Zeit zu beten – Dialog durch Gebete

Beten, katholische Gebete, christliche Spiritualität, Online Gebetskreis, Jesus Christus, Gottesmutter Maria

Triduum Sacrum


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Ostersonntag – Radikalität eines Neuen Bundes

Zwischen der Auferstehung Christi und der Offenbarung seiner Macht und Herrlichkeit läuft unsere Zeit, unser Weg. Wir gehen im Licht des Glaubens, oder auch: in der Dunkelheit des Glaubens.

Kein anderer Festtag des Jahres zeugt von derartiger Radikalität. ER, der allmächtige und ewige GOTT ist herabgestiegen zu den Menschen in JESUS CHRISTUS, der nun nach dem Willen des Vaters Sein Werk zum Höhepunkt bringt: Menschliche Hingabe eines Gottes, in vollendeter Liebe. Der Menschensohn opfert sich am Kreuz, und 3 Tage später ist Sein Tempel wieder aufgerichtet. Kurz zuvor hat JESUS beim letzten Abendmahl den Neuen Bund errichtet, ein weiteres Zeugnis ungekannter Radikalität. Von nun an wird sich Sein Opfer auf christlichen Altären weltweit, zu jeder Zeit und an jedem Ort, wiederholen. Mehr noch, Sein Liebesbündnis mit den Gläubigen vollzieht sich in höchster Demut: CHRISTUS vertraut sich in der Wandlung den Händen jedes einzelnen Priesters an, und verschenkt sich schließlich in kleinster Gestalt, der Hostie, an jeden, der zum Glauben an IHN gekommen ist. (Stefan Ehrhardt)

Dieser Glaube stützt sich auf das Zeugnis derer, die den Auferstandenen gesehen haben. Die Welt um uns aber und die Generation nach uns leben von dem Glauben, den wir bekennen und durch unser Leben bezeugen.

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>>> UPDATE <<<

Die Predigt des Papstes in der Osternacht:
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[ 1. GOTTES ÜBERRASCHUNG UND UNSERE OFFENHEIT ]

Im Evangelium dieser lichtvollen Osternacht begegnen wir als ersten den Frauen, die sich mit den wohlriechenden Salben zum Grab Jesu begeben, um seinen Leichnam zu salben (vgl. Lk 24,1-3). Sie gehen, um eine Geste des Mitleids, der Zuneigung, der Liebe auszuführen, eine traditionelle Geste gegenüber einem lieben Verstorbenen, wie auch wir sie zu tun pflegen. Sie waren Jesus gefolgt, hatten ihm zugehört, hatten sich von ihm in ihrer Würde verstanden gefühlt und hatten ihn bis zum Ende begleitet, bis auf den Kalvarienberg und bis zum Moment der Kreuzesabnahme. Wir können uns ihre Gefühle vorstellen, während sie zum Grab gehen: eine gewisse Traurigkeit, der Schmerz, weil Jesus sie verlassen hatte, tot war; seine Geschichte war zu Ende. Nun kehrte man zu dem vorigen Leben zurück. Doch in den Frauen blieb die Liebe wach, und die Liebe zu Jesus ist es, die sie gedrängt hatte, zum Grab zu gehen.

Doch an diesem Punkt geschieht etwas völlig Unerwartetes, Neues, das ihre Herzen erschüttert und ihre Pläne umstößt und das auch ihr Leben in andere Bahnen werfen wird: Sie sehen den Stein weggewälzt vom Grab, kommen näher und finden den Leichnam des Herrn nicht. Das ist etwas, das sie ratlos macht, Zweifel aufkommen lässt, sie mit Fragen erfüllt: „Was ist los?”, „Was soll das alles bedeuten?” (vgl. Lk 24,4). Geht es nicht auch uns so, wenn im täglichen Ablauf der Dinge etwas wirklich Neues geschieht? Wir halten inne, verstehen nicht, wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen. Das Neue macht uns häufig Angst, auch das Neue, was Gott uns bringt, das Neue, das Gott von uns verlangt. Wir sind wie die Apostel aus dem Evangelium: Oft ziehen wir es vor, unsere Sicherheiten beizubehalten, bei einem Grab stehenzubleiben im Gedanken an den Verstorbenen, der schließlich nur in der Erinnerung der Geschichte lebt wie die großen Persönlichkeiten der Vergangenheit. Wir haben Angst vor den Überraschungen Gottes; liebe Schwestern und Brüder, in unserem Leben haben wir Angst vor den Überraschungen Gottes! Er überrascht uns immer! So ist der Herr.

Brüder und Schwestern, verschließen wir uns nicht dem Neuen, das Gott in unser Leben bringen will! Sind wir oft müde, enttäuscht, traurig, spüren wir die Last unserer Sünden, meinen wir, es nicht zu schaffen? Verschließen wir uns nicht in uns selbst, verlieren wir nicht die Zuversicht, geben wir niemals auf: Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern kann, es gibt keine Sünde, die er nicht vergeben kann, wenn wir uns ihm öffnen.
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[ 2. JESUS ZULASSEN, AUF JESUS ZUGEHEN ]

2. Doch kehren wir zum Evangelium zurück, zu den Frauen, und gehen wir einen Schritt weiter. Sie finden das leere Grab, der Leichnam Jesu ist nicht da, etwas Neues ist geschehen, aber all das besagt noch nichts Klares – es löst Fragen aus, Ratlosigkeit, ohne eine Antwort zu bieten. Und siehe da, plötzlich zwei Männer in leuchtenden Gewändern, die sagen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden” (Lk 24,5-6). Was eine einfache Geste, eine Tat, sicher aus Liebe getan – das Gehen zum Grab – verwandelt sich jetzt in ein Ereignis, in ein Geschehnis, das wirklich das Leben verändert. Nichts bleibt wie zuvor, nicht nur im Leben jener Frauen, sondern auch in unserem Leben und in unserer Menschheitsgeschichte. Jesus ist nicht ein Toter, er ist auferstanden, er ist der Lebende! Er ist nicht einfach ins Leben zurückgekehrt, sondern er ist das Leben selbst, denn er ist der Sohn Gottes, des Lebendigen (vgl. Num 14,21-28; Dtn 5,26; Jos 3,10).

