2. Advent: Botschaft, Gebet und Geschichte des Advent

Johannes der Täufer kommt, wie Jesaja es prophezeit hat

Eine Stimme ruft in der Wüste:
Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
Jede Schlucht soll aufgefüllt werden,
jeder Berg und Hügel sich senken.
Was krumm ist, soll gerade werden,
was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.
Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.

(vgl. Lukas 3,1-6)

advent-kranz-kerzen--2A-p

Zweiter  Advent

Auf dem Blog von Braut des Lammes heißt es zum Evangelium:

Der Abgrund an Sehnsucht zwischen Gott und mir wird durch das Kommen seines Sohnes aufgefüllt… Gott nimmt den Berg weg, von dem aus er noch zu Mose sprach und kommt zu mir herab, buchstäblich, indem er Mensch wird. Was an meinem Herzen krumm und uneben ist, soll gerade werden. Die Adventszeit bietet eine gute Möglichkeit dazu, das Krumme wieder gerade werden zu lassen und vielleicht auch manche Perspektive wieder zu begradigen, durch den Empfang der Sakramente. Nutzen wir sie.

*

Am 2. Advent denken wir besonders an den Tag, an dem Gott diese Welt erlösen wird. Noch stehen wir in dieser Welt der Not und der Schuld, noch warten wir auf den Erlöser, der schon naht. In aller Trübsal unseres Lebens hören wir die Verheißungen, die uns mit Hoffnung erfüllen und deren Einlösung wir geduldig erwarten. (Martin Senftleben)

*

Gebet zum zweiten Advent

Allmächtiger Gott,
hier sind wir und warten voller Hoffnung
auf Dein Erscheinen.
Lass uns nicht vergeblich hoffen, sondern mach wahr,
was Du durch die Zeiten verkündet hast:
dass unsere Erlösung naht.
Dies bitten wir Dich durch Jesus Christus, Deinen Sohn,
durch den Du uns ganz nahe kommst.
Amen

*

*

Wissenswertes zum Advent

Der Advent (adventus: Ankunft) bezeichnet im Kirchlichen Festjahr die Vorbereitungszeit auf die Ankunft Christi. Sie erinnert an die Erwartung des Messias. Sie hat einen doppelten Charakter: Sie ist einerseits die Vorbereitungszeit auf die weihnachtlichen Hochfeste, mit dem Gedächtnis an das erste Kommen des Gottessohnes Jesus Christus zu den Menschen. Andrerseits ist sie eine Vorbereitungszeit auf die Wiederkunft Christi am Ende der Zeiten.

Die Gläubigen werden durch diese besonders Zeit ermahnt sich würdig auf den Jahrestag der Inkarnation ihres Herrn Jesus Christus vorzubereiten. Die Ermahnung gilt der Umkehr, damit sie ein würdiger Tempel seien für den Erlöser, der in der Heiligen Kommunion zu ihnen kommt, und sich ebenso vorzubereiten auf das zweite Kommen des Herrn als Richter nach dem Ende ihres irdischen Lebens oder beim Ende der Welt.

Mit dem ersten Advent beginnt in der Lateinischen Kirche das Kirchenjahr.

Dauer der Adventszeit

Die Dauer der Adventszeit ist bis heute nicht einheitlich. Seit dem Konzil von Trient (1545 – 1563) schreiben die Liturgiebücher den Advent gesamtkirchlich vierwöchig vor. Der erste Advent ist üblicherweise am Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Die Adventszeit endet am Heiligen Abend. Dort, wo die Liturgie im Ambrosianischen Ritus gefeiert wird (z.B. Mailand), dauert die Adventszeit noch heute sechs Wochen.

Liturgisch beginnt das Hochfest der Geburt Christi mit der Vesper (Abendgebet des Stundengebetes) am Heiligen Abend und damit die Weihnachtszeit.

