Zeit zu beten – Dialog durch Gebete

Beten, katholische Gebete, christliche Spiritualität, Online Gebetskreis, Jesus Christus, Gottesmutter Maria

Triduum Sacrum


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Ostersonntag – Radikalität eines Neuen Bundes

Zwischen der Auferstehung Christi und der Offenbarung seiner Macht und Herrlichkeit läuft unsere Zeit, unser Weg. Wir gehen im Licht des Glaubens, oder auch: in der Dunkelheit des Glaubens.

Kein anderer Festtag des Jahres zeugt von derartiger Radikalität. ER, der allmächtige und ewige GOTT ist herabgestiegen zu den Menschen in JESUS CHRISTUS, der nun nach dem Willen des Vaters Sein Werk zum Höhepunkt bringt: Menschliche Hingabe eines Gottes, in vollendeter Liebe. Der Menschensohn opfert sich am Kreuz, und 3 Tage später ist Sein Tempel wieder aufgerichtet. Kurz zuvor hat JESUS beim letzten Abendmahl den Neuen Bund errichtet, ein weiteres Zeugnis ungekannter Radikalität. Von nun an wird sich Sein Opfer auf christlichen Altären weltweit, zu jeder Zeit und an jedem Ort, wiederholen. Mehr noch, Sein Liebesbündnis mit den Gläubigen vollzieht sich in höchster Demut: CHRISTUS vertraut sich in der Wandlung den Händen jedes einzelnen Priesters an, und verschenkt sich schließlich in kleinster Gestalt, der Hostie, an jeden, der zum Glauben an IHN gekommen ist. (Stefan Ehrhardt)

Dieser Glaube stützt sich auf das Zeugnis derer, die den Auferstandenen gesehen haben. Die Welt um uns aber und die Generation nach uns leben von dem Glauben, den wir bekennen und durch unser Leben bezeugen.

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>>> UPDATE <<<

Die Predigt des Papstes in der Osternacht:
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[ 1. GOTTES ÜBERRASCHUNG UND UNSERE OFFENHEIT ]

Im Evangelium dieser lichtvollen Osternacht begegnen wir als ersten den Frauen, die sich mit den wohlriechenden Salben zum Grab Jesu begeben, um seinen Leichnam zu salben (vgl. Lk 24,1-3). Sie gehen, um eine Geste des Mitleids, der Zuneigung, der Liebe auszuführen, eine traditionelle Geste gegenüber einem lieben Verstorbenen, wie auch wir sie zu tun pflegen. Sie waren Jesus gefolgt, hatten ihm zugehört, hatten sich von ihm in ihrer Würde verstanden gefühlt und hatten ihn bis zum Ende begleitet, bis auf den Kalvarienberg und bis zum Moment der Kreuzesabnahme. Wir können uns ihre Gefühle vorstellen, während sie zum Grab gehen: eine gewisse Traurigkeit, der Schmerz, weil Jesus sie verlassen hatte, tot war; seine Geschichte war zu Ende. Nun kehrte man zu dem vorigen Leben zurück. Doch in den Frauen blieb die Liebe wach, und die Liebe zu Jesus ist es, die sie gedrängt hatte, zum Grab zu gehen.

Doch an diesem Punkt geschieht etwas völlig Unerwartetes, Neues, das ihre Herzen erschüttert und ihre Pläne umstößt und das auch ihr Leben in andere Bahnen werfen wird: Sie sehen den Stein weggewälzt vom Grab, kommen näher und finden den Leichnam des Herrn nicht. Das ist etwas, das sie ratlos macht, Zweifel aufkommen lässt, sie mit Fragen erfüllt: „Was ist los?”, „Was soll das alles bedeuten?” (vgl. Lk 24,4). Geht es nicht auch uns so, wenn im täglichen Ablauf der Dinge etwas wirklich Neues geschieht? Wir halten inne, verstehen nicht, wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen. Das Neue macht uns häufig Angst, auch das Neue, was Gott uns bringt, das Neue, das Gott von uns verlangt. Wir sind wie die Apostel aus dem Evangelium: Oft ziehen wir es vor, unsere Sicherheiten beizubehalten, bei einem Grab stehenzubleiben im Gedanken an den Verstorbenen, der schließlich nur in der Erinnerung der Geschichte lebt wie die großen Persönlichkeiten der Vergangenheit. Wir haben Angst vor den Überraschungen Gottes; liebe Schwestern und Brüder, in unserem Leben haben wir Angst vor den Überraschungen Gottes! Er überrascht uns immer! So ist der Herr.

