zurück zu Eine Lehre vom Beten

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Teil 1 – Das Wichtigste im Leben

Je mehr wir uns mit dem Thema Beten beschäftigen, desto mehr Fragen tauchen auf. Das ist durchaus okay so, denn selbst den großen Zeugen des Glaubens ist es nicht anders ergangen! Mit den Schriften der heiligen Teresa von Avila zum Thema Beten verfügen wir über eine Quelle voller Inspiration, Temperament und Klarheit. Die folgenden Artikel wollen aus der Quelle schöpfen, in Anlehnung an Teresa von Avila (1515-1582), die nichts lieber als das Element Wasser als Metapher für Fragen des geistlichen Lebens verwendet hat.

Was ist eigentlich das Verbindende aller Gebetsformen?

Es ist ohne Zweifel das Sich-Öffnen für Gott, für Jesus und für den Heiligen Geist. Mit der Vision, sich als einzigartiges Geschöpf Gottes in der letzten Tiefe seiner Seele bereit zu halten für das unermessliche Liebesleuchten des Schöpfers.

teresa-von-avilaDa die Heilige Teresa die verschiedensten Formen des Gebets aus Erfahrung kennt und zugleich die Gabe besitzt, diese religiösen Phänomene theologisch zu fassen und zu erklären, wollen wir ihr als Lehrmeisterin des Betens folgen. Teresas Ausdrucksweise wird als besonders lebendig und unverblümt beschrieben, dabei wendet sie sich immer wieder an Gott mit der Bitte um Hilfe im Ausdruck, und nimmt andererseits uns Leser mit in ihr Gebet hinein.

Wie können wir uns unsere Seele vorstellen?

Nach Teresas Verständnis wird der Mensch als Wesen aus Leib, Seele und Geist verstanden, ganz in der Tradition des Augustinus und der franziskanischen Schule. Der Begriff “Seele” wird von Teresa synonym für den ganzen Menschen mit all seinen Möglichkeiten gebraucht. Da die Seele nach dem Bild Gottes geschaffen ist, verleiht sie dem Menschen seine Würde und Schönheit. Die Seele verfügt in ihren Potenzen über Vernunft, Willen und Gedächtnis: Mit diesen Möglichkeiten entwickelt der Mensch seine theologischen Tugenden – die Entscheidung für den Glauben, die Liebe zu Gott und den Menschen, schließlich die Hoffnung auf das ewige Leben mit dem dreieinigen Gott.

Das ursprüngliche Verhältnis des Menschen zu Gott ist durch den Missbrauch der Freiheit (Erbsünde) verletzt, und der Mensch ist aufgerufen, wieder in die volle Gemeinschaft mit Gott zurückzukehren. Dieser Prozess wird in der Taufe begründet, und findet seine Vollendung in der vollen Anschauung Gottes (visio beatifica) im ewigen Leben. Den Weg dorthin sieht Teresa als Spannungsbogen zwischen menschlichen Unzulänglichkeiten und der Entfaltung eines auf Gott ausgerichteten Lebens. Seiner Berufung wird der Mensch gerecht, wenn er seine Tugenden entwickelt, und aus den Sakramenten der Kirche lebt, die ihm von Gott als Hilfen auf dem Weg gegeben werden.

Unsere Liebe und Aufmerksamkeit für Gott

Teresa erkennt als einzigen Heilsweg den Dialog mit Gott, der im persönlichen und weltlichen Leben seine Kraft entfalten soll, damit alle Menschen von der Liebe Gottes zu den Menschen Kenntnis erhalten. Das Gebet, als Verwandlung in der Gegenwart Gottes und Ausrichtung der ganzen Existenz auf Gott, ist für Teresa von Avila das Wichtigste im Leben überhaupt. Dabei ist der Grundgedanke ihres Betens einfach:

“Meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.” (Vida 8,5)

Die Liebe zu Gott muss erst wachsen und soll aus einer steigenden Vertrautheit mit dem göttlichen Gegenüber entfacht werden. Daher gilt unsere volle Aufmerksamkeit der Person Gottes als des Freundes und Geliebten.

Seiner Gegenwart und dem Wirken seiner Liebe gilt es sich im Gebet zu öffnen. So wird der Mensch sich seiner göttlichen Anlagen wie auch seiner menschlichen Begrenzungen bewusst: “Es ist wie mit dem Wasser in einem Glas, das ganz klar ist, solange die Sonne nicht hineinscheint. Wenn sie aber hineinscheint, sieht man, dass es voller Staubteilchen ist.” (Vida 20,28 )

Gott zieht uns an sich!

