Gedächtnis der Schmerzen Mariens

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Gebet der Ostkirche

Als deine Mutter, o Wort,
dich mit Nägeln ans Kreuz geheftet sah,
da ward ihre Seele
mit den Nägeln bitterer Trauer und mit Pfeilen verwundet.
Als dich, du Süßigkeit aller, die Mutter erblickte
wie du mit bitterem Tranke getränkt wardst,
rannen aus ihren Augen bittere Ströme von Tränen.
Furchtbar bin ich verwundet.
Mein Inneres zerreißt es, o Wort,
da deinen ungerechten Tod ich schaue,
so sagte die Allheilige weinend.
Wehe, Simeons Weissagung ist nun erfüllt;
denn dein Schwert, o Emmanuel,
durchbohrte mein Herz.

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Gedächtnis der Schmerzen Mariens

Im Osten ist die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes schon in frühesten Zeiten bekannt. Der große Dichter Ephräm der Syrer (+ 373) besingt die Schmerzensmutter unter dem Kreuz und eine große Anzahl Schriftsteller des christlichen Altertums weisen auf die Schmerzen Mariens hin. Diese Texte gehen dann in die Liturgie des Ostens ein. Im 6. Jahrhundert ist dort die Darstellung Mariens unter dem Kreuz allgemein verbreitet.

Im Westen breitet sich die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes erst ab dem 12. Jahrhundert aus. Der um 1240 gegründete Orden der Mariendiener (Serviten) machte die Andacht zur „mater dolorosa“ in weiten Schichten des Volkes bekannt. In dieser Zeit entstand auch der berühmte Hymnus an die Schmerzensmutter, das „Stabat Mater“. Seit dem Mittelalter ist die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes tief im Herzen der Menschen verwurzelt. Wallfahrten entstehen zu den Gnadenbildern, die Jesus nach der Kreuzabnahme im Schoß seiner betrübten Mutter zeigen.

Ein eigener Festtag zu Ehren der Schmerzen Mariens ist im 15. Jahrhundert in Köln belegt, 1721 führt Papst Benedikt XIII. das „Fest der sieben Schmerzen der seligen Jungfrau Maria“ für die ganze Kirche ein. Das Fest wurde zunächst am Freitag vor dem Palmsonntag gefeiert, 1913 legte Papst Pius X. das Fest auf den 15. September, dem Oktavtag von Mariä Geburt und dem Tag nach dem Fest der Kreuzerhöhung. 1960 wurde es vom Rang eines Festes auf einen Gedenktag herabgestuft und erhielt die offizielle Bezeichnung „Gedächtnis der Schmerzen Mariens“.

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Litanei von der Schmerzhaften Mutter

Du schmerzensreiche Mutter, du Mutter des Gekreuzigten,

du Königin der Märtyrer, du Mutter der Bedrängten,

du Trösterin der Betrübten, du Hilfe aller, die in Not sind,

du Schutz der Verlassenen, du Stütze der Witwen und Waisen,

du Stärke der Verzagten, du Zuflucht der Sünder,

du Heil der Kranken, du Hoffnung der Sterbenden.

Du Mutter der Barmherzigkeit, du warst im Stall von Bethlehem,

du hörtest die Worte des Simeon, du warst auf der Flucht vor Herodes,

du suchtest Jesus in Jerusalem, du erlebtest die Verurteilung Jesu,

du standest an seinem Kreuzweg, du standest unter seinem Kreuz,

du warst zugegen beim Sterben deines Sohnes,

dein toter Sohn lag auf deinem Schoße,

du hast deinen Sohn zum Grab geleitet.

Du Mutter der Schmerzen,

in Angst und Schrecken, in Krankheit und Schmerzen,

in Kummer und Bedrängnis, in Verfolgung und Unterdrückung,

in Gefahr und Versuchung, in Kleinmut und Ungeduld,

in aller Einsamkeit, in der Stunde des Todes.

Du Mutter des Erlösers: Bitte für uns!

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Schlussgebet

Gott, nach deinem Willen stand die Mutter bei ihrem am Kreuz erhöhten Sohn. Lass deine Kirche, die wie Maria Anteil am Leiden Christi hat, auch an der Herrlichkeit seiner Auferstehung teilnehmen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

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