Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Maria Unbefleckte Empfängnis b399

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Maria sprach: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.

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Gott handelt nicht über den Menschen hinweg, sondern an ihm und durch ihn. Durch Menschen bringt er die Wahrheit über sein Wirken ans Licht. Er wählt sich für seine Menschwerdung ein junges Mädchen aus einem unbedeutenden Ort irgendwo auf der Welt. Gott einerseits – Maria andererseits: der Kontrast könnte nicht größer sein. Doch wenn Gott und Mensch zusammentreffen, wenn Gott einen Menschen in seinen Dienst nimmt, geht es nicht weiter wie bisher. Marias Alltag bleibt Alltag, aber er wird in einen Rahmen gestellt, den nicht mehr sie bestimmt. Nicht ihr eigenes Planen und Können, sondern ihre Fähigkeit, das Neue und Undenkbare zu empfangen, das in ihr Leben einbricht, ist gefragt. Maria sagt Ja, und dieses klare Ja lässt Gott so leibhaftig in ihr Leben eintreten, dass er in ihr als Mensch geboren wird.


Gott will mit uns zu tun haben. Er wartet auf unser Ja-Wort, er wartet darauf, dass wir uns von ihm beschenken lassen, statt unser Leben einzig am Reißbrett der Planung zu entwerfen. Dann kann die Botschaft des Engels auch in unserem Leben wahr werden: »Für Gott ist nichts unmöglich.«

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Lukas 1,26–38

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: Dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

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Das Dogma der »ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria«, das Papst Pius IX. 1854 verkündete, bezieht sich auf eine Grundaussage unseres Glaubens: Gott setzt einen radikalen Neuanfang in seiner Geschichte mit den Menschen und unterbricht durch seine Menschwerdung den Kreislauf des Bösen. Das Böse, die Erbsünde, meint nicht so sehr irgendein falsches Verhalten vor Gott. Es geht vielmehr um die Grund-Unfähigkeit, das Wirken Gottes im eigenen Leben wahrzunehmen und zuzulassen. Es geht darum, in Angst um sich selbst zu leben, anstatt Gott zu vertrauen. Auch dann noch zu vertrauen, wenn uns scheinbar sinnloses Leid zustößt. Maria hat zu dem Plan Gottes ganz »Ja« und damit zum Bösen ganz »Nein« gesagt. Dieses Ja hat sie durchgetragen bis unter das Kreuz Jesu, als Gott und die Welt für sie dunkel wurden. Marias Vertrauen ist exemplarisch. Deshalb feiert die Kirche sie als Ersterlöste und Urbild der Menschheit. An ihr wird deutlich, wie Gott den Menschen von seinem Ursprung her gemeint hat; sie ist das unverdorbene Konzept Gottes vom Menschen.

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Hymnus

Du Heiland aller Völker, komm
und zeig dich als der Jungfrau Sohn,
daß Staunen fasse alle Welt
ob solchem Wunder der Geburt.

Der Sonne gleich tritt nun hervor
aus dem Gemach der reinen Braut
und eile strahlend deine Bahn
als Held, der Gott und Mensch zugleich.

Von deinem Vater gehst du aus,
gehst siegreich wieder zu ihm ein;
bis in die Hölle dringst du vor
und kehrst zu Gottes Thron zurück.

Ruhm, Ehre, Macht und Herrlichkeit
sei Gott dem Vater und dem Sohn,
dem Geiste, der uns Beistand ist,
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Nach »Veni, redemptor gentium«, Ambrosius († 397), Monastisches
Stundenbuch

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„Sei gegrüßt, du Begnadete“

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott“ (Eph 1,3-4). Wo der Epheserbrief von der „herrlichen Gnade“ spricht, die „Gott, der Vater uns in seinem geliebten Sohn geschenkt hat“, fügt er noch hinzu: „Durch sein Blut haben wir die Erlösung“ (1,7). Nach der Lehre, wie sie von der Kirche in feierlichen Dokumenten formuliert worden ist, hat sich diese „herrliche Gnade“ an der Mutter Gottes dadurch gezeigt, dass sie „auf erhabenere Weise“ erlöst worden ist.