Adventsonntage

Die vier Adventssonntage sind in ihren Texten geprägt und haben damit einen eigenen Charakter (vgl. Gotteslob Nr. 102 und Schottmessbuch):

1. Advent: Wiederkunft Christi am Letzen Tag.
2. Advent: Johannes der Täufer (Vorläufer Jesu)
3. Advent: Gaudete-Sonntag
4. Advent; Maria (Mutter Jesu).

Quatembertage

Die Quatembertage im Advent sollen durch besondere Gottesdienste zur Ein- und Umkehr in den Advent einführen (Gl 102).

Mit Quatember (von lat. ieiunia quattuor temporum, vier Fastzeiten) bezeichnet man viermal im Jahr stattfindende, ursprünglich mit Fasten, Gebet und Almosengeben ausgezeichnete Bußtage im Kirchenjahr. Ihre Terminierung fällt ungefähr mit dem Beginn der vier Jahreszeiten zusammen. Die Quatembertage Mittwoch, Freitag und Samstag haben eigene Meßformulare; sie weisen eine Reihe von Besonderheiten auf, z. B. in Bezug auf die Auswahl und die Anzahl der Perikopen.

Die liturgische Feier der Quatember endete in der Regel mit der Feier einer Vigil (Quatembervigil) am Quatembersamstag als einer Art Vorabendmesse zum Sonntag mit mehreren längeren Schriftlesungen.

Seit der Synode von Seligenstadt 1028 waren die Quatembertage Fast- und Abstinenztage. Die Liturgiereform in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils hat die Feier der Quatember beibehalten und ihre nähere Terminierung und Ausgestaltung den einzelnen Bischofskonferenzen überlassen. Die Deutsche Bischofskonferenz beschloss 1972, dass die Quatember künftig zu den folgenden Terminen stattfinden sollen:

in der ersten Fastenwoche (Frühlingsquatember),
in der Woche vor Pfingsten (Sommerquatember),
in der ersten Oktoberwoche (Herbstquatember),
in der ersten Adventswoche (Winterquatember).

Die Quatember sind keine Fasttage mehr, sondern sollen der geistlichen Erneuerung der Gemeinden dienen. Dabei soll in den Gemeinden vor allem um geistliche Berufe gebetet werden und auch die entsprechenden geistlichen Anliegen der katholischen Hilfswerke (Misereor, Renovabis, Missio, Adveniat) in die Fürbitten einbezogen werden.

Präfationen vom Advent

Die Präfation (lat. Vorrede) ist ein variabler Bestandteil des Eucharistischen Hochgebets in der Messe. Die Präfation fasst in kurzer Form den Sinn der ganzen Heiligen Messe zusammen. Die Präfationen finden sich in den Messbüchern und auch im Schottmessbüchern in einem eigenen Präfationsteil.

I. Das zweimalige Kommen Christi

In Wahrheit ist es würdig und recht. Dir allmächtiger Vater zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn in Seinem ersten Kommen hat Er sich entäußert und ist Mensch geworden. So hat Er die alte Verheißung erfüllt und den Weg des Heiles erschlossen. Wenn er wiederkommt im Glanz seiner Herrlichkeit, werden wir sichtbar empfangen. was wir jetzt mit wachem Herzen gläubig erwarten. Darum preisen wir dich mit allen Engeln und Heiligen und singen vereint mit ihnen das Lob Deiner Herrlichkeit: Heilig, Heilig, Heilig …

II. Das Warten auf den Herrn einst und heute

In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger. ewiger Gott. immer und überall zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Von ihm redet die Botschaft aller Propheten. die jungfräuliche Mutter trug ihn voll Liebe in ihrem Schoß. seine Ankunft verkündete Johannes der Täufer und zeigte auf ihn, der unerkannt mitten unter den Menschen war. Er schenkt uns in diesen Tagen die Freude, uns für das Fest seiner Geburt zu bereiten, damit wir ihn wachend und betend erwarten und bei seinem Kommen mit Liedern des Lobes empfangen. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln. Den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des Himmlischen Heeres den Hochgesang von Deiner göttlichen Herrlichkeit:, Heilig, Heilig, Heilig …