Brüder und Schwestern, verschließen wir uns nicht dem Neuen, das Gott in unser Leben bringen will! Sind wir oft müde, enttäuscht, traurig, spüren wir die Last unserer Sünden, meinen wir, es nicht zu schaffen? Verschließen wir uns nicht in uns selbst, verlieren wir nicht die Zuversicht, geben wir niemals auf: Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern kann, es gibt keine Sünde, die er nicht vergeben kann, wenn wir uns ihm öffnen.
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[ 2. JESUS ZULASSEN, AUF JESUS ZUGEHEN ]

2. Doch kehren wir zum Evangelium zurück, zu den Frauen, und gehen wir einen Schritt weiter. Sie finden das leere Grab, der Leichnam Jesu ist nicht da, etwas Neues ist geschehen, aber all das besagt noch nichts Klares – es löst Fragen aus, Ratlosigkeit, ohne eine Antwort zu bieten. Und siehe da, plötzlich zwei Männer in leuchtenden Gewändern, die sagen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden” (Lk 24,5-6). Was eine einfache Geste, eine Tat, sicher aus Liebe getan – das Gehen zum Grab – verwandelt sich jetzt in ein Ereignis, in ein Geschehnis, das wirklich das Leben verändert. Nichts bleibt wie zuvor, nicht nur im Leben jener Frauen, sondern auch in unserem Leben und in unserer Menschheitsgeschichte. Jesus ist nicht ein Toter, er ist auferstanden, er ist der Lebende! Er ist nicht einfach ins Leben zurückgekehrt, sondern er ist das Leben selbst, denn er ist der Sohn Gottes, des Lebendigen (vgl. Num 14,21-28; Dtn 5,26; Jos 3,10).

Jesus ist nicht mehr in der Vergangenheit, sondern er lebt in der Gegenwart und ist auf die Zukunft hin ausgerichtet, Jesus ist das ewige „Heute” Gottes. So zeigt sich die Neuheit Gottes vor den Augen der Frauen, der Jünger, vor unser aller Augen: der Sieg über die Sünde, über das Böse, über den Tod, über alles, was das Leben belastet und ihm ein weniger menschliches Aussehen verleiht. Und das ist eine Botschaft, die an mich, an dich, liebe Schwester, lieber Bruder, gerichtet ist. Wie oft brauchen wir es, dass die Liebe uns sagt: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Die Probleme, die Sorgen des Alltags können und leicht dazu bringen, uns in uns selbst, in der Traurigkeit, in der Bitterkeit zu verschließen… und darin liegt der Tod. Suchen wir nicht dort den Lebenden!

Lass also zu, dass der auferstandene Jesus in dein Leben eintritt, nimm ihn auf als Freund, mit Vertrauen: Er ist das Leben! Wenn du bis jetzt fern von ihm warst, tu einen kleinen Schritt: Er wird dich mit offenen Armen empfangen. Wenn du gleichgültig bist, akzeptiere das Risiko: Du wirst nicht enttäuscht sein. Wenn es dir schwierig erscheint, ihm zu folgen, hab’ keine Angst, vertrau’ dich ihm an, sei sicher, dass er dir nahe ist, er ist auf deiner Seite und wird dir den Frieden geben, den du suchst, und die Kraft, so zu leben, wie er will.
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[ 3. SICH-ERINNERN AN GOTT, HOFFNUNG SCHÖPFEN ]

3. Da ist noch ein letztes Element im Evangelium dieser lichtvollen Osternacht, das ich hervorheben möchte. Die Frauen begegnen der Neuheit Gottes: Jesus ist auferstanden, er ist der Lebende! Aber angesichts des leeren Grabes und der beiden Männer in leuchtenden Gewändern ist ihre erste Reaktion ein Erschrecken: Sie „blickten zu Boden” – bemerkt der heilige Lukas –, hatten nicht einmal den Mut aufzusehen. Als sie aber die Verkündigung von der Auferstehung hören, nehmen sie sie gläubig an. Und die beiden Männer in leuchtenden Gewändern führen ein grundlegendes Verb ein: erinnern.Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war …Da erinnerten sie sich an seine Worte” (Lk 24,6.8).