Kraft der reichen Gnade des geliebten Sohnes und wegen der Erlöserverdienste dessen, der ihr Sohn werden wollte, ist Maria vom Erbe der Urschuld bewahrt worden. Auf diese Weise gehört sie vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis, das heißt ihrer eigenen Existenz, an zu Christus; sie hat Anteil an der heilenden und heiligmachenden Gnade und an jener Liebe, die vom „geliebten Sohn“ ausgeht, dem Sohn des ewigen Vaters, der durch die Menschwerdung ihr eigener Sohn geworden ist. Darum ist es zutiefst wahr, dass Maria durch den Heiligen Geist auf der Ebene der Gnade, das heißt der Teilhabe an der göttlichen Natur, von demjenigen das Leben empfängt, dem sie selbst es, auf der Ebene der irdischen Zeugung, als Mutter gegeben hat. … Und weil Maria dieses „neue Leben“ in einer Fülle empfängt, wie sie der Liebe des Sohnes zu seiner Mutter, der Würde göttlicher Mutterschaft also, entspricht, nennt sie der Engel bei der Verkündigung „voll der Gnade“.

Sel. Johannes Paul II., Papst
Die Mutter des Erlösers, 7,10

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Präfation

Maria, das Urbild der Kirche

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu danken und das Werk deiner Liebe zu rühmen. Denn du hast Maria vor der Erbschuld bewahrt, du hast sie mit der Fülle der Gnade beschenkt, da sie erwählt war, die Mutter deines Sohnes zu werden. In unversehrter Jungfräulichkeit hat sie Christus geboren, der als schuldloses Lamm die Sünde der Welt hinwegnimmt. Sie ist Urbild und Anfang der Kirche, der makellosen Braut deines Sohnes. Vor allen Heiligen ist sie ein Vorbild der Heiligkeit, ihre Fürsprache erfleht uns deine Gnade durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn preisen dich Himmel und Erde, Engel und Menschen und singen wie aus einem Munde das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig …

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Tagesgebet

Herr und Gott,
durch die Sakramente der Kommunion
und der Versöhnung heile Du in uns
die Wunden jener Schuld,
vor der du die allerseligste Jungfrau Maria
vom ersten Augenblick ihres Daseins an
auf einzigartige Weise bewahrt hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

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Zur Unbefleckten Empfängnis

Stossgebete und Anrufungen

Bei deiner Empfängnis, Jungfrau Maria, warst du ohne Makel.
Bitte für uns den Vater, dessen Sohn Jesus
du vom Heiligen Geiste empfangen und geboren hast.

Jungfrau und Mutter, du wurdest nie durch eine Sünde befleckt,
weder durch die Erbsünde noch durch eine persönliche.
Dir empfehle ich die Reinheit meines Herzens, dir vertraue ich sie an.

(Pius IX.)

Maria, du bist ohne Makel in diese Welt gekommen.
Erbitte mir von Gott die Gnade, dass ich ohne Sünde von hier scheide!

(Pius IX.)

Gepriesen sei die heilige, unbefleckte Empfängnis
der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria!

(Pius IX.)

Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns,
die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

(Hl. Katharina Labouré)

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Tota pulchra est

Tota pulchra es, Maria
et macula originalis non est in te.
Vestimentum tuum candidum quasi nix, et facies tua sicut sol.
Tota pulchra es, Maria,
et macula originalis non est in te.
Tu gloria Hierusalem, tu laetitia Israel, tu honorificentia populi nostri.
Tota pulchra es, Maria.

(Altes christliches Gebet, seit dem vierten Jahrhundert nachgewiesen.
Liturgisch werden die einzelnen Verse als Antiphonen bei
der Vesper zum Fest Maria Empfängnis verwendet.)

Freie Übersetzung:

Ganz schön bist Du, Maria,
und der Erbschuld Makel ist nicht in dir.
Deine Kleider sind hell wie Schnee, und Deine Gestalt wie die Sonne.
Ganz schön bist Du, Maria,
und der Erbschuld Makel ist nicht in dir.
Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels, du die Ehre unseres Volkes.
Ganz schön bist Du, Maria.

(Du Fürsprecherin der Sünder.
Maria, Du klügste der Jungfrauen, Du mildeste der Mütter,
bitte für uns bei unserem Herrn Jesus Christus.)

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