Wann werden Gebete erhört?

Diese Frage stellen sich alle, vom tief Gläubigen bis zum ewigen Zweifler! Im „wissenschaftlichen Sinn“ werden wir die Diskussion nicht führen können, aber im wahrhaftigen Sinn* ist die Beantwortung wohl möglich…

„Gott hat für jeden Menschen Talente angelegt, die für den einen Leib seiner Kirche zusammenwirken. Wie Puzzlesteinchen gelangen wir zu unserem Platz; dabei ist weniger entscheidend, wann wir diesen erkennen, wichtig ist, dass wir ihn herausfinden – dann finden auch andere „Puzzlesteinchen“ ihren Platz, und die große göttliche Einheit kann entstehen.“ So sprach die Landesrätin Doraya Eberle auf dem Jugendkongress der Loretto-Gemeinschaft in Salzburg: Ja, auch manche Politiker schaffen durchaus inspirierte Worte… Um den Platz im eigenen Leben zu finden, ist das Beten (als öffnen der Seele) eine wesentliche Hilfe.

Peter Dyckhoff hat eine Sicht der Gebete und ihrer Erhörung beschrieben („einfach beten“, S.54f), die ich für mich gut annehmen kann:

„Nicht erhört wird der, dessen innere Haltung nicht im Einklang mit dem Gebet steht oder der um etwas bittet, was weder seine Entwicklung fördert, noch im Schöpfungsplan Gottes vorgesehen ist.“ Garantie gibt es dabei sicher keine, aber unsere Gottesnähe oder -ferne wird wohl auch einen gewissen Einfluß haben, glaube ich. Oder frei formuliert:  Je besser das Team (Du mit Gott), desto größer die Frucht des Zusammenspiels…

In der heutigen Lesung ist ein faszinierendes Beispiel für eine Erhörung, und zwar im Buch Tobit, drittes Kapitel. Tobit ist verzweifelt, aber er gibt der Versuchung (Gott anzuklagen) nicht nach, im Gegenteil: Er spricht den Lobpreis für seinen Herrn!

In jenen Tagen wurde ich, Tobit, traurig und begann zu weinen. In meinem Schmerz betete ich: Herr, du bist gerecht, alle deine Wege und Taten zeugen von deiner Barmherzigkeit und Wahrheit; wahr und gerecht ist dein Gericht in Ewigkeit. Denk an mich und blick auf mich herab!

Von Tobit können wir lernen, gewaltig viel lernen! Er bleibt sich und seinem Gott treu – und spricht die unverzichtbare Formel des Vaterunser „Tu also mit mir, was dir gefällt“: Dein Wille geschehe!

Straf mich nicht für die Sünden und Fehler, die ich und meine Väter dir gegenüber begangen haben. Sie haben nicht auf deine Gebote gehört. Darum hast du uns der Plünderung, der Gefangenschaft und dem Tod preisgegeben; bei allen Völkern, unter die wir zerstreut worden sind, hast du uns zum Gespött gemacht. Auch jetzt treffen mich zu Recht deine harten Strafen, die du über mich kommen lässt wegen meiner und meiner Väter Sünden. Denn wir haben deine Gebote nicht gehalten und haben den Weg deiner Wahrheit verlassen. Tu also mit mir, was dir gefällt.

Die ganze Trauer und Verzeiflung spüren wir in den nächsten Zeilen des Tobit: Er sieht sich am Ende seines Weges, er bittet Gott sogar um seinen Tod.

Lass meinen Geist von mir scheiden; lass mich sterben und zu Staub werden! Es ist besser für mich, tot zu sein als zu leben. Denn ungerechte Vorwürfe musste ich anhören und ich bin sehr betrübt. Lass mich jetzt aus meiner Not zur ewigen Ruhestatt gelangen! Wende deine Augen nicht von mir ab!