Dies ist die Einladung, sich an die Begegnung mit Jesus, an seine Worte, seine Taten, sein Leben zu erinnern; und gerade dieses liebevolle Sich-Erinnern an die Erfahrung mit dem Meister ist es, was die Frauen dazu bringt, jegliche Furcht zu überwinden und die Verkündigung von der Auferstehung zu den Aposteln und zu allen anderen zu bringen (vgl. Lk 24,9). Sich an das erinnern, was Gott für mich, für uns getan hat und tut, sich an den zurückgelegten Weg erinnern – das öffnet das Herz für die Hoffnung auf die Zukunft. Lernen wir, uns an das zu erinnern, was Gott in unserem Leben getan hat.

In dieser Nacht des Lichtes bitten wir auf die Fürsprache der Jungfrau Maria, die alle Ereignisse in ihrem Herzen bewahrte (vgl. Lk 2,19.51), dass der Herr uns an seiner Auferstehung teilhaben lasse: Er öffne uns für die verwandelnde Neuheit, für die Überraschungen Gottes, die so schön sind; er mache uns zu Menschen, die fähig sind, sich an das zu erinnern, was er in ihrer persönlichen Geschichte und in der Welt gewirkt hat; er mache uns fähig, ihn zu spüren als den Lebenden, der mitten unter uns lebt und wirkt; er lehre uns, liebe Brüder und Schwestern, Tag für Tag, den Lebenden nicht bei den Toten zu suchen. Amen.

(Papst Franziskus, Ostervigil, 30. März 2013)

(Hervorhebungen und Überschriften vom Autor des Artikels)

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Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja.
Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Halleluja.

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Auferstehung - Christus Resurrexit

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OSTERSONNTAG

Wahres Lamm,
Hingabe und Liebesstrahlen -
- Seinem Licht folge meine Seele!

Sein Weg,
Ankunft, Kreuz und Leben -
- in Seiner Gnade will ich den Glauben bekennen!

Seine Wahrheit,
Worte, Zeichen und Auferstehung -
- aus tiefem Herzen will ich Ihm danken!

Sein Leben,
ohne Anfang, ohne Ende -
- ewig darf ich und will ich für Ihn leben!

Wahres Licht,
das ist der Tag der Tage -
- mit erlöster Seele beginne ich neu!

 (Stefan Ehrhardt)

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Triduum Sacrum


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Karfreitag: Jesus Moritur In Cruce – Propter Nos Homines

Gott gibt alles um des Menschen willen

Für uns Menschen – Propter Nos Homines, so heißt es im Glaubensbekenntnis, ist er, Jesus Christus, der Sohn Gottes, Mensch geworden, um uns Menschen den Weg in das Leben in Fülle zu ermöglichen. Im Blick auf die Leidensgeschichte wird klar, was das bedeutet: Gott gibt alles um des Menschen willen! Im Kreuz Jesu erkennen wir einen Gott, der sich ganz und gar hingibt. Er zeigt in seinem Handeln, dass die größte Freiheit sich in der Liebe realisiert und vollendet. Gott, der wirklich absolut frei ist, offenbart im Kreuz, was wahre Freiheit ist: alles geben können in der Liebe. Deswegen kann der Herr in der Stunde seines Todes rufen: Es ist vollbracht!

Aber ­ warum dieser ungeheure Aufwand, warum der Liebestod Gottes in Jesus Christus am Kreuz, das größte, faszinierendste und zugleich schrecklichste Geschehen aller Zeiten? Noch einmal: um des Menschen willen! Ja, so kostbar ist das Leben jedes Menschen, dass Gott dafür alles gibt.

(Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising)

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Kreuzigung - Messgewand

Gedanken

Siehst Du „Holz“?
Oder: Fleisch und Blut?

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Triduum Sacrum


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Gründonnerstag – Kennen wir die Sprache der Liebe?

Gedanke

Gehören wir zu Seinen Schafen?
Diese Frage stellen heißt fragen:
Kennen wir die Sprache der Liebe?

