Das Herz von Jenin – Heart of Jenin

Ist die Formulierung nicht so abgegriffen, dass sie höchstens noch für Werbekampagnen herangezogen wird? Die Rede ist von Weihnachten, dem… „Fest der Liebe“.
Ein tatsächliches Zeugnis der Liebe ist nun seit 17. Dezember in den Schweizer Kinos zu sehen, die DVD bereits im Handel erhältlich: Das Herz von Jenin – Heart of Jenin. Die Geschichte lässt sich auch im Kontext von Weihnachten lesen: Es geht um Leben und um Geschenke, verbunden mit tiefen Schmerzen und Freuden.

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Sofern man Liebe nicht als Packung mit tränenfördernden und erotisierenden Emotionen missversteht, sondern als Akt von Fürsorge, Treue, Großmut und Beständigkeit begreift, dann verdient das Zeugnis des Palästinensers Ismael Khatib das Prädikat „Liebe“.

Das grausame Faktum ist schnell erzählt: Beim Spielen mit einer Spielzeugwaffe wird Ismaels 12jähriger Sohn Ahmed von Soldaten tödlich in den Kopf getroffen. Im Krankenhaus wird der Gehirntod fesgestellt, das Herz des 12jährigen schlägt weiter.

In dieser albtraumhaften Situation trifft der Palästinenser Ismail Khatib eine zutiefst menschliche Entscheidung. Er stellt die Organe seines Sohns israelischen Kindern zur Verfügung.

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Man muss Ismael nicht gleich als Heiligen sehen. „Ich wünsche, dass eines dieser israelischen Kinder eines Tages an die Macht kommt, und dann nachhaltig Frieden geschlossen werden wird.“ Das sind schon sehr erdverbundene und weitreichende Ansprüche – aber wer will nun entscheiden, ob es sich nicht um ein gottgefälliges Ziel handelt?

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Mit seinem Akt der Liebe hat Ismael sicherlich Heilbringendes in Bewegung gesetzt, wie die israelischen Kinder und Familien zeigen. Von heilbringend zu heilig ist zwar noch ein gewisser Weg, aber für mich ist Ismael Khatib drauf und dran, ein heiliges Leben zu führen.

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Auf der Homepage des Films wird ein Projekt CINEMA JENIN vorgestellt, dass zur Unterstützung einlädt. Ismael Khatib bleibt seinen Intentionen treu – und geht weiter auf dem Weg der Liebe.

We are excited about reviving the cinema. We have many programs and ideas and we think that about 300-400 people will come per day. The cinema will not be only for screening films, but will also become a stage for the whole community that can host celebrations, conferences and special activities of different associations and NGOs.“
Ishmael Khatib, 30.03.2008

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Dieser Text ist auch Teil der folgenden Beitragsreihe:

>>> 1. Terror und Antisemitismus

>>> 2. Die ersten Israelis

>>> 3. Die Geschichte Palästinas

>>> 4. Staatsgründung Israel

>>> 5. Israel von der Gründung bis ins 21. Jahrhundert

>>> 6. PLO und HAMAS

>>> 7. Palästinensische Autonomie und Politik

>>> 8. Siedlungspolitik

>>> 9. Christsein mit jüdischen Wurzeln

>>> 10. Progromnacht: Gedenken mit einer Haggada

>>> 11. Gedenken an das Progrom – jüdische Gebete

>>> 12. Bericht aus der Hölle (Marcel Reich-Ranicki)

>>> 13. Papst Benedikt XVI. in Yad Vashem

>>> 14. Papst Franziskus in Yad Vashem

>>> 15. Das Herz von Jenin

>>> 16. Glik oder Glück, das ist die Frage…

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Ein Gedanke zu “Das Herz von Jenin – Heart of Jenin

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