Was heißt „glauben“ – Gedanken nach Medjugorje

Imam, Priest and Rabbi: aus dem Projekt FACE2FACE des Fotografen JR –
erstmals plakatiert in Israel an der Mauer zwischen Israelis und Palästinensern:
Lachen zur Überwindung von Glaubensgrenzen

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Letzte Woche war es soweit: Meine Frau und ich folgten der spontanen Einladung, einen Marienerscheinungsort zu besuchen. Nein, nicht irgendeinen, sondern den, der von unserer Kirche noch nicht offiziell anerkannt ist: Medjugorje.

Es ist schwer, die vielen Eindrücke zu ordnen und weiterzugeben. Für meine Frau und mich will ich kein Geheimnis daraus machen, dass wir von der Kraft, von der Freude und von der Tiefe der Gebete, der eucharistischen Anbetung und der Heiligen Messen sehr berührt wurden.

Mit dem Risiko als merkwürdig oder ein wenig „ver-rückt“ zu erscheinen, halte ich fest, dass das in Medjugorje gekaufte Buch, aus dem ich im Folgenden (und sicher noch öfter) zitieren möchte, ab sofort Platz 2 meiner Bestenliste einnimmt, also gleich nach der Heiligen Schrift. Danke Gospa! (kroatisch für Gottesmutter) – mehr soll an dieser Stelle auch nicht gesagt sein, denn schließlich ist die Botschaft wichtig, und nicht so sehr mein persönliches Glaubensleben.

Schwester Emmanuel, 1947 in Frankreich geboren, der Gemeinschaft der Seligpreisungen angehörig, lebt seit 1989 vorwiegend im genannten Marienerscheinungsort. In ihrem Buch „Medjugorje – die 90er Jahre“ beschreibt und „beglaubigt“ sie an die 100 Ereignisse, die in direktem Zusammenhang mit der Gottesmutter und den Gebeten vor Ort stehen.

Aus den vielen Berichten soll dieser den Anfang machen: Das wiederholte Gebet von Schwester Emmanuel für zwei befreundete messianische Juden wurde nicht nur gehört, sondern Gott bewirkte eine Bekehrung der ‚älteren Brüder im Glauben‘. Nach langen und tiefen Gesprächen führte dies zum folgendem Ausruf eines der Freunde:

„Adonai, ich danke Dir für die wunderbare Begegnung mit diesen katholischen Schwestern und Brüdern, und für all die Liebe, die du zwischen uns geweckt hast. O Vater, ich preise dich, dass Du mir zeigst, dass du Deinen Geist wirklich auf alles Fleisch ausgießt, sogar auf die Katholiken!“

Für das ganze Buch darf man sagen, dass die Liebe, Tiefe und Überzeugung, die aus diesen Aufzeichnungen hervorgehen, beeindruckend und berührend sind.

Beginnen wir mit einer Botschaft der Gottesmutter, so wie Schwester Emmanuel jedem ihrer Berichte eine ausgewählte Botschaft voranstellt. Der anschließende Text beschäftigt sich mit dem Verständnis von „glauben“ – womit auch sonst sollten wir uns im Jahr des Glaubens beschäftigen?

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Pilger auf dem Erscheinungsberg

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Liebe Kinder! Auch heute rufe ich euch von neuem zum Gebet auf, dass ihr euch Gott durch das Gebet noch mehr nähert. Ich bin mit euch und möchte euch alle auf dem Weg des Heiles, das euch Jesus gibt, führen. Von Tag zu Tag bin ich euch näher und näher, wenn ihr euch auch dessen nicht bewusst seid und euch auch nicht eingestehen wollt, dass ihr wenig durch das Gebet mit mir verbunden seid. Wenn ihr in Versuchungen geratet und Probleme habt, dann sagt ihr: ,O Gott, o Mutter, wo seid ihr?‘ Und ich warte nur auf euch dass ihr mir euer Ja gebt, damit ich es Jesus übergebe, und dass Er euch mit Seiner Gnade beschenke. Deshalb nehmt noch einmal meinen Aufruf an und fangt von neuem an zu beten, bis das Gebet euch zur Freude wird. Dann werdet ihr entdecken dass Gott in eurem täglichen Leben allmächtig ist. Ich bin mit euch und warte auf euch. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.

(Botschaft der Gottesmutter vom 25.05.1992)

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„Bei uns sagt der Satz: „Ich glaube…“ in Wirklichkeit „Nichts ist ungewisser als das“ aus. Wenn ich sage: „Ich glaube, es wird schönes Wetter“, dann räume ich dem Irrtum einen Spielraum ein. Auf geistlichem Gebiet sagen viele: „Ich glaube an Gott, aber ich praktiziere nicht.“ Oft heißt dieses „Ich glaube an Gott“ soviel wie: „Ich weiß, dass Gott existiert, aber ich praktiziere nicht, weil dieser Gedanke an die Existenz Gottes mein Leben doch nicht ändern kann. Ich glaube ja auch, dass diese oder jene Sternenkonstellation am Himmel existiert, ohne dass das einen Einfluss auf mein Leben hat. Was soll das in meinem Leben schon verändern?“

Pater Slavko (P. Slavko Barbarić war bis zu seinem Tod der Franzikanerpater vor Ort, er starb am 24.11.2000 auf dem Kreuzberg bei Medjugorje) setzt dies mit viel Humor einem Mann gleich, der sagen würde: “ Ich bin Raucher, aber ich rauche nie.“