Jesus ist nicht mehr in der Vergangenheit, sondern er lebt in der Gegenwart und ist auf die Zukunft hin ausgerichtet, Jesus ist das ewige „Heute” Gottes. So zeigt sich die Neuheit Gottes vor den Augen der Frauen, der Jünger, vor unser aller Augen: der Sieg über die Sünde, über das Böse, über den Tod, über alles, was das Leben belastet und ihm ein weniger menschliches Aussehen verleiht. Und das ist eine Botschaft, die an mich, an dich, liebe Schwester, lieber Bruder, gerichtet ist. Wie oft brauchen wir es, dass die Liebe uns sagt: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Die Probleme, die Sorgen des Alltags können und leicht dazu bringen, uns in uns selbst, in der Traurigkeit, in der Bitterkeit zu verschließen… und darin liegt der Tod. Suchen wir nicht dort den Lebenden!

Lass also zu, dass der auferstandene Jesus in dein Leben eintritt, nimm ihn auf als Freund, mit Vertrauen: Er ist das Leben! Wenn du bis jetzt fern von ihm warst, tu einen kleinen Schritt: Er wird dich mit offenen Armen empfangen. Wenn du gleichgültig bist, akzeptiere das Risiko: Du wirst nicht enttäuscht sein. Wenn es dir schwierig erscheint, ihm zu folgen, hab’ keine Angst, vertrau’ dich ihm an, sei sicher, dass er dir nahe ist, er ist auf deiner Seite und wird dir den Frieden geben, den du suchst, und die Kraft, so zu leben, wie er will.
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[ 3. SICH-ERINNERN AN GOTT, HOFFNUNG SCHÖPFEN ]

3. Da ist noch ein letztes Element im Evangelium dieser lichtvollen Osternacht, das ich hervorheben möchte. Die Frauen begegnen der Neuheit Gottes: Jesus ist auferstanden, er ist der Lebende! Aber angesichts des leeren Grabes und der beiden Männer in leuchtenden Gewändern ist ihre erste Reaktion ein Erschrecken: Sie „blickten zu Boden” – bemerkt der heilige Lukas –, hatten nicht einmal den Mut aufzusehen. Als sie aber die Verkündigung von der Auferstehung hören, nehmen sie sie gläubig an. Und die beiden Männer in leuchtenden Gewändern führen ein grundlegendes Verb ein: erinnern.Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war …Da erinnerten sie sich an seine Worte” (Lk 24,6.8).

Dies ist die Einladung, sich an die Begegnung mit Jesus, an seine Worte, seine Taten, sein Leben zu erinnern; und gerade dieses liebevolle Sich-Erinnern an die Erfahrung mit dem Meister ist es, was die Frauen dazu bringt, jegliche Furcht zu überwinden und die Verkündigung von der Auferstehung zu den Aposteln und zu allen anderen zu bringen (vgl. Lk 24,9). Sich an das erinnern, was Gott für mich, für uns getan hat und tut, sich an den zurückgelegten Weg erinnern – das öffnet das Herz für die Hoffnung auf die Zukunft. Lernen wir, uns an das zu erinnern, was Gott in unserem Leben getan hat.

In dieser Nacht des Lichtes bitten wir auf die Fürsprache der Jungfrau Maria, die alle Ereignisse in ihrem Herzen bewahrte (vgl. Lk 2,19.51), dass der Herr uns an seiner Auferstehung teilhaben lasse: Er öffne uns für die verwandelnde Neuheit, für die Überraschungen Gottes, die so schön sind; er mache uns zu Menschen, die fähig sind, sich an das zu erinnern, was er in ihrer persönlichen Geschichte und in der Welt gewirkt hat; er mache uns fähig, ihn zu spüren als den Lebenden, der mitten unter uns lebt und wirkt; er lehre uns, liebe Brüder und Schwestern, Tag für Tag, den Lebenden nicht bei den Toten zu suchen. Amen.

(Papst Franziskus, Ostervigil, 30. März 2013)

(Hervorhebungen und Überschriften vom Autor des Artikels)

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Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja.
Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Halleluja.

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Auferstehung - Christus Resurrexit

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OSTERSONNTAG

Wahres Lamm,
Hingabe und Liebesstrahlen -
- Seinem Licht folge meine Seele!

Sein Weg,
Ankunft, Kreuz und Leben -
- in Seiner Gnade will ich den Glauben bekennen!

Seine Wahrheit,
Worte, Zeichen und Auferstehung -
- aus tiefem Herzen will ich Ihm danken!

Sein Leben,
ohne Anfang, ohne Ende -
- ewig darf ich und will ich für Ihn leben!

Wahres Licht,
das ist der Tag der Tage -
- mit erlöster Seele beginne ich neu!

 (Stefan Ehrhardt)

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Vatikan


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Papst Benedikt XVI. zum Abschied – ein persönliches Zeugnis (2/2)

Benedikt XVI Gaudete

Mein Papst des Herzens

Die „Tür des Glaubens“ kann dadurch aufgestoßen werden, dass man durch eine Schule der Pilgerschaft geht, und den Weg der Treue zu Gott entdeckt: So beschreibt es der erste Teil dieses Zeugnisses. An großen Themen (Pilgerschaft, Treue, Wahrheit und Jüngerschaft) kann und will ich mich nicht allein mit eigenen Worten messen, weshalb die zitierten Predigtworte von Papst Benedikt XVI. die eigentliche Botschaft darstellen. Diese Worte des Papstes haben schließlich auch mein Herz erreicht, und dafür danke ich “meinem” Papst des Herzens!

Auch der zweite Teil dieses persönlichen Zeugnisses berichtet von einer Heiligen Messe mit dem Papst, die mein Glaubensleben verändert hat. Die Predigt des Papstes bei seinem letzten Besuch des Wallfahrtsortes  Mariazell (Österreich) eröffnet mir bis heute Wege und Lichtblicke: Für meinen Glauben an die Liebe des dreifaltigen Gottes und die Gnade der Gottesmutter Maria.

