Fasten + beten online. Impuls 03-04 (2. Fastensonntag)

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2. Fastensonntag

4. März 2012

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Thema

Über das Suchen
(innerlich – sehnsüchtig).

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Bibelzitat

Mein Herz denkt
an dein Wort:
Sucht mein Angesicht!
Dein Angesicht, Herr,
will ich suchen.
Verbirg nicht dein
Gesicht vor mir.

(Ps 27, 8-9)

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Inhaltlicher Teil

Begegnung mit Max Scheler
Durch die Begegnung mit dem Philosophen
Max Scheler kommt Edith erstmals mit der
katholischen Welt näher in Berührung:
Es war die Zeit, in der er ganz erfüllt war von
katholischen Ideen und mit allem Glanz seines
Geistes und seiner Sprachgewalt für sie zu werben
verstand. Das war meine erste Berührung mit
dieser mir bis dahin völlig unbekannten Welt. Sie
führte mich noch nicht zum Glauben. Aber sie
erschloss mir einen Bereich von ‚Phänomenen’, an
denen ich nun nicht mehr blind vorbeigehen konnte.
Nicht umsonst wurde uns beständig eingeschärft,
dass wir alle Dinge vorurteilsfrei ins Auge fassen,
alle ‚Scheuklappen’ abwerfen sollten.
Die Schranken der rationalistischen Vorurteile,
in denen ich aufgewachsen war, ohne es zu wissen,
fielen, und die Welt des Glaubens stand plötzlich
vor mir. Menschen, mit denen ich täglich
umging, zu denen ich mit Bewunderung aufblickte,
lebten darin. Sie (diese Welt des Glaubens)
musste zu mindestens eines lebhaften
Nachdenkens wert sein.
Vorläufig ging ich
noch nicht an eine systematische Beschäftigung mit
den Glaubensfragen; dazu war ich noch viel zu sehr
von anderen Dingen ausgefüllt. Ich begnügte mich damit,
Anregungen aus meiner Umgebung widerstandslos
in mich aufzunehmen, und wurde – fast ohne
es zu merken – dadurch umgebildet.

Edith Stein, Eine große Frau unseres Jahrhunderts, Herder 1962

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Edith Stein Zitat

Der Mensch ist
dazu berufen, in
seinem Inneren zu
leben und sich
selbst so in die
Hand zu nehmen,
wie es nur von hier
aus möglich ist; nur
von hier aus ist
auch die rechte
Auseinandersetzung
mit der Welt
möglich; nur von
hier aus kann er
den Platz in der
Welt finden, der ihm
zugedacht ist.“
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Aus dem Leben von Edith Stein

1916-25

Umfangreiche philosophische Tätigkeit:
Ordnung, Zusammenstellung,
Bearbeitung d. Manuskripte Husserls;
kleinere eigene Überlegungen u.
Rezensionen; gescheiterter
Habilitationsversuch mit
den Abhandlungen
„Psychische Kausalität“
und „Individuum und Gemeinschaft“;
Privatvorlesung zur „Einführung in die
Philosophie“ im Haus der Mutter in
Breslau; weitere phänomenologische
Studien „Eine Untersuchung über
den Staat“ und „Natur, Freiheit,
Gnade“.

(Mehr biographische Daten auf: edithstein.karmel.at)

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Fragen und Rückmeldungen: noviziat@marienschwestern.at

Marienschwestern vom Karmel

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Eure Gedanken und Kommentare sind herzlich willkommen!

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2 Gedanken zu “Fasten + beten online. Impuls 03-04 (2. Fastensonntag)

  1. (kleines Tagebuch)
    Begegnungen mit Menschen, die vom Glauben stark erfüllt sind, können sehr prägend sein. Nie vergessen werde ich den Tag, als ich (als Jugendlicher) nach Hause komme, und eine Stimme aus der Küche höre. Eine ruhige, konzentrierte und klare Stimme, die etwas zu sagen hat. Nach und nach wird mir das Thema bewusst – der Mann spricht über Gott.

    Es ist meine Stiefmutter, die über den Kasettentekorder einem Vortrag des Jesuiten und Mystikers Henri Boulad hört. Und dann treffen mich, der ich zu der Zeit wenig mit dem Glauben anfangen konnte, die Worte des Jesuitenpaters, der in Ägypten aufgewachsen ist, dann in Frankreich lebte und schließlich die ganze Welt bereiste.

    Boulad beschreibt Gott als unendlich groß, über jede Maßen, unermesslich… um dann (ganz dialektisch) fortzufahren. „Aber Gott ist auch klein, unendlich klein, unermesslich…. Gott ist somit auch im kleinsten auch nur denkbaren, vorstellbaren Teilchen enthalten!“ Der Pater fährt fort mit seinen Analogien, erzählt über Licht und Dunkelheit, über das strahlendste (weiße) Licht, dass wiederum aus allen Farben zusammengesetzt ist…usw.

    Blitzartig wird mir klar, dass man über Gott reden kann, Ihn aus den unterschiedlichsten Perspektiven sehen kann, ja muss, um überhaupt irgendetwas begreifen zu können…

    Für Edith Stein muss die Begegnung mit dem Philosophen noch viel stärker gewesen sein, jedenfalls ist etwas entscheidendes ausgelöst worden, eine wesentliche Veränderung ist noch nicht greifbar, aber unausweichlich.

    Das Innerste ist nun an der Reihe, nur hier können sich Umbrüche vollziehen, und der Platz im Leben kann – mit Seiner Hilfe – neu gefunden werden…

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