Zeit zu beten – Dialog durch Gebete

Beten, katholische Gebete, christliche Spiritualität, Online Gebetskreis, Jesus Christus, Gottesmutter Maria

Kirchliche Feste


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Christi Himmelfahrt und der Auftrag zur Evangelisation

Vierzig Tage nach Ostern feiern wir Christi Himmelfahrt. Der Auferstandene, der vierzig Tage lang seinen Jüngerinnen und Jüngern erschienen war, dessen verklärter Leib schon auf Seine Erhöhung zu Gott hingedeutet hatte, der Seine Auffahrt selbst ankündigte („Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“, Joh 20, 17), Er ist nun ganz bei Gott. Er sitzt „zur Rechten Gottes“, wie wir es im Apostolischen Glaubensbekenntnis beten.

DER MENSCHGEWORDENE GOTT FÄHRT AUF

Mit dem Heimgang des Sohnes zum Vater endet die irdische Mission Jesu. Weiterlesen →

artikel gebet hände 2


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Bittendes Beten – eine Hinführung

Die gegenwärtigen Bitt-Tage bieten Gelegenheit, sich näher mit dem Thema “Bitten” auseinanderzusetzen. Von mir selbst kann ich sagen, dass ich oftmals einen gewissen Widerwillen verspürte, wenn es darum ging, Gott um Gnaden in meinem Leben zu bitten – eigentlich war mir das Dankgebet das vertrautere. Heute dagegen kann ich verstehen, warum das Bittgebet diese besondere Stellung in der Gesamtheit des Betens hat. Pater Hans Schaller SJ hat in einem vor längerer Zeit erschienen Aufsatz zu erklären versucht, worin die Schwierigkeiten beim Bittgebet liegen können.

Wie der folgende Beitrag zeigt, ist es sehr leicht, sich in gewisse Fallen des geistlichen Denkens zu verstricken. Manches Mal ist es eine übertriebene oder falsch verstandene Demut, die uns am Bitten hindert. Es kann aber auch eine zu enge Vorstellung von göttlicher Vorsehung sein. Und lebt es sich nicht – bevor die eigenen Bitten gar nicht erhört werden – um einiges leichter, wenn man erst gar nicht mit den Bittgebeten anfängt?

Diese und noch mehr Überlegungen versucht der folgende Artikel zu klären…

Bild: Getty image, for private use only
artikel bittgang land salzburg


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Spiritualität und Praxis der Bitt-Tage

Die drei Tage vor Christi Himmelfahrt werden liturgisch als „Bitt-Tage“ gestaltet. Es geht in den Andachten und Prozessionen um gedeihliches Wetter für eine gute Ernte. Diese Tradition wird heute noch im ländlichen Raum gepflegt. Die Menschen beten, dass Gott Seine segnende Hand schützend über Wald und Flur halte, damit die Bauern im Herbst die Früchte ihrer Arbeit ernten können.

Die Gottesdienste an den Bitt-Tage sollen aber deutlich machen, dass der Mensch in „Schöpfungsmitverantwortung“ die Natur nutzen soll. Ja, nutzen, denn sie ist für uns da. Doch ohne sie auszubeuten, denn das hieße, sie für kommende Generationen in ihrer Nutzbarkeit zu gefährden. „Nachhaltigkeit“ ist das Konzept, das in der Naturnutzung zentral sein sollte.

Die Gottesdienste an den Bitt-Tagen machen zudem deutlich, dass der Mensch bei allem, was er in der Welt tut, in Gottes Hand geborgen ist, auf Gottes Gnade setzen, mit Gottes Hilfe rechnen darf. Das gilt nicht nur für die Landwirtschaft, sondern für jede Arbeit. So dürfen sich auch die Städter, die in Industriebetrieben, Verwaltungsgebäuden und Dienstleistungsunternehmen beschäftigt sind, mit einbezogen fühlen in das Bittgebet der Kirche.

Beten wir also in diesen Tagen – neben den persönlichen Anliegen – um gutes Wetter für eine gute Ernte, um Arbeit mit fairer Entlohnung für alle. Die Tatsache, dass die Bitt-Tage in den Marienmonat Mai fallen, mag uns daran erinnern, dass wir uns mit diesen Anliegen vertrauensvoll an die Gottesmutter wenden können: Bitt’ Gott für uns, Maria!

(Josef Bordat)
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Mamertus (r.) mit Apollinaris von Valence (l.) und Avitus von Vienne (Mitte)

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An den Beitrag von Josef Bordat möchte ich noch einige Infos zu Ursprung und Gestaltung von Bittgängen anschließen. Obwohl es gerade auch in meiner Umgebung Bittgänge zu den Weinbergen gibt, war mir nicht bewusst, wie lang diese Tradition zurückreicht – dank dem Hl. Mamertus von Vienne. Schließlich sind Bitten und Beten untrennbar miteinander verbunden, also noch ein Grund mehr, auf ZEIT ZU BETEN kurz darauf einzugehen!

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Ursprung der Bitt-Tage

Dem aus Lyon stammenden Mamertus von Vienne (400-475), Bischof von Vienne, wird die Begründung der Bitt-Tage zugeschrieben. Nach zahlreichen Feuern und Erdbeben und großen Zerstörungen in seiner Heimatstadt Vienne führte Mamertus 470 die Drei Bittgänge vor dem Fest Christi Himmelfahrt ein, Prozessionen zur Abwendung von Gefahren und zur Erflehung göttlicher Hilfe. Die hierfür erstellten Litaneien und Bittgebete verbreiteten sich in ganz Gallien und Spanien.

 

Die Feier der Bitt-Tage

I. Die Grundstruktur des Gebets: Lobpreis und Bitte

Das Gebet der Christen lehnt sich in seiner Struktur seit alter Zeit an die Tradition des Judentums an: Lobpreis und Bitte. Aus der Erfahrung des Heils, das Gott in vergangenen Tagen für sein Volk gewirkt hat und für das er zu preisen ist, erwächst die Bitte um das heilbringende Weiterwirken in der Gegenwart. Der Christ erkennt die besondere Wirksamkeit des heilschaffenden Gottes im Paschamysterium Christi. Aufgrund dieser Erkenntnis wird sein Bittgebet in Verbindung mit dem Paschamysterium stehen, das den Kern des christlichen Glaubens ausmacht.

II. Ein typisches Gebet des Christen: Für-Bitte

Auf die Bitte der Apostel hin “Lehre uns beten!” formuliert Jesus das Vaterunser (Lk 11,1-4). In diesem Herrengebet ist die Bitte für das notwendige Auskommen aller – “unser tägliches Brot gib uns heute” – ausgesprochen. Damit wird aufgezeigt, daß echtes christliches Beten von selbst zur Für-Bitte wird. Der Mensch kann sich nur im Für- und Miteinander verwirklichen. Der Christ bringt mit seinem Gebet das Für- und Miteinander in die Dimension Gottes hinein. Seine Erfahrungen im Umgang mit der Schöpfung werden vor Gott ausgesprochen. Zu seinem Erfahrungsbereich der Schöpfung gehören Pflanzen, Tiere und hauptsächlich der Mensch in seinen verschiedenen Tätigkeiten. Die Erfahrung der Unvollkommenheit und Schwachheit führt den Glaubenden hin zum Schöpfer aller Dinge. Nöte des gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Bereichs werden zur Sprache gebracht und Deutungen im Licht des Glaubens, besonders aus der Erfahrung von Tod und Auferstehung Jesu, versucht. Wer sich dem Geist Gottes öffnet, dem werden entscheidende Perspektiven klar und deutlich, und er erhält die Befähigung, im Namen Christi richtig zu bitten.

