Hl. Maria Magdalena – der Ostermorgen ist ihre Stunde

„Der Ostermorgen ist ihre Stunde. Die Frau mit Namen Maria aus dem Fischerdorf Magdala lernte Jesus bereits zu Beginn seines Wirkens kennen. Er heilte die geplagte Frau von sieben Dämonen. Maria war offensichtlich begütert, denn sie unterstützte Jesus mit ihrem Vermögen. Mit anderen Frauen folgte sie dem Rabbi von Galiläa nach Jerusalem bis unter das Kreuz.

Jesus war ihr Ein und Alles. Er hat sie von einer schweren Krankheit geheilt, er hat ihr neuen Lebensmut gegeben. Seitdem ist sie ihm gefolgt. Sie war eine der Wenigen, die ihm bis zum Kreuz gefolgt sind. Und dann: aus und vorbei! Der Gang zum Grab ist ein Tränengang.

Dass das Grab leer ist, ändert nichts an ihrer Verfassung. Das leere Grab ist für sie kein Beweis seiner Auferstehung. Dann sieht sie plötzlich Jesus, aber sie meint, es sei der Gärtner. So ist es, wenn wir in unserer Trauer nicht über uns hinaus zu sehen vermögen. Der tränenverhangene Blick, der Blick ins Leere kann das Wunder nicht sehen.

Maria lernt richtig sehen, als Jesus sie beim Namen nennt. Sein Wort wendet die Situation, wendet sie um. »Maria« – dieser Name steht zuerst für die weinende Maria, er steht aber auch für jeden weinenden Menschen. Er wird ausgesprochen von dem, der den Tod hinter sich gelassen hat.

Zum Glauben kommt es, wenn ich an mir geschehen lasse, was ich gar nicht verhindern kann. Nicht meine Umwendung ist Ostern, sondern Ostern ruft meine Umwendung hervor. Sein Ruf verändert meine Wahrnehmung. Aus Trauer wird Freude, aus Heillosigkeit Heil.

Jesus ruft jeden von uns beim Namen, und wenn wir ihn hören, entdecken wir uns selbst als Auferstandene – mit neuer Hoffnung und einem Ziel vor Augen – wie Maria, die verkündet: »Ich habe den Herrn gesehen.« Maria war die Erste, die die Wendung des Glaubens vollzog. Deshalb ist sie erste Zeugin der Auferstehung und erste Apostelin.“

(Quelle: TeDeum, Maria Laach)

***

Wo Benachteiligungen in der Rolle der Frauen in der katholischen Kirche vermutet werden, ist oft ein  zweiter Blick notwendig. Die Bibel jedenfalls lässt keinerlei Rangordnungen erkennen, sondern unterschiedliche Rollen. So schreibt der selige Johannes Paul II. in «Mulieris Dignitatem»:

“Das Johannesevangelium (vgl. auch Mk 16, 9) hebt die besondere Rolle der Maria aus Magdala hervor. Sie ist die erste, die dem auferstandenen Christus begegnet… Sie wurde darum auch »Apostel der Apostel« genannt. Maria aus Magdala war früher als die Apostel Augenzeugin des auferstandenen Christus und hat deshalb auch als erste den Aposteln gegenüber von ihm Zeugnis gegeben.

Dieses Geschehen stellt gewissermaßen die Krönung all dessen dar, was wir zuvor darüber gesagt haben, dass den Frauen – ebenso wie den Männern – die göttlichen Wahrheiten von Christus anvertraut worden sind. Man kann sagen, dass sich auf diese Weise die Worte des Propheten erfüllt haben: »Danach aber werde ich meinen Geist ausgießen über alle Menschen. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein« (Joël 3, 1).

Am fünfzigsten Tag nach der Auferstehung Christi finden diese Worte im Abendmahlssaal von Jerusalem, bei der Herabkunft des Heiligen Geistes, des »Beistandes«, noch einmal ihre Bestätigung (vgl. Apg 2, 17). Alles bisher zum Verhalten Christi gegenüber den Frauen Gesagte bestätigt und klärt im Heiligen Geist die Wahrheit über die »Gleichheit« der beiden – Mann und Frau.

***

***

GEBET

Maria von Magdala,
du hast Jesus mit ganzer Seele geliebt,
dafür ehren wir dich von Herzen.

Gott zu ehren, das eigene Kreuz anzunehmen,
und wenn es soweit ist,  das Kreuz zu tragen,
das hast du uns, Maria von Magdala, gelehrt;

Christus hat dich gerettet,
von sieben schlimmen Dämonen befreit;
werden auch wir schon auf Erden erlöst?

Wir kennen keine Gewißheit – und halten es aus,
denn Gnade liegt allein im Ermessen des Höchsten,
ob und wann wir beschenkt werden.

O Jesus, Dich und die Menschen von Herzen zu lieben,
das ist unser beharrliches Ziel und unsere heilige Sehnsucht:
Dann ist Deine Gnade nur mehr eine Frage der Hoffnung.
Amen.

(zeitzubeten.org)

***

Ein Gedanke zu “Hl. Maria Magdalena – der Ostermorgen ist ihre Stunde

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s