Beten für Israel und seine Bevölkerung…

Es ist nicht Aufgabe dieser Plattform, Partei zu ergreifen. Andererseits haben die Berichterstattungen und Reaktionen auf „Free Gaza“ ein Ausmaß an Israel- und Judenfeindlichkeit angenommen, das annehmbare Dimensionen überschreitet..

Seit 1948 wird das betroffene Gebiet „Gaza-Streifen“ genannt – und ist seitdem ein ungelöstes Problem. Rund 20 Jahre unter ägyptischer, dann knapp 40 Jahre unter israelischer Verwaltung, bis 2005 der unter Sharon durchgesetzte vollständige Abzug der Israelis einschließlich Räumung der israelischen Siedlungen erfolgte.

2006 erreicht die terroristisch agierende Hamas die absolute Mehrheit und die Angriffe auf Israel werden in einem Ausmaß fortgesetzt, dass  Israel den Gazastreifen schließlich 2007 zum „feindlichen Gebiet“ erklärt. 2007 ist auch das Jahr, in dem sich die Hamas durch einen blutigen Putsch die Herrschaft im Gaza-Streifen sichert.

2008 – nach der  Sprengung von Grenzmauern zu Ägypten durch Islamisten – wird offensichtlich, dass auch Ägypten mit der Versorgung des Gaza nichts zu tun haben will.

Seit einigen Jahren kommt es im Gaza-Streifen auch wiederholt zu Bombenanschlägen islamistischer Extremisten auf die Einrichtungen der christlichen Minderheit unter den Palästinensern; dabei wurden u. a. eine Bibliothek sowie Geschäfte und Internetcafés zerstört.

Seit 2008 gibt es nun die Grenzblockaden rund um Gaza, und Ägypten behält seine Schließung des südlichen Grenzverlaufs unverändert bei. Soweit der kurze Rückblick auf die Geschichte des Gaza.

Erinnern darf man auch daran, dass der Gaza-Streifen zu 85% aus Wüste besteht, in extremem Maße überbevölkert ist, und aus sich selbst heraus in keinster Weise lebensfähig ist – aber anstatt mit Israel zu kooperieren, werden jüdische Städte weiterhin beschossen.

Dem vielzitierten „Free Gaza Movement“ kann es doch – bei allem Verständnis des  Engagements für eine unter der Blockade leidenden Bevölkerung – nicht nur darum gehen, eine palästinensische Verwaltung zu unterstützen, die aber auch nicht die geringste Zukunftsvision für den Gaza-Streifen hat. Da ist die Frage zulässig, ob es sich – humane Variante – um eine idealistische Form von Aktivismus handelt, oder – politische Variante – um islamistische Agitation.

So ist auch die Rolle der Türkei sehr genau zu beobachten. Aussenminister und Vize-Premier Lieberman machte im israelischen Fernsehen auf ein wichtiges Detail des Zwischenfalls aufmerksam, nachdem am 31. Mai 2010 ein israelisches Kommando den Schiffskonvoi „Free Gaza“ mit Hilfslieferungen für den Gazastreifen aufgebracht hatte:

„An der Aktion nahmen 6 Schiffe teil, und 5 davon wurden rechtmässig inspiziert und in den Hafen Aschdod begleitet. Niemand hat auch nur einen Kratzer abbekommen. Und nur auf dem türkischen Schiff [Mava Marmara], auf dem sich Anarchisten und Extremisten befanden, wurden Waffen deponiert. Beim Absetzen der israelischen Armeeangehörigen an Bord des Schiffes wurden sie sofort mit Stangen und Schusswaffen angegriffen. Im Ergebnis erlitten 8 Soldaten teils schwere Verletzungen, 2 von ihnen Schussverletzungen, einer befindet sich im kritischen Zustand. Auf dem türkischen Schiff wurden 9 Angreifer getötet, 33 verletzt.“ (Quelle: Heute in Israel)

Bolant Yilderim, der Vorsitzende von IHH, einer in der Türkei ansässigen pro-palästinensischen Hilfsorganisation, die die Flottille anführt, hielt unter Applaus türkischer Politiker und radikal-islamistischer Extremisten eine Rede während der Zeremonie [Anm.: Vor dem Auslaufen eines der Schiffe aus dem Hafen von Istanbul], unter anderem mit folgendem Inhalt: „Israel verhält sich, wie Hitler sich gegenüber den Juden verhalten hat. Hitler baute Konzentrationslager in Deutschland, und heute baut das zionistische Gebilde Konzentrationslager in Palästina“, so der Vorsitzende Yilderim.

