Zeit zu beten – Dialog durch Gebete

Beten, katholische Gebete, christliche Spiritualität, Online Gebetskreis, Jesus Christus, Gottesmutter Maria

artikel Herz Jesu - Bellini Giovanni


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Hochfest Heiligstes Herz Jesu – Gebete und Texte

„Alles Fragen und Forschen nach Gott gelangt nur bis an den äußeren Rand seines Wesens. Sein inneres Geheimnis aber, sein „Mysterium“, ist die Liebe. Das wissen wir, weil er selbst es uns offenbart hat: durch seine Propheten, und schließlich durch den Sohn.“

„Im Herzen des Sohnes wohnt die ganze Fülle der Liebe. Die Liebe ist gekreuzigt worden. Und die Liebe wartet auf Antwort: die Antwort des Glaubens, der Treue und der reinen Hingabe an die Glut des Geistes.“ (Schott)

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Psalm 33

Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen,

die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten:

Er will uns dem Tod entreißen

und in der Hungersnot unser Leben erhalten.

Ehre sei Gott…

(Ps 33 [32], 11.19)

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Tagesgebet

Barmherziger Gott,

du öffnest uns den unendlichen Reichtum der Liebe

im Herzen deines Sohnes,

das unsere Sünden verwundet haben.

Gib, dass wir durch aufrichtige Umkehr

Christus Genugtuung leisten

und ihm mit ganzer Hingabe dienen,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Erzabtei Beuron)

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Weihe an das Heiligste Herz Jesu

O Jesus, ich weihe Dir mein Herz.

Komm, schließe es in das Deinige ein.

In Deinem Herzen will ich wohnen,

durch Dein Herz will ich lieben,

in Deinem Herzen will ich leben, der Welt unbekannt.

In Ihm werde ich Licht, Mut, Kraft und wahren Trost finden.

In Ihm werde ich die Liebe finden, die mein Herz verzehren soll.

O heiligstes Herz Jesu,

mein Herz sei der Altar, auf dem ich mich Dir opfere.

(Heiliger Pfarrer von Ars)

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Hier findest Du eine Sammlung von Texten und Gebeten

zum Heiligsten Herzen Jesu,

die auf ZEIT ZU BETEN zusammengestellt wurden.

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Hl Gertud - Herz Jesu


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Flammengebet zum heiligsten Herzen Jesu

Die heilige Gertrud von Helfta, auch Gertrud die Große, (* 6. Januar 1256; † 17. November 1301 oder 1302) war Nonne im Kloster Helfta bei Eisleben. Als bedeutende Mystikerin, Theologin und Sprachkünstlerin gehört sie zu den herausragenden Frauen des Mittelalters; sie trägt als einzige deutsche Heilige den Beinamen die Große. 400 Jahre vor dem Wirken der Hl. Margareta Maria Alacoque gilt sie als eine der ersten Verehrerinnen des Heiligsten Herzens Jesu.

Im Alter von 25 Jahren, am 27. Januar 1281, hatte sie ihr religiöses Schlüsselerlebnis, eine erste Vision, in der sie sich von Christus in seine besondere Nachfolge gerufen sah. Weitere mystische Erlebnisse vertieften in den folgenden Jahren ihre Christusbeziehung. Gertrud entwickelte nun, als Mittelpunkt des Helftaer Theologinnenkreises, eine lebhafte literarische Tätigkeit: sie übersetzte Teile der Bibel, verfasste zahlreiche Gebete sowie ihre beiden Hauptwerke, die Exercitia spiritualia („Geistliche Übungen“) und – mit Unterstützung durch Mitschwestern – den Legatus divinae pietatis („Gesandter der göttlichen Liebe“).

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Flammengebet zum heiligsten Herzen Jesu
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Ich grüße Dich, o heiligstes Herz Jesu,
Du lebendige und lebendigmachende Quelle des ewigen Lebens,
Du unendlicher Schatz der Gottheit und
flammender Glutofen der göttlichen Liebe!
Du bist mein Ruheplatz und mein Zufluchtsort.
O mein göttlicher Erlöser,
entflamme mein Herz mit der heißen Liebe,
von welcher Dein Herz ganz verzehrt wird!
Gieße aus in mein Herz die große Gnaden,
deren Quelle Du bist, und mache,
dass mein Herz so sich mit dem Deinen vereine,
dass Dein Wille der meinige, und dass mein Wille
auf ewig dem Deinigen gleichförmig sei;
denn ich wünsche fortan Deinen heiligen Willen
zur Richtschnur aller meiner Handlungen zu haben.
Amen.

