„Heiligkeit ist mehr“: Kardinal Schönborn bei der Seligsprechung Hildegard Burjans

An diesem Nachmittag wurde die Sozialpolitikerin und Caritas Socialis Gründerin, Hildegard Burjan, die 1883 in Görlitz geboren wurde und 1933 in Wien starb, feierlich in das Buch der Seligen eingeschrieben. Für den Wiener Stephansdom, Schauplatz des feierlichen Aktes, ist es die erste Seligsprechung überhaupt in seiner Geschichte. Die Worte von Christoph Kardinal Schönborn können als Impuls zum Thema Heiligkeit verstanden werden. Die Predigt in Stichworten:

„Heiligkeit ist mehr.

Es gibt viele bewundernswerte Menschen und Christen, für die wir sehr dankbar sein dürfen.

Aber was ist dieses Mehr, das Selige und Heilige ausmacht? Was ist der Stoff, aus dem Heilige bestehen?

Da ist eine Quelle, eine Dynamik, eine Kraft – ein nicht versiegender Impuls, der wunderbares bewirkt. Gott wird durch diese Menschen wahrhaft sichtbar.

Es gibt ein Ereignis, das für die geborene Jüdin Hildegard prägend wird. Es ist der 2. Oktober 1908. Hildegard musste sich schwer erkrankt in das katholische St. Hedwigs Spital in Berlin begeben. Am Karsamstag ist sie dem Tod nahe, von den Ärzten aufgegeben.

Doch am Ostersonntag ist die 25-jährige auf dem Weg der Heilung. Hildegard wird die pflegenden Schwestern in ihrer Aufopferung nie vergessen. Sie erfährt und erkennt die Wirkung der Gnade.

Später, nachdem Gott sie weitere 25 Jahre auf den Armen durch das Leben getragen hat, wird Hildegard sagen:

Mein Sterben ist ein einziges Deo Gratia!

Hildegard hatte nicht nur Kraft für ihre Familie, Ehe, Kind, sondern auch für ihr besonderes christliches Werk: Die Gründung und Führung der Gemeinschaft Caritas Socialis.

Ich habe nie etwas anderes gemacht, als den Willen Gottes zu suchen.

Als persönliches Leitwort wählt Hildegard einen Vers von Paulus:

Die Liebe Christi drängt uns (2.Kor 5,14).

Ohne viele Worte hat sie die Predigt der Tat gelebt, in der Liebe zu den Menschen.

In die Schule Jesu gehen, diese Botschaft können wir von der seligen Hildegard – auch für die Erneuerung der Kirche Österreichs – aufnehmen:

Es wäre doch so einfach, sich einmal von Jesus an der Hand nehmen zu lassen, und sehen, wohin es führt!

Die neue Selige ist – ohne viele Worte – eine große Frau der sozialen Tat!“

Auch Papst Benedikt dachte am Sonntag Mittag beim Angelusgebet in Rom an die neue Selige:

„Ganz herzlich grüße ich die Pilger und Besucher deutscher Sprache und verbinde mich in besonderer Weise mit allen Gläubigen, die heute nachmittag im Wiener Stephansdom an der Seligsprechung von Hildegard Burjan teilnehmen. Sie sagte: „Ich weiß sicher, daß es nur ein wahres Glück gibt, und das ist die Liebe Gottes! Alles andere kann erfreuen, aber Wert hat es nur, wenn es aus dieser Liebe stammt, in ihr begründet ist.“ Aus dieser Liebe hat sie gelebt. Und als Gründerin der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis hat sie Frauen um sich geschart, die bis heute Quelle dieser Liebe sein wollen, um den notleidenden Menschen Trost und Hilfe zukommen zu lassen. Nach dem Beispiel von Hildegard Burjan laßt auch uns Boten der helfenden Liebe Gottes sein. Gott segne euch alle!”

Selige Hildegard Burjan, bitte für uns!

Quelle: Eigene Aufzeichnungen

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