Mit dem Ewigen verbunden (Fest Taufe des Herrn )

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Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. (Lk 3, 15-16. 21-22)

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Taufe Jesu

Heute endet die Weihnachtszeit. Aus dem Baby ist inzwischen ein junger Mann geworden – entschlossen, Sein Leben ganz Gott zu geben. Der Sohn will Zeugnis ablegen für den Vater. Er wendet sich zu Beginn an den, der Zeugnis ablegte für Ihn, um sich von ihm taufen zu lassen. Jesus kommt zu Johannes, wie schon Maria zu Elisabeth gekommen war.

In der Konkordanzstelle bei Matthäus lesen wir, was Lukas hier nur andeutet: den Widerstand des Johannes dagegen, dass sich der, der „stärker“, der, dem „die Schuhe aufzuschnüren“ er nicht wert sei, von ihm taufen lassen will. „Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?“, empört sich Johannes (Mt 3, 14). Der Unterschied, den Johannes erkennt, ist groß: Lamm Gottes statt Prophet Gottes, Feuertaufe statt Wassertaufe, Wort statt Stimme.

Doch Jesus kostet diese Differenz nicht aus, lässt sich „zusammen mit dem ganzen Volk“ von Johannes taufen. Es wird klar: Er ist einer von ihnen, ganz Mensch. Und dann „öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden“. Denn dieser Mensch ist zugleich ganz Gott.

Mit der Taufe gibt Johannes einen letzten entscheidenden Hinweis auf Jesus als Messias, denn der Geist Gottes besiegelt den Akt, der damit zum Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft derer wird, die zu Christus halten. Mit der Taufe wird man, wie Papst Benedikt XVI. es einmal gesagt hat, „in einen Freundeskreis aufgenommen“, der einen „nie verlassen wird“, denn, so der Heilige Vater, „diese Gemeinschaft ist die Familie Gottes, die die Verheißung der Ewigkeit in sich trägt“.

Johannes und Jesus, zwei aus dem Freundeskreis, zwei aus der Familie Gottes, haben im Jordan begonnen, was auch heute noch Jahr für Jahr weltweit zig Millionen mal praktiziert wird: die Taufe. Stets im festen Glauben, dass der Mensch dadurch Kind Gottes werden kann, im Vertrauen darauf, dass sich Gott in jedem einzelnen Fall dem Täufling zuspricht: Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter. Und in der darauf fußenden Gewissheit, dass mit der Taufe mehr verbunden ist als ein „Willkommen im Club!“, nämlich eine Heimkehr in eine Gemeinschaft auf Ewigkeit, eine Gemeinschaft mit Gott, wie sie Johannes und wie sie – in ganz besonderer Weise – Jesus hatte.

„Die Taufe“, sagt Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen, „ist das erste und grundlegende Sakrament in unserem Leben als Christen. Die Taufe auf den Namen Jesu verbindet uns mit seiner Person, seinem Schicksal, seinem Tod und seiner Auferstehung.“ Wir sind durch die Taufe mit Jesus verbunden und durch Ihn mit Gott – auf ewig. Was für eine Zusage! Das macht die Taufe zum Grundakt des christlichen Glaubensvollzugs, zum Fundament des Christentums.

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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