Die Erfahrung der Unermesslichkeit Gottes und unserer Unzulänglichkeit, auf Gottes Liebe zu antworten, verursacht in den Menschen eine schmerzhafte Spannung und Sehnsucht. Gott selbst wolle diese Spannung durch seine persönliche Liebe zum Menschen in (und durch) Jesus Christus überwinden. Es ist nicht so sehr der Mensch, der “nach oben strebt”, sondern wir dürfen auf Gottes unergründliche Liebe, seine Geduld und Gnade vertrauen, mit der er uns Menschen an sich ziehen will.

“Wie gewiss ist es doch, dass du den erträgst, der es erträgt, dass du bei ihm bist! Was für ein guter Freund du bist, Herr! Wie verwöhnst und erträgst du ihn dauernd und erwartest, dass er sich deiner Art angleicht, und erträgst in der Zwischenzeit seine!” (Vida 8,6)

Die Selbsterkenntnis des Menschen ist eine Voraussetzung für eine wahrhaftige Selbsteinschätzung und Standortbestimmung gegenüber Gott. Das Wachsen der Liebe zu Gott ermöglichen wir durch ehrliches Bemühen um Selbsterkenntnis, durch unsere Entschlossenheit, Gott zu erfreuen, sowie durch unsere Gewissheit, das Ziel zu erreichen. Wir sind im weiteren aufgerufen, Gott kennenzulernen, denn “Warum dürfen wir nicht wissen, wer Jesus Christus und wer sein Vater ist, in welches Land er uns führen will, welches seine Wesensart ist, wie ich ihn am glücklichsten machen und womit ihn erfreuen kann?” (Camino 22,7)

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Fortsetzung siehe Teil 2

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Die Karmelitin Thérèse de Lisieux ist uns ein großes Vorbild.

"Jesus sagte nichts zu mir, und ich sagte nichts zu ihm, außer dass ich ihn mehr liebe als mich selbst (LW,308).

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DEINE 5 SCHRITTE ZUM BETEN

Gemeinsam Beten!

1. DEINE ZEIT

Nimm Dir etwas Deiner kostbaren Zeit, ziehe Dich an einen ruhigen Ort zurück, lass Dich vom Angebot eines gemeinsamen, wöchentlichen Gebets inspirieren - und bete! Entweder allein (dann betest Du „nur“ mit den unten genannten Autoren) oder Du bringst Deine Nächsten mit in den Gebetskreis: Lade sie zu Dir ein, trefft Euch in der Kirche, oder gib einfach unseren Link weiter!

2. MITEINANDER

Unsere Gebetszeit ist jeden Sonntag zwischen 21 und 23 Uhr. Das rituelle Gebet, das wir jede Woche beten, findest Du unter "Beten mit Dir!", siehe die Registerkarten oben. Innerhalb der genannten Zeiten kannst Du darauf vertrauen, mit uns – den Autoren und Betreibern des Gebetsblogs - und allen anderen Mitbetenden in einer stetig wachsenden Gemeinschaft zu beten!

3. DEINE ANLIEGEN

Wir beten gemeinsam für Deine und alle unsere Anliegen. Gib in einem Kommentar Fürbitten oder, wenn Du möchtest, Namen von Nächsten bekannt, für die wir in der folgenden Woche alle gemeinsam beten. Dazu siehst Du oben die Registerkarte "Deine Anliegen", wo Du uns Deine Bitten direkt mitteilen kannst. Die Anliegen können Dich und alle Menschen betreffen, die Dir wichtig sind. Jesus Christus kann unser Leben verändern, darauf vertrauen wir!

4. WOCHENGEBET

Oben klickst Du auf die Registerkarte „Beten mit Dir!“ und findest unser vollständiges wöchentliches Gebet. Vom zusätzlichen Wochentext (siehe links) kannst Du Dich noch weiter inspirieren lassen. Wir freuen uns auf Dein Mitbeten in unserem Gebetskreis!

5. DEIN FEEDBACK

Gib uns und allen Betenden ein Feedback, was sich in Deinem Leben verändert. Über die Kommentarfunktion (zum Beispiel auf der Seite "Deine Anliegen") kannst Du uns jederzeit schreiben! Wir danken Dir - und vor allem danken wir Jesus Christus!
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