Heilige Frauen im heißen Juli

Nach dem Marien- und dem Herz-Jesu-Monat soll der Schwerpunkt im (derzeit rekordmäßig heißen) Juli auf heiligen Frauen liegen. Dies ist kein offizieller „kirchlicher Frauenmonat“, aber wer den liturgischen Kalender verfolgt, kann leicht erkennen, dass sich die kommenden Wochen gut für dieses Thema eignen…

Bitte folge diesen Links:

Begonnen hat der Schwerpunkt mit einem Gebet zu Mariä Heimsuchung, und es folgen Beiträge im Vorfeld der genannten Gedenktage und Feste.

Danken wir den starken Frauen aus der heiligen Schrift und der reichhaltigen Geschichte unserer Kirche für ihre wunderbaren Zeugnisse – wie arm wären wir ohne ihr christliches Beispiel!

Immer wieder darf man sich an die Namen von Sara, Rebekka, Lia, Rachel usw. erinnern. Diese Frauen sind diejenigen in der jüdischen Tradition, die sich matriarchalisch nennen und für die gemäß der Midrasch gilt: „Ihre Namen waren in den Stock geschrieben, mit dem Moses das Rote Meer teilte.“ Ebenso ist es wahr, dass man im Alten Testament weibliche Persönlichkeiten lobte, die bereits erwähnten und andere wie Debora, Judit, Ester, Rut usw., denen man einen hervorragenden Platz in der Geschichte gegeben hat.

Andererseits ist durch die Geschichte hindurch in unserer Kultur die frauenfeindliche Interpretation der Erschaffung Evas geblieben. (Gen 1,18-25) Das in dieser Erzählung enthaltene Verständnis der Frau, das eigentlich die Diskriminierung vermeiden wollte, begann sie dadurch zu stärken, dass das Früher-Dasein Adams als Überlegenheit interpretiert wurde. Dabei wurde vermieden zu erwähnen, was weiter vorne in Genesis 1,27 steht: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild, als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.“ Eine diskriminierende Interpretation stellt sich in der heutigen sozialen Empfindung als inakzeptabel heraus.

Bemerkenswert ist, dass in der patriarchalischen Gesellschaft vor mehr als 2.000 Jahren so viele Frauen im Stammbaum Jesu erwähnt werden; Tamar, Rahab, Rut – Frauen, die ihre Ängste überwanden, die Angst, unfruchtbar zu sein und die Angst, Ausländer zu sein, mit all den diskriminierenden Assoziation, die diese beiden Fragen in der jüdischen Gesellschaft hatten. Vorfahren des Messias zu sein befreite sie und bestärkte sie, ihre Ängste zu besiegen, Grenzen zu überschreiten, Hindernisse zu überwinden und weit über die Grenzen zu schauen, die die Gesellschaft ihnen aufgezwungen hatte.

Unsere neueren Erkenntnisse heben die führende Rolle der Frauen in den Evangelien und in den ersten Gemeinschaften hervor. Die Samaritanerin war die Erste, die ihrem Volk die gute Neuigkeit predigte; Marta bekannte die Gottheit Jesu schon vor Petrus; Maria Magdalene und andere Frauen sind die ersten Zeugen der Auferstehung Jesu und sie sind es, die dieses Ereignis den Aposteln mitteilen.

In der Geschichte der Frauen im Christentum ist hervorzuheben, dass “Klara die erste Frau war, die eine Regel für Frauen geschrieben hat. Ihre besondere Gabe war es, jene Kriterien, die Franziskus und seine Brüder in ihrem Leben auf Wanderschaft leiteten, einer sesshaften Lebensform anzupassen. Ihre Regel, die zwei Tage vor dem Tod der Heiligen vom Papst bestätigt wurde, ist Frucht und Ausdruck eines Lebens der Treue, und das Ende eines langen und schwierigen Weges” (Fernando Uribe).

Bezüglich seiner Beziehung zu Frauen schenkt Franziskus uns eine tiefe spirituelle Sicht auf die Beziehungen zwischen allen Geschöpfen, in weiblichen und in männlichen Begriffen, in seinem “Sonnengesang”.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne,
am Himmel hast du sie gebildet,
hell leuchtend und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser, gar nützlich ist es
und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer, durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernährt und lenkt und mannigfaltige Frucht
hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobet und preist meinen Herrn
und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.

(Auszug aus dem Sonnengesang des heiligen Franziskus)

Franziskus hatte für sich und seine Brüder auch weibliche Vorbilder. In der Regel für die Eremiten schlägt er den Brüdern vor, wie Marta und Maria zu sein, und die Rollen in vereinbarten Intervallen zu tauschen (REr): „Wenn die Mutter ihr leibliches Kind nährt und liebt, wie viel liebevoller muss jeder seinen spirituellen Bruder lieben und nähren?

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