ALLERHEILIGEN – ALLERSEELEN: Gedanken und Gebete

  Auf Jesus Christus zu  . . . 

. . .  schreiten die Heiligen

(Für die Fotos herzlichen Dank an Sacerdos Viennensis)

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ALLERHEILIGEN

 „Wir finden von den frühesten christlichen Zeiten an eine lebendige Beziehung der Glaubenden zu jenen, die sich auf Erden in besonderer Weise als Freunde Gottes erwiesen haben, den Heiligen. Und zwar ist diese Beziehung sehr mannigfaltig. Auf den ersten Blick scheint sie ganz in der Bitte um Hilfe zu bestehen. Neben der Bitte tritt aber auch das Lob hervor: die Freude an dem echten und frommen Leben der Heiligen. Sie sind Zeugen der Erlösung. Die Heiligen können auch eine besondere Bedeutung für die Weise erhalten, wie der einzelne sein Leben führt. Was aber im Tiefsten zu den Heiligen führt, ist doch wohl einfach der Wunsch, bei ihnen zu sein.“

(Romano Guardini)

Die tiefe Bedeutung der Heiligen liegt darin, dass mit dem lebendigen Glauben der Toten der tote Glaube der Lebenden erneuert wird.

(Josef Bordat)
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GEBETE:

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
du schenkst uns die Freude,
am heutigen Fest
die Verdienste aller deiner Heiligen zu feiern.
Erfülle auf die Bitten so vieler Fürsprecher
unsere Hoffnung
und schenke uns dein Erbarmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Schott Messbuch)

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Bittgebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken.
Erfülle auf die Bitten so vieler Fürsprecher unsere Hoffnung
und schenke uns dein Erbarmen.
Wir glauben, dass deine Heiligen bei dir leben
und dass Leid und Tod sie nicht mehr berühren.
Erhöre ihr Gebet und lass uns erfahren,
dass sie uns nahe bleiben und für uns eintreten
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Der gütige Gott, der die Heiligen zur Vollendung geführt hat,
segne uns und bewahre uns vor allem Unheil.

Das Vorbild der Heiligen lehre uns,
und ihre Fürsprache helfe uns, Gott und den Menschen zu dienen.

Am heutigen Festtag gedenkt die Kirche in Freude aller Heiligen.
Gott führe uns nach diesem Leben zur ewigen Gemeinschaft mit ihnen.

Das gewähre uns der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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Schlussgebet

Gott du allein bist heilig,
dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken.
Stärke durch dein Sakrament in uns das Leben der Gnade
und führe uns auf dem Weg der Pilgerschaft
zum ewigen Gastmahl,
wo du selbst die Vollendung der Heiligen bist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

(Schott Messbuch)

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ALLERSEELEN

Ich möchte zu Allerseelen an die Opfer der Christenverfolgung erinnern. Bis zu 300 Millionen Christen erleiden derzeit im Alltag Nachteile wegen ihres Bekenntnisses: Hänseleien, Demütigungen, Spott, Mobbing, Arbeitsplatzverlust, Zugangsbeschränkungen zu Ämtern und Berufen, Ausschluss aus Vereinen und öffentlichen Einrichtungen, Inhaftierung, Zwangsdienst, Folter, Tod. Über 100.000 Christen bezahlen Jahr für Jahr ihren Glauben mit dem Leben.

Niemand schützt sie.… Ich glaube dennoch: Gott lässt sie nicht allein. Er bewahrt sie nicht vor, sondern in der Not. Sein Geist ruht auf ihnen, lässt sie ihr unvorstellbares Leid ertragen, im Blick auf das Kreuz und den Gekreuzigten, der sich mit ihnen einte, ehe sie waren. Mit jeder Geste – jedem Gebet, jedem Brief, jeder Kollekte – können wir diesen Geist erfahrbar machen.

Bleiben wir verbunden – mit IHM und untereinander.

ER unterscheidet nicht nach Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht, wie das bei uns oft der Fall ist, sondern danach, was wir unseren Nächsten in Not Gutes tun – oder eben nicht. Das ist die erste Lektion. Die zweite lautet: Gottes Maßstab ist nicht das Reden, sondern das Tun. Der konkrete Einsatz aus Liebe zählt, nicht die rhetorisch geschickte Ausrede.

Wer aus den Lektionen das Nötige lernt und im Alltag die Konsequenzen zieht, also darauf achtet, wer hungert oder friert, wer krank oder gefangen ist, und wer dann konkret hilft, ohne Ansehen der Person, dem steht der Himmel offen.

Der Heilige Cyprian, im 3. Jahrhundert Bischof von Karthago und ein Märtyrer Christi, beschreibt diesen Himmel so: „Dort sind sie alle anzutreffen: der glorreiche Chor der Apostel, die lebendige Schar der Propheten, das unzählbare Heer der Märtyrer, die aus ihrem Kampf gegen den Widersacher und das Leiden gekrönt hervorgegangen sind, dort erstrahlen die Jungfrauen, dort schließlich empfangen Menschen ihren Lohn, die Mitleid bewiesen haben, die vielfach ihre Nächstenliebe geübt haben, indem sie den Armen in ihrer Not zu Hilfe kamen, und denen es im treuen Befolgen der Gebote des Herrn gelang, von den irdischen Gütern sich zu lösen und aufzusteigen zu den Schätzen des Himmels.“

Doch letztlich bleibt der Himmel auch für den besten aller Menschen ein Geschenk – einen Anspruch auf Seligkeit gibt es nicht. Die Lektionen lehren uns, ohne Hintergedanken zu handeln, allein aus Liebe. Die gute Aussicht mag dabei dennoch hilfreich sein.

