Hl. Birgitta, vorbildliche Christin und Ehefrau

Ja, ich denke, wir haben uns dazu gemacht. Denn zu behaupten, wir wären von allem Anfang an für die Ehe geschaffen gewesen, ist dann doch zu dick aufgetragen. Aber letztlich kennt nur Gott die ganze Wahrheit. Doch für Persönliches ist etwas weiter unten noch Platz genug…

Birgitta von Schweden,

bei Uppsala um 1303 geboren, hatte schon von ihrem siebten Lebensjahr an Visionen des gekreuzigten Jesus. Die Mutter von acht Kindern (darunter Katharina von Schweden) war wegen ihrer Frömmigkeit und Nächstenliebe hoch angesehen. Ihre großen Offenbarungen fanden weite Verbreitung und beeinflussten nachhaltig die christliche Ikonografie.

Sie stiftete in Vadstena das erste Kloster des nach ihr benannten Ordens, der große Bedeutung für die religiöse und literarische Kultur des Nordens erlangte. Die letzten 24 Jahre ihres Lebens lebte Birgitta in Rom bis zu ihrem Tod am 23. Juli 1373. Sie bemühte sich um die Reform der Kirche und vergeblich um die Rückkehr des Papstes aus Avignon nach Rom. Ihr Orden, in der Französischen Revolution aufgehoben, wurde im 19. Jahrhundert von Elisabeth Hesselblack neu gegründet. An Birgittas Grab in Vadstena beten heute lutherische und katholische Christen um die Einheit im Glauben.

In memoriam der Heiligen Birgitta von Schweden, mit den Worten von Johannes Paul II.:

…möchte ich damit bewirken, dass sich ihr [Birgitta von Schweden] nicht nur diejenigen nahe fühlen, die die Berufung zu einem besonderen geistlichen Stand empfangen haben, sondern auch jene, die als Laien ihren gewöhnlichen Tätigkeiten in der Welt nachgehen und denen vor allem die hohe und verpflichtende Berufung zukommt, eine christliche Familie zu bilden.

Ohne sich vom Wohlstandsleben ihrer gesellschaftlichen Klasse beirren zu lassen, lebte Birgitta mit ihrem Gemahl Ulf die Erfahrung eines Ehepaares, bei dem sich die eheliche Liebe mit intensivem Gebet, Studium der Heiligen Schrift, Abtötung und Nächstenliebe verband.

Gemeinsam gründeten die Eheleute ein kleines Spital, wo sie häufig den Kranken Beistand leisteten. Birgitta hatte es sich sodann zur Gewohnheit gemacht, persönlich den Armen zu dienen. Zugleich wurde sie wegen ihrer pädagogischen Gaben geschätzt, die sie besonders dann entfalten konnte, wenn man sie am Hof von Stockholm um ihren Dienst ersuchte.

***

Zurück zum persönlichen Teil. Eingangs hieß es – „Ja, ich denke, wir haben uns zu Eheberufenen gemacht“ – was ganz sicher nicht heißt, dass der dreieinige Gott nicht seinen Teil dazu beigetragen hätte, vermutlich hat er alles Entscheidende beigetragen! Hier ist einfach angesprochen, dass wir unsere Berufung zur Ehe durchaus erkämpfen mussten, Gott sei Dank (!) im Rahmen einer Streit- und Lebenskultur, zu der meine Frau und ich auch wirklich stehen können.

Vor 22 Jahre haben wir uns kennengelernt, seit 18 Jahren sind wir verheiratet, und seit knapp 17 Jahren dürfen wir uns Eltern nennen. Das ist eigentlich nichts besonderes, obwohl es angesichts der zahlreichen Ehetrümmer und Patchworkfamilien im Umfeld dann doch wieder ein wenig…

Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

Meine Frau und ich sehen uns als eins (ich habe sie sicherheitshalber nochmals gefragt, bevor dieser Text online ging, und ihre Unterschrift gilt als gesichert ;-) …aber wie konnte es „soweit kommen“?

Ohne Gott – keine Chance. So lautet unsere Überschrift, sie mag bei anderen Paaren auch anders lauten, aber für uns bestehen in diesem Punkt keine Zweifel.

Als ich meine „bessere Hälfte“ ein wenig kennengelernt hatte, und mir Fragen über eine mögliche Eheschließung stellte, hat mich ein Gefühl nie verlassen: Selbst wenn du dir „nur zu 99% sicher“ sein solltest, steht diese Eheschließung (wenn die geliebte Frau es denn auch will) auf gutem Grund – denn Gott ist mit ihr. Auch ihr Name flüsterte mir dies immer wieder zu, ist es doch die weibliche Form von Emanuel „Gott ist mit uns“.

Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht, und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.

Ja, heiliger und großer Gott, wir versuchen es zu erfassen, jeden Tag aufs Neue, denn jeder Tag bringt seine Geschichten, und niemand (von uns) hat behauptet, dass diese Geschichten immer leicht zu tragen wären. Aber „um des Himmelreiches willen“ – da kann eigentlich gar nichts schwer genug sein. Herr, bestärke uns in dieser Liebe, diesem Mut, diesem Vertrauen, und in diesem Glauben!

***

PS: Heute morgen hatten wir das Glück, noch vor dem Regen bei uns im Garten frühstücken zu können. Einzig eine Vogelstimme im benachbarten Holundergewächs, die in schrillsten und beharrlichsten Tönen ihre Verärgerung über eine lauernde Katze zum Ausdruck brachte, war zu vernehmen. Gerade als mir dies über die Gehörgänge so richtig bewusst wurde, kommt meine Frau mit zwei Weintrauben und der Idee, die Katze in ihrer Lauerstellung zu stören und den Vogel zu beruhigen. Ein gücklicher Wurf mit der Traube, und der Holunder (sambucus) verwandelte sich in eine sambucina, eine Harfenspielerin mit den herrlichsten Vogelgesängen.

Danke Gott, für deine Schöpfung, danke Herr, für deine Liebe.

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***

Herr, unser Gott,
Schöpfer der Welt und alles Lebens,
Du hast Mann und Frau nach Deinem Bild erschaffen (vgl. Gen 1,27).
Damit sie Anteil haben an Deinem Werk der Liebe,
hast Du ihnen ein Herz geschenkt, dass zur Liebe fähig ist.
Du hast N. und N. heute in diese Kirche geführt,
damit ihr Leben in Dir eins werde.
Du sendest sie, um ihr Leben gemeinsam aufzubauen
und jeden Tag mehr in der Liebe zu wachsen
nach dem Beispiel Christi.
Er hat die Menschen bis zum Tod am Kreuz geliebt.
Segne, schütze und stärke die Liebe dieser Neuvermählten:
Ihre Liebe sei ihnen Stütze ihrer Treue.
Ihre Liebe möge sie glücklich werden lassen
und sie in Christus die Freude der Ganzhingabe entdecken lassen,
die dem liebenden Menschen eigen ist.
Ihre Liebe soll Deiner Liebe immer ähnlicher werden, Herr,
und für sie zur Quelle des Lebens werden.
Ihre Liebe soll sie aufmerksam werden lassen gegenüber ihren Mitmenschen,
die bei ihnen ein offenes Herz finden mögen.
Ihre gegenseitige Liebe und die Liebe Christi mögen sie stützen,
damit sie aktiv am Aufbau einer Welt teilnehmen, die gerechter und brüderlicher werden kann.
Dadurch sollen sie treu zu ihrer Berufung stehen als Menschen und als Christen.
Amen.

(Römisches Messbuch, Die Feier der Trauung, 5. Segensgebet)

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