesus glaubt, hat sicherlich nicht immer Sonnenschein im Leben, so als ob ihm Leiden und Schwierigkeiten erspart bleiben könnten, aber stets gibt es da einen hellen Schein, der ihm einen Weg zeigt, der zum Leben in Fülle führt (vgl. Joh 10,10). Wer an Christus glaubt, dessen Augen schauen auch in der dunkelsten Nacht ein Licht und sehen schon das Leuchten eines neuen Tages.

Das Licht bleibt nicht allein. Rings herum flammen weitere Lichter auf. In ihrem Schein erhält der Raum Konturen, so dass man sich orientieren kann. Wir leben nicht allein auf der Welt. Gerade in den wichtigen Dingen des Lebens sind wir auf Mitmenschen angewiesen. So stehen wir besonders im Glauben nicht allein, wir sind Glieder in der großen Kette der Gläubigen. Niemand kann glauben, wenn er nicht durch den Glauben der anderen gestützt wird, und durch meinen Glauben trage ich wiederum dazu bei, die anderen in ihrem Glauben zu stärken. Wir helfen uns, einander Vorbilder zu sein, lassen die anderen am Unsrigen teilhaben, unseren Gedanken, unseren Taten, unserer Zuneigung. Und wir helfen einander, uns zurechtzufinden, unseres Standpunkts in der Gesellschaft gewahr zu werden.

Liebe Freunde, „Ich bin das Licht der Welt – Ihr seid das Licht der Welt“, sagt der Herr. Es ist geheimnisvoll und großartig, dass Jesus von sich selbst und von jedem von uns das gleiche sagt, nämlich „Licht zu sein“. Wenn wir glauben, dass Er der Sohn Gottes ist, der Kranke geheilt und Tote erweckt hat, ja selbst aus dem Grabe erstanden ist und wirklich lebt, so verstehen wir, dass er das Licht, die Quelle aller Lichter dieser Welt ist. Wir dagegen erleben doch immer wieder das Scheitern unserer Bemühungen und das persönliche Versagen trotz bester Absichten. Die Welt, in der wir leben, wird trotz des technischen Fortschritts scheinbar letztlich nicht besser. Noch immer gibt es Krieg und Terror, Hunger und Krankheit, bittere Armut und erbarmungslose Unterdrückung. Und auch die, die sich in der Geschichte als „Lichtbringer“ verstanden haben, ohne aber von Christus, dem einzigen und wahren Licht, entzündet zu sein, haben gerade kein irdisches Paradies geschaffen, sondern Diktaturen und totalitäre Systeme errichtet, in denen selbst der kleinste Funke wahrer Menschlichkeit erstickt wurde.

An diesem Punkt dürfen wir nicht darüber schweigen, dass es das Böse gibt. Wir sehen es an so vielen Orten in dieser Welt; wir sehen es aber auch – und das erschreckt uns – in unserem eigenen Leben. Ja, in unserem eigenen Herzen gibt es die Neigung zum Bösen, den Egoismus, den Neid, die Aggression. Mit einer gewissen Selbstdisziplin lässt sich das vielleicht einigermaßen kontrollieren. Schwieriger wird es aber mit einem eher verborgenen Schlechtsein, das sich wie ein dumpfer Nebel auf uns legen kann, und das ist die Trägheit, die Schwerfälligkeit, das Gute zu wollen und zu tun. Immer wieder in der Geschichte haben aufmerksame Zeitgenossen darauf hingewiesen:

Der Schaden der Kirche kommt nicht von ihren Gegnern, sondern von den lauen Christen. Aber wie kann Christus dann sagen, die Christen und damit wohl auch diese schwachen und oft so lauen Christen seien das Licht der Welt?

Vielleicht verstünden wir, wenn er uns zuriefe: Bekehrt euch! Seid das Licht der Welt! Ändert euer Leben, macht es hell und strahlend! Müssen wir nicht staunen, dass der Herr keinen Appell an uns richtet, sondern sagt: Wir sind das Licht der Welt, wir leuchten, wir strahlen im Dunkel?

