Pfingsten – Deine Stimme als Christ zählt (2)

WELT: Christen beten  für Kranke – und geben ihnen die Schuld.


Im ersten Beitrag der kleinen Serie wurde an einem Beispiel gezeigt, dass es immer wichtiger wird die christliche Stimme überall dort zu erheben, wo Religionsfreiheit und christlich-moralische Werte in Gefahr sind.

Heute ist von der „vierten Macht“ die Rede, den Medien. Es wird mittlerweile jedem Leser klar sein, dass die Angriffe gegen christliche Werte und Institutionen häufiger und schärfer werden. Generalisierungen bringen uns natürlich nicht weiter und es gibt sicher einige Ausnahmen in den Medien. Auch sind die christlichen Medien (katholische Internetportale, Blogger, diözesane Seiten, etc.) stärker geworden, Gott sei Dank!

Fall Nr. 2 – christliche Stimme gegen Medienmist

Aber all das ändert nichts am grundsätzlichen Befund, dass christliche Werte und Institutionen zunehmend in die Enge „geschrieben werden“. Josef Bordat hat gerade dieser Tage ein kleines Beispiel dafür entdeckt, und ich will es auch deshalb gerne aufgreifen, weil es mit dem Thema Beten zu tun hat. Der Autor beginnt seinen Beitrag so:

Im Die Welt-Artikel Christen beten für Kranke – und geben ihnen Schuld wird mit der Überschrift der Eindruck erweckt, als seien Christen unverantwortliche, herzlose Vollidioten. Im Text selber stellt sich die Sache mit den Kranken, dem Gebet und der Schuld dann ganz anders dar, sogar von einem Wunder wird berichtet, aber wer liest schon Texte?

Allein zum Thema Headlines oder Aufmacher könnte man Abhandlungen schreiben: Immer wieder wird das chrichtliche/kirchliche „hinuntergezogen“.

Christen beten für Kranke – und geben ihnen Schuld. Das behauptet die Zeitung Die Welt in großen Lettern. Da ich auch Christ bin und für Kranke bete, ihnen aber regelmäßig nicht die Schuld gebe, interessiert mich der Artikel. In der Überschrift ist von „Christen“ die Rede, im Untertitel dann von „Angehörigen einer Freikirche“, deren Rückhalt in Deutschland im Verlauf des Artikel mit 300.000 „Anhängern“ angegeben wird.

Das ist auch typisch: Die Randgruppe kann gar nicht „randig“ genug sein, Hauptsache das „unzeitgemäße Thema Christsein“ wird negativ beleuchtet.

Selbst wenn man mit der Autorin des Textes unterstellt, „diese“ Christen legten die Bibel „wörtlich“ aus, also mitnichten so, wie es die Mehrheit der Christen aus den Großkirchen mit nachvollziehbaren Gründen für richtig hält, hätten „diese“ Christen eigentlich darauf kommen müssen, dass der Zusammenhang zwischen Krankheit und Schuld von Jesus verneint wird, und zwar anhand einer eindeutigen Stelle im Johannesevangelium…

Beschäftigung mit den Inhalten von Religion? Das gibt’s schon überhaupt nicht, und wenn, dann wie es meine atheistischen Freunde handhaben, nämlich das Christsein mit willkürlichen Bibelzitaten zu unterlaufen… Zurück zu Josef Bordat:

Der Text argumentiert genau eine Ebene zu niedrig, um die wirkliche Differenz zwischen charismatischen Pfingstlern und nicht minder charismatischen Benediktinerinnen herauszuarbeiten. Wenn er bzw. seine Verfasserin das denn wollte! Es geht hier ja offensichtlich gar nicht um theologische Fragen, sondern einfach um Skurriles aus der Welt des Wahns.

Und jetzt kommt die klare Ansage von Josef Bordat, der ich mich sofort anschließe:

Dennoch muss man aus katholischer Sicht gegen die Diktion des Textes protestieren. Er behandelt die Spiritualität der Pfingstler nämlich als deren Exklusivgut, was freilich so nicht stimmt. Auch katholische Christen glauben an Gott, an Gottes Wirken, an die Möglichkeit der Heilung durch den Geist. Auch evangelische Christen, die landeskirchlich organisiert sind, beten für kranke Angehörige. Dafür muss man kein Mitglied einer Pfingstkirche sein.

Werden Gebet und Glaube so stark mit einer Splittergruppe verbunden wie in dem Text, erscheint Gebet und Glaube in einem ungünstigen Licht…

Warum aber wird das Gebet so sehr in Misskredit gebracht? Warum der Glaube? Warum gibt man damit den Leserinnen und Lesern von Überschriften die Chance, ihre Vorurteile zu festigen? Im Kommentarbereich wird auch schon nach „Verbot des Schwachsinns“ und „Einweisung der Geisteskranken“ – gemeint sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heilungsräume – geschrien, allerdings liest man auch einige Zeugnisse von Menschen, denen Gebet und Glaube geholfen haben, manchmal am Körper, viel öfter an der Seele.

Es gibt noch viel Lesenswertes im Artikel von Josef Bordat, aber kommen wir für unsere Zwecke zur Conclusio des Autors, die deutlich auf die Gefahren Bezug nimmt:

Ob man das Gebet mit Kranken und für Kranke nun als „wirkungslose Zeitverschwendung“ ansieht (wie die, die nicht an die Kraft Gottes im Heiligen Geist glauben) oder als Grundlage aller Heilung an Körper und Seele (wie die, die genau daran glauben): Es gibt keinen Grund, das Krankengebet dieser schlecht zu reden oder durch jene schlecht reden zu lassen. Wer mit der Schlagzeile aufmacht Christen beten für Kranke – und geben ihnen Schuld, läuft ernsthaft Gefahr, genau das zu tun.

Was also können wir tun angesichts einer Medienlandschaft, die ganz im Sinne des Zeitgeists die Kirche, ihre Institutionen und den christlichen Glauben in schiefe Perspektiven rückt?

Das Rezept heißt wiederum: Die christliche Stimme muss erhoben werden: Ja, jede einzelne Stimme ist entscheidend – Deine Stimme als Christ zählt!

  • Blogger können vermehrt auf „schiefe Perspektiven“ und Angriffe aufmerksam machen
  • Social Media Activities: Gruppen gründen, dort diskutieren
  • Initiativen starten, z.B. via Twitter: #70Prozent
  • Es wird wichtiger, im Kommentarbereich von Online-Medien Stellung zu beziehen
  • Auch Leserbriefe sind ein probates Mittel, gewissen Meinungen zu entgegnen
  • Diözesen rufen Christen vermehrt auf, kontroverse Themen online zu kommentieren
  • Die Vernetzung von christlichen Medien, Bloggern und Institutionen erzeugt mediale und argumentative Stärke

Wenn zu Pfingsten der Heilige Geist herabgerufen wird, dann vergesst nicht, zu bitten: Christen, erhebt Eure Stimmen und sprecht für den Glauben!

+

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s