“Das ist mein Leib”: Hier hören wir die Stimme unseres Hirten. Gott ist die Liebe. Es ist die Stimme der Liebe. “… und sie werden Meine Stimme hören”, sagt Christus über seine Schafe, die er herbeiführen wird (Joh 10,16). Was für ein Trost liegt in dieser Stimme! Es ist die Stimme unseres Hirten, der Sein Leben für die Schafe hingegeben hat. Und immer wieder hören wir Seine Stimme: “Das ist mein Leib.” Immer wieder dürfen wir diese Worte der Liebe vernehmen. Weiterlesen →

wpa Impuls des Bischofs


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Geweihtes Leben heute – ein päpstlicher Kommentar

Am Palmsonntag predigte Papst Franziskus zu den Jugendlichen: “Ihr bekennt euch zu ihm, denn ihr habt begriffen, dass in der Selbsthingabe – im Verschenken des eigenen Selbst, im Herausgehen aus sich selbst – die wahre Freude liegt” und schließt an: “Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern” (Mt 28,19).

Priester - geweihtes Leben

Wer denkt dabei nicht daran, wie sehr Europa nach Berufungen dürstet! In einem Kommentar zum heutigen Evangelium (Maria salbt Jesus mit dem Nardenöl, Joh 12,1-11) wird eine Brücke zum geweihten Leben geschlagen; man darf diesen Kommentar als ungewollte, aber passende Fortsetzung der gestrigen Predigt des Papstes verstehen:

Nicht wenige fragen sich heutzutage ratlos: Wozu soll das geweihte Leben gut sein? Warum lassen sich Menschen auf diese Lebensform ein, wo es doch… so viele dringende Notwendigkeiten gibt, auf die man auch antworten kann, ohne die besonderen Verpflichtungen des geweihten Lebens zu übernehmen? Ist das geweihte Leben nicht vielleicht so etwas wie eine »Verschwendung« menschlicher Kräfte, die, würde man einem Wirksamkeitskriterium folgen, für ein größeres Gut zum Vorteil der Menschheit und der Kirche nutzbar wären?… Solche Fragen hat es immer gegeben, wie die Episode der Salbung in Betanien aus dem Evangelium anschaulich beweist: »Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt« (Joh 12,3). Als Judas unter dem Vorwand der Not der Armen diese Verschwendung beklagte, antwortete ihm Jesus: »Lass sie gewähren!« (Joh 12,7).

Das ist die noch immer gültige Antwort auf die Frage, die sich, und sei es auch in gutem Glauben, so viele in Bezug auf die Aktualität des geweihten Lebens stellen:… »Lass sie gewähren«. Wem das unschätzbare Geschenk gewährt wird, dem Herrn Jesus mehr aus der Nähe zu folgen, dem erscheint es klar, daß er mit ungeteiltem Herzen geliebt werden kann und muß, daß man ihm das ganze Leben und nicht nur einige Gesten, einige Momente oder einige Aktivitäten widmen kann. Das kostbare Salböl, das als reiner Akt von Liebe und daher fern jeder »utilitaristischen« Überlegung vergossen wurde, ist Zeichen von Übermaß an Unentgeltlichkeit, wie es in einem Leben zum Ausdruck kommt, das hingegeben wird, um den Herrn zu lieben und ihm zu dienen, um sich seiner Person und seinem mystischen Leib zu widmen. Aber von diesem »verschwendeten« Leben verbreitet sich ein Duft, der das ganze Haus erfüllt. Das Haus Gottes, die Kirche, ist durch das Vorhandensein des geweihten Lebens… geschmückt…  Das geweihte Leben [ist] gerade in seinem Übermaß an Unentgeltlichkeit und Liebe von Bedeutung, und das um so mehr in einer Welt, die Gefahr läuft, im Strudel des Vergänglichen zu ersticken.

(Sel. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben „Vita Consecrata“, §104-105)

Wie hieß es gestern am Petersplatz? “Bitte lasst euch die Hoffnung nicht nehmen! Lasst nicht zu, dass die Hoffnung geraubt wird! Jene, die Jesus uns schenkt… um allen zu sagen, dass Jesus am Kreuz die Mauer der Feindschaft, die Menschen und Völker voneinander trennt, niedergerissen und Versöhnung und Frieden gestiftet hat.”

Worauf wartet ihr?
Lasst euch nicht ablenken von dieser Welt und lebt eure Berufung!

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FASTEN


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Fastenwoche 5 (2013): DIE FREIHEIT DER LEEREN HÄNDE

In der fünften Fastenwoche richten wir die Scheinwerfer auf einen Vorhang, hinter dem manche eine Kunst vermuten: Die Kunst, die das Leben zu einem auf Gott gerichtetes Leben macht.