Liebe Freunde, der heilige Apostel Paulus scheut sich nicht, in vielen seiner Briefe seine Zeitgenossen, die Mitglieder der Ortsgemeinde, „Heilige“ zu nennen. Hier wird deutlich, dass jeder Getaufte – noch ehe er gute Werke oder besondere Leistungen tun kann – geheiligt ist von Gott. In der Taufe entzündet der Herr gleichsam ein Licht in unserem Leben, das der Katechismus die heiligmachende Gnade nennt. Wer dieses Licht bewahrt, wer in der Gnade lebt, der ist in der Tat heilig.

Liebe Freunde, immer wieder ist das Bild der Heiligen karikiert und verzerrt worden, so als ob heilig zu sein bedeute, weltfremd, naiv und freudlos zu sein. Nicht selten meint man, ein Heiliger sei nur der, der asketische und moralische Höchstleistungen vollbringe und den man daher wohl verehren, aber im eigenen Leben doch nie nachahmen könne. Wie falsch und entmutigend ist diese Meinung! Es gibt keinen Heiligen, mit Ausnahme der seligen Jungfrau Maria, der nicht auch die Sünde gekannt und niemals gefallen wäre. Liebe Freunde, Christus achtet nicht so sehr darauf, wie oft ihr im Leben strauchelt, sondern wie oft ihr wieder aufsteht. Er fordert keine Glanzleistungen, sondern möchte, dass Sein Licht in euch scheint. Er ruft euch nicht, weil ihr gut und vollkommen seid, sondern weil Er gut ist und euch zu seinen Freunden machen will. Ja, ihr seid das Licht der Welt, weil Jesus euer Licht ist. Ihr seid Christen – nicht weil ihr Besonderes und Herausragendes tut, sondern weil Er, Christus, euer Leben ist. Ihr seid heilig, weil seine Gnade in euch wirkt.

Liebe Freunde, an diesem Abend, an dem wir uns im Gebet um den einen Herrn versammeln, ahnen wir die Wahrheit des Wortes Christi, dass die Stadt auf dem Berg nicht verborgen bleiben kann. Diese Versammlung leuchtet im mehrfachen Sinn des Wortes – im Schein unzähliger Lichter, im Glanz so vieler Jugendlicher, die an Christus glauben. Eine Kerze kann nur dann Licht spenden, wenn sie sich von der Flamme verzehren lässt. Sie bliebe nutzlos, würde ihr Wachs nicht das Feuer nähren. Lasst es zu, dass Christus in euch brennt, auch wenn das manchmal Opfer und Verzicht bedeuten kann. Fürchtet nicht, ihr könntet etwas verlieren und sozusagen am Ende leer ausgehen. Habt den Mut, eure Talente und Begabungen für Gottes Reich einzusetzen und euch hinzugeben – wie das Wachs einer Kerze – damit der Herr durch euch das Dunkel hell macht. Wagt es, glühende Heilige zu sein, in deren Augen und Herzen die Liebe Christi strahlt und die so der Welt Licht bringen. Ich vertraue darauf, dass ihr und viele andere junge Menschen hier in Deutschland Leuchten der Hoffnung sind, die nicht verborgen bleiben. „Ihr seid das Licht der Welt.“ Amen.

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“Danksagung – Erneuerung – Einheit – Demut” Benedikt XVI. (25.9. Freiburg)

In  Freiburg wartete alles gespannt auf die Abschlussmesse, und es wurde der pastorale Höhepunkt der Reise. Bei allen kritischen Feststellungen zum Zustand der Kirche hat Benedikt XVI. in erster Linie seinen Dank an die Mitarbeiter der (deutschen) Kirche ausgesprochen und den Gläubigen Mut gemacht für die Zukunft – aber auch die Parameter beschrieben, die für ein heilsames Voranschreiten notwendig sind.

[Keine Kirche ohne Mitarbeiter...]

Anhand des Evangeliums machte der Papst deutlich, dass es weniger auf das Reden “religiöser Experten” als vielmehr auf das Tun ankommt. In dieser großen Abschlusspredigt verwies Benedikt in aller Deutlichkeit auf die Erneuerung des Glaubens und nicht der Strukturen, und schließlich auf die Einheit in Demut.

