Rosenkranzmonat – kein Rosenkranz ohne Fatima!

Hirten spielen im Christentum eine besondere Rolle. Als Personalisierung von Sorge und Armut führen sie ein aufopferungsvolles Leben für die Herde. Die Romantik ihrer Naturverbundenheit steht dabei im Kontrast zur Härte der Aufgabe und zur Bescheidenheit der Lebensführung. Hirten sind prädestiniert für die Gottesbegegnung.

Die Rolle der Hirten

Ihnen offenbart der Engel des Herrn die Ankunft des Messias, die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus.
Ihnen zeigt sich die Mutter Jesu, Maria, die Gottesgebärerin, Mutter des menschgewordenen Gottes, in Fatima: Jacinta Marto, Francisco Marto, Lúcia dos Santos.
Ihnen fällt es in Person eines Beduinen zu, die Schriftrollen von Qumran zu finden, die aus Sicht der theologischen Forschung so wichtig sind, weil sie die christliche Deutung zentraler Begriffe der Bibel bestätigen und die Wahrheit des Evangeliums unterstreichen. (Josef Bordat)

Die Marienerscheinungen von Fatima

Es ist 95 Jahre her, dass Fatima die berühmte Marienerscheinung erleben durfte. Die Seherinnen schauten die Gottemutter, während zehntausende Menschen Zeugen des Sonnenwunders wurden.

Maria… (ist) zuinnerst in die Heilsgeschichte eingegangen…  Daher ruft ihre (Maria) Verkündigung und Verehrung die Gläubigen hin zu ihrem Sohn und seinem Opfer und zur Liebe des Vaters. LG 65

Keine Frage, die Herausforderung scheint heute wieder größer, an Erscheinungen, insbesondere Marienerscheinungen zu glauben. Oder sollte man besser sagen, dass es die Gespaltenheit ist, die zugenommen hat? Einerseits haben wir die Technikverliebtheit und Wissenschaftshörigkeit, die auch unter Christen häufig anzutreffen ist.

Die heilige Synode… mahnt sogleich alle Kinder der Kirche, die Verehrung vor allem die liturgische der Seligen Jungfrau großmütig zu fördern. LG 67

Andererseits sehen wir das Phänomen Medjugorje, dessen marianische Flammen seit rund 25 Jahren brennen. Vielleicht müssen wir uns daran gewöhnen: Es gibt harte Fronten zwischen Ablehnern und Befürwortern, dass ist auch am Beispiel Medjugorje deutlich zu beobachten.

Wahrhaft recht ist es, Dich, o Gottesgebärerin, seligzupreisen,
der Du die seligste und reinste Mutter unser Gottes bist.
Wir lobpreisen Dich, der Du an Ehre die Cherubim übertriffst,
an Herrlichkeit die Seraphim bei weitem überragst.
der Du ohne deine Jungfräulichkeit zu verlieren,
das Wort Gottes zur Welt gebracht hast;
der Du wahrhaftig Mutter Gottes bist.
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In Bezug auf den Rosenkranzmonat gibt es gute Gründe, die Ereignisse von Fatima ins Gedächtnis zurückzurufen. Kein Rosenkranz ohne Fatima heißt es in der Überschrift – dies ist die Anspielung auf eine besondere Frucht von Fatima:

O mein Jesus, verzeihe uns unsere Sünden;
bewahre uns vor dem Feuer der Hölle,
führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene,
die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.

Ist das Rosenkranzgebet heute ohne das Fatimagebet denkbar? Es ist wahrhaftig und wunderbar, dass der Rosenkranz nicht nur von der Gottesmutter bestätigt, sondern mit diesem besonderen Gebet ergänzt worden ist.

Dabei soll kein Missverständnis aufkommen: Dieser Zusatz kann gebetet werden, stellt aber keine Verpflichtung dar. Wer das Rosenkranzgebet schon in anderen Ländern gehört und gebetet hat, weiß: Überall ist die Form etwas abweichend, doch immer gilt: Der Kern des Rosenkranzes ist das wiederholte Beten des „Gegrüßet seist du Maria“ in Verbindung mit der Betrachtung der Geheimnisse Christi.

