Neues Massaker in Syrien (Hama) – wie reagieren?

Gefechte in Syrien (c) AP

Wiederum erschrecken Meldungen aus Syrien: Ein neues Massenverbrechen soll in den letzten Stunden geschehen sein, mehr dazu weiter unten aus einem Bericht in DIE PRESSE.

Wie soll man auf die Situation in Syrien reagieren – dieser Gedanke beschäftigt uns alle. Am vergangenen Wochenende hörte ich Interviews mit syrischen Christen, die in Wien leben oder sich derzeit dort aufhalten. Fast einhellige Meinung: Niemand solle sich dort einmischen! Präsident Assad sei die beste Versicherung der Christen in Syrien! Hätte das Eingreifen in Afghanistan oder Irak denn Frieden für die Völker, insbesondere auch den Christen gebracht? Nein, man müsse abwarten und auf Gespräche setzen!

Diese Einschätzungen haben mich zunächst betroffen gemacht – aber in Wahrheit ist es eine völlige Umkehrung der Logik: Gerade WEIL dieser unsägliche Präsident samt seiner Familie von den syrischen Christen als „Hilfe“ gesehen wird, werden eben diese Christen doppelt und dreifach darunter leiden, sobald diese Präsidentschaft Geschichte ist – gerade dann wird man ihnen zur Last legen, dass sie unter Assad begünstigt waren!

Dieser Präsident soll mit allen Mitteln – möglichst ohne Kriegseinsatz – zum Rücktritt bewegt werden, um den Weg frei zu machen für eine gute Zukunft seines Landes!

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Schlimmstes Massaker in Syrien seit März 2011?

„Syrische Regierungstruppen sollen nach Angaben von Aktivisten in dem Dorf Tremseh in der Provinz Hama ein Massaker verübt haben. „Mehr als 220 Menschen wurden getötet und rund 300 weitere verletzt“, sagte Abu Omar, der örtliche Kommandeur der oppositionellen Freien Syrischen Armee, der Nachrichtenagentur dpa in der Nacht zum Freitag. Bei den Opfern handle es sich vor allem um Frauen und Kinder. Das syrische Fernsehen machte dagegen „terroristische Gruppen“ für das Massaker verantwortlich. Auch drei Angehörige der Sicherheitskräfte seien ums Leben gekommen.

Die Angaben schwankten am Freitagvormittag zwischen 220 und 250 Todesopfern. Der Chef der in London ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, sollte sich die Opferzahl bestätigen, wäre Tremseh das schlimmste Massaker seit dem Beginn des Aufstands in Syrien im März 2011. Der Rebellenführer Abu Mohammed sagte, ein Dorfbewohner habe ihm am Telefon berichtet, dass Tremseh zehn Stunden lang beschossen worden sei.“

„Ganze Familien wurden getötet“

„Ein Aktivist in Hama sagte, die Truppen hätten eine Moschee beschossen, in der zahlreiche Menschen Zuflucht gesucht hätten. Die Moschee sei eingestürzt und habe die Menschen unter sich begraben. „Etwa 30 Armeefahrzeuge kamen und umstellten das Dorf vollständig“, sagte ein Aktivist aus Tremseh. „Wer durch die Felder zu entkommen versucht, wurde beschossen.“ Nach den Angriffen mit Hubschraubern und Panzern seien Soldaten mit leichten Waffen in das Dorf eingedrungen, gefolgt von „mit Messern bewaffneten“ Shabiha-Milizionären. „Ganze Familien wurden getötet“.

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Bitte betet!

Beten wir für ALLE betroffenen Menschen in der Region Syrien!
Beten wir auch für die Machthaber Syriens,
dass sie den Wahnsinn erkennen und zurücktreten!

Komm Heiliger Geist, und wirke in diesem grausam betroffenen Land!
Maria, Mutter Gottes, Dich bitten wir um Deine mächtige Fürsprache
für den Frieden in Syrien!

Jesus Christus, hab‘ Erbarmen mit den Opfern
und auch mit den Tätern!

Allmächtiger Gott, Dein Wille geschehe, Amen.

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6 Gedanken zu “Neues Massaker in Syrien (Hama) – wie reagieren?

  1. „… aber in Wahrheit ist es eine völlige Umkehrung der Logik: …“

    Wie ist dieser Passus zu vertsehen? Soll hier etwas relativiert werden?