Jetzt betritt die nächste Hauptfigur die Bühne: Sara. Sie hat nicht gerade ein leichtes oder alltägliches Schicksal zu erzählen:

Am gleichen Tag geschah es, dass in Ekbatana in Medien Sara, die Tochter Raguëls, von den Mägden ihres Vaters ebenfalls beschimpft wurde. Sie war mit sieben Männern verheiratet gewesen; doch der böse Dämon Aschmodai hatte sie alle getötet, bevor sie mit ihr geschlafen hatten. Die Mägde sagten zu ihr: Begreifst du denn nicht, dass du deine eigenen Männer erwürgst? Sieben hast du gehabt, doch kein einziger ist dir geblieben. Mit welchem Recht also behandelst du uns so hart? Wenn sie schon sterben mussten, dann verschwinde du doch mit ihnen! Hoffentlich bekommen wir nie einen Sohn oder eine Tochter von dir zu sehen.

Auch Sara befindet sich in großer Seelennot und muss ihre Schicksalsschläge hinterfragen. Wir erleben ihre Bereitschaft, aus dem Leben zu scheiden! Doch wie Tobit widersteht sie allen Versuchungen und spricht das Loblied ihres Herrn.

Als Sara das hörte, wurde sie so traurig, dass sie sich erhängen wollte. Aber sie dachte: Ich bin die einzige Tochter meines Vaters. Wenn ich das täte, wäre es eine große Schande für ihn und ich wäre schuld daran, dass der alte Mann vor Kummer ins Grab sinkt. Darum trat sie ans Fenster und betete: Gepriesen seist du, Herr, mein Gott. Gepriesen sei dein heiliger und ehrwürdiger Name in Ewigkeit.

Am Ende der Geschichte lesen wir über die Frucht der Gebete! Gott ist groß! Gott ist barmherzig! Gott ist immer bei uns! Gott ist gnadenreich! Gott hört unsere Gebete, immer, und an dieser Stelle er-hört er Tobit und Sara:

Das Gebet beider, Tobits und Saras, fand Gehör bei der Majestät des großen Rafael. Er wurde gesandt, um beide zu heilen: um Tobit von den weißen Flecken auf seinen Augen zu befreien und um Sara, die Tochter Raguëls, mit Tobits Sohn Tobias zu vermählen und den bösen Dämon Aschmodai zu fesseln. Denn Tobias sollte Sara zur Frau haben. (Buch Tobit 3,1–11a.16–17a)

Na gut, oder mancher fragt achselzuckend: Na und? Vielleicht tut es jenen gut, die im AT nur Gewalt und Rache wähnen; die sich (so wie ich längere Zeit) nur mehr mit dem NT beschäftigen. Die Tobit-Erzählung jedenfalls ist Beispiel eines Glaubens, der auch in Zeiten tiefer Verzweiflung an Gott festhält!

+++++++++
*im wahrhaftigen Sinn, das bedeutet hier nach den Worten der Heiligen Schrift

3 Gedanken zu “Wann werden Gebete erhört?

  1. Das ist gut: Je besser das Team (Gott/Beter), desto höher die Trefferquote. Hab ich so noch nie gesehen. Deshalb auch der Umweg über die „Freunde Gottes“ – die Heiligen. Hab gerade was übers Gebet zum Hl. Josef geschrieben.

    Allerdings bin ich wiederum froh, dass der Heiland gerade die Unwürdigen und Sünder angehört hat. Würd mir schon was fehlen, wenn ich nicht mehr dirket zu ihm kommen könnte, auch wenn ich mir gerade mal wieder ein totales foul geleistet habe. Ist das nicht genial: Seit dem Kreuz Jesu, muss der Mensch nie mehr würdig sein, um Gott alles wert zu sein…