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Bevor wir mit den Erscheinungen von Fatima fortfahren, findest du hier eine Linksammlung mit marianischen Themen und Gebeten, die auf diesem Blog zu finden sind:

>>> Marianisch leben (von Josef Bordat)

>>> Mariengebete

>>> Rosenkranzgebet

>>> Geschichte des Rosenkranzes

>>> Betrachtung zu den schmerzhaften Geheimnissen

>>> Betrachtung zu den freudenreichen Geheimnissen

>>> Betrachtung zu den glorreichen Geheimnissen

>>> Betrachtung zu den lichtreichen Geheimnissen

>>> Was ist eine marianische Gesinnung

>>> Marienweihe – 33 Schritte

>>> Marienweihe – in der Tradition der Karmeliter

>>> Marienweihe – in der Tradition der Jesuiten

>>> Marienweihe – in der Tradition der Schönstatt-Bew.

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Versetzen wir uns um 95 Jahre zurück, in die Jahre 1916/1917.

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Die Vorbereitung auf die Erscheinungen

Die Eltern der drei Hirtenkinder waren arme Landleute, aber doch von allen im Dorf hoch geschätzt und geachtet. Täglich mussten die Kleinen die Schafherden ihrer Familien auf die Weide führen. Alle drei waren fromme Kinder. Keines von ihnen konnte lesen oder schreiben.

Der Engel des Friedens

Im Frühling 1916, als die Kinder wie immer ihre Schafe hüteten und miteinander spielten, geschah etwas Seltsames: Ein starker Wind schüttelte plötzlich die Bäume. Als die Kinder aufschauten, sahen sie einen Jüngling, weisser als Schnee. Die Sonne machte ihn durchsichtig, als wäre er aus Kristall. Er war von grosser Schönheit. Als er den Kindern erschien, sagte er: „Habt keine Angst! Ich bin der Engel des Friedens! Betet mit mir. “ Er kniete auf die Erde nieder, beugte seine Stirn bis zum Boden und liess die Kinder dreimal diese Worte wiederholen:

Mein Gott, ich glaube an Dich,
ich bete Dich an,
ich hoffe auf Dich,
ich liebe Dich.
Ich bitte Dich um Verzeihung für jene,
die nicht glauben,
Dich nicht anbeten,
nicht hoffen und Dich nicht lieben.

Danach erhob er sich und sagte: „Betet so! Die heiligsten Herzen Jesu und Mariens hören auf eure Bitten.“

*

Glaubensschulung durch den Engel

Sehr oft wiederholten die Kinder das Gebet des Engels, so wie er sie gelehrt hatte. Im Sommer 1916 sahen die Kinder den Engel wieder. Sie waren beim Brunnen hinter dem Elternhaus von Lucia beim Spielen. Plötzlich war er vor ihnen und sagte:

„Was macht ihr? Betet! Betet viel! Die heiligsten Herzen Jesu und Mariä wollen euch Barmherzigkeit erweisen. Bringt ständig dem Allerhöchsten Gebete und Opfer dar! Bringt alles, was ihr könnt, GOTT als Opfer dar, als Akt der Wiedergutmachung für die Sünden, durch die Er verletzt wird, als Bitte für die Bekehrung der Sünder. Gewinnt so den Frieden für euer Vaterland. Ich bin sein Schutzengel, der Engel Portugals. Vor allem nehmt an und ertragt die Leiden, die der Herr euch schicken wird.“

Im Herbst hüteten die Kinder die Schafe dort, wo ihnen der Engel erstmals erschienen war. Sie beteten sein Gebet. Da stand er plötzlich leuchtend vor ihnen. In der linken Hand hielt er einen Kelch, und darüber schwebte eine Hostie, aus der Blutstropfen in den Kelch fielen. Er ließ Kelch und Hostie in der Luft schweben, kniete nieder und betete dreimal:

Allerheiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Hl. Geist,
ich opfere Dir auf den kostbaren Leib und das Blut,
die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus
gegenwärtig in allen Tabernakeln der Welt, zur Sühne
für alle Schmähungen, Sakrilegien und Gleichgültigkeiten,
durch welche Er selbst beleidigt wird.
Durch die unendlichen Verdienste Seines Heiligsten Herzens
und die des Unbefleckten Herzens Mariens
erflehe ich von Dir die Bekehrung der armen Sünder.