III. Formen gemeinsamen Bittgebets: Bittgottesdienste und -prozessionen

Die Tradition der Bittage und Bittprozessionen reicht bis in das 4. Jahrhundert zurück. Die “Grundordnung des Kirchenjahres und des Kalenders” vom 21. März 1969 hat an den Bittagen vor Christi Himmelfahrt festgehalten. Die Bittprozession am Fest des hl. Markus (25. April) wurde nicht mehr berücksichtigt, da sie in einem rein lokalen Brauch der stadtrömischen Kirche ihren Ursprung hat (Verchristlichung der heidnischen Flurprozession zu Ehren des Gottes Robigus und der Göttin Robigo). Dennoch wird an diesem Brauch in manchen Gebieten festgehalten.

Zusammen mit den Quatembertagen hat die “Grundordnung des Kirchenjahres und des Kalenders” von 1969 den Sinn der Bittage so umschrieben: “An den Bitt- und Quatembertagen betet die Kirche für mannigfache menschliche Anliegen, besonders für die Früchte der Erde und für das menschliche Schaffen (Nr. 45). Neben „Bewahrung der Schöpfung“ können auch Arbeit für alle, Frieden, Brot für die Welt und Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben Motive sein.” Auch eignen sich die Tage für den öffentlichen Dank.

Gestaltungselemente sind traditionell die Allerheiligenlitanei, andere Litaneien, Psalmen und Wechselgebete sowie das Rosenkranzgebet.

Der Christ vertraut in frohen und schweren Stunden Gott, von dem der Mensch letztlich abhängig bleibt. Im Gebet trägt er ihm seine eigenen Sorgen und die Not und Angst der ganzen Menschheit vor. Die aktuellen und bedrängenden Sorgen und Befürchtungen der heutigen Zeit sollen angesprochen und vor Gott ausgesprochen werden. Dabei werden wir uns aber bewußt bleibt, daß Gott das Leid und alle Unbegreiflichkeiten nicht aus der Welt nimmt und die Probleme nicht für uns löst, aber denen, die ihn lieben und ehren, alles zum Guten führt.

IV. “Wir sind unterwegs, Wanderer zwischen zwei Welten”

Bittgebet und -prozession entheben die Gläubigen nicht der Verantwortung, bei der Lösung anstehender Probleme mitzuwirken. Die christliche Motivation zu solchem Tun kann wie folgt verstanden werden: “Bete so, daß du unter der Bitte um die Gabe von oben dich immer mehr selbst zur Opfergabe nach oben machst. Bete so, daß dein anhaltendes Bittgebet als Bewährung erscheint für deinen Glauben an das Licht Gottes in der Finsternis der Welt, für deine Hoffnung auf Leben in diesem beständigen Sterben, für deine Treue der Liebe, die liebt ohne Lohn. Wir sind unterwegs, Wanderer zwischen zwei Welten. Weil wir noch auf Erden wandeln, laßt uns bitten um das, was wir auf dieser Erde brauchen. Da wir aber Pilger der Ewigkeit auf dieser Erde sind, laßt uns nicht vergessen, daß wir nicht so erhört werden wollen, als ob wir hier eine bleibende Stätte hätten, als ob wir nicht wüßten, daß wir durch Untergang und Tod eingehen müssen in das Leben, das in allen Bitten allein das Ziel des Lebens und Betens ist. Solange die Hände gefaltet bleiben, gefaltet bleiben auch im entsetzlichen Untergang, so lange umgibt uns die Huld und das Leben Gottes, und alle Abstürze in das Entsetzen und in den Tod sind nur ein Fallen in die Abgründe der ewigen Liebe” (Karl Rahner).

(Pastorale Einführung des Instituts für Praktische Theologie, Salzburg)

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Heutige Praxis

Der Brauch der Bittgänge ist häufig in ländlichen Regionen erhalten geblieben und teilweise sogar wieder neu belebt worden. Landgemeinden entdecken die alten Prozessionswege neu, in den Städten werden neue Formen erprobt – nicht selten auch in den Abendstunden, dem heutigen Arbeits- und Lebensrhythmus angepasst. Gestaltungselemente sind traditionell die Allerheiligenlitanei, andere Litaneien, Psalmen und Wechselgebete sowie das Rosenkranzgebet.

Unterwegs werden in der Regel „Stationen“, etwa an Feldkapellen oder Wegkreuzen, gehalten, wo aus der Bibel gelesen und Fürbitte gehalten wird. Bei eucharistischen Prozessionen wird an diesen Unterwegsstationen der sakramentale Segen erteilt. Eucharistische Prozessionen nehmen ihren Anfang nach einer Heiligen Messe in der Pfarrkirche. Die Heilige Messe kann – als „Mittelpunkt der Prozession“ – auch an einer Unterwegsstation gefeiert werden oder auch am Ziel des Bittgangs. Als Sakramentsprozession geht es danach zur Pfarrkirche zum Schlusssegen.

Der Verlauf einer Bittprozession kann beispielsweise so aussehen:

Erste Station

An der ersten Station bittet die Gemeinde um den Segen für ihre Arbeit. Es wird die Bibelstelle Gen 1,26-29 „Macht euch die Erde untertan“ gelesen.

Zweite Station

An der zweiten Station steht die Bitte um das tägliche Brot im Mittelpunkt der Anbetung. Es wird die Perikope Mt 6,25-33 „Sorget nicht ängstlich“ gelesen.

Dritte Station

An der dritten Station bittet die Gemeinde um Sicherheit auf allen Wegen zur Arbeit und während der täglichen Arbeit. Er wird die Evangeliumstelle Mk 4,35-41 EU “Sogar Wind und Meer gehorchen ihm” gelesen.

Vierte Station

An der vierten Station steht der Frieden innerhalb der versammelten Gemeinde im Mittelpunkt. Es wird gelesen: Joh 15,9-15 „Bleibt in meiner Liebe“.

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artikel muttertag im gastgarten


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Muttertag im Gastgarten (Bleibt in meiner Liebe!)

Muttertag im Gastgarten

An einem der Tische sitzen Mutter Rosa (73), Sohn Albert (49), Schwiegertochter Marianne (38) und Enkel Ralf (7). Sie sind eben mit dem Essen fertig geworden.

MARIANNE (zu Rosa): War’s gut?

ROSA: Ein Wienerschnitzel halt.

ALBERT: Warum bestellst du nicht was anderes? Jedes Mal isst du Wienerschnitzel.

ROSA: Wienerschnitzel ist sicher. Bei was anderem weiß man nie.

(Pause. Albert macht Marianne ein Zeichen.)

MARIANNE: Mama? Der Ralfi möcht’ dir ein Gedicht … sagen.

ROSA (zu Albert): Was sagt sie?

ALBERT: Ein Gedicht sagt dir der Ralfi.

ROSA (legt die Hand hinters Ohr): Ich versteh’s nicht. Das wird von Tag zu Tag schlimmer mit meiner Schwerhörigkeit. Was will der Ralfi?

ALBERT: Ein Muttertagsgedicht will er dir sagen!

ROSA (lächelt): Das ist lieb. Aber ich versteh’s ja nicht.

MARIANNE (zu Ralf, flüsternd): Laut, Ralfi!

RALF (laut): Liebes Münterlein. Du bist für mich -

MARIANNE: Nicht Münterlein! Mütterlein! Herrgott, wie oft denn noch?!

RALF: Liebes Mün- … Liebes Mütterlein.

ROSA: Ich bin doch gar nicht sein Mütterlein.

ALBERT: Pst. Horch zu.

ROSA: Ich versteh’s ja nicht.

RALF (laut): Du bist für mich die Allerbeste, du hast mein Leben mir geschenkt, drum – …

ROSA: Der Mariann’ muss er das sagen, die ist die Mutter.

ALBERT: Der Mariann’ hat er’s schon in der Früh gesagt.

MARIANNE (zu Ralf, flüsternd): Drum wünsch’ ich dir zu diesem Feste.