[Die Einheit der Kirche - als Weltkirche unter römischer Führung]

Hier nun die Predigt des Papstes (nur die einleitenden Worte wurden weggelassen):

„Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen“, so haben wir im Tagesgebet gesprochen. In der ersten Lesung (Buch Ezechiel 18,25-28) hörten wir, wie Gott in der Geschichte Israels die Macht seines Erbarmens zu erkennen gab. Die Erfahrung des babylonischen Exils hatte das Volk in eine Glaubenskrise gestürzt: Warum war dieses Unheil hereingebrochen? War Gott nicht wirklich mächtig? Angesichts alles Schrecklichen, was in der Welt geschieht, gibt es heute Theologen, die sagen, Gott könne nicht allmächtig sein.

Demgegenüber bekennen wir uns zu Gott, dem Allmächtigen, dem Schöpfer des Himmels und der Erde. Wir sind froh und dankbar, dass er allmächtig ist. Aber wir müssen zugleich uns bewusst werden, dass er seine Macht anders ausübt, als Menschen es zu tun pflegen. Er hat seiner Macht selbst eine Grenze gesetzt, indem  er die Freiheit seiner Geschöpfe anerkennt. Wir sind froh und dankbar für die Gabe der Freiheit.

Aber wenn wir das Furchtbare sehen, das durch sie geschieht, dann erschrecken wir doch. Trauen wir Gott, dessen Macht sich vor allem im Erbarmen und Verzeihen zeigt. Und seien wir sicher, liebe Gläubige: Gott sehnt sich nach dem Heil seines Volkes. Er sehnt sich nach unserem Heil. Immer, und vor allem in Zeiten der Not und des Umbruchs, ist er uns nahe, schlägt sein Herz für uns, wendet er sich uns zu. Damit die Macht seines Erbarmens unsere Herzen anrühren kann, bedarf es der Offenheit für ihn, braucht es die Bereitschaft, vom Bösen abzulassen, aus der Gleichgültigkeit aufzustehen und seinem Wort Raum zu geben. Gott achtet unsere Freiheit. Er zwingt uns nicht.

Jesus greift dieses Grundthema der prophetischen Predigt im Evangelium auf. Er erzählt das Gleichnis von den beiden Söhnen, die vom Vater eingeladen werden, im Weinberg zu arbeiten. Der eine Sohn antwortete: „Ja, Herr!, ging aber nicht“ (Mt 21,29). Der andere hingegen sagte zum Vater: „Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch“ (Mt 21,30). Auf die Frage Jesu, wer von beiden den Willen des Vaters getan hat, antworten die Zuhörer: „Der zweite“ (Mt 21,31). Die Botschaft des Gleichnisses ist klar:

Nicht auf das Reden, sondern auf das Tun kommt es an, auf die Taten der Umkehr und des Glaubens. Jesus richtet diese Botschaft an die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes, also an die religiösen Experten des Volkes Israel (Mt 21,29ff).  Sie sagen zuerst ja zu Gottes Willen. Aber ihre Religiosität wird Routine, und Gott beunruhigt sie nicht mehr. Die Botschaft Johannes des Täufers und die Botschaft Jesu empfinden sie darum als störend. So schließt der Herr mit drastischen Worten sein Gleichnis: „Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt“ (Mt 21,31-32). In die Sprache unserer Gegenwart übersetzt könnte das Wort etwa so lauten: Agnostiker, die von der Frage nach Gott umgetrieben werden; Menschen, die unter unserer Sünde leiden und Sehnsucht nach dem reinen Herzen haben, sind näher am Reich Gottes als kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen, ohne dass ihr Herz vom Glauben berührt wäre.

So muss das Wort Jesu uns alle nachdenklich machen, ja, uns erschüttern. Dies bedeutet aber wahrhaftig nicht, dass nun alle, die in der Kirche leben und für sie arbeiten, eher als fern von Jesus und Gottes Reich einzustufen wären. Ganz und gar nicht! Nein, dies ist vielmehr der Augenblick, um den vielen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern, ohne die das Leben in den Pfarreien und in der Kirche als ganzer nicht denkbar wäre, ein Wort sehr herzlichen Dankes zu sagen. Die Kirche in Deutschland hat viele soziale und karitative Einrichtungen, in denen die Nächstenliebe in einer auch gesellschaftlich wirksamen Form und bis an die Grenzen der Erde geübt wird. Allen, die sich im Deutschen Caritas-Verband oder in anderen kirchlichen Organisationen engagieren oder die ihre Zeit und Kraft großherzig für Ehrenämter in der Kirche zur Verfügung stellen, möchte ich meinen Dank und meine Wertschätzung bekunden.