Dann stand der Engel auf, nahm die Hostie und gab sie Lucia. Den Kelch aber reichte er den beiden jüngeren Kindern, die den Inhalt ehrfurchtsvoll tranken. Dabei sprach er die Worte:

„Nehmet hin den Leib und das Blut Jesu Christi, der durch die so undankbaren Menschen furchtbar beleidigt wird.“ Danach warf sich der Engel nochmals nieder, betete von neuem dreimal:

„Heiligste Dreifaltigkeit!

Vater, Sohn und Heiliger Geist… „.

Dann verschwand er. Die Kinder aber waren wie betäubt. Sie beteten weiter, bis Francisco darauf aufmerksam machte, dass der Tag sich neige. Sie trieben ihre Herden nach Hause. Mit niemandem sprachen sie über das Erlebte. Die Worte des Engels, schreibt Lucia später, prägten sich unserem Geiste ein, wirkten wie ein Licht und ließen uns erkennen, wie sehr Gott uns liebt und wie sehr Er geliebt werden will. Ferner erkannten wir den Wert des Opfers und dass der Herr um der Opfer willen die Sünder bekehrt.

 *

Dritte Erscheinung: 13. Juli 1917 – Cova da Iria

Die Dorfbewohner vernahmen den Ruf der Gottesmutter. Sie nahmen den Rosenkranz in die Hand und begleiteten diesmal die Seherkinder zur Cova da Iria. An der Steineiche angekommen, sah Lucia bald wieder den ersehnten “Blitz” sich nahen. Auf die erneute Frage, was die Dame von ihr wünsche, erhielt Lucia eine Antwort, die fortan dem Rosenkranz eine unerhörte, bisher unbekannte Dimension verleihen sollte:

Betet weiterhin jeden Tag den Rosenkranz zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen, denn nur sie allein kann das erreichen!

Lucia bat um ein Zeichen. Doch die Gottesmutter verwies sie auf den Oktober; da werde sie ein Wunder vollbringen, damit alle zum Glauben kommen. Dann fuhr sie fort:

Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, ich tue das aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für all die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens!

(Aus Lucias beschreibung der Ereignisse:) „Bei diesen letzten Worten öffnete sie aufs Neue die Hände wie in den zwei vorhergehenden Monaten. Der Strahl schien die Erde zu durchdringen, und wir sahen gleichsam ein Feuermeer und eingetaucht in dieses Feuer die Teufel und die Seelen, als wären sie durchscheinend und schwarz oder bronzefarbig glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, emporgehoben von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen nach allen Richtungen hernieder, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreien, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren machten. Die Teufel hatten die schreckliche und grauenvolle Gestalt von scheußlichen, unbekannten Tieren, auch waren sie durchsichtig und schwarz. (Ich muß wohl bei diesen Anblick ‘ai’ geschrien haben, wie die Leute es angeblich hörten.)“

Sie aber sagte in einem Ton tiefer Traurigkeit und liebender Güte zu uns:

Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott die Verehrung meines Unbefleckten Herzen in der Welt begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele gerettet werden; wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat Pius’ XI. ein anderer, schlimmerer Krieg beginnen. Wenn ihr eine Nacht sehen werdet, erhellt von einem unbekannten Licht, dann wisset, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass er nun die Welt für ihre Missetaten bestrafen wird, und zwar durch Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu bitten. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren, und es wird Friede sein; wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören, die Guten werden gemartert werden und der Heilige Vater wird viel zu leiden haben; verschiedene Nationen werden vernichtet werden; am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.