RALF: Drum wünsch’ ich dir zu diesem Feste … Feste …

ROSA (zu Ralf): Das hast du ganz toll gemacht, Ralfi, das war ganz lieb von dir. Dein Papa hat mir nie ein Gedicht gesagt zum Muttertag.

ALBERT: Weil du nie da warst! Weil du immer in Griechenland warst mit dem Papa im Mai und ich zur Tante Hertha hab’ müssen!

MARIANNE (zu Ralf, flüsternd): Dass Gott stets deine Schritte…

RALF: Die Oma horcht ja überhaupt nicht zu!

ALBERT: Jedes Jahr habe ich ein Muttertagsgedicht auswendig lernen müssen in der Schule, und nie habe ich es aufsagen können, weil du nie da warst!

ROSA: Sag halt jetzt eins.

ALBERT: Jetzt ist es zu spät.

ROSA: Für eine Mutter ist es nie zu spät.

MARIANNE: Könnt ihr bitte aufhören und dem Ralfi zuhören? (Zu Ralf:) Noch einmal, Ralfi.

RALF: Liebes Münterlein. Du bist für mich die Allerbeste, du hast mein Leben mir geschenkt, drum wünsch’ ich dir -

ROSA: Ich versteh’s ja doch nicht.

(Vorhang)*

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Wie andere Feiertage auch laufen Muttertage nicht immer wunschgemäß ab. Das ist eine Erfahrung, über die wir nicht unglücklich zu sein brauchen. Wir sind Menschen mit allen unseren Grenzen, auch als Kinder Gottes sollten wir uns keine paradiesischen Zustände auf Erden erwarten oder wünschen. Schlimm wäre es dann – auf den heutigen Feiertag bezogen – wenn wir unsere Mütter das ganze Jahr nicht achten, und dann in wenigen Stunden noch die Kurve kriegen wollen…

Was ist also die gute Nachricht des Tages? Gott ist Mutter und Vater. In Ihm finden wir alles, was Herz und Seele suchen. Er spendet Trost, er ist da für uns, ja viel mehr noch: Er liebt uns wahrhaftig!

Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, daß Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat (1.Joh 4, 8-10).

Wenn es heute mit der Freude und der Liebe nicht so bestellt war, wie wir es erhofft haben – Schwamm drüber. Wichtig ist (egal ob es ein Superfamilientag oder sein Gegenteil war) nach vorne zu blicken, den Blick fest auf den Auftrag Gottes gerichtet: „Bleibt in meiner Liebe! Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“

Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, daß ihr euch aufmacht und Frucht bringt und daß eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander! (Joh 15, 9-17)

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*Copyright: Literaturverlag Droschl Graz/Wien

Das Dramolett als kultureller Alltagskommentar
Den Lesern wurde Antonio Fian vor allem durch die literarische Gattung des Dramoletts bekannt. Die knappen und auf den Punkt formulierten Dialoge, in denen der kulturelle und politische Alltag seinen satirisch-humoristischen Ausdruck findet, leben im ständigen Spannungsverhältnis zwischen Literatur und Wirklichkeit. Antonio Fian spielt mit der ganz alltäglichen Sensationslust seiner Leser. Brocken um Brocken wirf er ihnen vermeintliche Tatsachen als Köder hin, um sie schließlich in seinen raffiniert ausgelegten Textschlingen zu fangen und völliger Fiktion auszusetzen. Zuletzt ist von ihm der Band Bohrende Fragen (2007), eine Sammlung von Fians Dramoletten, im Droschl-Verlag erschienen. Weitere Dromolett-Bände sind Alarm (2002) und Was seither geschah (1998). Der Autor von Erzählungen, Romanen, Dramoletten und Hörspielen, wurde 1956 in Klagenfurt geboren, verbrachte seine Kindheit in Spital an der Drau und lebt seit 1976 in Wien. 1980 erhielt er bereits das Nachwuchsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur. 1988 folgte der Förderungspreis der Stadt Wien für Literatur, weiters wurde ihm im Jahr 1994 der Hans-Erich-Nossack-Förderpreis für Prosa des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie Köln sowie der Förderpreis zum Lessing-Preis (2004) zugesprochen.
artikel madonna fatima


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Fátima – Ein Quell der Liebe gegen das Böse

Fátima bewegt Gläubige und Nichtgläubige, Fundamentalisten und selbst Atheisten, die immun sind gegen christliche oder laizistische Aufklärung.

Was aber bedeutet Fátima heute? Folgende Ansätze stehen zur Diskussion:

  • mächtiges Zeichen Mariens in einer apokalyptischen Welt
  • göttliches Wirken gegen menschliche Gleichgültigkeit
  • Quell der Liebe gegen das Böse in der Welt
  • fruchtbares Aufeinandertreffen von Volksfrömmigkeit und Theologie
  • Gespür und Spiritualität des Volkes Gottes
  • das fruchtbare Miteinander von Offenbarung, Privatoffenbarung und Gebet
  • schließlich Botschaft mit Bezug auf Leben und Wirken von Johannes Paul II.

Um die genannten Thesen besser verstehen zu können, lohnt es sich, die folgenden Auszüge aus einem Interview von Giuseppe De Carli mit Kardinal Tarcisio Bertone nachzulesen. Dieser ist durch seine enge Verbindung mit Johannes Paul II. und mit Fátima ein ganz besonderer Zeuge im Hinblick auf die Ereignisse in der Cova da Iria. Am Ende des Beitrags folgt der Hinweis auf das lesenswerte Buch, dem dieses Interview entnommen wurde.

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“Mit Fatima war die Spitze der katholischen Kirche vereint, um die Andachtsformen der Volksreligiosität zu der ihren zu machen: Fatima ist der seltene Fall, wo sich Volksfrömmigkeit und Religiosität der Gelehrten vereinen. Wie eine neue Epiphanie, ein Pfingsten des Geistes…“  - formuliert Giuseppe De Carli mit Blick auf das Phänomen Fatima im Gespräch mit Kardinal Tarcisio Bertone - „…bei Johannes Paul II. hat sich die Vermischung auf ungewohnte Weise, bis hin ins Physische, gesteigert. Der “Athlet Gottes”, der durch das Attentat und die daraus resultierenden Krankheiten zum “leidenden Diener Jahwes” geworden ist. Bestand nicht die Gefahr, über das Ziel hinauszuschießen, mit dieser Überfrachtung mit Symbolen, der Poesie des außergewöhnlichen statt der, wenn auch langweiligen, Prosa des Alltäglichen?

K.B: Die Religion ist ein höchst symbolisches Ereignis, eine höchst symbolische Realität. Sie ist Bestandteil der menschlichen Natur, ihrer Rationalität… Übrigens ist das Ereignis Fatima studiert, unters Mikroskop gelegt, in seine Einzelteile zerlegt worden. Über das, was in der Cova da Iria geschehen ist, haben sich Heerscharen von Forschern und Akademikern den Kopf zerbrochen. Die Hirtenkinder selbst wurden, auch seitens des Klerus, einer Reihe quälender Verhöre unterzogen. Die Artikel über das Phänomen in den zeitgenössischen portugiesischen Zeitungen blieben nicht unbemerkt. Das einfache Volk hat den direkten Weg der Ergebenheit gewählt. Das Volk Gottes besitzt ein Gespür, dass man nicht bagatellisieren darf. Die dramatischen und grausamen Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts haben uns alle gezwungen, an die Grundfesten unserer Gemeinschaft zu gehen, und in Zeiten der Globalisierung sollte man eine Realität nicht unterschätzen, die Geschichte gemacht hat, die eine spirituelle Dimension, nämlich die, die die moderne Gesellschaft zu verlachen und zu ignorieren versucht, erweitert hat. Mit Büchern über Erscheinungen, und nicht nur die von Fatima, kann man ganze Bibliotheken füllen. Das Göttliche ist es, das beständig den Panzer unserer Gleichgültigkeit durchbricht. Die Erscheinungen greifen direkt in die Geschicke der Menschheit ein und begleiten den Lauf der Welt, versetzen Gläubige und Nichtgläubige in Staunen. Wenn sie echt sind, widersprechen sie dem Inhalt des Glaubens nicht und zielen ins Herz der Botschaft der Evangelien.

