Offenbarung: Jugendbischof Marian Eleganti im Klartext

Zum Begriff der Offenbarung

(vgl. Vat II: Dei Verbum)

„Wir meinen nicht alle das Gleiche, wo wir von Gott reden oder ihn zu erfahren glauben! Und ich glaube auch nicht, dass wir dabei alle in die gleiche Richtung gehen, wie im interreligiösen Dialog gerne angenommen wird. Auch bin ich nicht davon überzeugt, dass die großen Religionen der Welt nur verschiedene Spielarten der Selbstmitteilung Gottes sind. Die Widersprüche sind zu offensichtlich.

Etwas vereinfacht gesagt: Es kann nicht sein, dass der verborgene, unbekannte Gott sich in Seinem Sohn Jesus Christus offenbart, wie die Christen glauben, und dann 500 Jahre später (angeblich durch denselben Engel Gabriel) durch Mohammed ausrichten lässt: Gott hat keinen Sohn! Muslime akzeptieren deshalb Jesus nur als Propheten, nicht aber als Sohn Gottes. Schon allein aufgrund solcher offensichtlicher Widersprüche – um nur einen beim Namen zu nennen – kann es nicht derselbe Geist Gottes sein, der da redet und sich in den verschiedenen Religionen angeblich nur auf verschiedene Weise „offenbart“.

Offenbarung

Aus christlicher Sicht stellt sich die Frage: Kann man, nachdem die Menschwerdung Gottes geschehen ist, unterschiedslos den Begriff der Offenbarung auf alle Religionen übertragen, ohne dabei das qualitativ Unvergleichliche und Unerhörte zu verlieren, das mit der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus nach einem langen heilsgeschichtlichen Prozess in die Geschichte eingetreten ist?

Wenn Gott in Jesus Mensch geworden ist – und davon sind wir Christen überzeugt – dann ist Jesus absolut einzigartig und exklusiv die wahre Türe zum Geheimnis Gottes. Genau das hat Er behauptet: „ICH bin die Tür. Wer durch Mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ (Joh 10,9).

Eucharistie

Eine weitere Frage, die daraus folgt: Gibt es irgendetwas auf der Welt, das mit der hl. Eucharistie vergleichbar wäre, sobald man von ihr als einer Tat-Sache (Gottes) ausgeht? „Das ist mein Leib, der für Euch hingegeben wird!“ „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm!“ Wenn das wahr ist – und wir Christen sind davon überzeugt – dann ändert sich für mich doch alles, wirklich alles!

Was für lau gewordene Christen sind wir! Was ist aus dem sogenannten christlichen Europa geworden?Du lebst dem Namen nach und bist doch tot! (Offb 3,1). „Alle, die Ich liebe, weise Ich zurecht und nehme Ich in Zucht. Sei also eifrig und kehr um! Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer Meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde Ich einkehren und Mahl mit ihm halten und er mit Mir. Wer siegt, dem werde ich gewähren, mit Mir auf Meinem Thron zu sitzen, wie auch Ich gesiegt und Mich zu Meinem VATER auf Seinen Thron gesetzt habe. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“ Offb 3,19-22.

Kirche

Und welche Rolle spielt die Kirche in diesem Prozess der Selbstoffenbarung Gottes? Und zwar als die von Christus eingesetzte „Hüterin Seines Bildes“ (Romano Guardini) gegenüber selbstgestrickten, subjektiven, persönlichen und kulturellen Vereinnahmungen und Verunstaltungen? Das eigentlich Christliche ist ja nicht in erster Linie begrifflich zu fassen, sondern muss an der Person Jesu Christi »abgeschaut« bzw. »abgelesen« werden. Es ist untrennbar mit ihr verbunden. „Das Christliche, das ist Jesus Christus.“ (Romano Guardini).

Aber nur die Kirche kennt Christus, weil Er ihr Seinen Geist gegeben hat, der sie an alles erinnert und sie in die volle Wahrheit hineinführt. Wer Christus in Wahrheit ist, kann also nur das Lehramt der Kirche sagen. Das sind die Bischöfe in ihrer vollen Einheit mit dem Papst. Diese Lehre hat das Konzil unmissverständlich bekräftigt:

Unter den hauptsächlichsten Ämtern der Bischöfe hat die Verkündigung des Evangeliums einen hervorragenden Platz. Denn die Bischöfe sind Glaubensboten, die Christus neue Jünger zuführen; sie sind authentische, das heißt mit der Autorität Christi ausgerüstete Lehrer. Sie verkündigen dem ihnen anvertrauten Volk die Botschaft zum Glauben und zur Anwendung auf das sittliche Leben und erklären sie im Licht des Heiligen Geistes, indem sie aus dem Schatz der Offenbarung Neues und Altes vorbringen (vgl. Mt 13,52). So lassen sie den Glauben fruchtbar werden und halten die ihrer Herde drohenden Irrtümer wachsam fern (vgl. 2 Tim 4,1-4).

Die Bischöfe, die in Gemeinschaft mit dem römischen Bischof lehren, sind von allen als Zeugen der göttlichen und katholischen Wahrheit zu verehren. Die Gläubigen aber müssen mit einem im Namen Christi vorgetragenen Spruch ihres Bischofs in Glaubens- und Sittensachen übereinkommen und ihm mit religiös gegründetem Gehorsam anhangen. Dieser religiöse Gehorsam des Willens und Verstandes ist in besonderer Weise dem authentischen Lehramt des Bischofs von Rom, auch wenn er nicht kraft höchster Lehrautorität spricht, zu leisten; nämlich so, dass sein oberstes Lehramt ehrfürchtig anerkannt und den von ihm vorgetragenen Urteilen aufrichtige Anhänglichkeit gezollt wird, entsprechend der von ihm kundgetanen Auffassung und Absicht. (Kirchenkonstitution Lumen Gentium 25).

Ökumene

Religiöse Phänomene und ihre kulturellen Ausdrucksgestalten sind heterogene Gebilde, deren Niveau-Unterschiede im interreligiösen Dialog meist nobel übergangen werden. Sie haben weder alle die gleiche Quelle noch führen sie ohne weiteres zu dieser Quelle zurück, die wir Gott nennen. Die Achtung vor den Elementen der Wahrheit, die sich in allen Religionen finden, darf nicht auf Kosten der Einzigartigkeit Jesu gehen und Ihn gar verleugnen, nur um keinen der Dialogpartner in seiner eigenen Befindlichkeit zu beirren, herauszufordern oder zu kränken.

Scandalum

Das bedeutet, dass das Evangelium für jede Kultur und jede andere Religion als die christliche eine Herausforderung bleibt, vielleicht sogar ein an ihren eigenen religiösen Traditionen gemessenes Ärgernis. „Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch Ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,34f).

Zeugnis

Als Seine Zeugen müssen wir dieses Ärgernis aushalten und auf uns nehmen, ja sogar bereit sein zu einem Zeugnis bis zur Hingabe des Lebens, wie Papst Benedikt immer wieder betont. Das können nur Zeugen, die innerlich brennen!*“

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*vgl. Ansprache von Papst Benedikt zur Eröffnung der Bischofssynode zur Neuevangelisierung

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Quelle: Jugendbischof Marian Eleganti

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