Wenn ihr den Rosenkranz betet, dann sagt nach jedem Geheimnis: O mein Jesus, verzeihe uns unsere Sünden; bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.

Abermals erhob sich die Erscheinung und verschwand in östlicher Richtung in der Ferne des Firmaments.

Hier muss bemerkt werden, dass Schwester Lucia den Namen von Papst Pius XI. (1922-1939) ihrem Bischof gegenüber ausdrücklich bestätigte. Auf den später erhobenen Einwand, dass der 2. Weltkrieg (1939-1945) erst unter dem Pontifikat Pius’ XII. begann, antwortete sie, dass die Besetzung Österreichs 1938 als der eigentliche Beginn des Krieges anzusehen sei. Lucia nahm in der Tat an, dass das “außergewöhnliche” Nordlicht in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar 1938 jenes Zeichen Gottes für den Beginn des Krieges war, von dem in der Vision die Rede ist.

*

Sechste Erscheinung: 13. Oktober 1917 – Cova da Iria

Das Sonnenwunder

Die Zeit vom 13. September bis zum 13. Oktober war für die Seherkinder sehr bewegt. Sie litten viel unter den täglichen Beleidigungen der Dorfbevölkerung, deren größter Teil zwar sichtlich neugierig war, jedoch ein sehr ablehnendes bis spöttisches Verhalten an den Tag legte. Der Dorfpriester versuchte eifrig den Kindern und deren Eltern einzureden, dass sie alles zu leugnen hätten, da die Gottesmutter nicht so einfach irgendjemandem erscheine, und erst recht nicht in Fatima, und besonders auch wegen der feindseligen Einstellung der staatlichen Behörden, die das Leben der Kirche auch ohne wunderbare Erscheinungen schon zur Genüge einschränkten und erschwerten. Die Kinder mögen daher im Gehorsam und zum Wohle der Kirche derlei Dinge nicht weiterhin behaupten. Andere wiederum drohten den Kindern, nicht zuletzt der Administrator, der in Aussicht stellte, dass er im Oktober eine Bombe neben den Kindern zünden werde.

Am 13. Oktober regnete es schon frühmorgens in Strömen. Da die Eltern Lucias fürchteten, es könnte doch noch ein Schwindel aufgedeckt werden und dies der letzte Tag ihres Lebens sei, munterten sie Lucia auf, zur hl. Beichte zu gehen; sie selbst wollten, um ihr Kind zu beschützen, bei der behaupteten Erscheinung in unmittelbarer Nähe sein. Die Kinder arbeiteten sich durch den großen Schlamm, unterstützt von ihren Eltern, zur Steineiche durch. Überall suchten die Menschen den Kindern ihre Bitten mitzugeben: Betet für meinen blinden Sohn, für einen Gelähmten, für einen Kranken… Der Regen schien nicht aufhören zu wollen. Um die Mittagszeit knieten die Kinder nieder, denn sie sahen “ihren Blitz”, währenddessen das ganze Volk, es waren schätzungsweise 70.000 Personen zugegen, durchnässt vom Regen und in tiefem Morast stehend, den Rosenkranz betete.

“Was wünschen Sie von mir?” sprach Lucia die Gottesmutter an.

Ich möchte dir sagen, dass hier eine Kapelle zu meiner Ehre gebaut werden soll. Ich bin Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz. Man soll weiterhin täglich den Rosenkranz beten. Der Krieg geht zu Ende, und die Soldaten werden in Kürze nach Hause zurückkehren.”