Zu diesem Dienst gehört zunächst sachliche und berufliche Kompetenz. Aber im Sinn der Weisung Jesu gehört mehr dazu: das offene Herz, das sich von der Liebe Christi treffen lässt und so dem Nächsten, der unser bedarf, mehr gibt als technischen Service: die Liebe, in der dem anderen der liebende Gott – Christus – sichtbar wird. Fragen wir uns dann: Wie steht es mit meiner persönlichen Gottesbeziehung – im Gebet, in der sonntäglichen Messfeier, in der Vertiefung des Glaubens durch die Betrachtung der Heiligen Schrift und das Studium des Katechismus der Katholischen Kirche? Liebe Freunde! Die Erneuerung der Kirche kann letztlich nur durch die Bereitschaft zur Umkehr und durch einen erneuerten Glauben kommen.

Im Evangelium dieses Sonntags ist von zwei Söhnen die Rede, hinter denen geheimnisvoll aber noch ein dritter Sohn steht. Der erste Sohn sagt ja, tut aber das ihm Aufgetragene nicht. Der zweite Sohn sagt nein, erfüllt jedoch den Willen des Vaters. Der dritte Sohn sagt ja, und tut auch, was ihm aufgetragen wird. Dieser dritte Sohn ist Gottes eingeborener Sohn Jesus Christus, der uns alle hier zusammengeführt hat. Jesus sprach bei seinem Eintritt in die Welt: „Ja, ich komme, … um deinen Willen, Gott, zu tun“ (Hebr 10,7). Dieses Ja hat er nicht nur gesagt, sondern getan. Es heißt im Christushymnus aus der zweiten Lesung: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sei, sondern entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,6-8). In Demut und Gehorsam hat Jesus den Willen des Vaters erfüllt, ist er für seine Brüder und Schwestern am Kreuz gestorben, hat er uns von unserem Hochmut und Eigensinn erlöst. Danken wir ihm für seine Hingabe, beugen wir die Knie vor seinem Namen und bekennen wir mit den Jüngern der ersten Generation: „Jesus Christus ist der Herr – zur Ehre Gottes, des Vaters“ (Phil 2,10).

Christliches Leben muss stets neu an Christus Maß nehmen. „Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht“ (Phil 2,5), schreibt Paulus in der Einleitung zum Christushymnus. Einige Verse vorher ruft er auf: „Wenn es Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen, dann macht meine Freude dadurch vollkommen, daß ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig“ (Phil 2,1-2). Wie Christus ganz dem Vater verbunden und gehorsam war, so sollen seine Jünger Gott gehorchen und untereinander eines Sinnes sein. Liebe Freunde! Mit Paulus wage ich euch zuzurufen: Macht meine Freude dadurch vollkommen, daß ihr fest in Christus geeint seid!

Die Kirche in Deutschland wird die großen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft bestehen und Sauerteig in der Gesellschaft bleiben, wenn Priester, Gottgeweihte und christgläubige Laien in Treue zur jeweils spezifischen Berufung in Einheit zusammenarbeiten; wenn Pfarreien, Gemeinschaften und Bewegungen sich gegenseitig stützen und bereichern; wenn die Getauften und Gefirmten die Fackel des unverfälschten Glaubens in Einheit mit dem Bischof hochhalten und ihr reiches Wissen und Können davon erleuchten lassen. Die Kirche in Deutschland wird für die weltweite katholische Gemeinschaft weiterhin ein Segen sein, wenn sie treu mit den Nachfolgern des heiligen Petrus und der Apostel verbunden bleibt, die Zusammenarbeit mit den Missionsländern in vielfältiger Weise pflegt und sich dabei auch von der Glaubensfreude der jungen Kirchen anstecken läßt.

