Fest der Engel: Erfahrungen und Gebete

Mit der Sinneskraft, die ein gläubiger Mensch nur dankbar annehmen kann, bezeuge ich: Ja, ich bin den Engeln auf der Spur.

Mit diesen Wesen ist es nicht so leicht. Engel werden heutzutage dem Gewinnstreben von Kitschproduzenten untergeordnet, oder aber der Welt esoterischer Spinner zugerechnet.

Die wahren Engel (von denen die Heilige Schrift wohl mehr als genug berichtet) gehören zu den unterbeschäftigsten Wesen dieser Schöpfung. Wann hast du dich zum letzten Mal ernsthaft mit den Engeln beschäftigt, die dich und jeden umgeben?

Natürlich, wie es wieder einmal brenzlig wurde, sei es mit der Gersundheit, dem lieben Geld, oder im Straßenverkehr – da hast du, da haben wir auf die Geistwesen zurückgegriffen: „Schutzengel, hilf! – Schutzengel, danke!“

Wie undankbar wir Gott und den Engeln erscheinen müssen, wenn wir diese prächtigen Geistwesen im Alltag negieren. Dieser Tage habe ich mich etwas angestrengt, den Wesen auf die Spur zu kommen. Und als erste kleine Ermutigung kann ich sagen:

Am Anfang der Woche waren es zunächst einfache Bitten… „Ihr Engel, die ihr vom Schöpfer für meine Familie und mich bereit gestellt wurdet, bitte helft mir und begleitet mich durch diese Woche!“

Und siehe, da und dort war etwas zu spüren: Die Verkehrswege zum nächsten Kunden waren plötzlich merkwürdig frei; dem traurigen Kontostand entgegen stellte sich eine völlig irrwitzige Geldüberraschung ein; Türen öffneten sich, wo sie gewöhnlich geschlossen bleiben; …

Wenn man schon mit so wenig Bemühen, wie ich es an den Tag gelegt habe, erste Früchte ernten darf – wohin wird das noch führen? Ja, ich glaube wir haben Engel, die uns in Angelegenheiten zur Seite stehen, in denen Gott uns kleine oder auch große Gnaden zuteilt: Jedem das Seine, so wie Er es will.

Also: Ihr Ungläubigen, worauf wartet ihr noch?

***

Preis euch, heilige Engel,
Hüter der Völker,
deren Gebilde in eurem Antlitz sich spiegelt;
Erzengel,
die ihr die Seelen der Heiligen traget empor,
euch, Kräfte und Mächte und Fürstentümer, Herrschaften, Throne,
die zum Geheimnis der Fünfzahl ihr schließt den heiligen Ring;
und euch Serafim,
die Siegel ihr seid der Geheimnisse Gottes;
leuchtende Kerubim, flammende Serafim,
Lobpreis sei euch!

(Hildegard von Bingen)

*

Ihr Boten des Höchsten
Friede mit euch, ihr dienenden Engel, ihr Boten des Höchsten.
Ihr kommt ja vom König der Könige her, vom Heiligen, gelobt sei ER.
0 kommt, bringt Frieden, ihr Engel des Friedens,
ihr Boten des Höchsten.
Ihr kommt ja vom König der Könige her, vom Heiligen, gelobt sei ER.
Segnet mich mit Frieden, ihr Engel des Friedens,
ihr Boten des Höchsten.
Ihr kommt ja vom König der Könige her, vom Heiligen, gelobt sei ER.

(Jüdische Sabbathymne)

***

„Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.“

In der Vollkommenheit ihrer Geistnatur sind die Engel von Anfang an kraft ihres Intellekts dazu berufen, die Wahrheit zu erkennen und das Gute zu lieben, das sie in viel umfassenderer und vollkommenerer Weise, als dies dem Menschen möglich ist, in der Wahrheit erkennen. Diese Liebe ist ein freier Willensakt…, der die Möglichkeit in sich schließt, eine Entscheidung für oder gegen das Gute, das sie erkennen, also für oder gegen Gott selbst, zu treffen.

Es muss hier wiederholt werden, was bereits in Bezug auf den Menschen gilt: Mit der Erschaffung freier Wesen wollte Gott, dass sich in der Welt jene wahre Liebe verwirkliche, die einzig und allein auf der Grundlage der Freiheit möglich ist. Gott wollte also, dass das nach seinem Bild und Gleichnis geformte Geschöpf Ihm, der „die Liebe“ ist (1 Joh 4,16), möglichst vollkommen ähnlich werden könne.

Wenn Gott die reinen Geister als freie Wesen erschaffen hat, so musste Er in seiner Vorsehung auch die Möglichkeit zur Sünde der Engel voraussehen. Aber weil die göttliche Vorsehung ewige Weisheit ist, die liebt, so wusste Gott aus der Geschichte dieser Sünde…, das endgültig Gute des ganzen geschaffenen Kosmos zu gewinnen.

Tatsächlich scheiden sich die reinen Geister, wie die Offenbarung deutlich sagt, in gute und böse… Wie soll man eine solche Opposition… verstehen?… Kirchenväter und Theologen zögern nicht, von Verblendung zu sprechen, hervorgerufen durch Überschätzung der Vollkommenheit des eigenen Seins und so weit getrieben, dass diesen reinen Geistern die Oberhoheit Gottes verschleiert wurde, der von ihnen einen Akt williger und gehorsamer Unterwerfung verlangt hatte.

Das alles scheint überaus treffend in den Worten ausgedrückt zu sein: ,,Ich will nicht dienen!“ (Jer 2,20). Diese Worte zeigen die radikale, nicht mehr rückgängig zu machende Weigerung, am Aufbau des Reiches Gottes in der geschaffenen Welt teilzunehmen. Satan, der rebellische Geist, will sein eigenes Reich, nicht das Reich Gottes. Er erhob sich zum ersten Widersacher des Schöpfers, zum Gegner der Göttlichen Vorsehung, zum feindseligen Streiter gegen die liebende Weisheit Gottes.

Aus der Auflehnung und der Sünde Satans, wie auch der des Menschen, müssen wir, die weise Erfahrung der Heiligen Schrift aufgreifend, den Schluss ziehen: ,,Der Stolz führt ins Verderben“ (Tob 4,13).

(Sel. Johannes Paul II., Generalaudienz am 23.07.1986)

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