Ich wollte Sie um vieles bitten: ob Sie einige Kranke heilen und einige Sünder bekehren möchten”, fragte Lucia. Einige ja, andere nicht. Alle aber müssen sich bessern und um die Vergebung ihrer Sünden bitten. – Lucia fügt hier an, dass die Gottesmutter mit traurigem Ausdruck sagte:

Man soll den Herrn, unsern Gott, nicht mehr beleidigen, der schon so sehr beleidigt worden ist.” Die “Frau” hatte ihren Namen genannt: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz. Hatte sie bisher immer nur von den Kindern verlangt, täglich den Rosenkranz zu beten, so sprach sie nun alle Christen an:

Man soll weiterhin täglich den Rosenkranz beten!

Als Bestätigung der Macht, die sie diesem Gebet zu verleihen gedenkt, sagte sie voraus, dass die Soldaten bald heimkehren werden.

Man mag sich zuweilen fragen, warum den Rosenkranz? Und es mögen auch viele plausiblen Argumente dafür sprechen, im Grunde genommen jedoch bleibt die Antwort das Geheimnis der Gottesmutter. Viel wichtiger scheint mir an dieser Stelle der Hinweis darauf zu sein, dass es die Mutter Jesu und unsere himmlische Mutter war, die diesen Wunsch äußerte und Großes durch ihn versprach. Ziemt es sich für ein wohlerzogenes Kind nicht, den Wunsch einer Mutter, auch wenn alle Hintergründe nicht erhellt sind, zu erfüllen?

Als Dank für ihre Treue öffnete die Gottesmutter vor ihrem Weggang erneut ihre Hände, und ein Strahl, stärker als die Sonne, durchflutete den Ort. Die Kinder sahen sie in gewohnter Weise am östlichen Horizont verschwinden, währenddessen die Anwesenden Augenblicke des höchsten Glücks und zugleich unaussprechlicher Schrecken, das große Sonnenwunder, erlebten. Viele Menschen waren schlagartig gesund, Lahme erhoben sich und priesen Gott, Blinde riefen ihre Freude über das zurückgewonnene Augenlicht aus und jene, die die Erscheinungen – und mit ihnen den Glauben des Volkes – bekämpften, schlugen sich reumütig und zum Zeichen ihrer Bekehrung an die Brust.

Avelino de Almeida, ein Reporter, beschreibt in “O Século” den Ablauf der Ereignisse, wie sie von den Anwesenden erlebt wurden. Das ganze Volk in der Cova sah plötzlich ein Lichtbündel wie einen Sonnenball. “Der Stern erinnerte an eine Platte aus mattem Silber. Es war möglich, ohne auch nur im geringsten geblendet zu werden, in diese ‘Scheibe’ zu schauen. Sie brannte und blendete nicht. Man möchte sagen, dass sich eine Sonnenfinsternis ereigne. Aber siehe! Es löst sich ein kolossaler Schrei, und man hört von den Zuschauern, die sich in der Nähe befanden, wie sie rufen: Ein Wunder, ein Wunder! Ein Schauspiel, ein Schauspiel! Bleich vor Schrecken, mit entblößtem Haupt, starrte alles in den blauen Himmel; der Feuerball hatte die Wolken durchbrochen und war zu sehen wie eine vibrierende Sonne. Die Sonne machte schroffe Bewegungen, wie sie bisher niemals zu beobachten waren, ganz gegen alle kosmischen Gesetze; es löste sich auch aus dem Mund einiger der typische Ausdruck: „Die Sonne tanzte.

Vom Vater Lucias sind die Worte überliefert: „Alle hatten die Augen zum Himmel erhoben, als die Sonne stillstand, und danach zu tanzen begann. Sie blieb stehen, um nochmals zu tanzen, bis sie sich ganz vom Himmel zu lösen und auf uns hernieder zu fallen schien wie ein riesiges Feuerrad. Es war ein schrecklicher Augenblick. Viele schrien: O weh, wir sterben alle! Unsere Liebe Frau, hilf uns! Es gab Leute, die laut ihre Sünden bekannten. Schließlich blieb die Sonne auf ihrem gewohnten Platz stehen.“

Erst als das Ereignis vorbei war, bemerkten die Menschen, dass ihre völlig durchnäßten Kleider plötzlich trocken waren. Die Seher selbst bemerkten kaum etwas von dem, was um sie herum geschah. Noch schauten sie der im Horizont verschwindenden Lichtflut nach, als ihnen plötzlich weitere Schauungen zuteil wurden. Lucia beschreibt das Folgende mit sehr einfachen, schlichten Worten als ein unvergeßliches, eindrückliches Erlebnis und bemerkt dazu, dass sie, um alles richtig zu beschreiben, keine passenden menschlichen Worte fände.