Mit der Mahnung zur Einheit verbindet Paulus den Ruf zur Demut: Tut „nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei… Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen“ (Phil 2,3-4). Christliche Existenz ist Pro-Existenz: Dasein für den andern, demütiger Einsatz für den Nächsten und das Gemeinwohl. Liebe Gläubige! Demut ist eine Tugend, die in der Welt von heute nicht hoch im Kurs steht. Aber die Jünger des Herrn wissen, dass diese Tugend gleichsam das Öl ist, das Gesprächsprozesse fruchtbar, Zusammenarbeit einfach und Einheit herzlich macht. Humilitas, das lateinische Wort für Demut, hat mit Humus, Erdnähe zu tun. Demütige Menschen stehen mit beiden Beinen auf der Erde. Vor allem aber hören sie auf Christus, auf Gottes Wort, das die Kirche und jedes Glied in ihr unaufhörlich erneuert. Bitten wir Gott um den Mut und um die Demut, den Weg des Glaubens zu gehen, aus dem Reichtum seines Erbarmens zu schöpfen und den Blick unablässig auf Christus gerichtet zu halten, auf das Wort, das alles neu macht, das für uns „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6) und das unsere Zukunft ist. Amen.

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“Glaube ist immer auch wesentlich Mitglauben, also Kirche” Benedikt XVI. (24.9. Erfurt)

Vor einer wunderbaren Kulisse fand heute, Samstag, die Heilige Messe in Thüringen statt. Seit dem 8. Jahrhundert hat dieser Platz Bedeutung, auf dem der Mariendom und die Severikirche in Eintracht nebeneinander stehen, nicht zu vergessen das angeschlossene Stift. Eine bewegte Kirchengeschichte ist hier anzutreffen, nicht nur in Bezug auf die letzten beiden Generationen. So ist die Severikirche im 17. Jahrhundert von schwedischen Truppen den Protestantischen zugeeignet worden, wurde aber schon einige Jahre später (1635) an die katholische Kirche zurückgegeben…

In der Messe wandte sich Benedikt XVI. ausführlich an die Kirche Ostdeutschlands. Die Diaspora der ostdeutschen katholischen Kirche kann auch als Bild der zerstreuten Gemeinden in säkularen Gesellschaften gesehen werden, so hält der Papst fest: Viele entschiedene Katholiken sind gerade in der schwierigen Situation einer äußeren Bedrängnis Christus und der Kirche treu geblieben. Sie haben persönliche Nachteile in Kauf genommen, um ihren Glauben zu leben. Hilfreich dabei ist das Miteinander: Glaube ist immer auch wesentlich Mitglauben. Dieses »mit«, ohne das es keinen persönlichen Glauben geben kann, ist die Kirche. Wir wollen, wie die Heiligen Kilian, Bonifatius, Adelar, Eoban und Elisabeth von Thüringen als Christen auf unsere Mitbürger zugehen und sie einladen, mit uns die Fülle der Frohen Botschaft zu entdecken.

Hier nun einige Zitierungen aus der Predigt des Papstes:

Wir alle sind davon überzeugt, dass die neue Freiheit geholfen hat, dem Leben der Menschen größere Würde und vielfältige neue Möglichkeiten zu eröffnen. Viele Erleichterungen dürfen wir auch seitens der Kirche dankbar hervorheben, seien es neue Möglichkeiten der pfarrlichen Aktivitäten, seien es Renovierung und Erweiterung von Kirchen und Gemeindezentren, seien es diözesane Initiativen pastoraler oder kultureller Art. Aber haben diese Möglichkeiten uns auch ein Mehr an Glauben gebracht? Ist der Wurzelgrund des Glaubens und des christlichen Lebens nicht ganz wo anders als in der gesellschaftlichen Freiheit zu suchen? Viele entschiedene Katholiken sind gerade in der schwierigen Situation einer äußeren Bedrängnis Christus und der Kirche treu geblieben. Sie haben persönliche Nachteile in Kauf genommen, um ihren Glauben zu leben.

[...] Die Gegenwart Gottes zeigt sich besonders deutlich in seinen Heiligen. Ihr Glaubenszeugnis kann uns auch heute Mut machen zu einem neuen Aufbruch. Denken wir hier vor allem an die Schutzheiligen des Bistums Erfurt: die Heiligen Elisabeth von Thüringen, Bonifatius und Kilian. Elisabeth kam aus einem fremden Land, aus Ungarn, auf die Wartburg nach Thüringen. Sie führte ein intensives Leben des Gebets, verbunden mit dem Geist der Buße und der Armut des Evangeliums. Regelmäßig stieg sie aus ihrer Burg hinab in die Stadt Eisenach, um dort persönlich Arme und Kranke zu pflegen. Ihr Leben auf dieser Erde war nur kurz – sie wurde nur vierundzwanzig Jahre alt –, aber die Frucht ihrer Heiligkeit war gewaltig. Die heilige Elisabeth wird auch von evangelischen Christen sehr geschätzt; sie kann uns allen helfen, die Fülle des überlieferten Glaubens zu entdecken und in unseren Alltag zu übersetzen.