Den Kräften des Bösen, die sich in manchen Momenten der Geschichte zu bündeln scheinen, stellt sich eine andere Kraft entgegen, ein Quell der Liebe, die den Lauf der Ereignisse umkehrt, sie, sozusagen, zum Entgleisen bringt. Es ist eine Kraft die siegreich erscheint, weil sie in Wirklichkeit siegreich ist! Es ist geschrieben worden, das Fatima „die Gläubigen belastet“, dass das 20. Jahrhundert keine religiöse Kategorie als Siegel haben könne, da es sonst nicht als Jahrhundert des Kampfes gegen atheistische autoritäre Regimes interpretiert werden könne, dass hinter der Krise der kommunistischen Regimes ganz andere Ursachen und Impulse gestanden hätten als die spirituelle Qualität des von Johannes Paul II. verkörperten Protestes, dass man sich vielmehr vom westlichen Modell mit seinen säkularen und konsumorientierten Aspekten habe verlocken lassen… Meinungen, die im freien Austausch der Ideen durchaus ihre Berechtigung haben, aber dennoch erklären sie nur einen Teil, einen Ausschnitt, ein Segment des Ganzen. Was ich damit sagen will, ist dies: bei der Enthüllung des so eng mit Johannes Paul II. verknüpften dritten Geheimnissesvon Fatima* ging es nicht darum, den Kontakt mit dem emotionalen Ursprung der religiösen Erfahrung wiederherzustellen. Wir befinden uns hier nicht im Bereich des Mythos, wir haben es mit einer Tatsache und einer Botschaft zu tun, die das 20. Jahrhundert geprägt haben, die in der schmerzlichen Erfahrung eines Papstes ihren Widerhall gefunden haben, die von dem einzigen noch lebenden Zeugen das imprimatur erhalten haben.

*1944 schrieb Schwester Lúcia (1907–2005), eines der drei Kinder und das einzige, das zu diesem Zeitpunkt noch lebte, das dritte Geheimnis auf. Papst Johannes XXIII. entschied sich gegen eine Veröffentlichung des dritten Geheimnisses von Fátima. Dieses wurde erst am 26. Juni 2000 in Rom durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht. Der Inhalt bezieht sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Papstattentat vom 13. Mai 1981, welches sich am Jahrestag der ersten Erscheinung ereignete. Papst Johannes Paul II. besuchte seinen Attentäter Mehmet Ali Agca 1983 im Gefängnis. Bei dem Gespräch soll dieser sich auf die Erscheinungen von Fátima bezogen haben, indem er Papst Johannes Paul II. mehrfach gefragt habe, was das denn für eine Königin gewesen sei, die seinen Tod verhindert habe. In einem Interview am 5. September 2003 spricht Kardinal Ratzinger von der Zukunft. Er sagt: „Wir können nicht ausschliessen – ich würde sogar sagen, wir müssen damit rechnen, dass wir sogar in späteren Zeiten ähnliche Krisen in der Kirche und vielleicht auch ähnliche Angriffe auf einen Papst haben werden.“ Und am 13. Mai 2010, sprach unser Papst am Erscheinungsort selbst folgende Worte: „Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“

Mir scheint – und ich bin nicht der einzige –, dass sich mit Johannes Paul II. das theologische Statut der Marienverehrung verändert hat?

K.B: Sie haben den entscheidenden Punkt angesprochen: den Glauben. Der Glaube ist die radikale Frage: “Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst.” (PS 8,5). Dieser Frage kann man nicht ausweichen, denn der Glaube versucht, eine Antwort auf die Frage nach dem letzten Sinn zu suchen. Durch den Glauben entdeckt der Mensch den unendlichen Wert seines persönlichen Seins. Gott möchte mit ihm in Gemeinschaft treten, und unterdessen entdeckt der Mensch das übernatürliche Ziel, für das er geschaffen worden ist: eins zu sein mit Gott. Der Heilige Ignatius von Antiochien schreibt: “und aber lebendes Wasser und redendes ist in mir, das zu mir spricht: auf zum Vater!” Die christliche Offenbarung nimmt lediglich das natürliche Verlangen des Menschen nach Glück auf. Die Kenntnis des Glaubens und seine ständige Bereicherung sind die wesentlichen Schlüssel zum Glück des Menschen. Der Mensch ist, wie Johannes Paul II. gern gesagt hat, das einzige Geschöpf auf Erden, das Gott “um seiner selbst willen will”. Wir befinden uns in einem unendlichen Kreis und innerhalb der Dynamik eines übernatürlichen Ziels. Wenn das religiöse Gefühl schwindet, droht Aberglaube. Neue Formen psychologischer Sklaverei, denn auf die unausgesprochene Frage folgt eine ausweichende Antwort. Ein so feinsinniger Intellektueller wie Claudio Magris hat den Niedergang der christlichen und katholischen Kultur, das dürftige Wissen um die Fundamente der Religion, die mangelnde Kenntnis der Evangelien beklagt. Er schreibt: “das ist für alle eine schwerwiegende Verstümmelung, für Gläubige und Nichtgläubige, denn die christliche Kultur ist eines der großen dramatischen Gefüge, die uns helfen, die Welt zu verstehen, zu ordnen und darzustellen, ihren Sinn und ihre Werte zu benennen im grausamen und heimtückischen Durcheinander des Lebens.”

Fatima ist das Symbol einer kämpferischen, militanten Religiosität, das himmlische Fiat für Dinge, bei denen sich der Moderne gegenüber “aufgeschlossenen” Theologen die Haare sträuben? Papst Johannes Paul II. hat die Schemata durcheinander geworfen und umgekehrt. Auf der einen Seite die klare Stellungnahme des Dominus Jesus, auf der anderen die Freude, mit der er überall in der Welt Madonnenstatuen krönte.

K.B: Das Dominus Jesus war eine Antwort auf die vielen Briefe, die der Papst nach der Enzyklika Redemptoris Missio [über die fortdauernde Gültigkeit des missionarischen Auftrages] bekam. “Wenn mittlerweile alle wie Jesus Christus das Etikett ‚Heilsbringer‘ tragen, wie zum Beispiel Mohammed, Buddha, Konfuzius, Che Guevara, was tun wir hier dann noch? Warum sollen wir unser Leben damit verbringen, bis an die Grenzen der Welt das Wort Jesu zu verkünden?” So die Einwände von Missionaren, die vor allem aus der asiatischen Welt kamen. Johannes II. war aufgewühlt und verbittert. Es schrieben die Missionare und es schrieben die Theologen. Also bat der Papst darum, eine dogmatische Erklärung über Jesus Christus, den einzigen und universalen Erlöser, zu erarbeiten. Kardinal Ratzinger übernahm die Leitung bei der Aufsetzung des Dokuments. Dieses Dokument hat, und das sage ich ein für alle Mal, der Heilige Vater gewollt.

In den ersten drei Kapiteln wurde die Lehre der katholischen Kirche über Christus als einzigem und universalem Erlöser dargelegt. Die anderen Kapitel erläuterten die Unterschiede zwischen der katholischen Kirche und den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinden. Mit diesem zweiten Teil waren die Ökumenisten nicht zufrieden, weil es zu viele Einschränkungen zu enthalten schien. Der ökumenische Weg heiße jedoch nicht, jede Kirchenlehre hinzunehmen. Von den Kardinälen in der Glaubenskongregation und wiederum vom Papst genehmigt, wurde die Erklärung am 6. September 2000 veröffentlicht und löste heftige Reaktionen aus. “Ich will dem Dominus Jesus ein Angelus widmen und erklären, dass ich es gewollt habe und es vollkommen in meinem Sinne ist”, sagte Papst Johannes Paul II. bei einer Versammlung im kleinen Kreis, bei der Kardinal Ratzinger, Monsignore Re und ich zugegen waren.