+(Hl. Gertrud)

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“Entscheidend für das Verständnis von Gertrud ist jene Besonderheit, die auch für Mechthild von Hackeborn zutrifft: Die Heilige Schrift wird nicht für sich, sondern in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tagesliturgie gelesen. „So ist der Ort der Bibel-Lesung der Mystikerinnen nicht der Schreibtisch, sondern die ‚Kirche‘ im umfassendsten Sinn des Wortes: die Liturgie als der Raum des Heiligen.“ Das bedeutet, dass die Bibel nicht historisch, sondern von der täglichen memoria her im Ablauf des Kirchenjahres lebendig gelesen wird: das Geschriebene ist nicht vergangen, sondern in der Liturgie Gegenwart.

O dass du mir du doch jetzt dein wunderbares Alphabet offenbartest, damit mein Herz das gleiche Studium wie du betriebe. Künde mir nun in lebendiger Erfahrung Wesen und Weise des glorreichen und uranfänglichen Alpha deiner schönen Liebe; verhehle mir nicht das fruchtschwere Beta der Vollendung der Schöpfungsreihen deiner kaiserlichen Weisheit. Mit dem Finger deines Geistes zeige mir genau und der Reihe nach die einzelnen Buchstaben deiner Liebe, auf dass ich, durchdringend bis zum Kern des Vorgenusses deiner Wonnen, mit dem Auge eines reinen Herzens in Wahrheit sie erforsche und zu ergründen trachte, sie erlerne, (auswendig) eine und, soweit es in diesem Leben möglich ist, sie auch ganz verstehe. Lehre mich unter dem Beistand deines Geistes das Tau höchster Vollkommenheit und führe mich zu dem Omega allseitiger Vollendung. Lass mich in diesem Leben deine von Liebe und Zärtlichkeit erfüllte Schrift so vollkommen erlernen, dass an der Vollkommenheit deiner Liebe in mir nicht ein Jota fehle, um dessentwillen ich Aufschub erleiden müsste, wenn du mich, o Liebe, mein Gott, meine süße Liebe, zu dir rufst, um in dir selbst dich ewiglich zu schauen. (Hl. Gertrud von Helfta)

Typisch dafür ist beispielsweise das Pfingsterleben Gertruds, wo sie zugleich mit der Terz und dem Hymnus an den Schöpfergeist eine Erscheinung Jesu und seines geöffneten Herzens hat, in das sie ihr eigenes Haupt birgt. Vorgänge dieser Art, die zum Beispiel auch am 15. August, dem Marienfest, statthaben, werden also in der Weise einer Inszenierung im Mysterienspiel dargestellt, worin die angerufenen oder gefeierten Personen die festliche Szene selbst vollziehen und das biblische Geschehen liturgisch zur Darstellung bringen. Der Verlauf der Liturgie selbst ist die Dramaturgie. Die personale Aneignung vollzieht sich daher nicht als ein Zuschauen, sondern als ein Eingeschlossensein im Mysterium. Mit Recht lässt sich die Helftaer Mystik als „liturgische Mystik“ bestimmen.” (Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz)

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artikel Jesus 12 Verheissungen


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Zum Herz-Jesu Monat

Die Kirchenväter blicken auf die geöffnete Seite des Gekreuzigten und sehen in der Herzwunde Jesu die geöffnete Pforte des Heils, aus der die Kirche und ihre Sakramente und alle Ströme der Gnade uns zufließen. Sie sahen in dem Blut und Wasser einen Hinweis auf die zwei Sakramente der Taufe und der Eucharistie.

Ebenso schauen sie gern auf Johannes, den Evangelisten der Jesus-Liebe, der „am Herzen Jesu ruhte“ und dem die Geheimnisse eben dieses Herzens offenbar wurden. In diesem Licht betrachteten sie die zahlreichen Aussagen des Alten und Neuen Testamentes, in denen die Liebe Gottes zu uns spricht: die Bilder von Gott als dem Vater Israels, vom göttlichen Gemahl, der trotz aller Sünden Israels seiner ersten Liebe treu bleibt, das Bild vom guten Hirten.