Was haben diese Heiligen gemeinsam? Wie können wir das Besondere ihres Lebens beschreiben und für uns fruchtbar machen? Ja, die Heiligen zeigen uns, daß es möglich und gut ist, die Beziehung zu Gott radikal zu leben, sie an die erste Stelle zu setzen, nicht unter »ferner liefen«. Die Heiligen verdeutlichen uns die Tatsache, daß Gott sich uns zuerst zugewandt hat, sich uns in Jesus Christus gezeigt hat und zeigt. Christus kommt auf uns zu, er spricht jeden einzelnen an und lädt ihn ein, ihm nachzufolgen. Diese Chance haben die Heiligen genutzt, sie haben sich gleichsam von innen her ausgestreckt auf ihn – in der beständigen Zwiesprache des Gebets – und von ihm das Licht erhalten, das ihnen das wahre Leben erschließt.

Glaube ist immer auch wesentlich Mitglauben. Daß ich glauben kann, verdanke ich zunächst Gott, der sich mir zuwendet und meinen Glauben sozusagen »entzündet«. Aber ganz praktisch verdanke ich meinen Glauben auch meinen Mitmenschen, die vor mir geglaubt haben und mit mir glauben. Dieses »mit«, ohne das es keinen persönlichen Glauben geben kann, ist die Kirche. Und diese Kirche macht nicht vor Ländergrenzen halt, das zeigen uns die Nationalitäten der Heiligen, die ich vorhin genannt habe: Ungarn, England, Irland und Italien. Hier zeigt sich, wie wichtig der geistliche Austausch ist, der sich über die ganze Weltkirche erstreckt. Wenn wir uns dem ganzen Glauben in der ganzen Geschichte und dessen Bezeugung in der ganzen Kirche öffnen, dann hat der katholische Glaube auch als öffentliche Kraft in Deutschland eine Zukunft. Zugleich zeigen uns die genannten Heiligengestalten die große Fruchtbarkeit eines heiligen Lebens, dieser radikalen Liebe zu Gott und zum Nächsten. Heilige, auch wenn es nur wenige sind, verändern die Welt.

So waren die politischen Veränderungen des Jahres 1989 in eurem Land nicht nur durch das Verlangen nach Wohlstand und Reisefreiheit motiviert, sondern auch entscheidend durch die Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit. Diese Sehnsucht wurde unter anderem durch Menschen wachgehalten, die ganz im Dienst für Gott und den Nächsten standen und bereit waren, ihr Leben zu opfern. Sie und die erwähnten Heiligen geben uns Mut, die neue Situation zu nutzen. Wir wollen uns nicht in einem bloß privaten Glauben verstecken, sondern die gewonnene Freiheit verantwortlich gestalten. Wir wollen, wie die Heiligen Kilian, Bonifatius, Adelar, Eoban und Elisabeth von Thüringen als Christen auf unsere Mitbürger zugehen und sie einladen, mit uns die Fülle der Frohen Botschaft zu entdecken.

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„Gemeinsam die Gegenwart des lebendigen Gottes bezeugen“ Benedikt XVI. (23.9. Erfurt)

Der Papst ist (voraussichtlich zum letzten Mal) in Deutschland und will klare Verhältnisse ansprechen und hinterlassen – diesen Eindruck gewinnt man immer mehr. Diejenigen, die im Vorfeld von einem Vermächtnis für Deutschland gesprochen haben, sollen Recht behalten.

Präses Nikolaus Schneider (EKD) wurde nach der päpstlichen Rede nach möglichen Enttäuschungen – “der Papst habe keine konkreten Schritte und Lösungen präsentiert” – vieler Christen gefragt. Er, Präses Schneider, wolle daran erinnern, dass Protestanten und Katholiken sich jahrhundertelang sehr unfreundlich begegnet seien und erst seit kurzer Zeit gut miteinander umgingen. Die Gespräche mit dem Papst fänden in respektvoller, freundschaftlicher Weise statt und man müsse sehen, wie aus dieser Freundschaft im Laufe der Zeit Gemeinsamkeiten entstünden.

