Es gibt Menschen, die vom Schicksal – das ist nichts anderes als der Wille Gottes – härter getroffen werden. Meist sind es Seelen, die durch diese Prüfungen noch weiter wachsen, aber das ist natürlich reine Spekulation. Warum diese Einleitung? Weil mich die Zeilen eines(r) Bloggerkollegen/in nicht loslassen, die auf den Punkt bringen, wie an vielen (virtuellen) Orten mit privaten Bloggern umgegangen wird, die ihrem Broterwerb nachgehen, vielleicht Familie haben, womöglich sehr krank sind (!), und unter Umständen noch ganz andere Aufgaben in ihrem Leben zu bewältigen haben, und dann…
…müssen sich diese Blogger noch Dinge gefallen lassen, die ziemlich weit gehen. Auch ich kann ein Lied davon singen (gut, dass ich über keine Sängerstimme verfüge). Trotzdem halte ich an einem Prinzip fest:
Inhaltliche Zensur der Kommentarbeiträge gibt es keine (zugegeben, in der Länge habe ich den Text eines Internetpredigers schon einmal beschnitten, aber es ist die Ausnahme geblieben). Dann lieber ein wenig zurückschießen. Denn Christsein heißt nicht ausschließlich demütig und sanft sein… Sanftmut wenn immer möglich: ja, ausschließlich: nein.
Zurück zum Anlass dieses Beitrags. Das betreffende Blog stellt ein tägliches Service zur Verfügung, genannt “Seelen-Futter”, nur eben jetzt nicht, weil bis Weihnachten ein Adventkalender ins Leben gerufen wurde; wer das Blog liest, sollte es wissen. In einem aktuellen Beitrag auf dem “Seelen-Futter”-Blog heißt es nun:
“Ich bekomme noch immer Anfragen wo den bitte das Seelen-Futter bleibt, obwohl ich mehrfach auf den Online – Adventskalender hingewiesen habe.
Irgendwie bedrückend, dass einige emails dann ziemlich unfreundlich und teileise sogar beleidigend sind.Das Seelen-Futter verschicke ich persönlich, kostenlos und weil ich es gern schreibe, um mich und andere zu ermutigen.
Manchmal isses auch anstrengend, wenn mir nicht gleich was einfällt, ich müde bin und mitten in der Nacht noch was dafür raussuche.
Ich finde es traurig, wenn das dann als selbstverständlich angesehen wird,
dass das Seelen-Futter jeden Morgen per email eindrudelt.Und wenn dann gleich Stress geschoben wird,
wenn es mal nicht so läuft wie gewohnt.Es ist schön, dass die meisten Futter Empfänger dankbar sind. ;-)
Diejenigen, die rummotzen sollten sich mal fragen,
was das für einen Sinn macht und das es nicht gerade dazu beiträgt,
dass ich das Seelen-Futter auch weiterhin verschicke.”
Was das Fass (für mich) dann zum Überlaufen bringt, ist, dass praktisch jeder Leser vom Blogbetreiber weiß, dass er/sie unter einer schweren Krankheit leidet: Die betreffende Person macht einfach kein Geheimnis daraus und steht zu ihrem Lebensweg – ganz öffentlich auf ihrem Blog. Und dann gibt es tatsächlich Abonnenten, die sich über das vermeintliche (!) Ausbleiben des täglichen Services mit unfreundlichen Worten beschweren? Shame on you!!
Geradezu lächerlich dagegen ist das aktuellste Beispiel auf meinem Blog, wo sich eine Leserin (und Kollegin) beschwert, dass ich einen Kommentator beim Klarnamen genannt hätte, und im übrigen dem Vatican-Magazin so unrecht täte… Der Vergleich macht also klar, wie unterschiedlich das Ausmaß der Anwürfe sein kann, in meinem Fall harmlos, im Anlassfall schlimm.
Wie heißt es in einem aktuellen “Seelen-Futter”: “Je mehr Weihnachtsgedöns, umso fetter ist der Schleier über Jesus”. Abgewandelt kann man sagen: Weniger Gedöns von und um ein Hochglanzmagazin, das Vatikan mit “c” schreibt, würde unserem Glauben sicher nicht schaden. Vor allem aber ist ein wenig mehr Respekt gegenüber all jenen Blogbetreibern, die sich unter großen Mühen neben ihrem Broterwerb für die Sache Christi einsetzen, gefragt.
PS1: Das Seelenfutter wurde hier vorgestellt und ist sicher noch zu abonnieren, aber bitte mit Anstand!
PS2: Die Überschrift “Im Namen derer…” ist manchen womöglich zu vereinnahmend: Wer sich durch das Anliegen dieses Beitrags nicht angesprochen sieht, möge sich also ausgeschlossen fühlen!
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