Johannes XXIII. empfiehlt das Halten der Herz-Jesu-Freitage, die heilige Stunde und die Weihe an das heiligste Herz Jesu. In einer Ansprache vom Juni 1963, schon nahe dem Tode, betonte Papst Johannes XXIII, dass die besondere Verehrung des Namens, des Herzens und des Blutes Jesu, keineswegs von den Zentralgeheimnissen der Trinität und der Erlösung wegführt, sondern gleichsam ein Ausfluss von Ihnen ist und zu Ihnen zurückführt:

Sein Name
fasst das Geheimnis Seiner Geburt und Seines Todes zusammen;
Sein Herz
ruft das zweifache Gebot der Liebe zu Gott und dem Nächsten aus;
Sein Blut
ist das höchste Zeugnis Seines Erlösungswerkes, das sich geheimnisvoll und wirklich in der Feier der Heiligen Messe erneuert und dem Leben des Christen Sinn und Ausrichtung gibt.”

In seinem Tagebuch einer Seele enthüllte der gute Papst das Geheimnis der Fruchtbarkeit seines Lebens:

„Alles was das Heiligste Herz-Jesu betrifft ist mir heute vertraut und sehr teuer geworden. Mein Leben scheint dazu bestimmt zu sein, sich im Lichte, das aus dem Tabernakel strömt, zu verschenken. Zum Herzen Jesu muss ich meine Zuflucht nehmen, wenn ich die Lösung all meiner Schwierigkeiten finden will. Ich habe die Überzeugung, dass ich bereit wäre, für das Heiligste Herz Jesu mein Blut zu vergiessen. Ich möchte, dass die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu, die im Sakrament der Liebe verwurzelt ist, das Mass meines geistlichen Fortschritts sei.

Jesus, erfülle mein Herz mit Vertrauen auf Deine eucharistische Gegenwart. Jesus, gib mir ein solches Vertrauen, daß ich regelmäßig komme, um Dir zu begegnen. Gib mir die Gnade, daß ich komme, Dich anzubeten, Dich zu loben und laß mich auch alles, was notwendig ist, aus dieser Begegnung der Liebe schöpfen, damit mein Leben Gott, unseren Vater, verherrliche!“

Zu Beginn des Herz-Jesu Monats möchte ich an die 12 Verheißungen Jesu erinnern, die durch die Privatoffenbarung an die Heilige Margareta Maria Alacoque bekannt wurden. Die Texte sprechen für sich, und es soll an dieser Stelle nichts hinzugefügt werden.

Weiter unten findest Du eine Reihe von Links, die näher zur Herz-Jesu Spiritualität hinführen.

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12 Verheißungen

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Verheißungen unseres Herrn Jesus Christus an die hl. Margareta Alacoque für die Verehrer seines Göttlichen Herzens:

  1. “Die Weltleute werden mittels dieser liebenswürdigen Andacht alle für ihren Stand notwendige Hilfe finden.”
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  2. “Er wird ihren Familien den Frieden schenken.” “Er wird die getrennten Familien wieder vereinigen.”
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  3. “In ihrer Not wird er sie trösten.”
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  4. “Sie werden in diesem Herzen ihre Zuflucht im Leben, besonders aber in der Stunde des Todes finden.” – “Wie süß ist das Sterben, nachdem man eine beständige Andacht zum Herzen dessen unterhalten hat, der uns richten wird.” – “Die, welche dieses heilige Herz verehren, werden nie verloren gehen.
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  5. “Über alle ihre Unternehmungen wird er Segnungen ausgießen.” – “Er wird sie in allen ihren Arbeiten unterstützen.
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  6. “Ich hoffe, dass dieses göttliche Herz eine überfließende und unerschöpfliche Quelle von Barmherzigkeit und Gnaden werde…, um den gerechten Zorn Gottes für so viele Verbrechen zu besänftigen…, Gott wird im Hinblick auf die Liebe, die er zu diesem heiligen Herzen trägt, den Sündern verzeihen. Das heilige Herz ist wie eine Feste und ein sicherer Zufluchtsort für alle armen Sünder, die sich dorthin flüchten wollen, um der göttlichen Grechtigkeit zu entgehen.” – “Das heilige Herz ist allmächtig, um Barmherzigkeit zu erlangen.” – “Das heilige Herz will eine große Menge vom Wege des Verderbens zurückziehen, um das Reich seiner Liebe daselbst zu errichten.”
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  7. “Er hat mir versprochen…, die süße Salbung seiner brennenden Liebe über alle Gemeinden auszugießen, welche ihn verehren und sich unter seinen besonderen Schutz stellen werden: er wird die Züchtigungen seiner göttlichen Gerechtigkeit entfernen, um sie wieder eifrig zu machen, wenn sie lau geworden sein sollten.”
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  8. “Ich kenne keine andere Übung der Frömmigkeit, die imstande wäre, in kurzer Zeit eine Seele zur höchsten Vollkommenheit emporzuführen.”
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  9. “Mein göttlicher Erlöser gab mir zu verstehen, dass alle, welche am Heile der Seelen arbeiten, die Gabe haben werden, auch die verhärtetsten Herzen zu rühren; sie werden, falls sie nur selber eine zarte Andacht zu seinem heiligen Herzen pflegen, mit wunderbarem Erfolg arbeiten.” – “Es genügt, das göttliche Herz bekannt zu machen und dann ihm die Sorge zu überlassen, die Herzen, die er sich vorbehalten hat, mit der Salbung seiner Gnade zu durchdringen: glücklich, wer zu dieser Zahl gehört!”
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  10. “Da er die Quelle allen Segens ist, so wird er diesen reichlich über alle Orte ausgießen, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens zur Liebe und Verehrung aufgestellt ist.”
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  11. “Er ließ mich viele Namen schauen, die darin (im heiligen Herzen) eingeschrieben waren wegen ihres Verlangens, seine Ehre zu fördern, darum wird er es nie gestatten, dass sie daraus getilgt werden.” – “Er entdeckte mir Schätze von Liebe und Gnaden für die Personen, welche sich ihm weihen und hinopfern, damit sie ihm alle Ehre, Liebe und Verherrlichung verschaffen, die nur in ihrer Macht steht.”
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  12. “Im Übermaß meiner Barmherzigkeit verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe all denen, welche neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren, die Gnade der endlichen Bußfertigkeit gewähren wird; sie werden nicht in meiner Ungnade, noch ohne Sakramentenempfang sterben und mein Herz wird für sie eine sichere Zuflucht in dieser Stunde sein.”

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Weiterführende Links siehst Du hier:
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A.+ Die spirituelle Quelle der Herz-Jesu-Verehrung
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B.+ Herz-Jesu-Gebete
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C.+ Novene zum Heiligsten Herzen Jesu
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D.+ Novene der Familie des Heiligsten Herzens Jesu
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E.+ Leben der Hl. Margareta Maria Alacoque
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Heiligstes Herz Jesu (Herz-Jesu-Fest)

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Schon zum Gottesvolk des Alten Bundes hat Gott gesprochen: »Ist mir denn Efraim ein so teurer Sohn oder mein Lieblingskind? Denn sooft ich ihm auch Vorwürfe mache, muss ich doch immer wieder an ihn denken. Deshalb schlägt mein Herz für ihn, ich muss mich seiner erbarmen« (Jer 31,20). Im Neuen Bund erfahren wir freien (und oft gottfernen)  Menschen die überreiche Erfüllung dieses Prophetenwortes. Darum bildete die dankbare und sühnende Anbetung der erbarmenden Liebe Gottes von den Anfängen des kirchlichen Lebens an einen Wesenszug der christlichen Spiritualität. Je nach der Geisteshaltung einer Zeit blickten die Gläubigen dabei mehr auf die Liebe des Guten Hirten, die geöffnete Seite des Herrn am Kreuz, das Herz des Erlösers, das Sinnbild seiner Liebe und seines Erbarmens.