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Rufer nach Wahrheit

Die Liebe, die Gott von uns erwartet, spricht die Treue und Beständigkeit in unserem Glauben und Tun an. Das verlangt viel Kraft von uns, so heißt es in den Worten von Schwester Faustyna: “Du Geist Gottes, Geist der Liebe und des Erbarmens / der du in mein Herz den Balsam des Vertrauens eingießt / Deine Gnade erhalte meine Seele im Guten / Und gebe ihr eine unbesiegbare Kraft: die Beständigkeit!” Der Geist Gottes ist auch jetzt zu spüren, und Papst Benedikt XVI. findet die schlichten, die überzeugenden Worte, die mich an diesem Samstag Vormittag erreichen.

[Alle violett zitierten Passagen stammen aus der Predigt von Benedikt XVI. am 8.9.2007 in Mariazell]

Sicher, es gibt viele große Persönlichkeiten in der Geschichte, die schöne und bewegende Gotteserfahrungen gemacht haben. Aber es bleiben menschliche Erfahrungen mit ihrer menschlichen Begrenztheit. Nur ER ist Gott, und nur ER ist daher die Brücke, die Gott und Mensch wirklich zueinander kommen läßt. Wenn wir Christen ihn daher den einzigen für alle gültigen Heilsmittler nennen, der alle angeht und dessen alle letztlich bedürfen, so ist dies keine Verachtung der anderen Religionen und keine hochmütige Absolutsetzung unseres eigenen Denkens, sondern es ist das Ergriffensein von dem, der uns angerührt und uns beschenkt hat, damit wir auch andere beschenken können. In der Tat setzt sich unser Glaube entschieden der Resignation entgegen, die den Menschen als der Wahrheit unfähig ansieht – sie sei zu groß für ihn.

Ja, du bist ein heiliger Vater für mich, Papst Benedikt, und du zeigst mir den Weg zum wahren und einzigen Vater. Weiterlesen →

Vatikan


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Papst Benedikt XVI. zum Abschied – ein persönliches Zeugnis (1/2)

Benedikt XVI - mit Kind

Ein Petrus, der in seiner Schlichtheit überzeugt

Die „Tür des Glaubens“ (vgl. Apg 14,27), die in das Leben der Gemeinschaft mit Gott führt und das Eintreten in seine Kirche erlaubt, steht uns immer offen. Es ist möglich, diese Schwelle zu überschreiten, wenn das Wort Gottes verkündet wird und das Herz sich durch die verwandelnde Gnade formen läßt – so heißt es im Apostolischen Schreiben PORTA FIDEI von Benedikt XVI. zum Jahr des Glaubens.

Beim Lesen dieses Dokumentes denke ich an die selbst erlebte Glaubensgeschichte und ein Vorhaben, das nun endlich umgesetzt ist. Ein persönliches Zeugnis von einer Heiligen Messe mit dem Papst, die mein Glaubensleben verändert hat: Diese Heilige Messe mit Benedikt XVI. bei seinem letzten Besuch des Wallfahrtsortes Mariazell hat eine Tür aufgestoßen, die mir bis heute Wege und Lichtblicke eröffnet!

Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen  […] Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden (Joh 10,7;9).

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Die Basilika von Mariazell rückt langsam näher

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Ein Lehrer der Pilgerschaft

Am Ende werde ich tiefer glauben. Die Treue Gottes, die Wahrheit Christi, und die Rolle Mariens haben mich auf diesem kleinen Weg erfüllt wie selten zuvor.

Aber der Reihe nach. Es ist Samstag, 8. September 2007, etwa 2 Uhr 30 nachts: Warum schaue ich mir den Papstbesuch nicht in aller Ruhe via TV-Übertragungen an, dabei lässt sich doch viel besser beobachten und reflektieren! Will ich wirklich aufstehen und mir die Pilgerfahrt tatsächlich antun?

Alle anderen Familienmitglieder verhalten sich laut Absprache: meine Frau Manuela ist forsch und flott aufgestanden, und auch der 11-jährige Sohn Gregor kommt schon gähnend aus den Federn. Was ist denn das für ein väterliches Vorbild, ausgerechnet jetzt zu kneifen: Steh endlich auf, Papa!

Der Aufbruch zum christlichen Glauben, der Anfang der Kirche Jesu Christi, ist möglich geworden, weil es in Israel Menschen des suchenden Herzens gab – Menschen, die sich nicht in der Gewohnheit einhausten, sondern nach Größerem Ausschau hielten: Zacharias, Elisabeth, Simeon, Anna, Maria und Josef, die Zwölf und viele andere. Weil ihr Herz wartete, konnten sie in Jesus den erkennen, den Gott gesandt hatte, und so zum Anfang seiner weltweiten Familie werden.

[Alle violett zitierten Passagen stammen aus der Predigt von Benedikt XVI. am 8.9.2007 in Mariazell]

Gut, dass man zu dieser Zeit noch wenig vom nasskalten Wetter dieses Wochenendes spürt, aber eine halbe Stunde später stapfen wir mit Regenpelerinen und Rucksäcken bewaffnet zum Bus, der uns in einer etwa 3-stündigen Fahrt zusammen mit Pilgern aus dem Süden Wiens nach Mariazell bringen wird.

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Kirche und Gesellschaft


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“Katholische Ehe”, schon mal gehört?

 

Die österreichische Frauenministerin gab vor wenigen Tagen ein Interview, dem der folgende Auszug entnommen ist. Die Äußerungen sind ganz typisch für die aktuelle, europäische Politik, und sie spiegeln nichts anderes als die vorherrschende gesellschaftliche Meinung:

STANDARD: Die Institution Ehe gilt vielen als heilig, besonders in der Volkspartei [Anm.: Pendant zur CDU in Deutschland].

Ehe katholische Kirchenfahne

Heinisch-Hosek: Ich finde, Ehe hat mit heilig nichts zu tun. Es gibt standesamtliche Trauungen, die nicht in der Kirche nachvollzogen werden, so wie meine. Dafür kann man sich entscheiden. Ich denke, dass die katholische Kirche für viele Leute ein Fixpunkt ist im Sich-Trauen, im besten Sinne des Wortes. Das soll auch so bleiben. Aber jeder soll die Möglichkeit haben, eine Ehe oder einen Partnerschaftsvertrag einzugehen. Die Politik soll nicht werten, was besser oder schlechter ist.