Fatima, ein feierliches und volkstümliches marianisches Epos…

K.B: Guiseppe de Luca definierte die Volksfrömmigkeit als “Weisheit des Herzens”. Dieselbe Interpretation findet sich im theologischen Kommentar von Kardinal Ratzinger: „Das schließt nicht aus, dass eine Privatoffenbarung neue Akzente setzt, dass sie neue Weisen der Frömmigkeit herausstellt oder alte vertieft und erweitert. Aber in alledem muss es doch darum gehen, dass sie Glaube, Hoffnung und Liebe nährt, die der bleibende Weg des Heils für alle sind. Wir können hinzufügen, dass private Offenbarungen häufig primär aus der Volksfrömmigkeit kommen und auf sie zurückwirken, ihr neue Impulse geben und neue Formen eröffnen. Dies schließt nicht aus, dass sie auch in die Liturgie selbst hineinwirken, wie etwa Fronleichnam und das Herz Jesu Fest zeigen. In gewisser Hinsicht bildet sich im Verhältnis von Liturgie und Volksfrömmigkeit das Verhältnis zwischen Offenbarung und Privatoffenbarungen ab: die Liturgie ist das Maß, sie ist der direkt aus dem Evangelium genährte Lebensausdruck der Kirche im Ganzen. Volksfrömmigkeit bedeutet, dass der Glaube im Herzen der einzelnen Völker wurzeln schlägt, so dass er in die Welt des Alltags hineingetragen wird. Die Volksfrömmigkeit ist die erste und grundlegende Weise von Inkulturation des Glaubens, die sich immer wieder von der Weisung der Liturgie her ordnen und leiten lassen muss, aber umgekehrt vom Herzen her befruchtet.” Das sind sehr scharfe und treffende Beobachtungen, die Theologie und Volksfrömmigkeit, öffentliche und private Offenbarungen miteinander verknüpfen.

Ich hatte eher den Eindruck er schwankt da ein wenig, verliert die Orientierung?

K.B: Verzeihen Sie, wenn ich sie unterbreche. Aber nennen Sie es “die Orientierung verlieren”, wenn sie Benedikt XVI. sehen, wie er nach seinem täglichen Spaziergang in den vatikanischen Gärten vor einer Grotte mit der Genueser “Madonna della Guardia“ den Rosenkranz betet? Papst Benedikt ist ein Theologe, einer der größten Theologen unserer Zeit.

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Quelle / Buchtipp:
Kardinal Tarciso Bertone, Giuseppe De Carli: Die Seherin von Fatima. Meine Gespräche mit Schwester Lucia. Heyne, München 2009, ISBN 978-3-453-64520-2

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Link zum Fatimagebet und weiteren Mariengebeten

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Kirche zwischen Intellekt, Gefühl und Berührtsein

Das Thema „pro multis“ beschäftigt nicht alle, aber viele… ob im Anschluss an Gottesdienste oder in der Blogozese, es weckt Emotionen und stößt Diskussionen an.

Der Papst betont unmißverständlich: Jesus sei für alle gestorben. Aber die Kirche müsse die Formulierungen aus den Einsetzungsberichten des Neuen Testaments respektieren (Radio Vatikan, 24. April).

Da wurde allzu heißen Diskussionen gleich der Wind aus den Segeln genommen, also warum kommen die Geister nicht zur Ruhe?

Alipius beschreibt eine ganz typische Reaktion, wie sie vermutlich vielfach zu erleben ist. Nach einer Heiligen Messe wendet sich ein Gemeindemitglied an Augustiner Chorherr und Pfarrer Alipius:

“Ich bin froh, daß sie heute bei der Wandlung ‘für alle’ gesagt haben”. Und dann (mit Bezug auf das “für viele”, welches am Horizont irgendwie finsterst zu drohen scheint: “Wir sind so traurig” (Mit “Wir” sind die Leute gemeint, die so fühlen, wie besagtes Gemeindemitglied. Wie viele das sind und ob diese vorher tatsächlich konsultiert wurden, so daß das “Wir” mit Berechtigung verwendet wurde, kann ich nicht sagen). Und das fiel mir eben ein, als ich den Beitrag bei Ultramontanus las. Hier war eine Situation, in der das “Fühlen statt Denken” sich als denkbar schlechte Strategie erweist.

Ultramontanus wiederum war sich in seinem Beitrag mit Johannes einig, der meinte:

Gefühle kommen und gehen. Wer sich von ihnen treiben lässt, der wird eben hin und her getrieben. […] Dagegen sagen die Abgesandten des Gefühls heutigentags, der Hafen sei gar nicht mehr entscheidend. Entscheidend sei lediglich, dass man fahre und immer die Brise im Rücken genießen könne.

Der These, dass Gemeindemitglieder (letztlich wir alle) aufgerufen sind, manch erklärendes Wort – insbesondere vom Papst – etwas gefühlsneutraler zu lesen, kann ich mich schon anschließen. Aber steckt da vielleicht noch mehr dahinter?

Geht es wirklich nur um hie Gefühl – dort Verstand? Mein Eindruck ist, dass Gefühle damit zu schnell beiseite geräumt werden. Besser gesagt, was dabei auch weggewischt werden kann, ist das, was man als „Berührtsein“ bezeichnet, etwas altmodischer ausgedrückt auch als “Betroffensein in der Seele”.

Mein Glaube sagt mir, du kommst weder mit dem Verstand noch mit dem Gefühl alleine durch. Da kann und muss mehr entstehen, damit wir als „Gläubige“ über „Jesus“, „die Bibel“, und „die Liturgie“ sprechen können, und zwar mit der Autorität derer, die offen dafür sind, von Gott und seinem Wort berührt zu werden.

Da ist es, gerade war vom „Berührtsein“ die Rede. Genau das hatte Benedikt XVI. im Sinn, als er sein ausführliches Schreiben zur Frage „pro multis“ aufsetzte. Weder die kurze Formel „Jesus ist für alle gestorben, daran ändert sich nichts“, noch die Argumentation und auch Sorge, den Originalworten der maßgeblichen Bibelübersetzung nicht zu entsprechen, sind in diesem Fall ausreichende Hinweise.

Da wird weiter ausgeholt, und es ist die Pflicht der Gläubigen, den Text solange zu lesen, bis der Groschen auch wirklich gefallen ist. Und der Groschen fällt erst dann, wenn die Seele (nein, nicht nur der Verstand oder nicht nur das Gefühl) berührt wird, und sich die Ahnung von etwas Größerem einstellt. Dann sind wir soweit, dass Verstand (Jesus ist für alle gestorben) und Gefühl (der ursprüngliche Evangelientext nimmt mir letztlich doch nichts weg) zusammenfinden und eine neue Überzeugung formen: Pro Multis ist gut und rechtens!

Zwei Bloggerkollegen haben es nach meinem Ermessen zu Ende gedacht und gefühlt, und dann ihre Berührung mitgeteilt. Zunächst Josef Bordat, der in seinem sehr lesenswerten Beitrag u.a. so argumentiert:

Völlig klar: Alle sind angesprochen, doch nicht alle antworten. Sondern nur viele. Das ist zwar nicht gut so, aber doch Tatsache. Und es wundert schon etwas, dass ausgerechnet wieder diejenigen aufschreien und der Kirche „Exklusion“ vorwerfen, die sich die nicht zustimmungspflichtige Inklusion sonst regelmäßig verbitten. Jeder muss doch die Möglichkeit haben, sich Gottes Zuspruch in Jesus Christus zu verweigern – das gebietet die Freiheit. Insoweit ist das Wegbleiben bei der Eucharistiefeier das Freiheitsrecht eines jeden Menschen. Die Vereinnahmung „aller“ in den Wandlungsworten widerspräche schlicht der Sachlage, nach der es Menschen gibt, die – aus für sie guten Gründen – nicht an den Tisch des Herrn treten, ohne dass sie grundsätzlich ausgeschlossen wären.