Nachdem Unsere Liebe Frau in der unendlichen Ferne des Firmaments verschwunden war, sahen wir dann zur Seite der Sonne den heiligen Josef mit dem Jesuskind und Unsere Liebe Frau in Weiß gekleidet mit einem blauen Mantel. Der heilige Josef mit dem Jesuskind schien die Welt mit einer Handbewegung in Kreuzesform zu segnen. Kurz darauf verschwand die Erscheinung.

Die Gottesmutter hatte schon in der Erscheinung vom September angedeutet, dass sie im Oktober nicht allein kommen werde. Als erstes sah Lucia den hl. Josef, der seinen Segen der Welt spendet. Dies darf als Hinweis gewertet werden, dass die Familie schwerwiegenden Belastungsproben ausgesetzt sein werde. Fatima zeigt hier einen Weg auf, wie die Familien aus der Krise kommen können: Die demütige Bescheidenheit, mit der der hl. Josef seinerzeit den Willen Gottes ohne große Nachforschungen erfüllte, ist, bei näherem Hinsehen, genau der Gegenpol jenes Familienbildes, in dem jeder nur auf seine Freiheit, seine zu erreichenden Ziele, seine Ideale pocht und vielfach Partner und Kinder auf der Strecke – von Streit, Zwietracht und Auseinandergehen – bleiben. Der hl. Josef hat unserer heutigen Welt, gerade im Hinblick auf die Familie, einiges zu sagen!

Dann sahen wir Unseren Herrn und Unsere Liebe Frau, so Lucia in ihrem Bericht. Ich hatte den Eindruck, es sei Unsere Liebe Frau von den Schmerzen. Unser Herr schien die Welt in der gleichen Weise zu segnen wie der heilige Josef. Diese Erscheinung verschwand, und ich meine wohl, dass ich auch noch Unsere Liebe Frau vom Karmel gesehen habe.

*

Das Geheimnis von Fatima

In ihrer „Dritten Erinnerung“ für den Bischof von Leiria hat Sr. Lucia folgendes aufgezeichnet:

Ich werde daher etwas über das Geheimnis sagen und die erste Frage beantworten müssen. Welches ist das Geheimnis? Ich glaube, ich kann es sagen, da ich doch die Erlaubnis vom Himmel dazu habe. Die Vertreter Gottes auf Erden haben mich verschiedentlich und in mehreren Briefen dazu ermächtigt. Ich glaube, dass Eure Exzellenz einen davon aufbewahrt. Er stammt von P. Jose Bernardo Gonçalves, und er trug mir darin auf, an den Heiligen Vater zu schreiben. Ein Punkt in diesem Schreiben bezieht sich auf die Offenbarung des Geheimnisses. Etwas habe ich bereits gesagt. Aber um dieses Schreiben, das kurz sein sollte, nicht zu lang werden zu lassen, habe ich mich auf das Nötigste beschränkt und überließ es Gott, mir eine günstigere Gelegenheit dafür zu geben …

Das Geheimnis besteht aus drei verschiedenen Teilen, von denen ich zwei jetzt offenbaren will.

Erster Teil

Der erste Teil war die Vision der Hölle. Unsere Liebe Frau zeigte uns ein großes Feuermeer, das in der Tiefe der Erde zu sein schien. Eingetaucht in dieses Feuer sahen wir die Teufel und die Seelen, als seien es durchsichtige schwarze oder braune, glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, emporgeworfen von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen nach allen Richtungen, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreien, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren ließen. Die Teufel waren gezeichnet durch eine schreckliche und grauenvolle Gestalt von scheußlichen, unbekannten Tieren, aber auch sie waren durchsichtig und schwarz.