STANDARD: Wird sich da bis zur Nationalratswahl etwas bewegen?

Heinisch-Hosek: Ich werde das mit dem Koalitionspartner sehr vehement diskutieren, weil ich so viele Regenbogenfamilien kennengelernt habe und mir denke: Wieso sollen die Nachteile haben?

STANDARD: Ist man teilweise bei nichtbiologischen Eltern strenger als bei biologischen?

Heinisch-Hosek: Diesen Eindruck habe ich schon. Dabei bedeutet das biologische Elternsein nicht automatisch, dass man es besser macht. Das Wichtigste ist doch, dass ein Kind Liebe, Geborgenheit und Sicherheit mitbekommt. Und das passiert tagtäglich auch in Regenbogenfamilien, in Patchworkfamilien und bei Adoptiveltern. (DER STANDARD, 18.2.2013)

Säkulare gesellschaftliche Meinung hin oder her, ich denke, die Aufgeregtheit vieler Kommentatoren darf einem intelligenteren Ansatz weichen. Weiterlesen →

wpa Glaube + Gesellschaft


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Paulus, Malala und die Verfolgten

Malala Portrait

In der Tageslesung heißt es:

Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung zurückerhalten. Einige nahmen die Freilassung nicht an und ließen sich foltern, um eine bessere Auferstehung zu erlangen. Andere haben Spott und Schläge erduldet, ja sogar Ketten und Kerker. Gesteinigt wurden sie, verbrannt, zersägt, mit dem Schwert umgebracht; sie zogen in Schafspelzen und Ziegenfellen umher, Not leidend, bedrängt, misshandelt. Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in den Höhlen und Schluchten des Landes. Doch sie alle, die aufgrund des Glaubens von Gott besonders anerkannt wurden, haben das Verheißene nicht erlangt, weil Gott erst für uns etwas Besseres vorgesehen hatte; denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden.”

Standhaftigkeit und “die sanfte Macht der Liebe”

Der Hebräerbrief stellt herausragende Glaubenszeugnisse der biblischen Vorfahren zusammen, die Gott in allen noch so heftigen Bedrängnissen treu geblieben sind. Er will damit die Christen in Zeiten der Christenverfolgungen zur Standhaftigkeit im Glauben ermuntern. – Bis in unsere Tage werden Menschen ihres Glaubens wegen verfolgt, gedemütigt, getötet. Es ist tragisch, dass Religionen immer wieder Gefahr laufen, mit fundamentalistischer Gewalt eine unheilige Allianz einzugehen. Als Christen sind wir zu nichts anderem als zur »sanften Macht der Liebe« (Dostojewski) aufgerufen! (TeDeum 4.2.2013)

Zur sanften Macht der Liebe zählt auch das Gebet. In der Seitenleiste rechts (in der Rubrik “Spiritual Activities”) findet sich ein Link zu einer der vielen großartigen Organisationen, die uns helfen, aktiv zu werden: Weiterlesen →

wpa advent


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Hl. Joseph, der Gerechte

Josef + Jesus v. Ilian Rachov
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Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte,
was der Herr durch den Propheten gesagt hat:

Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen,
einen Sohn wird sie gebären, und
man wird ihm den Namen Immanuel geben,
das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

Als Josef erwachte, tat er,
was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte,
und nahm seine Frau zu sich.

(Mt 1,21-24)

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Weihnachtshymnus

“Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht”

Joseph schloss des Himmelsvaters Sohn in seine Arme
als ein Neugeborenes – er diente ihm wie seinem Gott.
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artikel stunde barmherzigkeit hellgr


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Abend der Barmherzigkeit – Was wir vom Himmel lernen können

Es ist inzwischen das vierte Jahr, in dem unsere Pfarre “Abende der Barmherzigkeit” anbietet. Es ist ein treuer Kreis von Menschen, der dieses Angebot regelmäßig wahrnimmt – und belohnt wird: Über die Grenzen des Alltags hinaus begegnet uns Jesus im Allerheiligsten Sakrament des Altars auf wunderbare Weise in Stille und Gebet.

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1.Impuls: ICH GLAUBE

In der heutigen Lesung aus dem 2. Brief des Johannes heißt es:

Viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen; sie bekennen nicht, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. Jeder, der über die Lehre Christi hinausgeht, hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn.

Was meinen wir eigentlich, wenn wir sagen: „Ich glaube“? Erschöpft sich unser Bekenntnis etwa in den Worten: Ich glaube, dass Gott lebt?

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Hl. Maria Magdalena – der Ostermorgen ist ihre Stunde

„Der Ostermorgen ist ihre Stunde. Die Frau mit Namen Maria aus dem Fischerdorf Magdala lernte Jesus bereits zu Beginn seines Wirkens kennen. Er heilte die geplagte Frau von sieben Dämonen. Maria war offensichtlich begütert, denn sie unterstützte Jesus mit ihrem Vermögen. Mit anderen Frauen folgte sie dem Rabbi von Galiläa nach Jerusalem bis unter das Kreuz.

Jesus war ihr Ein und Alles. Er hat sie von einer schweren Krankheit geheilt, er hat ihr neuen Lebensmut gegeben. Seitdem ist sie ihm gefolgt. Sie war eine der Wenigen, die ihm bis zum Kreuz gefolgt sind. Und dann: aus und vorbei! Der Gang zum Grab ist ein Tränengang.

Dass das Grab leer ist, ändert nichts an ihrer Verfassung. Das leere Grab ist für sie kein Beweis seiner Auferstehung. Dann sieht sie plötzlich Jesus, aber sie meint, es sei der Gärtner. So ist es, wenn wir in unserer Trauer nicht über uns hinaus zu sehen vermögen. Der tränenverhangene Blick, der Blick ins Leere kann das Wunder nicht sehen.

Maria lernt richtig sehen, als Jesus sie beim Namen nennt. Sein Wort wendet die Situation, wendet sie um. »Maria« – dieser Name steht zuerst für die weinende Maria, er steht aber auch für jeden weinenden Menschen. Er wird ausgesprochen von dem, der den Tod hinter sich gelassen hat.