(Josef Bordat)
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PSALM:

Der Dank für Rettung aus Todesnot

 Ich liebe den Herrn; denn er hat mein lautes Flehen gehört
und sein Ohr mir zugeneigt an dem Tag, als ich zu ihm rief.
Mich umfingen die Fesseln des Todes, mich befielen die Ängste der Unterwelt,
mich trafen Bedrängnis und Kummer.
Da rief ich den Namen des Herrn an: «Ach Herr, rette mein Leben!»
Der Herr ist gnädig und gerecht, unser Gott ist barmherzig.
Der Herr behütet die schlichten Herzen; ich war in Not und er brachte mir Hilfe.
Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! Denn der Herr hat dir Gutes getan.
Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, meine Tränen (getrocknet),
meinen Fuß (bewahrt vor) dem Gleiten.
So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn im Land der Lebenden.
+
Ein Lied zum Dankopfer
+
Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte: Ich bin so tief gebeugt.
In meiner Bestürzung sagte ich: Die Menschen lügen alle.
Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk.
Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, dein Knecht bin ich,
der Sohn deiner Magd. Du hast meine Fesseln gelöst.
Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk,
in den Vorhöfen am Haus des Herrn, in deiner Mitte, Jerusalem. Halleluja!
*
(Psalm 116, Teil des Totenoffiziums)

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GEBET:

Herr, Jesus Christus, König der Herrlichkeit, bewahre die Seelen
der verstorbenen Gläubigen vor den Qualen der Hölle und
vor den Tiefen der Unterwelt.

Bewahre sie vor dem Rachen des Löwen, daß die Hölle sie nicht verschlinge,
daß sie nicht hinabstürzen in die Finsternis.

Vielmehr geleite sie St. Michael, der Bannerträger, in das heilige Licht,
das Du einstens dem Abraham verheißen und seinen Nachkommen.

Opfergaben und Gebete bringen wir zum Lobe Dir dar, o Herr,
nimm sie an für jene Seelen, deren wir heute gedenken.
Herr, laß sie vom Tode hinübergehen zum Leben.

Das ewige Licht leuchte ihnen, o Herr, bei Deinen Heiligen in Ewigkeit:
denn Du bist mild.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen.
Amen.

(Messformular zur 1. Messe am Allerseelen-Tag, Schott Messbuch)

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Ablaß für die Verstorbenen

Von Allerheiligen, 1. November, bis 8. November kann täglich einmal ein vollkommener Ablaß für die Verstorbenen gewonnen werden.

Bedingungen:

1. Beichte, wobei eine zur Gewinnung mehrerer vollkommener Ablässe genügt; entschlossene Abkehr von jeder Sünde; Kommunionempfang und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters.

2a. Am Allerseelentag (auch am 1. Nov. ab 12 Uhr): Besuch einer Kirche oder öffentlichen Kapelle, Vaterunser und Glaubensbekenntnis (in Hauskapellen können nur die zum Haus Gehörenden – Schwestern, Bewohner, Angestellte – den Ablaß gewinnen).

2b. Vom 1. bis zum 8. November: Friedhofsbesuch und Gebet für die Verstorbenen.
Fehlt die volle Disposition oder bleibt eine der Bedingungen unerfüllt, ist es ein Teilablaß für die Verstorbenen. Ein solcher kann in diesen und auch an den übrigen Tagen des Jahres durch Friedhofsbesuch wiederholt gewonnen werden.

(Nimm Dir ein Herz und mach von diesem Ablaß regen Gebrauch!
Lass diese gnadenreiche Zeit nicht ungenutzt verstreichen!)

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Robusta Wahl 2014

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4 Gedanken zu “ALLERHEILIGEN – ALLERSEELEN: Gedanken und Gebete

  1. Weil du die Seele bist,
    die schweigend sich im Halm des Lebens biegt,
    erlebend göttliches Gestalten,
    lasse Erkenntnis und den Frieden walten,
    weil dann dein Leben leichter fließt.

    Weil du die Hüterin in deinem Raum,
    weil du die Geister spürst in jedem Raum,
    sieh gnädig auf die Menschen hin,
    erfülle sie mit deinem Sinn und trage mit ein Stück von deren Traum.

    Weil du die Zeit kannst ahnen,
    lenke dein Leben hin in gute Bahnen,
    sieh mit Verstand und voll von Liebe auf alles Leben in dem Weltgetriebe,
    dann kannst du heilend mahnen.

    Weil dir die Engel weisen im lauten Sein,
    erst recht im weisen, gib dich gelassen der Bestimmung hin,
    erhoffend Trost bei ihnen und IHM,
    so darfst dich freun in ihren Kreisen!

    (Huberta Gabalier aus “Herzleben”)

    http://andreasgabalier.wordpress.com/2012/11/01/wenn-engel-weisen/

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