Um die außerordentliche Anziehungskraft zu erfassen, die das Credo auf Maria ausübt, und um ihren leidenschaftlichen Wunsch zu begreifen, uns zu „Glaubenden“ zu machen, müssen wir die tiefe, wahre, biblische Bedeutung des hebräischen Wortes „ich glaube“: ani maamin mit ihr teilen. Nun werden in der Bibel auch geistliche und göttliche Begriffe aus der konkreten Wirklichkeit der Schöpfung genommen, was unserer jüdisch-christlichen Religion den tiefen Sinn für Inkarnation verleiht. So heißt ani maamin nicht „Ich weiß, dass es das gibt“, sondern es heißt „Ich hänge dieser Lehre an“. Es geht dabei um ein reales körperliches Wirken: ich klebe daran, ich bilde eine Einheit damit, wie ein Aufkleber auf der Scheibe meines Autos klebt. (Wenn der Aufkleber „I love Medjugorje“ an der Windschutzscheibe meines Autos klebt, dann fährt er überall mit mir hin, und wenn man das Auto sieht, sieht man zugleich den Aufkleber! Und um ihn abzulösen… das ist gar nicht so einfach!)

Wenn ich also sage: „Ich glaube an Jesus“, dann bedeutet das, dass ich mit meinem ganzen Wesen an ihm hänge, ich „klebe“ an ihm und seiner ganzen Wirklichkeit, ich bilde eine Einheit mit ihm, ich bin da, wo er ist, ich gehe dahin, wo er hingeht, ich bekomme Steine ab, wenn man ihn steinigt, ich bekomme einen Kuss, wenn man ihn küsst, anders gesagt ich bin EINS mit ihm. Wenn aber mein Glaube schwach ist, dann löst sich der Klebstoff bei der kleinsten Prüfung auf, und ich entferne mich von Gott. Übrigens heißt Klebstoff auf Hebräisch dévèq. Das davon abgeleitete Wort dévèqout bedeutet Inbrunst im Gebet!

Mit diesen Ausführungen haben wir uns weit entfernt von der falschen Bedeutung des Wortes „glauben“, die nur den Gedanken meint, dass Gott existiert. Die griechisch-lateinische Kultur hat alles verkopft, aber wir müssen zur Quelle der biblischen Offenbarung und zum Wesen der Inkarnation zurückfinden. Denn selbst Satan weiß, dass Gott existiert. Er weiß es sogar besser als wir, er zweifelt überhaupt nicht daran. Und doch glaubt Satan nicht an Gott, er ist kein Glaubender, sondern im Gegenteil das vollkommene Urbild des Ungläubigen: er ist der, der Gott nicht anhängt, der, der für immer von Gott „losgelöst“ ist.

In dem Prozess des Zusammenwachsens stellt der Klebstoff die Gnade dar, und um einen guten Klebstoff zu bekommen… gibt es nur das Gebet! „Betet um einen starken Glauben“, sagt uns Maria!

Im Glaubensbekenntnis bekenne ich nicht nur „Ich glaube an Gott“. Ich bekenne auch, dass ich an die verschiedenen Mysterien des Lebens Jesu glaube, an die verschiedenen Aufgaben des Heiligen Geistes, an die Auferstehung der Toten usw. Was nun die Gottesmutter zutiefst beglückt, wenn die Gläubigen das Credo beten, ist die schöpferische, verwandelnde und lebenspendende Macht, die von diesem Bekenntnis unseres Glaubens ausgeht. Auch hier können wir uns wieder auf das beziehen, was Maria selbst als Kind auf dem Schoß des Heiligen Joachim und der Heiligen Anna gelernt hat: immer wenn ein Gläubiger mit seinen Lippen eine Glaubenswahrheit bekennt, wird diese Wahrheit in ihm stark, sie lebt in ihm, wird aktualisiert und für ihn zur Wirklichkeit. So entfaltet sich jedes Mal, wenn ich aus ganzem Herzen bekenne „Ich glaube an die Auferstehung“, die ganze Wirklichkeit der Auferstehung in mir, und ich gewinne ein Stück Auferstehung in Christus hinzu.

Einmal fragte ich die Seherin Vicka: Wieso hat die Gospa deiner Erfahrung nach das Glaubensbekenntnis so gern? Da holte sie tief Luft, ihr Blick änderte sich, und ich sah, dass sie mir einen unermesslichen Schatz mitteilen wollte, aber keine Worte fand, die seiner Schönheit gewachsen wären. Schließlich sagte sie mir:

      „Ja! Im Credo! Wenn du das sehen könntest! Der Vater ist lebendig!
——Jesus ist lebendig! Der heilige Geist ist lebendig!“

Sie hatte nur dies eine Wort im Mund: LEBENDIG!

Myriam von Nazareth, danke! Du bist ein guter Rabbi!“

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Auszug aus dem Buch
„Medjugorje – die 90er Jahre: Der Triumph des Herzens“,

Schwester Emmanuel Maillard, Parvis Verlag, S.136ff

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Ich erinnere mich gut daran, in einer Familienrunde (monatliches Treffen mit befreundeten christlichen Ehepaaren) nach der Antwort auf die Frage gesucht zu haben, was es eigentlich heißt „Gott mit ganzer Seele, ganzer Kraft und ganzem Herzen zu lieben“. Als ich obigen Text gelesen habe, wurde mir bewusst, dass hier eine ganz wesentliche Antwort gegeben wird; ich wünsche allen Lesern soviel Klebstoff wie nur möglich – die Gottesmutter segne euch mit ihrem besonderen mütterlichen Segen!“

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Mehr Infos zu MEDJUGORJE sind > hier zu finden!

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2 Gedanken zu “Was heißt „glauben“ – Gedanken nach Medjugorje

  1. Eine sehr umfangreiche Sammlung von allen wichtigen Gebeten.
    Ich kann diese Sammlung allen Interessenten weiterempfehlen, da mich alle anderen Fassungen nicht in dem Maße erfüllen wie Zeit zu Beten.

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