Zum Glauben kommt es, wenn ich an mir geschehen lasse, was ich gar nicht verhindern kann. Nicht meine Umwendung ist Ostern, sondern Ostern ruft meine Umwendung hervor. Sein Ruf verändert meine Wahrnehmung. Aus Trauer wird Freude, aus Heillosigkeit Heil.

Jesus ruft jeden von uns beim Namen, und wenn wir ihn hören, entdecken wir uns selbst als Auferstandene – mit neuer Hoffnung und einem Ziel vor Augen – wie Maria, die verkündet: »Ich habe den Herrn gesehen.« Maria war die Erste, die die Wendung des Glaubens vollzog. Deshalb ist sie erste Zeugin der Auferstehung und erste Apostelin.“

(Quelle: TeDeum, Maria Laach)

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Wo Benachteiligungen in der Rolle der Frauen in der katholischen Kirche vermutet werden, ist oft ein  zweiter Blick notwendig. Die Bibel jedenfalls lässt keinerlei Rangordnungen erkennen, sondern unterschiedliche Rollen. So schreibt der selige Johannes Paul II. in «Mulieris Dignitatem»:

“Das Johannesevangelium (vgl. auch Mk 16, 9) hebt die besondere Rolle der Maria aus Magdala hervor. Sie ist die erste, die dem auferstandenen Christus begegnet… Sie wurde darum auch »Apostel der Apostel« genannt. Maria aus Magdala war früher als die Apostel Augenzeugin des auferstandenen Christus und hat deshalb auch als erste den Aposteln gegenüber von ihm Zeugnis gegeben.

Dieses Geschehen stellt gewissermaßen die Krönung all dessen dar, was wir zuvor darüber gesagt haben, dass den Frauen – ebenso wie den Männern – die göttlichen Wahrheiten von Christus anvertraut worden sind. Man kann sagen, dass sich auf diese Weise die Worte des Propheten erfüllt haben: »Danach aber werde ich meinen Geist ausgießen über alle Menschen. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein« (Joël 3, 1).

Am fünfzigsten Tag nach der Auferstehung Christi finden diese Worte im Abendmahlssaal von Jerusalem, bei der Herabkunft des Heiligen Geistes, des »Beistandes«, noch einmal ihre Bestätigung (vgl. Apg 2, 17). Alles bisher zum Verhalten Christi gegenüber den Frauen Gesagte bestätigt und klärt im Heiligen Geist die Wahrheit über die »Gleichheit« der beiden – Mann und Frau.

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GEBET

Maria von Magdala,
du hast Jesus mit ganzer Seele geliebt,
dafür ehren wir dich von Herzen.

Gott zu ehren, das eigene Kreuz anzunehmen,
und wenn es soweit ist,  das Kreuz zu tragen,
das hast du uns, Maria von Magdala, gelehrt;

Christus hat dich gerettet,
von sieben schlimmen Dämonen befreit;
werden auch wir schon auf Erden erlöst?

Wir kennen keine Gewißheit – und halten es aus,
denn Gnade liegt allein im Ermessen des Höchsten,
ob und wann wir beschenkt werden.

O Jesus, Dich und die Menschen von Herzen zu lieben,
das ist unser beharrliches Ziel und unsere heilige Sehnsucht:
Dann ist Deine Gnade nur mehr eine Frage der Hoffnung.
Amen.

(zeitzubeten.org)

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PFINGSTEN


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Pfingsten. Betrachtung zum Wunder des Heiligen Geistes

1. Sturm und Hauch

Wie ein Brausen, dann wieder wie ein Säuseln, einmal Sturm, ein andermal Hauch. Die Bilder, die die Bibel für den Heiligen Geist kennt, sind sehr unterschiedlich, so unterschiedlich wie die Gaben, die uns durch ihn geschenkt sind. Hinter allem steckt ein Gott, ein Herr, ein Geist. Er bewirkt alles in allen. Darauf dürfen wir vertrauen.

Im Johannes-Evangelium lesen wir vom sanften Hauch:

„Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. (Joh 20, 19-23) In der Apostelgeschichte lesen wir vom brausenden Sturm: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.“ (Apg 2, 1-13).

2. Begeistert, nicht berauscht

„Sie sind vom süßen Wein betrunken.“ – Das ist sicher eine mögliche Deutung für die begeisterten Jünger, die „Feuer und Flamme“ sind für ihren Glauben und für die neue Sprache der Einheit. Dann aber wäre der Rausch bald vorbei gewesen und Ernüchterung – vielleicht sogar ein richtiger „Kater“ – wären die einzigen Erinnerungen an dieses Erlebnis. Alles wäre danach zurückgekehrt zur Normalität des allgemeinen Chaos und Unverständnisses. In den jungen Gemeinden aber, die daraufhin gegründet wurden, verbreitet sich die Kraft des Heiligen Geistes und löst eine Bewegung aus, die nie wieder zum Stillstand kommt: die Kirche, die mit dem Pfingstereignis ihre Gründung erfährt. In ihr gilt das versöhnende Wort Jesu für alle gleich, ein Wort, das wie eine Feuerzunge jedes oberflächliche Gerede verbrennt.

Petrus erklärt der Menge, was wirklich geschehen ist: „Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde am Morgen; sondern jetzt geschieht, was durch den Propheten Joël gesagt worden ist: In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben. […] Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazoräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde. […] Nachdem er durch die rechte Hand Gottes erhöht worden war und vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.“ (Apg 2, 14-17, 22-24, 33)

3. Pfingstwunder

Sehr nüchtern ist dieses zweite Kapitel der Apostelgeschichte in der EÜ mit „Pfingstereignis“ überschrieben. Ein neutraler Begriff, der angesichts dessen, was passiert, eine starke Abschwächung darstellt, eine maßlose Untertreibung gar, die den Charakter von Pfingsten völlig verfehlt. Pfingsten ist mehr als ein Ereignis, es ist ein Wunder. Es lässt sich in der Tat nur als wunderbar bezeichnen, was damals in Jerusalem geschah. Die Jünger sprechen in der Sprache jedes Einzelnen, sie finden die richtigen Worte, sie treffen den richtigen Ton, sie werden verstanden. Jede und jeder versteht, was Gott ihr oder ihm sagen will, egal ob Meder oder Kappadozierin.