>>>Mehr Stellungnahmen von evangelischer und katholischer Seite (auf IDEA) sind hier zu lesen.

Nun zu den Worten des Papstes:

Ökumenischer Gottesdienst:

Deshalb sollten wir bei einer ökumenischen Begegnung nicht nur die Trennungen und Spaltungen beklagen, sondern Gott für alles danken, was er uns an Einheit erhalten hat und immer neu schenkt. Und diese Dankbarkeit muß zugleich Bereitschaft sein, die so geschenkte Einheit nicht zu verlieren mitten in einer Zeit der Anfechtung und der Gefahren.

Die grundlegende Einheit besteht darin, daß wir an Gott, den Allmächtigen, den Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde glauben. Daß wir ihn als den Dreifaltigen bekennen – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die höchste Einheit ist nicht monadische Einsamkeit, sondern Einheit durch Liebe. Wir glauben an Gott – den konkreten Gott. Wir glauben daran, daß Gott zu uns gesprochen hat und einer von uns geworden ist. Diesen lebendigen Gott zu bezeugen ist unsere gemeinsame Aufgabe in der gegenwärtigen Stunde.

>>>Ein sehr lesenswerter Kommentar zur Begegnung im Augustinerkloster

>>>Die vollständige Ansprache des Papstes

Aus der Ansprache bei der Begegnung mit Vertretern des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD):

Die Abwesenheit Gottes in unserer Gesellschaft wird drückender, die Geschichte seiner Offenbarung, von der uns die Schrift erzählt, scheint in einer immer weiter sich entfernenden Vergangenheit angesiedelt. Muß man dem Säkularisierungsdruck nachgeben, modern werden durch Verdünnung des Glaubens?

Natürlich muß der Glaube heute neu gedacht und vor allem neu gelebt werden, damit er Gegenwart wird. Aber nicht Verdünnung des Glaubens hilft, sondern nur ihn ganz zu leben in unserem Heute. Dies ist eine zentrale ökumenische Aufgabe. Dazu sollten wir uns gegenseitig helfen: tiefer und lebendiger zu glauben. Nicht Taktiken retten uns, retten das Christentum, sondern neu gedachter und neu gelebter Glaube, durch den Christus und mit ihm der lebendige Gott in diese unsere Welt hereintritt. Wie uns die Märtyrer der Nazizeit zueinander geführt und die erste große ökumenische Öffnung bewirkt haben, so ist auch heute der in einer säkularisierten Welt von innen gelebte Glaube die stärkste ökumenische Kraft, die uns zueinander führt, der Einheit in dem einen Herrn entgegen.

>>>Der komplette Text

Begegnung mit Repräsentanten der Muslimischen Gemeinde:

>>>Der vollständige Text

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Das Evangelium, das jeder im Schlaf kennen muss

Die Erinnerung kommt wieder… Georg Mayr-Melnhof (Gründer der Gemeinschaft Loretto) steht auf einem großen Platz in Süddeutschland, und spricht vor einer riesigen Schar von Jugendlichen: „Und wenn ihr euch nur eine einzige Bibelstelle merkt, dann sei es Johannes 3,16: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ Tragt die Heilige Schrift bei euch – in diesem Moment zieht er eine deutlich gebrauchte Taschenbibel aus der hinteren Hosentasche – am besten im kleinen Format, dass ihr sie immer bei euch tragen könnt, …und lest die Heilige Schrift! Sie ist das Wort des Lebens, glaubt mir, aber vor allem glaubt Jesus Christus unserem Herrn!”

Daran muss ich immer denken… Weiterlesen →


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Kreuzweg: Im Gedenken an Christian de Chergé, Prior des Klosters Tibhirine

Christian de Chergé OCSO (* 18. Januar 1937 in Colmar, Dep. Haut-Rhin; † 21.Mai 1996 in Algerien) war ein französischer Trappist und Prior des Klosters »Notre-Dame de l’Atlas« in Tibhirine, Algerien (Erzbistum Algier).

Als Sohn eines französischen Berufssoldaten… Weiterlesen →


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Einordnung, Unterordnung.

