SCHWIERIGKEITEN BEIM BETEN? Teresa von Avila weiß, wovon wir sprechen! (KW.06)

Durch eigene, schmerzliche Erfahrungen wurden ihr die vielen möglichen Zerstreuungen bewußt, die unser Beten zerstören. Die heilige Teresa von Avila wusste, welch großen Einfluss konkrete Lebensumstände und zwischenmenschliche Beziehungen, in die jeder Mensch hineingestellt ist, auf unser Gebet haben. Wenn also unsere Gedanken gerade durch intensive Erlebnisse gefesselt werden…

Die beste Möglichkeit für ein Zurückfinden zum Gebet sieht Teresa im Nachdenken, wo Gott zu finden sei und eine gute Hilfe bei Ablenkungen vom Gebet ist es, die Zeit des Gebets ganz Gott zu schenken, und nicht mehr über sie verfügen zu wollen.

„Überlassen wir ihm doch das bisschen Zeit, die ihm zu schenken wir uns entschlossen haben! Es ist sehr wenig im Vergleich zu der Zeit, die wir für uns selbst und auch andere, die uns keinen Dank dafür wissen, vergeuden (…) Tun wir es mit freiem Geist (…) trotz all der Mühen, die wir dabei vielleicht auf uns nehmen müssen (…) Diese Zeit darf ich nicht mehr als mir gehörig betrachten“ (Camino 23,2).

Das geistliche Auge auf Gott zu richten, ist nach Teresa der einzige Weg, um mit den Schwierigkeiten fertig zu werden. Aller Schaden komme, weil man die Augen zu wenig auf Gott richte. Würde man auf den Weg der Liebe achten, käme man schnell ans Ziel. Weil man den Blick oft nicht auf diesen wahren Weg richte, gerate man auf Abwege.

Doch selbst wenn man in Treue an diesem Gebet festhalte, kämen Zeiten der Dürre, der Trockenheit, in denen man Gott nicht wahrnehme und an seiner Existenz zweifle! (Vida 14,9)

Wenn man sich vom inneren Gebet entfernt, spielt man mit der Nabelschnur, mit der Verbindung zu Gott. In keinem Fall soll man sich durch die bevorstehenden Schwierigkeiten vom Beten abschrecken lassen. Das Ziel, die lebendige Begegnung mit Gott und die ersehnte Vereinigung im ewigen Leben, müsse man im Blick behalten.

„Wie groß war meine Blindheit! Wo glaubte ich denn Abhilfe zu finden, mein Herr, wenn nicht bei dir? Was für ein Unsinn, das Licht zu fliehen, nur um immer wieder zu straucheln, …mich von Halt an der Säule und dem Stab zu entfernen, der mich stützen soll, um nicht so tief zu fallen! (…) Ich meine, dass ich nie mehr eine so große Gefahr durchgemacht habe wie diese Erfindung, die mir der Böse unter dem Vorwand der Demut eingab!“ (Vida 19,10)

Die Entwicklung des geistlichen Weges führt zu Entschlossenheit, Mut und dem festen Glauben, dass Gott uns auf den Weg des Heils führt. Dabei überantworten wir Gott unser eigenes Leben seiner Führung, wodurch wir zu tiefer Zufriedenheit, Dankbarkeit, Freude und Gelassenheit finden.

Als festes Fundament erweist sich dabei die Entschlossenheit, Jesus auf dem Weg des Kreuzes nachzufolgen.

„Es ist eine wichtige Angelegenheit, dass die Seelen […] von Anfang an mit dem Entschluß hineingehen, einzig Christus beim Kreuztragen zu helfen.“ (Vida 15,11) „Wie groß euch die Prüfungen auch vorkommen und wie schmerzlich sie für euch sein mögen: Ihr werdet Trost finden, wenn ihr erkennt, wie lächerlich klein sie im Vergleich zu denen sind, die der Herr erduldet hat.“ (Camino 26,7)

Nur auf diese Weise sind wir tatsächlich in der Lage, auch Erfahrungen der Gottferne und Verlassenheit, der Sinn- und Trostlosigkeit als Teilhabe am Kreuz Christi anzunehmen. „Umfangt dieses Kreuz„, denn es zeigt euch den Weg der Liebe, der Schmerzen, und des ewigen Trostes.

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Dieser Text zitiert Passagen aus  EINE LEHRE VOM BETEN

Ein kurze Einführung zu Teresa von Avila gibt es hier!

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Ein Gedanke für diese Woche und unser gemeinsames Beten:

Wie gehe ich mit Schwierigkeiten bei meinem Beten um?
Gebe ich schnell auf, lasse ich mich ablenken? Oder zeige ich auch in Zeiten der Trockenheit meine Treue zu Gott?

Hast Du ein Anliegen? Dann bist Du genau hier richtig!

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Bild: ziopeppe, flickr.com, Creative Commons Lizenz

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