Woche 44: „KOMM, WIR GEHEN FÜR UNSER VOLK“ (Edith Stein)

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Als Jüdin geboren, in der Jugend Atheistin, dann zum Christentum konvertiert, schliesslich in Auschwitz ermordet – ein Lebenslauf mit mehr Tragik, aber auch Hoffnung ist kaum vorstellbar.

Komm, wir gehen…

…für unser Volk„, sagt Edith Stein zu ihrer Schwester Rosa, bei ihrer Verhaftung durch die Nationalsozialisten (1942) im niederländischen Karmel in Echt. Die Christin geht für ihr jüdisches Volk. Mit Rosa gemeinsam geht sie den Weg ins Martyrium.

Am 12. Oktober 1891 kommt Edith Stein als elftes Kind jüdischer Eltern in Breslau zur Welt. Nach einer Zeit des „Nicht-Betens“ in den Jugendjahren beginnt ihre Suche nach der Wahrheit und somit nach Gott. Sie studiert Philosophie und promoviert bei Edmund Husserl in Freiburg. 1921 nach der Lektüre der Autobiografie der Heiligen Teresa von Avila hat sie die Wahrheit gefunden, nach der sie immer gesucht hat, die Wahrheit in Person, das liebende Du Gottes! Sie läßt sich taufen und in die katholische Kirche aufnehmen. 1933 tritt sie in den Orden der Karmelitinnen in Köln ein und wählt für sich den Namen Teresia Benedicta vom Kreuz („die vom Kreuz Gesegnete“).

Dieser Schritt ist für sie ein entschiedenes Eintreten in die Kreuzesnachfolge Christi. Ihre Worte an die Priorin des Karmel, anlässlich ihrer ersten Begegnung lauten:

„Nicht die menschliche Tätigkeit kann uns helfen, sondern das Leiden Christi. Daran Anteil zu haben ist mein Verlangen.“

Zum Zentrum ihres Glaubenslebens wird das Kreuz. Edith Stein wollte mit Christus Kreuzträgerin sein für das Heil des jüdischen Volkes, ihrer Kirche, der ganzen Welt. Sie bot sich ganz bewußt Gott an als Sühneopfer für den wahren Frieden, vor allem für das bedrohte jüdische Volk. Einige Jahre vor ihrem Tod schreibt sie in ihrem Testament:

„Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung unter seinen heiligsten Willen, mit Freude entgegen. Ich bitte den Herrn, dass er mein Leiden und Sterben annehmen möge zu seiner Ehre und Verherrlichung für alle Anliegen der heiligen Kirche“.

Vor genau 70 Jahren, nach der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 verlässt Edith Stein den Karmel in Köln und flüchtet nach Holland, in den Karmel in Echt. Aufgrund eines Hirtenbriefes der holländischen Bischöfe, die darin gegen die Verschleppung von Juden protestieren, beginnt auch die Verfolgung getaufter Juden durch die Nazis.

Edith Stein wird am 2. August 1942 im Karmel in Echt von der Gestapo verhaftet, nach Auschwitz deportiert und dort wenige Tage später ermordet. Mit dem Weg ins Vernichtungslager vereinigt sie ihr Leid und ihren Tod mit der sühnenden Opfertat unseres Erlösers Jesus Christus.

1988 wird Edith Stein von Papst Johannes Paul II 1988 heiliggesprochen und zur Patronin Europas ernannt (gemeinsam mit Katharina von Siena und Birgitta von Schweden).

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Ein Gedanke für diese Woche und unser gemeinsames Beten:

Wie sieht es mit meiner Gottsuche aus?
Kann ich die Kreuze meines Lebens annehmen oder versuche ich ihnen auszuweichen?

Hast Du ein Anliegen? Dann bist Du genau hier richtig!

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