Beide Kollegen, und das finde ich so schön, schließen mit genau der Stelle, die auch bei mir eine neue Überzeugung ausgelöst hat. So schreibt „Braut des Lammes“, dass ihr folgender Verweis des Papstes besonders gefallen hat.

Besonders gefallen hat mir an dem Brief von Papst Benedikt der Verweis auf die Anbetung des Lammes durch die vielen: Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen“, heißt es in der Offenbarung des Johannes. Wir sind viele und stehen für alle. So gehören die beiden Worte „viele“ und „alle“ zusammen und beziehen sich in Verantwortung und Verheißung aufeinander.

An dieser Stelle erlaube ich mir, von einem tieferen „Berührtsein“ aller angesprochenen Blogger auszugehen. Der eine oder andere Leser mag mit der Nase rümpfen ‚Was will denn der der mit seinem Berührtsein‘. Ja, hinter dem Gesagten stehe ich voll und ganz: Wir brauchen eine Kirche, in der Verstand und Gefühl gefragt und vorhanden sind, aber am Ende der Fahnenstange braucht es Überzeugungen. Es sind Überzeugungen, aus denen Taten folgen, es sind auch Überzeugungen, die unsere Liebe wachsen lassen. Und ohne Liebe werden die Vielen die Restlichen nicht erreichen.

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artikel josef bordat 40


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Josef Bordat auf ZEIT ZU BETEN

Mit großer Freude darf ich bekanntgeben, dass Josef Bordat ab sofort mit Beiträgen auf ZEIT ZU BETEN vertreten sein wird!

Der vielbeschäftigte Autor hat meiner persönlichen Bitte entsprochen, dieses Blog mit seinem Wissen, seiner Spiritualität und seiner hohen Kompetenz zu unterstützen.

Das Blog “Jobo72 – Christliche Existenzphilosophie. Gott, die Welt und alle Dinge überhaupt” ist vielen Lesern bestens vertraut. Dieser Tage konnte der Autor berichten, bereits über 2.500 Beiträge auf seinem persönlichen Blog gepostet zu haben. Hinsichtlich der Themen Spiritualität, Betrachtung der Heiligen Schrift, die großen Heiligen unserer Kirche, sowie zu philosophischen und auch kirchenpolitischen Fragen dürfen wir uns auf eine hervorragende Bereicherung von ZEIT ZU BETEN freuen!

Damit wünsche ich allen Lesern noch mehr interessante Minuten und Stunden, die sie mit ZEIT ZU BETEN verbringen können!

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Für diejenigen Leser, denen Josef Bordat nocht nicht vertraut ist, darf ich seinen Lebenslauf wie folgt anführen:

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Josef Bordat, Dr. phil., Dipl.-Ing., M.A., geb. 1972, katholisch, verheiratet.

Katechet und Veranstalter eines Philosophischen Cafés in der Gemeinde St. Norbert (Berlin-Schöneberg), dazu Küster und Lektor am Gottesdienststandort St. Konrad (Berlin-Friedenau). Beauftragt für den Senioren- und Krankenbesuchsdienst im Dekanat Berlin-Schöneberg/Tempelhof. Gastreferent in der Katholischen Studierendengemeinde Edith Stein (Berlin-Prenzlauer Berg).

Abitur am Friedrich-Spee-Gymnasium Geldern (1991). Diplom im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (2000) an der Technischen Universität Berlin. Mitglied des Vorstands einer privaten Arbeitsvermittlung und Dozent für Wirtschaft in Berlin (1997-2001). Studien-, Lehr- und Forschungsaufenthalt an der Universidad Nacional de San Agustín in Arequipa/Perú (2002). Magister in Philosophie (2004) an der Technischen Universität Berlin. 2006 Promotion zum Dr. phil. mit der Dissertation Gerechtigkeit und Wohlwollen. Das Völkerrechtskonzept des Bartolomé de Las Casas am Institut für Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Berlin.

Seitdem arbeitet Josef Bordat als Herausgeber, Autor, Dozent und Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Institut für Ethnologie der Freien Universität Berlin). In mehr als 600 Veröffentlichungen (darunter mehrere Bücher) und über 200 Vorträgen im In- und Ausland geht er Fragen im Spannungsfeld von Ethik, Politik und Recht sowie dem Verhältnis von Religion und Wissenschaft nach. Zu vielen aktuellen Problemen der globalisierten Gegenwartsgesellschaft hat Josef Bordat in den letzten Jahren Stellung bezogen.

Josef Bordat schreibt wissenschaftliche, feuilletonistische und belletristische Texte. Er versucht, besonders drängenden Problemen der Zeit durch methodische Vielfalt auf die Spur zu kommen. Seine Texte erscheinen in Fachzeitschriften, Sammelbänden und in Online-Angeboten wie z. B.  Titel. Kulturmagazin (Feuilleton), Literaturkritik (Rezension) und Fixpoetry (Belletristik). Bordats Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, so etwa das Stück „Meister: Eckhart“ auf der Theatrale in Halle und der Essay „Der Fremde als Barbar. Zur Ideengeschichte eines Kampfbegriffs“ im Rahmen der Bernstein-Preisaufgabe 2008.

artikel Hl Josef und Maria Familie


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Hl. Josef der Arbeiter – mobil, bescheiden und familienorientiert

Auf den 1.Mai legte Pius XII. im Jahr 1955 den Gedenktag für Josef, den Arbeiter. Er fügt dem Weltarbeitertag das “christliche Plus” hinzu, das die Würde der Arbeit und den sozialen Frieden einmahnt. Mit diesem Gedenken am 1.Mai wird der weltliche Feiertag mit dem Nährvater Christi in Verbindung gebracht, wobei wir uns fragen dürfen, wie der biblische Mann heute positioniert werden kann.

Die Verehrung des Heiligen Josef hat an Bedeutung verloren. Wen wundert es? Ein schweigsamer Mann, der beruflich nicht viel von sich reden machte, ohne Reichtum und sonderliche Geltung. Wie also sollte man diese gewaltige Gestalt des Glaubens heute noch kennen? Dementsprechend ist sein Taufname außer Gebrauch gekommen, Lieder zu seiner Verehrung singt man kaum mehr.

In den Zeiten, als die Litanei vom heiligen Josef gerne gebetet wurde, galt dieser Psalmvers dem heiligen Josef, ein Zeichen, dass man seine „spirituelle Geltung“ sehr zu schätzen wusste: „Er bestellte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Gebieter über seinen ganzen Besitz“ (Ps 105,21). Von Jesus sind uns glücklicherweise viele Worte überliefert, manche Worte Mariens, vom heiligen Josef ist uns ein einziges Wort bekannt; bei der Namensgebung am achten Tag nach der Geburt hatte er als gesetzlicher Vater den Namen des Neugeborenen zu sagen: „Jesus“. Doch der unbedingte Glaube ist nicht auf Worte angewiesen. Der Glaube lebt im Gehorsam, damals wie heute. Was aber macht den arbeitenden Menschen von heute aus?

