Hochfest der seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel – „Skapulierfest“

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Das Fest ist erstmals 1386 in englischen Karmelitenklöstern als ordensinternes Fest am 17. Juli bezeugt. Maria war nicht nur Vorbild sondern auch Schutzpatronin für die Karmeliten, weshalb schon recht früh das Bedürfnis aufkam, ein eigenes Gedenk- und Dankfest zu feiern. Das Fest wird seit dem 15. Jahrhundert am 16. Juli begangen. 1595 wurde es von der vatikanischen Ritenkongregation auch außerhalb des Ordens ermöglicht, 1726 von Papst Benedikt XIII. für die ganze katholische Kirche eingeführt.

Die im Karmelitenorden von Anfang an gepflegte Marienverehrung hängt mit dem Ursprung des Ordens zusammen: Es handelt sich um eine Gruppe von Eremiten, die wohl schon seit altchristlicher Zeit auf dem Berg Karmel (bei Haifa) nach dem Vorbild des Propheten Elija und seiner Schüler ein asketisches Leben führten. Sie deuteten die kleine Wolke, die nach der langen Dürre in der Zeit Elijas vom Meer aufstieg und den rettenden Regen ankündigte (1 Kön 18, 44), als ein Bild der Mutter des Herrn. Die Verehrung der Heiligen Jungfrau unter dem Titel „Unsere liebe Frau vom Berg Karmel“ nahmen sie auch mit nach Europa, als sie im 13. Jahrhundert vor den Sarazenen fliehen mussten.

Besondere Bedeutung bekam das Fest durch die Verbindung mit dem Skapulier. In einer Vision erschien Simon Stock die Gottesmutter Maria mit einem Skapulier in der Hand und dem Versprechen, dass jeder, der es trägt, unter ihrem besonderen Schutz steht; auch Angehörige anderer Orden baten dann, ein Skapulier tragen zu dürfen. Daher kommt auch die Bezeichnung „Skapulierfest“ für den heutigen Gedenktag.

Zeichen in unserem Leben als Christen

Jesus ist die große Gabe und das große Zeichen der Liebe des Vaters. Er hat die Kirche als Zeichen und Werkzeug seiner Liebe gegründet. Auch in unserem christlichen Leben gibt es Zeichen. Jesus bediente sich ihrer: Brot, Wein. Wasser. Er wollte uns damit höhere Wirklichkeiten begreiflich machen. Wirklichkeiten, die wir nicht sehen, nicht berühren können.

Bei der Eucharistiefeier und der Feier der Sakramente (Taufe, Firmung, Versöhnung. Ehe, Priesterweihe, Krankensalbung) geben die Symbole (Wasser, Öl, Auflegung der Hände, Anstecken der Ringe) etwas vom Sinn des Geschehens wieder und führen uns zur Gemeinschaft mit Gott, der auf dem Wege über diese Symbole gegenwärtig ist. Außer den liturgischen Zeichen gibt es in der Kirche noch andere Zeichen, Zeichen, die an ein Ereignis gebunden sind, an eine Tradition, an eine Person.

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Das Skapulier – ein marianisches Zeichen

Eines dieser traditionellen Zeichen der Kirche, das es seit sieben Jahrhunderten gibt, ist das Skapulier Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel. Es ist ein Zeichen, das von der Kirche gutgeheißen und vom Karmelitenorden angenommen wurde als äußere Bekundung der Liebe zu Maria, des kindlichen Vertrauens zu ihr und der Verpflichtung, ihr Leben nachzuahmen. Das Wort Skapulier weißt auf ein Kleidungsstück hin, das die Ordensleute bei handwerklicher Tätigkeit anlegten. Mit der Zeit nahm die Gewohnheit, dieses Kleidungsstück zu tragen, einen symbolischen Sinn an. Nämlich den, als Jünger in der Gefolgschaft Jesu sein tägliches Leben zu gestalten.

In einigen Ordensgemeinschaften, wie in der des Karmel, wandelte sich zudem das Skapulier zu einem Zeichen eigener Art. Es begann, die besondere Übereignung der Karmeliten an Maria, die Mutter des Herrn, zu symbolisieren, das Vertrauen auf ihren mütterlichen Schutz darzustellen, verbunden mit dem Wunsch, ihr Leben der Hingabe an Christus und die Mitmenschen nachzuahmen. So wurde es ein marianisches Zeichen.

Von den Ordensgemeinschaften zum Volke Gottes

Im Mittelalter suchten die Gläubigen oft Anschluss an die damals neu entstandenen Ordensgemeinschaften: die Franziskaner, Dominikaner, Augustiner, Karmeliten. Es bildeten sich Laienbruderschaften, die den Orden assoziiert wurden.