Geht der Vorhang erst einmal hoch, heißt es in gut lesbaren Lettern auf einer riesigen Tafel: Die Kunst des Loslassens. Nichts passiert; nach einigen Augenblicken der Stille wird der Vorhang losgelassen und dieser rauscht mit großer Geschwindigkeit herunter – bis er für das nächste Publikum wieder gehoben wird.

Wer loslässt, wird frei. Mit leeren Händen ergibt sich die Freiheit, losgelöst von Zwängen entscheiden zu können, für mich selbst, aber auch in Bezug auf meine Mitmenschen. Die “Kunst des Loslassens” bedeutet zunächst einmal, dass wir die Steine fallen lassen, die wir schon zum Wurf auf andere in die Hand genommen haben:

Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete [Jesus] sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr. (Joh 8,7-11)

Sind wir bereit, uns mit diesem Thema – Die Freiheit der leeren Hände - näher auseinanderzusetzen? Somit haben wir es auch diese Woche mit einer herausfordernden Aufgabe zu tun! Meine Erfahrung ist es jedenfalls, dass gerade die Dinge, die einem viel bedeuten, so ungern aus der Hand rutschen…

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Es folgen 6 Gedanken für die Woche

Ob du für jeden Wochentag (Mo-Sa) einen Gedanken
in den Mittelpunkt stellst, oder aus diesen Vorschlägen
ein “Fastenprogramm” nach eigenen Vorstellungen
zusammenstellst, bleibt dir überlassen.

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leere Hand

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1. LOSLASSEN – KUNST DES LEBENS

Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. (Mt 19,29)

Ewigkeit und Endlichkeit, Werden und Vergehen, Festhalten und Loslassen – das ist die Sprache der Schöpfung…

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FASTEN


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Fastenwoche 4 (2013): GRENZEN DER FREIHEIT

Die vierte Fastenwoche steht vor uns, in der wir uns mit den Grenzen der Freiheit auseinandersetzen werden. Letzte Woche ging es um die Bedrohung der Freiheit; geraten wir langsam aber sicher in ein negatives Fahrwasser?

Die Gefahr ist dann nicht gegeben, wenn wir das Ziel – die Erkenntnis, was die gottgeschenkte Freiheit nun eigentlich ist – nicht aus den Augen verlieren.

Diese besondere Freiheit hat offenbar viel mit dem Herzen zu tun, wenn wir das Sonntagsevangelium betrachten. In diesem Gleichnis macht der Vater Gebrauch von dieser Freiheit, in dem er den einen Sohn als “mein Kind, das immer bei mir ist” anspricht, und sein Herz für die Rückkehr des anderen, des “toten Bruders” öffnet – ein freudiges Fest soll gefeiert werden!

Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. (Lk 15,31f)

Josef Bordat hat es in seinem Kommentar zum Evangelium das “Gleichnis vom barmherzigen Vater” genannt. Im Bild des Vaters mit seinen Söhnen sehen und spüren wir, dass christliche Freiheit mit Barmherzigkeit zusammenhängt, und ohne Liebe passiert sowieso gar nichts.

Aber der durchaus mühselige Weg der Erkenntnis soll an dieser Stelle nicht abgekürzt werden, ganz im Gegenteil werden wir uns in den folgenden Impulsen mit den Grenzen der Freiheit auseinandersetzen, und unserem Ziel wieder ein Stück näherkommen.

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Es folgen 6 Gedanken für die Woche

Ob du für jeden Wochentag (Mo-Sa) einen Gedanken
in den Mittelpunkt stellst, oder aus diesen Vorschlägen
ein “Fastenprogramm” nach eigenen Vorstellungen
zusammenstellst, bleibt dir überlassen.

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homo homini lupus est

“Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf” …siehe dazu den 2. Impuls

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1. LIEBE, UND DANN TUE WAS DU WILLST!

Ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe! Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! (Gal 5,13f)

“Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan”, formuliert Martin Luther in einer seiner wichtigsten Thesen. Und fährt dann fort: “Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.” (Kirchen-und Theologiegeschichte in Quellen, Bd.3, 1981)

Welcher Freiheitsanspruch aber herrscht in unserer Gesellschaft? Für das Individuum ist zu allererst der Ellbogen gefragt, der die “Freiheit” und den Freiraum für den Einzelnen gewährleisten soll. In der Gesellschaft steht ein Anspruch an vordester Stelle, der in den letzten Jahrzehnten scheinbar alles rechtfertigt: Gleichheit.