Mobilität

In der gegenwärtigen Gesellschaft ist Mobilität ein hohes Gut, und im Arbeitsleben ist sie äußerst gefragt. Wer könnte das besser verstehen, als der Heilige Josef? Wenn sie auch nicht beruflich bedingt war, so wissen wir doch um sein Höchstmaß an Mobilität. Josef „stand auf, nahm das Kind und seine Mutter und zog nach Ägypten“ (Mt 2,14). Und wieder stand er auf, „nahm das Kind und seine Mutter und zog in das Land Israel“ (Mt 2,21.)

Familie

Unsere Zeit wird eines Tages als besonders grausam eingestuft werden: Neben zahlreichen Kriegsschauplätzen, Finanzspekulationen und Waffengeschäften, alles nichts neues, hat sich in der westlichen Welt eine zusätzliche gesellschaftliche Realität entwickelt. Vielleicht sollte man diese Entwicklung den “kollektiven Mord an der Familie” nennen: Die zur gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit gewordenen Abtreibungen lassen uns von einer Kultur des Todes sprechen, grenzenlose Egozentrismen spiegeln sich in den Scheidungsraten wider, und eine vielleicht noch nie dagewesene Verachtung neuen Lebens zeigt sich nicht nur im Geschäft mit der Abtreibung, sondern auch in der hohen Zahl an Singlehaushalten, sowie in zahllosen Partnerschaften ohne Kinder. Wie anders hat sich der Heilige Josef verhalten! „Josef stand auf und tat, wie ihm der Engel des Herrn geboten hatte und nahm Maria zu sich“ (Mt 1,24).

Bescheidenheit

Was haben Boxing-Day-shoppers, Finanzhaie und Google/FB gemeinsam? Es ist eine in ihren Dimensionen kaum zu erfassende Gier. Da brauchen wir uns nicht auf die Großen und Mächtigen ausreden, die “Ich bin doch nicht blöd”-Haltung ist absolut gesellschaftsfähig, wer sie nicht befolgt, ist in unseren Gesellschaften schnell unten durch: Kollektive Politikerbeschimpfung, Vergabe oder Betreiben von Schwarzarbeit, Anfütterung (Geschenkannahme), Steuerhinterziehung – und die Liste ließe sich beliebig verlängern. Wie anders ist der Heilige Josef in seinem Leben vorgegangen! Spielregeln und Verpflichtungen, die im Zusammenleben gefordert sind oder der Gesellschaft nützen, sind einzuhalten, ohne wenn und aber. Josef „zog … hinauf nach Judäa …, um sich eintragen zu lassen“ (Lk 2,4 f).

Kirchliche Würdigung

Sehr alte Darstellungen zeigen, dass die Kirche die Person Josefs und seine Würde besonders in Ehren gehalten hat; schon in Heiligenverzeichnissen des ersten Jahrtausends findet sich sein Name. Im christlichen Osten gab es ihm zu Ehren Festtage und gottesdienstliche Gesänge. Im Abendland machten sich besonders der hl. Franz von Sales und die hl. Theresia um seine Verehrung verdient.

Schließlich verfügte Benedikt XIII. die Einfügung des heiligen Josef in die Allerheiligenlitanei, nachdem schon Gregor XV. 1621 das Fest am 19. März zum gebotenen (inzwischen wieder weithin aufgehobenen) allgemeinen Feiertag erhoben hatte. Pius IX. proklamierte ihn 1870 zum Schutzpatron der gesamten Kirche. So konnte das gläubige Volk voll Zuversicht auf seine Fürsprache den heiligen Josef als Vorbild starken Glaubens und Gottvertrauens wie als Vorbild der Herzensreinheit verehren, als Mann der Arbeit und als Patron der Sterbenden wie als den Schutzherrn der ganzen Kirche.

Josef, der Fürsprecher

Schutzherr der Kirche: Ist das nicht zeitgemäß und besonders aktuell? Sollte sich das gläubige Volk (und seine [un]gehorsamen Priester) nicht wieder in all den Sorgen des Alltags und den Problemen der Kirche an ihn wenden, ihn um seine Fürsprache bitten? Josef hat zum Abschluss der Erscheinungen in Fatima zwar kein Wort gesprochen, mit Jesus und Maria das Volk aber gesegnet. Er schweigt auch heute noch – so wie damals. Vergessen wir vor allem nicht: Er wirkt auch heute noch – so wie damals.

Wenig bekannt dürfte sein, daß Kaiser Leopold I. die habsburgischen Länder dem heiligen Josef geweiht und sich für die Geburt seines Sohnes Josef in besonderer Weise bedankt hat. Der Besucher von Mariazell sieht auf der Gnadenkapelle in der Mitte den heiligen Josef, flankiert von Joachim und Anna, den Eltern Mariens.

*

Gebet zum Heiligen Josef

Mit Bernhardin von Siena (+ 1444) können wir – auch in Hinblick auf den Marienmonat Mai – beten:

So denke denn an uns, heiliger Josef,
und tritt mit deiner Fürbitte beim Herrn ein,
der für deinen Sohn gehalten wurde.
Mach uns auch deine heilige Braut geneigt,
die Mutter dessen, der mit dem Vater
und dem Heiligen Geist lebt und herrscht
durch endlose Ewigkeit.
Amen.

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artikel gottimweb


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GOTT im Web: Bericht zur Medientagung

“Es gilt, auf die Zeichen der Zeit zu antworten. Wenn wir nicht nur konsumieren, sondern kompetent mitgestalten, haben wir eine große Chance zur Evangelisierung”, sprach Abt Maximilian Heim anlässlich der Eröffnung der Medientagung GOTT im Web – Neuevangelisierung + Neue Medien im Stift Heiligenkreuz.

Impuls von P.Karl Wallner OCist

“Gott versteckt sich nicht, er will erkannt werden. Unsere Kirche war nie als elitäre Gemeinde angelegt, sondern ist eine universalistische Gemeinschaft mit entsprechendem Auftrag”, betonte P.Karl Wallner in seinem Kurzreferat. “Das Web ist ein anarchisches Netz und es ignoriert Monopole. Wir müssen lernen, damit umzugehen, denn wenn du gehört werden willst, muss du zuerst und in bestmöglicher Qualität präsent sein.

Fischen im Netz ist auch für Klöster eine Realität geworden. Die Apostel haben gefragt: ‚Meister, wo wohnst du? Und die Antwort Jesu war: ‚Komm und sieh!‘ So laden wir die Menschen ein, diesen Besuch zu machen. Dabei können wir ganz beruhigt sein, denn Gott fürchtet sich nicht vor dem Internet.”

2 Mio YOUCATs: Stefan Ahrens und Nils Baer

Die Entstehungsgeschichte des YOUCAT beginnt in Wien. Auf einer Pressekonferenz von Kardinal Schönborn aus Anlass der Neufassung des Katechismus fragte eine Mutter, wo sie denn einen Katechismus für ihre Kinder kaufen könne. Auf den Hinweis: ‚In vielen Buchhandlungen‘ antwortete sie: ‚Unmöglich. Ein Buch, das mit Überschriften wie „Maria als eschatologische Krönung“ gespickt ist, ist für Jugendliche nicht geeignet.‘ So begann das Projekt YOUCAT…

Inzwischen wurde außer dem Katechismus noch ein Gebetsbuch fertiggestellt, eine Facebook-Seite und ein Blog sind eingerichtet, und das YOUCAT-Team freut sich über bald 2 Millionen verkaufte Exemplare!

Spannende weitere Projekte stehen an, so soll zum Thema Firmung ein eigener YOUCAT entstehen, auch das Projekt Sozialkatechismus ist in Arbeit, schließlich wird es auch einen KIDCAT geben, der die Zielgruppe des YOUCAT (16 bis 35 Jahre) nach unten ergänzt.