„Wenn das Ziel der Flottille ein humanitäres wäre, würden sie Israel die  Hilfsgüter transferieren lassen  [Anm.: wie alle anderen Hilfsorganisationen vom Roten Kreuz bis zur UNO es handhaben] und nicht versuchen, auf illegale Weise [Anm.: statt „illegale“ müsste es wohl besser heißen „aggressive Weise“] in den Gaza-Streifen einzudringen“, erklärt Oberst d. Res. Reuven Ehrlich, ein früheres Mitglied des Militärgeheimdienstes, der gegenwärtig dem Intelligence and Terrorism Information Center vorsteht.

„Ihr einziges Ziel ist es, eine Provokation hervorzurufen, um Israel und die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) zu blamieren und der Hamas und ihrer Regierung im Gaza-Streifen zu helfen.“ (Quelle: ICEJ – internationale Christliche Botschaft in Jerusalem)

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Aktualisierung 04.06.10, Quelle  DerStandard

„Abu Khalil [Kameramann auf dem türkischen Schiff, auf dem es zu den tödlichen Zwischenfällen kam] berichtete der Nachrichtenagentur Reuters, dass es den mit Stöcken und Eisenstangen bewaffneten Aktivisten gelang, die ersten Soldaten, die an Bord kamen, zu überwältigen. Die vier Israelis, die laut Angaben des Kameramanns offene Knochenbrüche hatten, wurden auf das unterste Deck des Schiffes gebracht.

Kurz darauf landete die zweite Angriffswelle auf dem Oberdeck. Khalil berichtet, dass die Soldaten nach zehn Minuten das Feuer eröffnet hätten. Er habe aus nächster Nähe gesehen, wie ein Aktivist in den Kopf und ein anderer am Hals getroffen wurden. Schließlich sei es einem arabischstämmigen Knesset-Abgeordneten gelungen, eine Verhandlungslösung zu erreichen. Die Israelis versprachen, sich um die Versorgung verwundeter Aktivisten zu kümmern, im Gegenzug kamen die Geiseln frei.“

Laut DerStandard hat auch Bolant Yilderim, der Vorsitzende von IHH, bestätigt, dass die israelischen Soldaten bei Betreten des türkischen Schiffes sofort von den „Aktivisten“ angegriffen wurden.

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Mir bleibt übrig alle Leser zum Gebet aufzurufen:

– für die Toten und Verletzten des 31.Mai, und aller sonst vom Gaza-Konflikt betroffenen Menschen
– für die Bevölkerung des Gaza-Streifens, die sich im Interesse der Zukunft von der Hamas befreien muss
– für Israel und seine Bevölkerung, die es nicht verdient hat, nach der Räumung des Gaza-Streifens weiterhin militärisch angegriffen zu werden
– für das „Free Gaza Movement“, sich in offener Weise für zukunftsweisende politische Ziele zu engagieren.

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2 Gedanken zu “Beten für Israel und seine Bevölkerung…

  1. Kann man die Menschen in Gaza denn nicht unterstützen, ohne die Hamas zu unterstützen? Ich frage das im Ernst, denn auch mich ko*** es an, wie die Free Gaza Leute vorgegangen sind und die Israelis angegriffen haben, keine Gewaltlosigkeit und keine klare Distanzierung zur Hamas.
    Trotzdem fühle ich mit den Menschen in Gaza, auf der Westbank und ach in Israel. Sie alle leiden unter diesem Jahrzehnte andauernden Konflikt. Gibt es denn keine Möglichkeit etwas zu tun, ohne mit den Kriegstreiber kooperieren zu müssen? Kann man das Leben der Menschen nicht verbessern, ohne den Konflikt anzuheizen?
    Wie soll sich die Bevölkerung Gazas der Hamas entledigen? Auch wieder durch einen Gewaltaufstand? Die Hamas müßte nur Raketen nach Israel schießen, die Zahal käme und nach deren Abzug könnte die Hamas sich wieder neu formieren…
    Es muß doch einen Weg ohne Gewalt geben!

    1. Da ich kein politisches Blog betreibe, will ich an dieser Stelle nur auf die formulierten Gebetsanliegen verweisen.

      Die Stimme habe ich erhoben, weil es mir zu leicht erscheint, Free Gaza’s Vorgehen zu verteidigen und die israelische Armee zu verurteilen, aber es muss (bzw. kann) jeder seine eigenen Schlussfolgerungen entwickeln;

      wichtig ist mir, dass das Gebet für alle (!) Beteiligten und Betroffenen gesucht wird!

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