Die “Gleichheit” von Mann und Frau führt dazu, dass die Stellung und das Ansehen der Familie zweitrangig wird. Weiterlesen →

FASTEN


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Fastenwoche 3 (2013): BEDROHUNG DER FREIHEIT

Wir machen Fortschritte  in der Vorbereitungszeit auf Ostern und beginnen die dritte Fastenwoche. Ein Blick in das heutige Sonntagsevangelium genügt schon, dass sich manche von uns beim unmißverständlich formulierten Anspruch Jesu umdrehen und andere Beschäftigungen suchen: Jede Umkehr ist mit Sicherheit etwas mühsames, anspruchvolles und herausforderndes!

Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. (Lk 13,2f)

Wer will angesichts der großen Aufgabe kapitulieren? Nichts da, Freunde! Wir müssen uns zumindest einmal anschauen, worum es eigentlich geht, sollten uns Zeit nehmen, herauszufinden, wo wir eigentlich stehen. Das schulden wir unserem Herrn Jesus Christus, oder können wir so einfach ausblenden, wie ER gegeißelt und mit Dornen gekrönt wurde? (Ein Blick auf das Titelbild dieses Blogs kann vielleicht hilfreich sein.)

Seid ihr bereit? Gut so! Unsere Aufgabe ist herausfordernd, denn oft ist es so, dass wir unsere Freiheit bedroht sehen! Es kann Angst sein, die uns lähmt und einschränkt. Es gibt Versuchungen, die unsere Freiheit, Gutes zu tun, auf bösartige Weise dahinschmelzen lässt. Ein anderes Mal tun wir so, als ob wir Seinen Willen nicht erkennen könnten, und fragen ganz unverschämt: Was willst Du wirklich, Herr?

Wie schon letzte Woche angemerkt, geht es zu allererst darum, keine Furcht zu haben. Und es geht darum, das Angebot Gottes auf Heilung anzunehmen.

Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen. (Lk 13, 6-9)

Furcht und Frucht – wie nahe aneinander diese beiden Begriffe zu liegen scheinen, und im religiösen Sinn hängen sie tatsächlich zusammen: Wer Furcht hat, kann keine Frucht tragen!

Weg mit der Furcht, sich mit sich selbst zu beschäftigen! Weg mit der Angst vor dem ehrlichen Spiegelbild unserer selbst! Weg mit den Bedenken, die Umkehr nicht zu schaffen! Gott ist barmherzig, nämlich dann, wenn wir wieder von vorne beginnen und unser Bestes versuchen: “Ich will den Boden um [den Feigenbaum] herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte!”

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katholisches Navigationsgerät

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1. EINE MARIONETTE DER VERSUCHUNGEN

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. (Mk 14,38)

Wir leben in einer Gesellschaft, die das Wort Freiheit großschreibt. Viele übersehen dabei, in welchen Fangnetzen sie zappeln, und wo sie ihre Freiheit längst verspielt haben. Wer kann schon durch die Einkaufszentren und das Online-Shopping wandeln, ohne hin- und hergerissen zu werden? Oder wieviel Zeit verwenden wir darauf, allen möglichen Einladungen und Vergnügungen “zu folgen”, um dann wieder fitnessen und wellnessen “zu müssen”?

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Vatikan


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Papst Benedikt XVI. zum Abschied – ein persönliches Zeugnis (2/2)

Benedikt XVI Gaudete

Mein Papst des Herzens

Die „Tür des Glaubens“ kann dadurch aufgestoßen werden, dass man durch eine Schule der Pilgerschaft geht, und den Weg der Treue zu Gott entdeckt: So beschreibt es der erste Teil dieses Zeugnisses. An großen Themen (Pilgerschaft, Treue, Wahrheit und Jüngerschaft) kann und will ich mich nicht allein mit eigenen Worten messen, weshalb die zitierten Predigtworte von Papst Benedikt XVI. die eigentliche Botschaft darstellen. Diese Worte des Papstes haben schließlich auch mein Herz erreicht, und dafür danke ich “meinem” Papst des Herzens!