Der katholische Theologe Hugo Rahner hat in seinem Werk »Fons vitae« dargelegt, dass eine Spiritualität des Herzens in der frühen Kirche ihre Wurzeln hat – also vorreformatorisch ist – und nicht erst in der neuzeitlichen Herz-Jesu-Verehrung.*

>>> hier findest du Herz Jesu Gebete

>>> siehe die Novene der Familie des Heiligsten Herzen Jesu

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*Die Geschichte der Herz-Jesu-Verehrung beginnt im Evangelium selbst, besonders im Johannesevangelium. “Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus.” (Joh 19,33–34)

Die Kirchenväter blicken auf die geöffnete Seite des Gekreuzigten und sehen in der Herzwunde Jesu die geöffnete Pforte des Heils, aus der die Kirche und ihre Sakramente und alle Ströme der Gnade uns zufließen. Sie sahen in dem Blut und Wasser einen Hinweis auf die zwei Sakramente der Taufe und der Eucharistie.

Ebenso schauen sie gern auf Johannes, den Evangelisten der Jesus-Liebe, der „am Herzen Jesu ruhte“ und dem die Geheimnisse eben dieses Herzens kund wurden. In diesem Licht betrachteten sie die zahlreichen Aussagen des Alten und Neuen Testamentes, in denen die Liebe Gottes zu uns spricht: die Bilder von Gott als dem Vater Israels, vom göttlichen Gemahl, der trotz aller Sünden Israels seiner ersten Liebe treu bleibt, das Bild vom guten Hirten.

Der heilige Anselm griff das Gedankengut der Väterzeit auf und machte es für seine Zeit lebendig. Der heilige Bernhard von Clairvaux, den eine besondere Liebe zum menschgewordenen und gekreuzigten Herrn auszeichnet, sieht im geöffneten Herzen Jesu die Offenbarung der tiefsten Herzensgeheimnisse Gottes, die Pforte des Heils und die Zuflucht der Sünder.

Wohl noch größer ist der Einfluss des heiligen Franz von Assisi und seines Ordens. Franziskus steht vor uns als der liebende Jünger, der dem Herzen des geliebten Meisters so nahe war, dass dieser ihm sichtbaren und spürbaren Anteil an seiner Herzenswunde gab.

Eine in der Liturgie verwurzelte Hochblüte erlebte die Herz-Jesu-Verehrung im 13. Jahrhundert im Benediktinerinnenkloster zu Helfta unter der heiligen Mechtild und der heiligen Gertrud der Großen. Die Betrachtung des geöffneten und für uns in Liebe verströmenden Herzens Jesu taucht bei ihnen nicht nur gelegentlich auf, sondern bildet die Mitte ihrer Frömmigkeit, der eine große Ausstrahlung eignet.

Der Dominikanerorden hat eine große Zahl von einflussreichen Förderern der Herz-Jesu-Verehrung aufzuweisen, angefangen mit dem heiligen Dominikus, seine größten Theologen wie Albert der Große und Thomas von Aquin und ganz besonders die großen Mystiker Meister Eckhart und Tauler. Einzigartig ist die Rolle des seligen Heinrich Seuse (+ 1366). Seine Liebe zum geöffneten Herzen Jesu ist beinahe grenzenlos. Als großer Dichter und Sprachkünstler weiß er weite Kreise zu begeistern. Vor ihm steht Christus in seiner vollen Menschlichkeit mit der Macht seiner anziehenden Liebe. Kennzeichnend für Seuse ist der ständige Lobpreis auf die barmherzige, im Leiden sich offenbarende Liebe Jesu. Der Sühnegedanke kommt bei Seuse in einer geläuterten Weise zur Geltung. Im Mitleiden mit Jesus, in der Bereitschaft an seinem Erlöserleiden teilzunehmen, hofft er zu letzten Gelassenheit zu kommen. Die Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes geht bei ihm wesentlich über die Leidensschule des Herzen Jesu. Als der selige Seuse einmal verleumdet und geschmäht wurde, war seine Antwort: „Das klage ich dem leidbedrückten Herzen Jesu Christi.“

Eckharts, Taulers und vor allem Seuses Schriften hatten nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich und Italien einen nachhaltigen Einfluss. In Italien blieben sowohl Dominikaner wie Franziskaner eifrige Förderer der Herz-Jesu-Verehrung. Ganz besonders die heilige Katharina von Siena verstand, zum Herzen vieler zu sprechen.

In Frankreich waren die Übersetzungen der Werke der großen Dominikaner-Mystiker viel gelesen. Dort verband sich, vor allem dank der Spiritualität des Kardinals Pierre de Berulle und seiner Schule, die mystische Innigkeit mit einer sakramental ausgerichteten Frömmigkeit.