    Die Wahrheit ist, dass ein politisch stabiles Land, von islamischen Rebellen, unterstützt mit Waffen und Geld aus islamischen Ländern in einen Gewaltexzess gezwungen wird um am Ende eine islamische Herrschaft zu errichten, mit allen Folgen, die man an zig Beispielen aus der Geschichte sehen kann.
    Wer von der Wahrheit ist der erkennt die Wahrheit selbst dann, wenn sie von der Lüge verdeckt wird und wer nicht von der wahrheit ist erkennt sie selbst dann nicht, wenn sie ins Gesicht springt.

    1. Danke für Ihren Kommentar.

      1) Der von ihnen angesprochene Passus ist so zu verstehen, wie er geschrieben wurde: Wenn syrische Christen Assad weiterhin als Beschützer sehen, werden sie unter dem nächsten Regime doppelt zu leiden haben.

      2) Dass Saudiarabien und andere inzwischen Geld und sonstige Mittel „in Stellung gebracht haben“, um Syrien zu destabilisieren und einen islamistisch geführten Staat herbeizuführen, das pfeifen – wie sie selbst annehmen – die Spatzen von den Dächern.

      Die Einschätzung ist nun die, dass diejenigen an „der Wahrheit“ vorbeigehen, die darauf bauen, dass Assad die Lage wieder unter Kontrolle bekommt.

      Er sollte Maßnahmen FÜR sein Land setzen, BEVOR islamistische Kräfte die Macht in Syrien übernehmen.

      Beten wir zu unserem dreieinigen Gott, dass das Morden und die Umsturzversuche ein Ende finden – für eine gedeihliche Zukunft Syriens!

  2. Thomas Bauer haz Recht. Syrien war vielleicht das letzte Land in dem Christen einen Schutz genossen. Überall wo sich der Islam breit macht herrscht Zerstörong und Christenverfolgung. Wie kann man trotz besseren Wissens diese islamichen Okkupationen in einem relativen Licht sehen ? Der Islam kennt keine Gnade.

  3. Im Geiste des Paulus müssten wir doch eigentlich dafür beten, dass sich die Rebellen und der Westen auf die Seite des rechtmäßig Regierenden schlagen. Oder in der Haltung Mariens Entscheidung Jesus selbst überlassen:“Sieh doch die Not unserer Brüder in Syrien (sie haben keinen Wein mehr), mach was!“

    LG

    Hier ein Kommentar von Herrn Scholl-Latour.

    Osnabrück (kath.net/KNA) Nahost-Experte Peter Scholl-Latour befürchtet, dass die mögliche Christenverfolgung in Syrien «bald so schlimm werden kann, wie sie im Irak stattgefunden hat». Es sei ein Skandal, dass in Europa niemand über die Bedrohung der Christen in dem Bürgerkriegsland spreche, kritisierte der Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitag). Im Weiteren sei die Zukunft des syrischen System ungewiss. Assad habe nur wenige Alternativen. «Wenn Aufständische siegen und er ihnen in die Hände fällt, wird er umgebracht», sagte er. «Wenn er sich zur UN schlägt, wird er nach Den Haag kommen und verbringt dann die Zeit bis zum Ende seiner Tage hinter Gittern. Also wird er bis zum Letzten kämpfen.»

    Der jüngste Anschlag auf den Krisenstab des syrischen Regimes in Damaskus trägt nach Scholl-Latours Auffassung die Handschrift des Terrornetzwerks Al Kaida. Die Attacke sei von Spezialisten ausgeführt worden und passe in das Muster extremistischer Salafisten oder der Al Kaida.

    1. „Im Geiste des Paulus“? Das ist eine doch gewagte Interpretation… Und was heißt „rechtmäßig“: Ist einer noch rechtmäßig an der Macht, wenn er den Schutz seines Volkes nicht mehr gewährleisten kann?

      Peter Scholl-Latour (PSL) schätze ich sehr, ihm habe ich erste ernsthafte Informationen über den Vietnamkrieg zu verdanken, ist schon ein paar Jährchen her…

      Zurück zum Thema Syrien: Warum wohl meint PSL in in Bezug auf die „UN-Lösung“, dass Assad „bis zum Ende seiner Tage hinter Gittern landet“: >>> Weil er alles unter Kontrolle hat? >>> Weil er die Christen so gut schützt?

      Vielleicht ist mein kleiner Beitrag jetzt endlich verständlich: Die Tage Assads sind gezählt, und dann „werden eben diese Christen doppelt und dreifach darunter leiden, sobald diese Präsidentschaft Geschichte ist – gerade dann wird man ihnen zur Last legen, dass sie unter Assad begünstigt waren!“

      Ich persönlich bete im Sinne Mariens, denn Gott weiss immer, was gerecht ist, denn Er ist gerecht.

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