Auch der zweite Teil dieses persönlichen Zeugnisses berichtet von einer Heiligen Messe mit dem Papst, die mein Glaubensleben verändert hat. Die Predigt des Papstes bei seinem letzten Besuch des Wallfahrtsortes  Mariazell (Österreich) eröffnet mir bis heute Wege und Lichtblicke: Für meinen Glauben an die Liebe des dreifaltigen Gottes und die Gnade der Gottesmutter Maria.

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Rufer nach Wahrheit

Die Liebe, die Gott von uns erwartet, spricht die Treue und Beständigkeit in unserem Glauben und Tun an. Das verlangt viel Kraft von uns, so heißt es in den Worten von Schwester Faustyna: “Du Geist Gottes, Geist der Liebe und des Erbarmens / der du in mein Herz den Balsam des Vertrauens eingießt / Deine Gnade erhalte meine Seele im Guten / Und gebe ihr eine unbesiegbare Kraft: die Beständigkeit!” Der Geist Gottes ist auch jetzt zu spüren, und Papst Benedikt XVI. findet die schlichten, die überzeugenden Worte, die mich an diesem Samstag Vormittag erreichen.

[Alle violett zitierten Passagen stammen aus der Predigt von Benedikt XVI. am 8.9.2007 in Mariazell]

Sicher, es gibt viele große Persönlichkeiten in der Geschichte, die schöne und bewegende Gotteserfahrungen gemacht haben. Aber es bleiben menschliche Erfahrungen mit ihrer menschlichen Begrenztheit. Nur ER ist Gott, und nur ER ist daher die Brücke, die Gott und Mensch wirklich zueinander kommen läßt. Wenn wir Christen ihn daher den einzigen für alle gültigen Heilsmittler nennen, der alle angeht und dessen alle letztlich bedürfen, so ist dies keine Verachtung der anderen Religionen und keine hochmütige Absolutsetzung unseres eigenen Denkens, sondern es ist das Ergriffensein von dem, der uns angerührt und uns beschenkt hat, damit wir auch andere beschenken können. In der Tat setzt sich unser Glaube entschieden der Resignation entgegen, die den Menschen als der Wahrheit unfähig ansieht – sie sei zu groß für ihn.

Ja, du bist ein heiliger Vater für mich, Papst Benedikt, und du zeigst mir den Weg zum wahren und einzigen Vater. Weiterlesen →

Vatikan


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Papst Benedikt XVI. zum Abschied – ein persönliches Zeugnis (1/2)

Benedikt XVI - mit Kind

Ein Petrus, der in seiner Schlichtheit überzeugt

Die „Tür des Glaubens“ (vgl. Apg 14,27), die in das Leben der Gemeinschaft mit Gott führt und das Eintreten in seine Kirche erlaubt, steht uns immer offen. Es ist möglich, diese Schwelle zu überschreiten, wenn das Wort Gottes verkündet wird und das Herz sich durch die verwandelnde Gnade formen läßt – so heißt es im Apostolischen Schreiben PORTA FIDEI von Benedikt XVI. zum Jahr des Glaubens.

Beim Lesen dieses Dokumentes denke ich an die selbst erlebte Glaubensgeschichte und ein Vorhaben, das nun endlich umgesetzt ist. Ein persönliches Zeugnis von einer Heiligen Messe mit dem Papst, die mein Glaubensleben verändert hat: Diese Heilige Messe mit Benedikt XVI. bei seinem letzten Besuch des Wallfahrtsortes Mariazell hat eine Tür aufgestoßen, die mir bis heute Wege und Lichtblicke eröffnet!

Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen  […] Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden (Joh 10,7;9).

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Die Basilika von Mariazell rückt langsam näher

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Ein Lehrer der Pilgerschaft

Am Ende werde ich tiefer glauben. Die Treue Gottes, die Wahrheit Christi, und die Rolle Mariens haben mich auf diesem kleinen Weg erfüllt wie selten zuvor.

Aber der Reihe nach. Es ist Samstag, 8. September 2007, etwa 2 Uhr 30 nachts: Warum schaue ich mir den Papstbesuch nicht in aller Ruhe via TV-Übertragungen an, dabei lässt sich doch viel besser beobachten und reflektieren! Will ich wirklich aufstehen und mir die Pilgerfahrt tatsächlich antun?

