Zum Gedenktag des Heiligen Bernhard von Clairvaux

 

Bernhard-von-Clairvaux-127-fs-R3Bernhard von Clairvaux (1090-1153) ist eine der großen Heiligengestalten des Mittelalters. Er gilt als „zweiter Gründer“ des Zisterzienserordens und zeichnet für dessen Ausbreitung über ganz Europa verantwortlich. Eine kurze Einführung zu diesem Heiligen findest du in der Reihe der beschriebenen Zeugen des Glaubens, Bernhard von Clairvaux. Der Heilige Bernhard gilt als großer Marienverehrer. Alle Kirchen der Klöster des Zisterzienserordens sind der Gottesmutter geweiht! Der große Heilige lehrt uns:

„Das Geheimnis der Menschwerdung Gottes vollzieht sich mit Maria als ein Zusammenwirken des dreifaltigen Gottes mit der Jungfrau. Gott will nichts alleine tun, für sich, sondern er will das Zutun des Menschen. Er liebt es, den Menschen einzubeziehen in seine Heilspläne. Der Vater ist mit Maria, er macht seinen Sohn zu ihrem Sohn. Der Sohn ist mit Maria, er erschließt für sich den Mutterschoß, wahrt aber auch das Siegel der Jungfrauschaft, um in ihr das wunderbare Geheimnis der fleischgewordenen Gottheit zu verbergen. Der Heilige Geist ist mit Maria, der mit dem Vater und dem Sohn ihren Schoß heiligt. Maria ist dieses Haus, Maria ist diese Wohnung für den dreifaltigen Gott.“ (Auszüge aus P. Bernhard Vošicky OCist, Bernhard über Bernhard, Geistliche Lehren des heiligen Bernhard von Clairvaux, 2008, S.60)

Auf sehr schöne Weise hören wir die marianische Gesinnung aus den folgenden Worten des Heiligen Bernhard, einer Predigt zum Fest Mariä Geburt:

„Aus tiefstem Herzensgrund, mir der ganzen Liebe unseres Gemütes und aller Hingabe wollen wir diese Maria ehren, denn so ist der Wille Gottes: Er wollte, dass wir alles durch Maria haben. Ja, das ist sein Wille, doch für uns. In allem und durch alles sorgt er nämlich für die Elenden: Er lindert unsere Angst, weckt den Glauben, stärkt die Hoffnung, überwindet das Misstrauen, richtet den Kleinmut auf. Vor den Vater hinzutreten hattest du Angst; schon allein beim Hören erschrakst du und flohst zu den Blättern: So gab er dir Jesus als Mittler. Was würde ein solcher Sohn bei einem solchen Vater nicht erlangen? Er wird sicher um seiner Ehrfurcht willen erhört werden, denn der Vater liebt den Sohn. Oder zitterst du auch vor ihm? Dein Bruder ist er und dein Fleisch, er wurde in allem in Versuchung geführt, ohne zu sündigen, unbarmherzig zu werden. Ihn gab dir Maria als Bruder. Doch vielleicht erschrickst du auch bei ihm vor der göttlichen Majestät, denn obwohl er Mensch wurde, blieb er doch Gott. Willst du auch bei ihm einen Fürsprecher haben? Wende dich an Maria! Reine Menschlichkeit findest du bei Maria, nicht nur rein von jeder Befleckung, sondern auch rein, da sie nur diese Natur besitzt. Und ich möchte sagen, ohne zu zweifeln: Auch sie wird um ihrer Ehrfurcht willen erhört werden. Erhören wird doch der Sohn die Mutter, und erhören wird der Vater den Sohn. Meine lieben Söhne, das ist die Leiter für die Sünder, das meine größte Zuversicht, das der ganze Grund meiner Hoffnung! Wieso denn? Kann der Sohn etwa zurückweisen oder eine Zurückweisung erhalten? Dass er nicht hört oder nicht gehört wird – kann das beim Sohn vorkommen? Sicher keines von beiden! „Du hast“, sagt der Engel, „bei Gott Gnade gefunden“ (Lk 1,30). Welch ein Glück! Immer wird Maria Gnade finden und nur Gnade ist es, was wir brauchen. Die kluge Jungfrau verlangte nicht nach Weisheit wie Salomo, nicht nach Reichtum, nicht nach Ehren, nicht nach Macht, sondern nach Gnade. Allein die Gnade ist es nämlich, durch die wir gerettet werden“ (Bernhard von Clairvaux Werke, Band VIII).

Warum ist das „Marianische“ im Zisterzienserorden so bedeutungsvoll? Wir brauchen Zugang zum verborgenen Geheimnis Gottes. Wer könnte uns besser einweihen als Maria? Sie, die Eingeweihte, weiht auch uns ein in das Geheimnis Gottes.

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Ein Buchtipp: Bernhard über Bernhard. Geistliche Lehren des heiligen Bernhard von Clairvaux, Be & Be-Verlag, Heiligenkreuz (2008), verfasst von Pater Bernhard Vošicky OCist vom Stift Heiligenkreuz

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