Fest der Darstellung des Herrn – Das Mysterium in den Worten eines Greises

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Der biblische Bezug der »Darstellung des Herrn« ist die alttestamentliche Vorschrift, dass Frauen sich vierzig Tage nach der Geburt einer kultischen Reinigung unterziehen müssen. Da der Erstgeborene Gott geweiht war, wurde er im Tempel »dargestellt«.

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Der gebräuchliche Name »Lichtmess« (-messe) erklärt sich daraus, dass an diesem Tag die Kerzen für das kommende Jahr geweiht wurden. Das Licht symbolisiert Christus. Die Lichtsymbolik leitet sich direkt…… aus dem Bericht bei Lukas her. Als die Eltern das Kind in den Tempel bringen, werden sie von dem greisen Simeon und der 84-jährigen Witwe Hanna erwartet. Simeon nennt das Kind »ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für sein Volk Israel«.

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„In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon […] Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,25-35).

Ein alter Mann mit einem Neugeborenen auf dem Arm. Leben am Ende umarmt Leben am Anfang. Aus dieser Nähe entstehen unvergessliche Worte: »Meine Augen haben das Heil gesehen.« Das Licht. Die Herrlichkeit. Das Glück. Weil er sehen darf, worauf er sein Leben lang gehofft hat. Weil er Augen hat für das, was unter der Oberfläche verborgen ist. Der Messias als Kleinkind. Der Messias, so viel »kleiner« als erwartet. Er kommt zart, mit Hand und Fuß, mit einem menschlichen jungen Gesicht. Für Simeon ist diese Begegnung am Ende seines Lebens zugleich Ziel seines Lebens. Er kann der Zukunft gelassen entgegengehen, berührt und geführt von diesem Kind, getröstet und ohne die Angst des Todes im Nacken. Weil er das Leben in die Arme schließen konnte, kann er loslassen. – Gottes Gegenwart will uns fürs Leben öffnen. Wir müssen genau hinsehen. Vielleicht ist seine Ankunft in unserem Leben »kleiner« als erwartet.
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Das Preislied des Simeon (Lk 2,29–32) wird traditionell im Nachtgebet der Kirche gebetet. In der evangelischen Kirche wird das Fest kaum noch gefeiert.
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Kerzenweihe:

„Seht, Christus, der Herr, kommt in Macht und Herrlichkeit, er wird die Augen seiner Diener erleuchten. Halleluja. Gott, du Quell und Ursprung allen Lichtes, du hast am heutigen Tag dem greisen Simeon Christus geoffenbart als das Licht zur Erleuchtung der Heiden. Segne die Kerzen die wir in unseren Händen tragen und zu deinem Lob entzünden. Führe uns auf dem Weg des Glaubens und der Liebe zu jenem Licht, das nie erlöschen wird. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen“

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