Alle anderen Familienmitglieder verhalten sich laut Absprache: meine Frau Manuela ist forsch und flott aufgestanden, und auch der 11-jährige Sohn Gregor kommt schon gähnend aus den Federn. Was ist denn das für ein väterliches Vorbild, ausgerechnet jetzt zu kneifen: Steh endlich auf, Papa!

Der Aufbruch zum christlichen Glauben, der Anfang der Kirche Jesu Christi, ist möglich geworden, weil es in Israel Menschen des suchenden Herzens gab – Menschen, die sich nicht in der Gewohnheit einhausten, sondern nach Größerem Ausschau hielten: Zacharias, Elisabeth, Simeon, Anna, Maria und Josef, die Zwölf und viele andere. Weil ihr Herz wartete, konnten sie in Jesus den erkennen, den Gott gesandt hatte, und so zum Anfang seiner weltweiten Familie werden.

[Alle violett zitierten Passagen stammen aus der Predigt von Benedikt XVI. am 8.9.2007 in Mariazell]

Gut, dass man zu dieser Zeit noch wenig vom nasskalten Wetter dieses Wochenendes spürt, aber eine halbe Stunde später stapfen wir mit Regenpelerinen und Rucksäcken bewaffnet zum Bus, der uns in einer etwa 3-stündigen Fahrt zusammen mit Pilgern aus dem Süden Wiens nach Mariazell bringen wird.

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FASTEN


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Fastenwoche 2 (2013): WEGE DER BEFREIUNG

Befreiung

Wir befinden uns in der Vorbereitungszeit auf Ostern. Wenn wir das vierzigtägige Fasten Jesu und die im heutigen Evangelium geschilderte Verklärung des Herrn, die ein großes Mysterium darstellt, betrachten, dann ist es unsere Aufgabe, Zusammenhänge mit unserem eigenen Leben zu entdecken.

In dieser zweiten Fastenwoche betrachten wir unser Leben als einen unvorhersehbaren, manchmal schmerz- und dann wieder freudvollen Pilgerweg. Brechen wir auf, um unsere Wege der Befreiung zu finden. Wie ist das zu schaffen?

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Kirche und Gesellschaft


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“Katholische Ehe”, schon mal gehört?

 

Die österreichische Frauenministerin gab vor wenigen Tagen ein Interview, dem der folgende Auszug entnommen ist. Die Äußerungen sind ganz typisch für die aktuelle, europäische Politik, und sie spiegeln nichts anderes als die vorherrschende gesellschaftliche Meinung:

STANDARD: Die Institution Ehe gilt vielen als heilig, besonders in der Volkspartei [Anm.: Pendant zur CDU in Deutschland].

Ehe katholische Kirchenfahne

Heinisch-Hosek: Ich finde, Ehe hat mit heilig nichts zu tun. Es gibt standesamtliche Trauungen, die nicht in der Kirche nachvollzogen werden, so wie meine. Dafür kann man sich entscheiden. Ich denke, dass die katholische Kirche für viele Leute ein Fixpunkt ist im Sich-Trauen, im besten Sinne des Wortes. Das soll auch so bleiben. Aber jeder soll die Möglichkeit haben, eine Ehe oder einen Partnerschaftsvertrag einzugehen. Die Politik soll nicht werten, was besser oder schlechter ist.

STANDARD: Wird sich da bis zur Nationalratswahl etwas bewegen?

Heinisch-Hosek: Ich werde das mit dem Koalitionspartner sehr vehement diskutieren, weil ich so viele Regenbogenfamilien kennengelernt habe und mir denke: Wieso sollen die Nachteile haben?

STANDARD: Ist man teilweise bei nichtbiologischen Eltern strenger als bei biologischen?

Heinisch-Hosek: Diesen Eindruck habe ich schon. Dabei bedeutet das biologische Elternsein nicht automatisch, dass man es besser macht. Das Wichtigste ist doch, dass ein Kind Liebe, Geborgenheit und Sicherheit mitbekommt. Und das passiert tagtäglich auch in Regenbogenfamilien, in Patchworkfamilien und bei Adoptiveltern. (DER STANDARD, 18.2.2013)

Säkulare gesellschaftliche Meinung hin oder her, ich denke, die Aufgeregtheit vieler Kommentatoren darf einem intelligenteren Ansatz weichen. Weiterlesen →