    Gruß Tom

  2. Hallo Tom, danke für deinen Beitrag.
    Um es gleich vorwegzunehmen: Meinen Artikel habe ich überarbeitet und auch das Originalzitat von Dyckhoff ergänzt, um diese Ansätze etwas klarer zu machen.
    +
    Ich möchte das sehr unterstreichen, was du ansprichst: Seit Christus stehen wir weniger unter dem Gesetz, als vielmehr unter der Gnade (Paulus): Das ist eine radikale Wende zum Guten! Gnade kann jeden treffen, egal wie „gut er als Christ durch die Welt geht“!!!
    +
    Andererseits können wir nicht einfach dasitzen und auf Gnade warten. Hier kommt die Tobit-Geschichte ins Spiel: Die 10 Gebote gelten nach wie vor, und die Seligpreisungen bringen zusätzliche Verheißungen und Forderungen. Da sind WIR gefordert. Wie können wir das am besten schaffen? Vor allem und zuallererst durch das Gebet, wenn wir beten als Sich-öffnen verstehen: Wir wenden uns Gott zu, schenken ihm Zeit, wie sonst sollten wir auch seinen Willen erkennen können? Durch Gnade allenfalls, und auf die sollten wir nicht (jetzt schließt sich der Kreis) nicht tatenlos warten.
    +
    Das Team Gott/Beter ist also wichtig, anders kommt es nicht zu einem „harmonischen Leib Kirche“, zu einer friedlichen und liebevollen Gemeinschaft, höchstens zu ein paar „Gnadenzellen“.
    +
    Bei allem Plädoyer für aktives christliches Beten und Handeln: Ich glaube zutiefst an die Botschaft der „kleinen Therese“, die sagte: Selbst wenn sie alle Verbrechen dieser Erde begangen hätte, es wäre kein Problem für Gott, es wäre für ihn nicht mehr als ein Wassertropfen in einer riesigen Feuersäule, und sie könnte auch mit dieser Schuld jederzeit ohne Furcht auf ihn zugehen!

  3. @ hallo Ihr Katholiken,
    Wo hat Gott oder Christus,
    die Erhörung der Gebete des Einzelnen,
    von der Gemeinschaft Religion, Kirche, Tempel, Gemeinde oder Sekte abhängig gemacht?
    Was sagte der von Christus geheilte Blindgeborene zu den damaligen
    Pharisäer mit ihren Schriftgelehrten?
    Er sagte:“Wir wissen aber, dass Gott die Sünder nicht hört, sondern so jemand gottesfürchtig ist und tut seinen Willen, den hört er“.
    Johannes 9,31
    OB ein, von Menschen gemachter „Frommer“ und Sünder oder einen Ungläubiger und Sünder, hört Gott nicht wenn er betet, wenn er nicht Buße vor Gott tut und sich bekehrt aus ganzem Herzen und dann, seine Versöhnung mit Gott,Erlösung, Reinigung und Heiligung durch Christus und seinem Blut,in seinem Leben und Innern, mit dem notwendigen Ernst und Aufrichtigkeit betreibt.
    Zur Unterscheidung, wen Gott erhört:
    1.Elia, war ein Mann Gottes, und als er betete, tat sich der Himmel auf und das Feuer Gottes fiel auf das Opfer und verzehrte alles.
    2. Dann kamen die 450 falschen Priester des Volkes Israels, die von der First Lady Isebel, die Frau des Königs Ahab, zu Priester gekürt wurden und vom Steueraufkommen des Volkes Israels unterhalten wurden.
    Sie beteten von morgens bis abends, Baal/Gott erhöre uns; Baal/Gott erhöre uns,Baal/Gott erhöre uns, „doch es war da keine Stimme noch Antwort heißt es. Und sie hinkten um den Altar, den sie gemacht haben.
    Selber weiterlesen in 1.Könige Kapitel 18, über den menschlichen geistigen Irrtum,wenn man sich als Mensch, selber vor Gott beruft um ein Diener Gottes zu werden- oder- sich von der Frau des Königs, zu einem Diener Gottes zubereiten lässt mit allem Pomp.
    Von Anfang der Menschheit, hat Gott seine Kinder, Diener, Jünger und Propheten, selber berufen, selber zubereitet, selber erwählt und die
    Wiedergeburt erfahren lassen, selber legitimiert und mit dem dreifachen Zeugnis Gottes versehen, und sie selber ausgesandt zu verkündigen das herannahende Ende und Beginn des offenbarten Reich Gottes.
    Sie sind nie von Menschen gemacht worden SONDERN, von Gott und seinem Heiligen Geist, deren Gebet Er auch sofort erhört hat und noch erhört mit den Worten:“Ehe sie rufen, will ich antworten, spricht Gott der Herr“!

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s