»Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, bei allem sagt Dank.«
(1 THESS. 5,16ff)
[Dank der treuen Leserin Liane, die nach Fortsetzungen der Carlo Carretto Beiträge gefragt hat, gibt es ab heute die restlichen Folgen, hier also der nächste Teil:]
Der russische Pilger
Wir begegnen dem berühmt gewordenen Pilger im Alter von 33 Jahren. Lassen wir ihn selber reden: »Durch Gottes Gnade bin ich Mensch und Christ. Mein Leben ist das eines Sünders. Vom Beruf bin ich Pilger, habe kein Haus. Ich bin sehr arm, Ziel von Dorf zu Dorf. Ich trage nur eine Tasche mit trockenem Brot bei mir und die Bibel, das ist alles.
Am 24. Sonntag nach Pfingsten kam ich in eine Kirche, um während des Gottesdienstes zu beten. Man las aus dem ersten Brief des heiligen Paulus an die Thessalonicher, wo es heißt: Betet ohne Unterlass!
Diese Worte haben mich nicht mehr losgelassen. Ich habe mich gefragt, wie es möglich sei, ohne Unterlass zu beten, wo sich doch jeder tausender Arbeiten widmen muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Ich habe die Bibel durchforscht, aber ich fand…
Teresa von Avila
Der Ruf Jesu in die Nachfolge macht den Jünger zum Einzelnen. Ob er will oder nicht, er muss sich entscheiden, er muss sich allein entscheiden.
Der Ruf in die Nachfolge steht im Zusammenhang mit der Leidensverkündigung Christi. Jesus muss leiden und verworfen werden. Es ist das Muss der Verheißung Gottes, auf das die Schrift erfüllt wird. Leiden und Verworfenwerden ist nicht dasselbe. Jesus konnte ja der im Leiden noch gefeierte Christus sein. Auf dem Leiden könnte ja noch das ganze Mitleid und die Bewunderung der Welt liegen.
Als Jesus vom reichen Jüngling freiwillige Armut forderte, da wusste dieser, dass es hier nur Gehorsam oder Ungehorsam gab. Auch für Levi, den Zöllner, und Petrus, den Fischer, gab es keine Unklarheiten. Es war in all dem nur eines gefordert, sich auf das Wort Jesu Christi zu verlassen, dieses Wort für einen tragfähigeren Boden zu halten als alle Sicherheiten dieser Welt.
Der Ruf Jesu ergeht, und ohne jede weitere Vermittlung folgt die gehorsame Tat des Gerufenen. Die Antwort des Jüngers ist nicht ein gesprochenes Bekenntnis des Glaubens an Jesus, sondern das gehorsame Tun.