Pater Werenfried van Straaten, Gründer der „Ostpriesterhilfe Deutschland“, besser bekannt als „Kirche in Not“, schrieb dazu: „Die Apostel verharrten mit Maria, der Mutter Jesu, einmütig im Gebet. Die Antwort war das Pfingstwunder von Jerusalem, wo sich gleich dreitausend Menschen taufen ließen. Wenn wir, durch Glauben, Hoffnung und Liebe angeregt, zusammen mit Maria, dem Papst und den wahren Aposteln, die es auch heute noch gibt, mit Priestern, Ordensleuten, Vätern, Müttern und anderen Christen guten Willens einmütig im Gebet verharren, werden auch jetzt Wunder geschehen.“ Es werden, so Pater Werenfried, „Wunder geschehen“. Doch was ist das eigentlich – ein „Wunder“?

4. Wunder – Gottes Wirken in der Welt

Ein Wunder ist „ein Geschehen, das Aufsehen erregt, weil es unerwartet eintritt, im allgemeinen innerweltlich unerklärlich ist und als Hinweis auf Gottes Wirken in der Welt (auch wenn es durch geschöpfliche Zweitursachen vermittelt ist) gewertet werden kann“ (Lothar Ullrich: Wunder, in: Lexikon der katholischen Dogmatik. Freiburg i. Br. 1987, S. 560-563, hier: S. 560). Wunder haben dabei einen „dialogischen Charakter, d. h., sie offenbaren die personale Liebe Gottes“ (ebd., S. 561). Sie stellen damit, wie schon erwähnt, „ein übernatürliches Eingreifen der Heilsmacht Gottes ‚in Vorausnahme der eschatologischen Vollendungsgestalt der Schöpfung’“ dar (Sieger, S. 390 f.), d. h., sie zeigen uns, worauf Gottes Schöpfung, die wir für gewöhnlich als unvollendet ansehen, hinausläuft, sie geben einen Vorgeschmack auf das wunderbare Ziel unseres Daseins, an dem uns das Wunder der Vollendung als Dauerzustand erwartet.

Wunder sind Transzendenzerfahrungen in der Immanenz der Welt. Besonders bedeutend sind hierbei Heilungswunder: Die Ärzte wissen keinen Rat, das Bittgebet aber heilt. Man mag sich darüber streiten, ob es in solchen Fällen der Transzendenzbezug im Glaubensakt des Gebets ist, der heilt, oder vielmehr der Glaube an die Heilkräfte dieses Transzendenzbezugs. Das ist selbst eine Glaubensfrage.

5. Augustinus und Thomas

Für die katholische Theologie in der Wunderfrage sind – wie auch in vielen anderen Fragen – insbesondere Augustinus und Thomas von Aquin „Konzentrationspunkte theoretischen Nachdenkens“ (ebd., S. 561). Bei Augustinus überwiegt der Hinweis- und Zeichencharakter, er sieht in ihnen keinen Sonderstatus hinsichtlich ihrer ontologischen Struktur. Das Wunder als göttlichen Tat dient letztendlich dazu, Gott zu erkennen, und zwar aus den sichtbaren Dingen: „Die Wunder, welche unser Herr Jesus Christus getan, sind gewiß göttliche Werke und mahnen den menschlichen Geist, Gott aus den sichtbaren Dingen zu erkennen“, mehr noch: „damit wir den unsichtbaren Gott durch die sichtbaren Werke bewundern“ (Tract. in Io. Ev. 24, 1).

Nach Augustinus liegt der Zweck der Wundertätigkeit darin, uns auf das Wunder der Wirklichkeit zu stoßen, also uns nicht nur einen Vorgeschmack auf die vollendete Schöpfung zu geben, die einst als Wunder offenbar wird, sondern eine andere Perspektive auf die nur scheinbar unvollendete Schöpfung anzubieten, die uns erkennen lässt, dass bereits hier und jetzt das in Aussicht gestellte „Dauer-Wunder“ jenseitiger Vollendung zu erleben ist. Augustinus lenkt den Blick, der in die Ferne auf das Wunder jenseits der Schöpfung gerichtet ist, das in kleinen Teilen gelegentlich in ihr manifest wird, auf das Wunder der Schöpfung selbst. Es gehe darum, im ganz Alltäglichen das Wunderbare zu entdecken, auch wenn diese Phänomene – Augustinus nennt als Beispiel das „Samenkorn“ – „durch ihre Häufigkeit in der Wertschätzung sinken“ (ebd.). Weil dieser Gewöhnungseffekt die Achtung vor dem Wunder der Schöpfung gefährde, habe sich Gott eben „nach seiner Barmherzigkeit einige [Wunder] vorbehalten, um sie zu gelegener Zeit gegen den gewöhnlichen Lauf und Gang der Natur zu vollbringen, damit beim Anblick nicht zwar größerer, aber ungewöhnlicher Werke diejenigen staunen sollten, auf welche die alltäglichen keinen Eindruck machten“ (ebd.). Doch Augustinus richtet nicht nur das Augenmerk vom Schaueffekt des Erhaschens transzendenter Momente in der Immanenz auf die dauerhafte staunende Betrachtung der Welt in ihrer scheinbaren Normalität, sondern auch vom naturwissenschaftlich Außergewöhnlichen auf das Besondere in Ethik und Politik: „Denn ein größeres Wunder ist die Leitung der ganzen Welt als die Sättigung von fünftausend Menschen mit fünf Broten, und doch staunt darüber niemand; dagegen staunen die Menschen über das letztere, nicht weil es größer, sondern weil es selten ist.“ (ebd.).

Bei Thomas überwiegt schließlich die Bestimmung des Wunders von der unmittelbaren transzendentalen Kausalität Gottes her, was nichts anderes ist als die „Finalität“ Leibnizens. Das Wunder läuft „vorbei an der Ordnung der Natur“ (Sum Th I, 110, 4) bzw. wenn unter „Übergehung der uns bekannten Ursachen“ (ebd., 105, 7). Es kommt von Gott und – so darf man wohl hinzufügen – wir werden die Ursachen des göttlichen Wirkens nie von Gott trennen können.