Weitere Präfationen für die Adventszeit (für den deutschen Sprachraum):

III. Die Geschenke des kommenden Herrn

Wir danken Dir, Vater im Himmel, und rühmen dich durch unseren Herrn Jesus Christus. Ihn hast Du der verlorenen Menschheit als Erlöser verheißen. Seine Wahrheit leuchtet den Suchenden, seine Kraft stärkt die Schwachen. seine Heiligkeit bringt den Sündern Vergebung. Denn er ist der Heiland der Welt, den Du gesandt hast. weil du getreu bist. Darum preisen wir Dich mit den Kerubim und Serafim und singen mit allen Chören der Engel das Lob Deiner Herrlichkeit: Heilig, Heilig, Heilig …

IV. Adams Sünde und Christi Gnade

In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken und Dein Erbarmen zu preisen. Denn was durch Adams Sünde verloren ging, bringt uns Christus zurück. unser Retter und Heiland. Was Du durch sein erstes Kommen begonnen hast, wirst Du bei seiner Wiederkunft an uns vollenden. Darum dienen Dir alle Geschöpfe, ehren Dich die Erlösten, rühmt Dich die Schar Deiner Heiligen. Auch wir preisen Dich mit den Chören der Engel und singen vereint mit ihnen das Lob Deiner Herrlichkeit: Heilig, Heilig, Heilig …

V. Der Herr ist nahe

In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, Vater im Himmel zu danken und Dein Erbarmen zu preisen. Denn schon leuchtet auf der Tag der Erlösung, und nahe ist die Zeit unsres Heiles, da der Retter kommt, unser Herr Jesus Christus. Durch ihn rühmen wir das Werk Deiner Liebe und vereinen uns mit den Chören der Engel zum Hochgesang von Deiner göttlichen Herrlichkeit: Heilig, Heilig, Heilig …

Die O-Antiphonen

Die O-Antiphonen werden vom 17. bis 23. Dezember zum Magnificat im Stundengebet der Vesper und als Ruf vor dem Evangelium der Heiligen Messe gebetet oder gesungen. In den letzten sieben Tagen des Advents wird Jesus unter sieben verschiedenen Titeln angerufen.

Geschichte

Wann die Adventszeit eingeführt wurde, kann heute nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden. Sicher ist die Vorbereitung auf das Geburtsfest des Herrn nicht älter als das Fest selber. Und von Weihnachten wissen wir, dass das Fest im vierten Jahrhundert in der ganzen Kirche gefeiert wurde – zumeist am 25. Dezember, an anderen Orten am 6. Januar.

Von einer Vorbereitung ist die Rede in den Akten der Synode von Saragossa im Jahre 380, wo im vierten Kanon vorgeschrieben wird, niemand dürfe vom 17. Dezember bis zur Epiphanie von der Kirche fernbleiben. Zwei Homilien des hl. Maximus (415-466), Bischof von Turin, tragen den Titel „In Adventu Domini“, aber diese erwähnen keine spezielle Vorbereitungszeit, so dass angenommen wird, der Titel sei ein Zusatz eines Kopisten. Einige Homilien, die vermutlich vom hl. Caesarius (502-542), Bischof von Arles, stammen, erwähnen eine Vorbereitungszeit auf den Geburtstag Christi, aber ohne dass aus dem Zusammenhang abgeleitet werden könnte, diese sei allgemein verbreitet gewesen. Die Synode von Mâcon in Gallien (581) erwähnt im 9. Kanon Fastentage montags, mittwochs und freitags vom 11. November bis zu Weihnachten. Das gelasianische Sakramentar erwähnt fünf Sonntage für die Adventszeit. Diese fünf Sonntage wurden vom hl. Papst Gregor VII. (1073-85) schließlich auf vier reduziert.

*

Quellen: kathpedia.com u.a.m.

***

Ein Gedanke zu “2. Advent: Botschaft, Gebet und Geschichte des Advent

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s