In der Neuzeit, im 17. Jahrhundert ist der französische Priester Johannes Eudes der erste, der die Feier eines liturgischen Festes zu Ehren des Herzens Jesu in der Kirche einführt. Im Jahre 1668 stellte Johannes Eudes Meßtexte zu Ehren des Herzen Jesu zusammen und bereits 1670 wurde dafür die bischöfliche Genehmigung erteilt. Am 20. Oktober 1672 wurde in seiner Kongregation das erste Herz-Jesu-Fest gefeiert.

Die geistliche Lehre des heiligen Johannes Eudes sagt uns, dass Christus sein Leben in den Christen fortsetzen und vollenden möchte. Wenn der Christ betet, so setzt er das Gebet Jesu fort und ergänzt es, ebenso wenn er arbeitet, setzt er das mühevolle Leben Jesu fort. Johannes Eudes weist hin, dass niemand mehr das Leben Jesu fortgesetzt hat als Maria. Jesus hat immer auf die innigste Weise in Maria gelebt, um sie zu heiligen. Das Herz Mariä ist so von Jesus erfüllt, dass es nur noch ein Herz mit ihm bildet. Wer sich also Maria nähert, nähert sich Christus, und wer sich dem Herzen des Herrn zuwendet, tut dies auch gegenüber dem Herzen der reinsten Jungfrau Maria: Jesus und Maria sind so eng miteinander verbunden, dass einer, der Jesus sieht, Maria sieht, und der Jesus liebt, Maria liebt, der sich Jesus schenkt, sich Maria weiht.

Weiters lehrt Johannes Eudes: Weil das christliche Leben das Leben Christi fortsetzt, gibt Jesus uns sein Herz, um unser Herz sein zu können. Unser Heiland gibt uns sein liebenswürdiges Herz, das Prinzip und Ursprung aller übrigen Gaben ist … Was geben wir dafür unserem Erlöser? … Er hat uns sein Herz ganz geschenkt: schenken auch wir ihm unsere Herzen ganz und ohne jeden Vorbehalt.

Er hat uns sein Herz für immer gegeben: geben wir ihm unsere Herzen für immer und unwiderruflich … Weil das Herz Jesu für uns da ist, darum ist es unser Herz geworden. Der Christ muss Gott und seine Brüder lieben mit dem Herzen Jesu.

In der heiligen Margareta Maria Alacoque (1647-1690) kommt der Strom vorausgehender Entwicklung zu neuer Akzentuierung und liturgischer Prägung. Es wäre jedoch weit gefehlt, in ihr einen Neuanfang zu sehen. Charakteristisch ist für ihre Spiritualität vor allem der dringende Aufruf zur Sühne und zur Weihe an das Herz Jesu. Sie fühlte sich als demütiges Werkzeug berufen, die liturgische Feier des Herz-Jesu-Festes in der Kirche zu erreichen. Sie fand darin die Unterstützung von eifrigen Jesuiten. Wir dürfen sie ohne Zögern die Fahnenträger der modernen Herz-Jesu-Verehrung nennen und zwar bis in unsere Tage. Man denke zum Beispiel an Hugo Rahner und Karl Rahner.

Im Jahre 1856 wurde schließlich die Feier des Herz-Jesu-Festes durch Papst Pius IX. auf die ganze Kirche ausgedehnt. Dies war die logische Krönung einer reichen und vielgestaltigen Frömmigkeitsgeschichte von achtzehn Jahrhunderten. Zur Jahrhundertwende vertiefte Leo XIII. diese Andacht durch den Aufruf zu einer weltweiten Weihe an das Herz Jesu im Blick auf das Heil der Welt. So wird die Herz-Jesu-Verehrung zu einem begeisternden Volkskatechismus über das Geheimnis der Erlösung in allen ihren Dimensionen.

Die lehrhafte Entwicklung findet schließlich eine Zusammenfassung im Weltrundschreiben Pius XII. „Haurietis aquas“. Die von der einfachen Nonne von Paray-le-Monial, der heiligen Margarete Maria Alacoque, ausgehenden Impulse werden anerkannt. Aber der Papst betont nachdrücklichst, dass das Fundament nicht in Privatoffenbarungen, sondern in Schrift und Tradition zu suchen ist.