Kraft aus Gebet und Hl.Geist

Nicht genug, dass wir gestern ein wunderbares Evangelium hören und den Tag der göttlichen Barmherzigkeit erleben durften – auch heute berichtet die Heilige Schrift von wunderbaren Ereignissen und Verheißungen, denen nichts hinzuzufügen ist. Es beginnt mit der Apostelgeschichte:

Herr, du hast den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was dazugehört; du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne?
Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Wahrhaftig, verbündet haben sich in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, um alles auszuführen, was deine Hand und dein Wille im voraus bestimmt haben.
Doch jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden. Streck deine Hand aus, damit Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.
Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes. (Apg 4,24-31)

Nun erläutert der Herr selbst das Wirken des Heiligen Geistes:

Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. (Joh, 3,6-8)

Der hl. Johannes vom Kreuz wiederum übersetzt das Gehörte in anschauliche Bilder, und vergisst nicht den Hinweis auf den Auftrag der Umkehr:

Um in diesem Leben ganz aus dem Heiligen Geist wiedergeboren zu werden, muss die eigene Seele durch ihre Reinheit Gott sehr ähnlich sein und darf keine Beimischung von Unvollkommenheit mehr aufweisen. So kann sich die reine Verwandlung der Seele in Gott vollziehen. Durch ihre Vereinigung mit Gott hat sie teil an seinem Wesen, obwohl diese Vereinigung nicht darin besteht, dass beider Wesensarten eins werden.

Um dies zu verdeutlichen, greifen wie zu einem Vergleich. Ein Sonnenstrahl fällt auf eine Glasscheibe. Ist die Scheibe durch einen Flecken oder eine Wolke getrübt, kann der Strahl sie nicht vollständig treffen und  ganz in sein Licht tauchen, wie er es könnte, wenn sie ganz klar und frei von Flecken wäre… Es ist aber nicht die Schuld des Strahls, sondern die der Scheibe. Wenn sie ganz rein und frei von Flecken wäre, würde der Strahl sie so erhellen und verwandeln, dass es schiene, als sei sie selbst der Strahl und bewirke dieselbe Helligkeit wie dieser. Es bleibt aber dabei, dass die Scheibe trotz ihrer Vergleichbarkeit mit dem Strahl ihre Eigentümlichkeit bewahrt. Und doch können wir sagen, dass die Scheibe durch ihr Mitwirken selber Lichtquelle geworden ist. So ist es auch mit der Seele. Durch sie strömt ständig das Licht des Wesens Gottes, oder besser: dieses Licht wohnt wesenhaft in ihr.

Sobald die Seele sich bereit erklärt, sich der vom Geschöpflichen verursachten Schleier und Flecken zu entledigen, oder anders: sobald sie ihren Willen vollkommen mit dem Willen Gottes vereint hat – denn Gott lieben heißt, sich für Gott von allem frei zu machen, was nicht Gott ist – wird sie in Gott erleuchtet und in ihn hineinverwandelt.      

Wahre Gebete lassen die Erde beben!
Hören wir auf das Brausen des Heiligen Geistes!
Die Barmherzigkeit Gottes nimmt die Schleier und Flecken von unserer Seele!
Herz, was suchst du mehr?

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