Zweiter Teil

Diese Vision dauerte nur einen Augenblick. Dank sei unserer himmlische Mutter, die uns vorher versprochen hatte, uns in den Himmel zu führen (in der ersten Erscheinung). Wäre das nicht so gewesen, dann glaube ich, wären wir vor Schrecken und Entsetzen gestorben. Wir erhoben den Blick zu Unserer Lieben Frau, die voller Güte und Traurigkeit sagte:

Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott die Verehrung meines Unbefleckten Herzen in der Welt begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen, wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat Pius’ XI. ein weiterer, schlimmerer Krieg beginnen. Wenn ihr eine Nacht sehen werdet, erhellt von einem unbekannten Licht, dann wisset, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass er nun die Welt für ihre Missetaten bestrafen wird, und zwar durch Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um um die Weihe Rußlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu bitten. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Rußland sich bekehren, und es wird Friede sein; wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören, die Guten werden gemartert werden und der Heilige Vater wird viel zu leiden haben; verschiedene Nationen werden vernichtet werden; am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Rußland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.

Dritter Teil

Papst Johannes Paul II. hat die beiden Seherkinder Francisco und Jacinta am 13. Mai 2000 in Fatima seliggesprochen. Am 26. Mai 2000 hat der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger gemeinsam mit seinem Sekretär Erzbischof Tarcisio Bertone in Rom den Text des dritten Teils des Fatima-Geheimnisses im Auftrag des Hl. Vaters veröffentlicht:

J.M.J. Der dritte Teil des Geheimnisses, das am 13. Juli 1917 in der Cova da Iria, Fatima, offenbart wurde. Ich schreibe aus Gehorsam gegenüber Euch, meinem Gott, der es mir aufträgt, durch seine Exzellenz, den Hochwürdigsten Herrn Bischof von Leiria, und durch Eure und meine allerheiligste Mutter. Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links von Unserer Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt; es sprühte Funken, und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden; doch die Flammen verlöschten, als sie mit dem Glanz in Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer rechten Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße, Buße!

Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist, „etwas, das aussieht wie Personen in einem Spiegel, wenn sie davor vorübergehen“ einen in Weiß gekleideten Bischof; „wir hatten die Ahnung, dass es der Heilige Vater war“. Verschiedene andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen die einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein großes Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde. Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten. Tuy, 3. Januar 1944.

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Mehr zu Fatima erfährst du über die Webseite des Fatima-Weltapostolats

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Für den Rosenkranzmonat wünsche ich allen Lesern

Gottes Segen und die Fürsprache Mariens !

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Zum Abschluss nochmals die Linksammlung mit marianischen Themen und Gebeten, die auf diesem Blog zu finden sind:

>>> Marianisch leben (von Josef Bordat)

>>> Mariengebete

>>> Rosenkranzgebet

>>> Geschichte des Rosenkranzes

>>> Betrachtung zu den schmerzhaften Geheimnissen

>>> Betrachtung zu den freudenreichen Geheimnissen

>>> Betrachtung zu den glorreichen Geheimnissen

>>> Betrachtung zu den lichtreichen Geheimnissen

>>> Was ist eine marianische Gesinnung

>>> Marienweihe – 33 Schritte

>>> Marienweihe – in der Tradition der Karmeliter

>>> Marienweihe – in der Tradition der Jesuiten

>>> Marienweihe – in der Tradition der Schönstatt-Bew.

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Ein Gedanke zu “Rosenkranzmonat – kein Rosenkranz ohne Fatima!

  1. Reblogged this on Schorschs World und kommentierte:
    Der Monat Oktober gilt traditionellerweise in der katholischen Kirche als Rosenkranzmonat. Das katholische Weblog Zeit zu beten bietet einige gute Informationen und Links zum Thema Rosenkranz und Marienverehrung.

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