Marienweihe – in der Tradition der Jesuiten

Im ersten vollständigen Mariengebet, das auf einem Papyrus aus dem Ende des dritten Jahrhunderts in Oberägypten gefunden wurde, vertraut sich ein Christ der Gottesmutter an: „Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, heilige Gottesgebärerin/ Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten/ sondern erlöse uns jederzeit aus allen Gefahren/ o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau/ unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin/ Versöhne uns mit deinem Sohne/ empfiehl uns deinem Sohne/ stelle uns vor deinen Sohne/ Amen.“

Dieses Gebet zeigt, dass Maria seit frühester Zeit nicht nur als Vorbild gilt, sondern als die Mutter, der man sich anvertrauen kann, die beschützt und immerwährenden Trost gewährt.
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Es gehört über viele Jahrhunderte zum Erfahrungsschatz der Christen, dass Maria eine hilfreiche Rolle für die Christusnachfolge spielt. Dies zeigt sich an der Vielzahl von Kirchen und Gründungen, die Maria geweiht sind und an vielen Heiligen, die ihre Entscheidung für Christus ihr anvertraut haben.

Als Beispiel sei der Gründer der Jesuiten, Ignatius von Loyola, genannt, der mit seinem Leben und seiner Gründung ganz für die Christusnachfolge steht. Als Ignatius nach der Zeit der Einsamkeit in Manresa seine Bekehrung und Entscheidung für Christus endgültig machen will, bricht er auf zum Marienheiligtum auf dem Monserat. Er verbringt die Nacht zum Fest Mariae Verkündigung in Bettlerkleidung und mit einem Pilgerstab in der Hand vor der schwarzen Madonna vom Monserat. Er hängt seinen Degen an ihr Bild und beginnt so sein neues Leben vor der Mutter des Herrn.

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Ein paar Jahre später empfängt Ignatius die Priesterweihe. Doch er traut sich nicht, die Heilige Messe zu feiern. Aus der Sorge, unwürdig zu sein, schiebt er seine Primiz auf. Er fängt an, zu seiner „Herrin“ zu beten, dass sie ihn Christus „zugeselle“. Tag für Tag über Monate ist dies immer wieder seine Bitte. Auf einer Pilgerschaft nach Rom in der kleinen Kapelle von La Storta bekommt Ignatius die Gewissheit geschenkt, Christus endlich nahe zu sein: Die Bitte an die Mutter Gottes ist erhört, der Vater hat ihm die Gnade der Nachfolge Jesu gewährt. Sie ziehen weiter nach Rom und dort feiert er in Santa Maria Maggiore seine erste Heilige Messe. Bald danach nimmt er aus der Hand seiner ersten Gefährten vor dem Kreuz und dem uralten Marienbild in der Seitenkapelle von Sankt Paul vor den Mauern die ersten Gelübde seiner Gefährten entgegen.

Die Lebenserfahrung vieler Christen und Heiliger zeigt: Wenn Maria von Nazareth ins Spiel kommt, fängt der Glaube an und wächst die Beziehung zu Christus. Aus diesem Lebenswissen lebt die Marienweihe, die gerade in der Schule der Jesuiten und in ihren großen Marianischen Kongregationen über Jahrhunderte gepflegt und weitergegeben wird.

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Das wohl bekannteste Gebet einer Marienweihe stammt um das Jahr 1666
aus der Feder des Astronomen und Jesuiten : P. Nicolà Zucchi SJ.
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In der Sprache der Liebe und des Vertrauen
übereignet sich der Beter oder die Beterin Maria.

O meine Gebieterin, o meine Mutter.
Dir bringe ich mich ganz dar;
und um dir meine Hingabe zu bezeigen,
weihe ich dir heute meine Augen,
meine Ohren, meinen Mund, mein Herz,
mich selber ganz und gar.
Weil ich also dir gehöre, o gute Mutter,
so bewahre mich, beschütze mich,
als dein Gut und dein Eigentum.
Amen.

Wir sind eingeladen, dieses Beten zur Gottesmutter Maria zu betrachten
und so zu unserem Erlöser Jesus Christus zu finden.

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