Alle Ordensgemeinschaften waren bestrebt, den Laien ein Zeichen ihrer Angliederung an den Orden und der Teilhabe an Geist und Apostolat des Ordens in die Hand zu geben. Das Zeichen war ein Teil des Ordensgewandes und konnte der weiße Mantel, der Gürtel oder das Skapulier sein.

Bei den Karmeliten führte dies Bestreben dazu, ein auf Kleinformat zugeschnittenes Skapulier herzustellen. Es sollte Zeichen der Zugehörigkeit zum Orden und Ausdruck der Teilhabe an seiner Spiritualität sein.

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Zeichen christlichen Engagements – Das Karmelskapulier

Das Skapulier hat seine Wurzeln in der Tradition des Ordens, der es als Zeichen mütterlichen Schutzes durch Maria interpretierte. Ausgehend von diesem jahrhundertealten Verständnis erwarb es sich nach und nach einen geistlichen (kirchlich anerkannten) Sinn:

– Es steht für die Bereitschaft zur Nachfolge Jesu, nach dem Vorbild Marias, des vollkommenen Modells der Nachfolge Christi. Zu dieser Nachfolge sind wir durch die Taufe aufgerufen, die uns zu Kindern Gottes, zu Brüdern und Schwestern Jesu macht.-

– Es gliedert in die Karmelfamilie ein, in den Orden der Brüder und Schwestern, den es seit mehr als acht Jahrhunderten in der Kirche gibt. Es lädt dazu ein, das Ideal dieser Ordensfamilie zu leben: die intime Freundschaft mit Gott im betrachtenden Gebet.

– Es stellt uns das Beispiel der Karmelheiligen vor Augen. Mit ihnen dürfen wir uns in vertrauter, geschwisterlicher Weise verbunden fühlen.

– Es ist Zeichen des Glaubens an ein ewiges Leben mit Gott, das wir durch den Schutz Marias und auf ihre Fürsprache zu erlangen hoffen.

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Maria lehrt uns:

– offen zu sein für Gott und seinen Willen, der sich in den Ereignissen unseres Lebens manifestiert.

– auf das Wort Gottes in Schrift und Alltag zu hören, daran zu glauben und in die Tat umzusetzen, was es verlangt.

– Zu jeder Zeit zu beten und Gott zu suchen, der gegenwärtig ist, ganz gleich wie die Umstände sind.

– Unseren Mitmenschen in ihren Sorgen nahe zu sein und sich mit ihnen zu solidarisieren.

Praktische Bestimmungen

Das Skapulier wird nur einmal aufgelegt und zwar durch einen Geistlichen oder einen anderen Beauftragten. Es kann durch eine Medaille mit dem Bild des Herzens Jesu auf der einen und dem Mariens auf der anderen Seite ersetzt werden. Wer das Skapulier trägt, ist zu einem wirklich christlichen Leben verpflichtet, d.h. einem Leben nach dem Evangelium. Er geht zu den Sakramenten und verehrt in besonderer Weise die Gottesmutter. Es sollte ihm selbstverständlich sein, sich täglich wenigstens einmal im Gebet an Maria zu wenden (z.B. durch ein Ave-Maria).

Kurzformel zur Auflegung des Skapuliers

Empfange dieses Skapulier als Zeichen deiner besonderen Liebe zu Maria, der Mutter Jesu, die du nachahmen willst. Es erinnere dich stets an deine Würde als Christ und an deine Bereitschaft, für andere dazusein und Maria nachzuahmen. Trage es als Zeichen ihres Schutzes und deiner Zugehörigkeit zur Familie des Karmel. Sei fest entschlossen, den Willen Gottes zu erfüllen und am Aufbau einer Welt mitzuarbeiten, die den Plan Gottes unterstützt, der Welt Gerechtigkeit, Frieden und Liebe zu bringen.

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Vielleicht wird dem einen oder anderen Leser zu diesem Hochfest bewußt, wie sehr er/sie im tiefen Glauben nicht nur zu Jesus, sondern auch zur Gottesmutter Maria steht. SIE ist es, die uns zusammen mit dem Heiligen Geist im Glauben bestärkt. SIE ist die wirkmächtige Fürsprecherin für jedes einzelne Kind Gottes. Wie niemand sonst kannte sie Jesus, und ganz besonders SIE kann uns im Glauben zu Jesus Christus führen. Im gestärkten Glauben ist es möglich, am Heilswerk in dieser Welt teilzunehmen: Die Weihe an die selige Jungfrau vom Berge Karmel ist ein bewusster Schritt christlichen Engagements, dessen äußeres Zeichen das Tragen des Skapuliers ist. Lieber Leser, vielleicht ist dein nächster Schritt…

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KARMELHEILIGE:

Beten mit Theresia vom Kinde Jesus

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Die Lehre vom Beten nach Teresa von Avila

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Karmel Deutschland

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Papst Benedikt XVI. zu 800 Jahren Karmel

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