6. Ganz normale Wunder

Kürzlich hatte ich auf einer Begegnungsreise die Gelegenheit, mit einem Pfarrer der Herrenhuter Brüdergemeinde zu sprechen. Unser Gespräch kam auf die Schönheit der Schöpfung und von dort auf den Begriff des Wunders. Er berichtete mir von seinen Erfahrungen in der Krankenhausseelsorge. Immer wieder kam er mit Menschen zusammen, denen etwas fehlte, was ihm selbstverständlich erschien. Ihm wurde bewusst: Es versteht sich eben nicht von selbst, dass man sehen und gehen, atmen und sprechen kann. Seither gedenkt er in Dankbarkeit und Demut jeden Tag eines dieser wunderbaren „Selbstverständlichkeiten“, die Gott uns Menschen geschenkt hat.

Zu diesen zählen sicherlich auch die „großen“ Dinge des Alltags, die Rahmenbedingungen unseres Lebens in der Gesellschaft. Unsere Freiheit und unser Wohlstand, unsere Demokratie und unser Sozialsystem, unsere Sicherheit und unser guter Ruf in vielen Teilen der Welt. Gerade uns Deutschen sollte im 60. Jahr der Bundesrepublik und 20 Jahre nach dem Mauerfall ein spielerisch leichter Zugang zum Begriff des Wunders beschieden sein.

Die ganz alltäglichen Wunder sind die Normalitäten in der Gegenwart Gottes. Dafür im Gebet zu danken, sollte unser täglicher Beitrag sein. Bitten wir Gott, dass er uns mit Seinem Heiligen Geist durchströme, dass wir uns des Wunderbaren der Schöpfung immer bewusst bleiben und dass es uns gelingt, aus der Kraft des größten Wunders überhaupt zu leben: aus Seiner Liebe.

(Josef Bordat)

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Pfingsten – Deine Stimme als Christ zählt (2)

WELT: Christen beten  für Kranke – und geben ihnen die Schuld.


Im ersten Beitrag der kleinen Serie wurde an einem Beispiel gezeigt, dass es immer wichtiger wird die christliche Stimme überall dort zu erheben, wo Religionsfreiheit und christlich-moralische Werte in Gefahr sind.

Heute ist von der „vierten Macht“ die Rede, den Medien. Es wird mittlerweile jedem Leser klar sein, dass die Angriffe gegen christliche Werte und Institutionen häufiger und schärfer werden. Generalisierungen bringen uns natürlich nicht weiter und es gibt sicher einige Ausnahmen in den Medien. Auch sind die christlichen Medien (katholische Internetportale, Blogger, diözesane Seiten, etc.) stärker geworden, Gott sei Dank!

Fall Nr. 2 – christliche Stimme gegen Medienmist

Aber all das ändert nichts am grundsätzlichen Befund, dass christliche Werte und Institutionen zunehmend in die Enge „geschrieben werden“. Josef Bordat hat gerade dieser Tage ein kleines Beispiel dafür entdeckt, und ich will es auch deshalb gerne aufgreifen, weil es mit dem Thema Beten zu tun hat. Der Autor beginnt seinen Beitrag so:

Im Die Welt-Artikel Christen beten für Kranke – und geben ihnen Schuld wird mit der Überschrift der Eindruck erweckt, als seien Christen unverantwortliche, herzlose Vollidioten. Im Text selber stellt sich die Sache mit den Kranken, dem Gebet und der Schuld dann ganz anders dar, sogar von einem Wunder wird berichtet, aber wer liest schon Texte?

Allein zum Thema Headlines oder Aufmacher könnte man Abhandlungen schreiben: Immer wieder wird das chrichtliche/kirchliche „hinuntergezogen“.

Christen beten für Kranke – und geben ihnen Schuld. Das behauptet die Zeitung Die Welt in großen Lettern. Da ich auch Christ bin und für Kranke bete, ihnen aber regelmäßig nicht die Schuld gebe, interessiert mich der Artikel. In der Überschrift ist von „Christen“ die Rede, im Untertitel dann von „Angehörigen einer Freikirche“, deren Rückhalt in Deutschland im Verlauf des Artikel mit 300.000 „Anhängern“ angegeben wird.

Das ist auch typisch: Die Randgruppe kann gar nicht „randig“ genug sein, Hauptsache das „unzeitgemäße Thema Christsein“ wird negativ beleuchtet.

Selbst wenn man mit der Autorin des Textes unterstellt, „diese“ Christen legten die Bibel „wörtlich“ aus, also mitnichten so, wie es die Mehrheit der Christen aus den Großkirchen mit nachvollziehbaren Gründen für richtig hält, hätten „diese“ Christen eigentlich darauf kommen müssen, dass der Zusammenhang zwischen Krankheit und Schuld von Jesus verneint wird, und zwar anhand einer eindeutigen Stelle im Johannesevangelium…

Beschäftigung mit den Inhalten von Religion? Das gibt’s schon überhaupt nicht, und wenn, dann wie es meine atheistischen Freunde handhaben, nämlich das Christsein mit willkürlichen Bibelzitaten zu unterlaufen… Zurück zu Josef Bordat:

Der Text argumentiert genau eine Ebene zu niedrig, um die wirkliche Differenz zwischen charismatischen Pfingstlern und nicht minder charismatischen Benediktinerinnen herauszuarbeiten. Wenn er bzw. seine Verfasserin das denn wollte! Es geht hier ja offensichtlich gar nicht um theologische Fragen, sondern einfach um Skurriles aus der Welt des Wahns.

Und jetzt kommt die klare Ansage von Josef Bordat, der ich mich sofort anschließe:

Dennoch muss man aus katholischer Sicht gegen die Diktion des Textes protestieren. Er behandelt die Spiritualität der Pfingstler nämlich als deren Exklusivgut, was freilich so nicht stimmt. Auch katholische Christen glauben an Gott, an Gottes Wirken, an die Möglichkeit der Heilung durch den Geist. Auch evangelische Christen, die landeskirchlich organisiert sind, beten für kranke Angehörige. Dafür muss man kein Mitglied einer Pfingstkirche sein.