YOUCAT ist auch bei Events und in den Social Media sehr präsent. In Madrid war es ein großes Team, das fantastische Arbeit vor Ort geleistet hat. Da alle Projekte multilingual sind, bedeutet das für den Facebook-Auftritt ebenfalls ein größeres Team, um die sprachlichen Anforderungen abdecken zu können. In der Community geht es nicht immer friedlich zu, auch härtere Auseinandersetzungen kommen vor… Die Aktualität wird durch das jeweilige Thema des Monats bestimmt, d.i. ein Abschnitt aus dem YOUCAT. Online gibt es den YOUCAT nicht zu lesen, aus lizenzrechtlichen Gründen gegenüber dem Pattloch-Verlag.

Alexander Kissler: Der Aeropag dieser Zeit ist das Netz

„Der Mensch kann nicht nicht kommunizieren.“ Mit diesem Leitsatz stieg Alexander Kissler in seinen Vortrag ein. „55% der Deutschen sind in Sozialen Netzwerken zu finden, europaweit sind es 50%. Und es sind bereits 61% der 12-13jährigen in den Social Media mit einem eigenen Profil vertreten. Irgenwoher müssen ja die 3,2 Milliarden „gefällt mir“ Klicks pro Tag kommen…“

Bei den Milliardenumsätzen und Einkommen von FB und Google muss man sich fragen, worauf diese Entwicklungen basieren. Kommunikationsbedürfnisse und technische Möglichkeiten einerseits, und Gewinnchancen der vermarktenden Firmen andererseits stehen dabei im Vordergrund.

Was wollen wir eigentlich alle im Netz? Die neue Norm, die dies am besten umschreibt, hat sich zum ‚Gold-Standard‘ der Jetztzeit entwickelt – die Rede ist vom “Aufmerksamkeitsstandard”. Das ist auf den Punkt gebracht genau das, was erreicht werden soll: Aufmerksamkeit.

Wer sich diesem Kommunikationssystem verweigert existiert nicht. So gibt es natürlich Kehrseiten dieser schönen neuen Welt: 42% der Deutschen haben Angst vor den Social Media. Und da die Kommunikationstools via FB bestenfalls Ersatzbeziehungen (Ersatz-Intimacy) bieten können, finden wir auf der anderen Seite Kolonien der Einsamkeit.

Wie steht es um die Annahme der Webinhalte? Da gäbe es sehr viel zu berichten, aber ein Phänomen sticht heraus. Internetseiten sind für viele die Hauptgestaltungsmedien und die wichtigsten Ratgeber in ihrem Lebens geworden. Da stellt sich natürlich die Frage, wie Kirche und generell Christen im Netz auf diese Entwicklungen reagieren.

Als spezifisches “christliches Proprium” hätten die Christen “Verlässlichkeit, Höflichkeit, Kompetenz und Persönlichkeit” in die Netzwerke einzubringen. Nur so könne es gelingen, ein – so Kissler unter Verweis auf Benedikt XVI. – “neues Ökosystem” im Netz zu schaffen, “das Stille, Wort, Bilder und Töne in ein neues Gleichgewicht bringen kann”.

  • Es muss die Ritualfähigkeit erhöht werden!
    Rituale sind in den letzten Generationen kontinuierlich im Rückgang, weswegen Haltungen und Rituale unbedingt zu fördern sind. Beispielaktion: Karfreitag und Karsamstag verhängen wir das Internet.
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  • Es geht um Verlässlichkeit und verlässliche Antworten
    Wir sind in einer Krise der Fragen, werden mit Antworten überschüttet (Benedikt XVI). So sind Antworten zu formulieren und zu gestalten, die den nächsten Frühstückskaffee überdauern und sich durchsetzen können.
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  • Es geht um kompetente, und dabei höfliche Antworten
    Wer sagt mir heute, welche der vielen Google- und Wikipedia-Antworten verlässlich sind? Wir brauchen verlässliche Quellen mit kompetenten Antworten. Dabei macht der Ton die Musik, so sollten gerade Christen sich durch ihre Etikette auszeichnen.
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  • Es geht um ansprechbare Persönlichkeiten
    Inhalte, die einmal ins Netz gestellt werden, um dann nie wieder überprüft zu werden, gibt es genug. Deswegen sind auch im Netz Persönlichkeiten angesagt, die ansprechbar und den Anforderungen gewachsen sind.
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  • Es geht auch darum, das Bedürfnis nach Trost zu erfüllen
    Von Kolonien der Einsamkeit war die Rede. Daraus ergibt sich ein hohes Bedürfnis, interaktive Medien bereitzustellen, an der Schnittstelle zwischen virtuellen und realen Angeboten.

Vesper mit Bischof Kapellari

Christen dürften keine Angst haben, diesen “Areopag der Zivilgesellschaft” zu erklimmen, unterstrich der österreichische Medienbischof Egon Kapellari beim anschließenden Vespergottesdienst. Zugleich warnte Kapellari aber auch vor einer “weit verbreiteten Verflachung des Redens”. Dies gelte insbesondere für die neuen Medien.

Eine kritische Haltung müsse keinen “Kulturpessimismus” bedeuten, sondern herausfordern, “Wort und Wahrheit nicht auseinanderfallen zu lassen”, so Kapellari. Das Wort Gottes suche – durch alle sprachliche Verwirrung hindurch – “Gehör auf der Agora der Zivilgesellschaft und auf dem Areopag der Medien” – es “mit Herz, Hirn und Hand” zum Durchbruch zu verhelfen sei letztlich der Auftrag für die Christen in den neuen Medien. Mit diesem “beherzten Hinweis” endete der erste Tag der Medienveranstaltung.

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artikel gottimweb


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GOTT im Web – heute erster Tag

Heute beginnt die lang erwartete Tagung zum Thema „GOTT im Web – Neuevangelisierung + Neue Medien“. Von den Bloggerkollegen Georg Schimmerl (hic et nunc), Benedikt Michal (zeitfragen) und mir (Zeit zu beten) initiiert, hat sich mit dem Stift Heiligenkreuz ein perfekter Tagungsort und Veranstalter, unter Beteiligung der Erzdiözese Wien, gefunden.

“Mit dem Internet und den neuen sozialen Medien ist die Kommunikation in eine neue Epoche eingetreten. Aus dem alltäglichen Diskurs sind diese neuen Medien nicht mehr wegzudenken. Die Kirche muss dort sein, wo die Menschen sind. Der Glaube will in den Kommunikationsformen und Kulturformen der Menschen von heute Ausdruck finden. Wie kann das Evangelium im ‚digitalen Kontinent‘ verkündet werden? Welche Chancen und Möglichkeiten bieten Internet und social media für die Kirche? Welche Bedeutung haben sie für die Neuevangelisierung? Wo liegen Grenzen und Gefahren? Welche gelungenen Projekte gibt es?”

Über 180 Voranmeldungen aus dem In- und Ausland liegen vor, und es sind spannende zwei Tage zu erwarten. Referenten sind unter anderem Alexander Kissler, Bischof Kapellari, der Medienexperte Josef Mantl, schließlich Erzbischof Claudio M. Celli und einige andere mehr. In Kürze wird berichtet.

artikel zzb grey


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Danke, vielen Dank für die Unterstützung – 500.000 Besuche!!!


500.000 Besuche !

Herzlichen Dank !!!

Wenn im deutschsprachigen Bereich von erfolgreichen katholischen Blogs gesprochen wird, dann sind es Elsas Nacht(b)revier und Klosterneuburger Marginalien. Die Besuchszahlen von Elsa sind ja kein Geheimnis, und der Herr Alipius hat seine Zahlen gerade öffentlich gemacht.

So schreibt er: „In einem Normal-Monat (also ein Monat, der nicht in die posting-arme Urlaubs- oder Fastenzeit fällt) sind das über 25.000 Klicks.“

Auf ZEIT ZU BETEN sind es 2012 im Schnitt monatlich über 30.000 Klicks: Könnte schlechter sein, oder  ;-)  …

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Nochmals, herzlichsten Dank an alle Leser !!!

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