Nach den “Tagen des Analysierens” (siehe die letzten Einträge) tut es gut, zu den Gedanken geistlich inspirierter und begnadeter Menschen zurückzukehren – um zu sehen, wo der Bartl den Most tatsächlich holt. Soll heißen, sich wieder im rechten Verhältnis einzuordnen, und das bedeutet vor allem, sich Gott wieder unterzuordnen.

Eine Hilfe dabei sind mir die geistlichen Tagebücher der Gabrielle Bossis, die ihre Zwiesprache mit Jesus regelmäßig festgehalten hat. Christus spricht zu ihr wie folgt:

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wpa Christentum-Islam


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Islam, brennende Kirchen und die Bergpredigt

„Mehr als 1000 Demonstranten haben am Dienstag in Zentraljava, Indonesien, ein Gerichtsgebäude gestürmt und anschließend zwei Kirchen in Brand gesteckt sowie eine weitere schwer beschädigt. Die Gewalt in Temanggung, rund 60 Kilometer nordwestlich von Yogyakarta, brach aus, nachdem das Gericht einen Christen wegen Blasphemie zu fünf Jahren Haft verurteilt hatte. Der Mob empfand das Urteil als zu mild“ – so lauten die letzten Schlagzeilen.

Woher nehmen Muslime das Recht, Christen zu verfolgen? Was ist es, das dem Islam diese Kraft in der rigorosen Ablehnung anderer Religionen gibt?

Auch wenn in Europa noch keine Kirchen brennen, müssen Christen daran gehen, sich mit dem Islam auseinanderzusetzen. Dabei finden wir mit einfachen Abwehrreflexen der Art… „Wenn Muslime bei uns Moscheen bauen, müssen wir das Recht haben, auf muslimischen Territorien Kirchen zu bauen“ oder „der Islam ist aufgrund der vielen gewaltbereiten Muslime, des Dschihad und der Scharia schlichtweg abzulehnen“ …nicht mehr das Auslangen.

Um diese „Kraft des Islam“ zu verstehen, ist es notwendig, einmal die Seiten zu wechseln – also mit den Augen des Islam auf das Christentum zu blicken: Erst dann wird das volle Ausmaß der Bedrohung (ja, nichts anderes ist es, wenn wir die Klarheit und den Mut besitzen, die Lage beim Namen zu nennen) sichtbar. Eine Vorlesungsunterlage der Universität Erfurt, verfasst durch den in Pakistan geborenen Islamwissenschaftler Prof. Dr. Jamal Malik, soll Basis sein für dieses Vorhaben.

Anhand der muslimischen Rezeption der Bergpredigt und der Wirkungsgeschichte christlicher Missiononare in Indien und Afrika wird verständlich, mit welchem Selbstbewusstsein die Jünger des Propheten Mohammed ausgestattet sind. Aufgrund der Überzeugung der Muslime, die Bibel sei nicht authentisch, Jesus sei nicht der Sohn Gottes, und Paulus habe die Evangelien umgedeutet, haben Christen nichts mehr zu lachen.

Im folgenden wird eine Zusammenfassung der Vorlesung von Prof. J.Malik vorgestellt; damit verbunden ist die Einladung, über christliche (Gegen-) Positionen nachzudenken, die dazu führen, eine selbstbewusste und überlegte Haltung gegenüber dem Islam einnehmen zu können. In einem Folgeartikel werden diese Ansätze zu präsentieren sein.

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Carlo Carretto: Jenseits der Dinge

„Nichts vermag den Menschen in der Zufälligkeit und Vorläufigkeit zu halten. Irgendwo gibt es einen Punkt, der uns anzieht und bewirkt, dass wir diese Grenzen überschreiten. Von diesem Punkt aus erhält alles Erklärung und Sinn.“

Carlo Carretto hat eine Sprache gefunden, die einen in den Bann zieht – natürlich unter der Voraussetzung, dass man sich auf den Weg eines großen Ordensmannes einlässt. Im folgenden Abschnitt spannt Carretto einen weiten Bogen: Beginnend mit der noch unbestimmten Sehnsucht des Menschen – über die einfache Beobachtung eines Storches, der den Anschluss an seinen Schwarm verloren hat – bis zu dem Punkt, wo dieser Vogel als Parabel für die Distanz Mensch zu Gott dient…

Zum 4. Abschnitt des Textes „Unser Weg durch die Wüste“: Jenseits der Dinge

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