Werden Gebet und Glaube so stark mit einer Splittergruppe verbunden wie in dem Text, erscheint Gebet und Glaube in einem ungünstigen Licht…

Warum aber wird das Gebet so sehr in Misskredit gebracht? Warum der Glaube? Warum gibt man damit den Leserinnen und Lesern von Überschriften die Chance, ihre Vorurteile zu festigen? Im Kommentarbereich wird auch schon nach „Verbot des Schwachsinns“ und „Einweisung der Geisteskranken“ – gemeint sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heilungsräume – geschrien, allerdings liest man auch einige Zeugnisse von Menschen, denen Gebet und Glaube geholfen haben, manchmal am Körper, viel öfter an der Seele.

Es gibt noch viel Lesenswertes im Artikel von Josef Bordat, aber kommen wir für unsere Zwecke zur Conclusio des Autors, die deutlich auf die Gefahren Bezug nimmt:

Ob man das Gebet mit Kranken und für Kranke nun als „wirkungslose Zeitverschwendung“ ansieht (wie die, die nicht an die Kraft Gottes im Heiligen Geist glauben) oder als Grundlage aller Heilung an Körper und Seele (wie die, die genau daran glauben): Es gibt keinen Grund, das Krankengebet dieser schlecht zu reden oder durch jene schlecht reden zu lassen. Wer mit der Schlagzeile aufmacht Christen beten für Kranke – und geben ihnen Schuld, läuft ernsthaft Gefahr, genau das zu tun.

Was also können wir tun angesichts einer Medienlandschaft, die ganz im Sinne des Zeitgeists die Kirche, ihre Institutionen und den christlichen Glauben in schiefe Perspektiven rückt?

Das Rezept heißt wiederum: Die christliche Stimme muss erhoben werden: Ja, jede einzelne Stimme ist entscheidend – Deine Stimme als Christ zählt!

  • Blogger können vermehrt auf „schiefe Perspektiven“ und Angriffe aufmerksam machen
  • Social Media Activities: Gruppen gründen, dort diskutieren
  • Initiativen starten, z.B. via Twitter: #70Prozent
  • Es wird wichtiger, im Kommentarbereich von Online-Medien Stellung zu beziehen
  • Auch Leserbriefe sind ein probates Mittel, gewissen Meinungen zu entgegnen
  • Diözesen rufen Christen vermehrt auf, kontroverse Themen online zu kommentieren
  • Die Vernetzung von christlichen Medien, Bloggern und Institutionen erzeugt mediale und argumentative Stärke

Wenn zu Pfingsten der Heilige Geist herabgerufen wird, dann vergesst nicht, zu bitten: Christen, erhebt Eure Stimmen und sprecht für den Glauben!

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Pfingsten – Deine Stimme als Christ zählt (1)

Pfingsten ist ganz besonders jener Moment, in dem der versprochene Beistand kommt. Was für glaubhafte, umwerfende und berauschende Minuten und Stunden sind hier geschehen – eine große Gnade, nicht nur vor 2000 Jahren, sondern eine Gnade, die bis in die Ewigkeit reicht.

Stimmen bilden einen wichtigen Teil des Geschehens. Von einem Stimmengewirr ist die Rede: Jede Stimme wusste unmittelbar um Gedanken, Worte und Auszusprechendes. Der Himmel landete mit einem Brausen auf der Erde, und jeder getroffene Mensch erlebte, wie seine Stimme genau das sprach, was in Wahrheit zu sprechen war.

Von welchem Himmel auf Erden würden wir heute – so wie damals – berichten, wenn unserer Stimmen von einem Moment zum anderen nur Wahres aussprechen würden! Genau deshalb sage ich: Pfingsten – Deine christliche Stimme zählt.

Die letzten Tage liefern Beispiele, und daher möchte ich bis Samstag von Stimmen berichten, die es wert sind gehört zu werden, mehr noch, die beispielhaft sind. Beginnen wir mit

Fall Nr. 1 – christliche Stimmen gegen den Staat

43 katholische Einrichtungen und Bistümer klagen in den USA gegen eine Reform der Gesundheitsfürsorge, die Verhütungsmittel und Familienplanung als Pflichtleistung vorsieht!

Die geplante Reform der betrieblichen Krankenversicherung sorgt in den Vereinigten Staaten seit Jahresbeginn für Streit mit der katholischen Kirche. Die Maßgabe sieht vor, dass Arbeitgeber für ihre Beschäftigten Versicherungen abschließen, die auch Verhütungsmittel, die «Pille danach» und Sterilisationen abdecken. Religiöse Institutionen im engeren Sinn sind davon ausgenommen, nicht aber Unternehmen in religiöser Trägerschaft wie Krankenhäuser oder Universitäten. (KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH)

Es geht hier nicht um eine Erläuterung amerikanischer Politik im Einzelnen, sondern um die ganz einfache Frage: Wie ist so etwas möglich? Genauer gefragt:  Wie ist es möglich, dass eine große Anzahl von Einrichtungen und Bistümern so unmissverständlich Position bezieht und vorgeht? Es liegt zum einen an der schweren Verletzung der Religionsfreiheit, ganz klar. Aber ist das alles?

  • Ich behaupte nein. Dieses konsequente und bewundernswerte Vorgehen ist möglich, weil viele Menschen ihre Stimme erhoben haben!
  • Die genannten Institutionen machen das ganz sicher nicht ohne Rückendeckung ihrer Basis.
    .
  • So haben wir hier ein Beispiel, wo wir ohne jeden Zweifel sagen können: Ja, jede einzelne Stimme ist entscheidend – Deine Stimme als Christ zählt.

Die Intention dieses Beitrags ist nicht, bei der Bewunderung amerikanischer Bischöfe hängenzubleiben. Ganz im Gegenteil. Dies ist ein klarer Aufruf an jeden einzelnen Christen im deutschsprachigen Raum (auch an die internationalen Leser des Blogs), sich in der Auseinandersetzung von Staat/Gesellschaft und Religion/Religiosität

  • für den Schutz des Lebens,
  • für den Erhalt von Kirchen,
  • für die Institution Ehe,
  • für die Wahrung der Religionsfreiheit, auch
  • für die Rechte anderer Religionsgemeinschaften

einzusetzen und gegebenenfalls dafür auf die Straße zu gehen bzw. den Bischof der jeweiligen Diözese zusammen mit Gleichgesinnten zu mobilisieren.

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