Was hat die romantische mit der christlichen Liebe zu tun?

ist auch 2009 das versteckte Ideal
…auch 2009 (un)bewußtes Ideal bürgerlicher Liebe…

+
Da haben wir ein Bild der romantischen Liebe, die mit dem seligmachenden Glücksanspruch seit dem 19. Jahrhundert bis heute andere Ideale (also auch christliche Werte) außer Kraft setzt.* Das klingt nach Desillusion? Gar nicht. Mit rund 50 Erdenjahren und Familie und Kind tickt mein Leben anders: Nach meiner bescheidenen Erfahrung tickt es reicher und erfüllter.

*

*
+

„Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.“

Zu den so hoch bewerteten Gefühlen (der Selbstverwirklichung?) gesellen sich noch ganz andere Zutaten die wohl ihre Zeit brauchen, um zu reifen. Dazu gehört die Gewißheit, dass es Bereiche gibt, die weniger cool und greifbar sind. Treue? Ja, diese alte Tugend gehört dazu. Gott? Ja, für mich ganz wichtig… wobei ich nicht behaupten will, dass die 5 Buchstaben (Liebe) ohne Gottesglauben nicht möglich seien; aber ohne Treue, und ohne die angesprochene Erfahrung, dass es Dinge gibt, die vom Menschen nicht in den Griff zu kriegen, nicht steuerbar sind, wird es wohl schwierig – bis unmöglich.

„Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.“

Hm, die Liebe scheint noch mehr zu fordern. Denn was bedeuten Treue und Glaube, wenn keine Hingabe da ist, wenn kein Einsatz kommt, wenn die Beziehung – ohne Kampf und ohne Bewährung – einfach so dahindriftet… Was also kann Liebe noch sein? Jesus bringt es auf den Punkt:

„Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.“

Was bedeutet das? Um das zu verstehen, müssen wir schon ein wenig mehr Zeit investieren: Das Neue Testament sagt es uns, jede Seite fügt ein Mosaiksteinchen dazu…  so erzählt uns auch das heutige Evangelium über wahrhaft große Liebe mit Worten, denen genau genommen nichts hinzuzufügen ist:

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt.
Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind. (Joh 17,6a.11b–19)

***

*Ähnliches kann übrigens durch die „aufgeklärte“ Vernunft passieren, wenn diese uns weismachen will, dass „Übernatürliches“ (einschließlich christlicher Werte) nicht existiert. Das heißt nichts anderes, als dass übersteigerte Glücksansprüche wie auch tiefgekühltes Vernunftdenken dazu führen, den Glauben an Gott konsequent auszublenden.

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s