Mein Gott, dein Gott – GOTT FÜR ALLE! (4.So im JK 2013)

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Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs? Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat! Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg. (Lk 4, 21-30)

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Mein Gott, dein Gott – Gott ist für uns alle da!

 

Am letzten Sonntag erklärte sich Jesus zur Erfüllung der Prophezeiungen Jesajas (vgl. diesen Kommentar); der letzte Satz der Perikope von vergangener Woche eröffnet die heutige. Und heute zeigt sich die Reaktion der Zuhörer, die erst gebannt lauschten, nun aber „in Wut geraten“, „aufspringen“ und „Jesus zur Stadt hinaus treiben“, in der Absicht, ihn umzubringen.

Es ist eine erste Andeutung der Passion. Aber: Noch ist es nicht so weit. Jesus entzieht sich den aufgebrachten Menschen: „Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.“ Seine Mission ist noch nicht erfüllt. Zugleich wird deutlich, dass es schwer werden wird, eine Gesellschaft, die mit Kritik nur sehr schwer umgehen kann, zu Gott zu führen.

Wir wollen Beweise! Damals wie heute ist der Ruf nach Bestätigung der Vollmacht Christi nicht zu überhören. Jesus antizipiert eine der gängigen Vorhaltungen des Zweifels: Zeig uns, was Du drauf hast, dann wollen wir glauben! Doch Jesus spielt nicht mit: „Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat! Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.“

Zum Beweis dieser These greift Jesus wieder in die jüdische Geschichte aus. Er bringt Beispiele von Gottes Einwirken durch die Propheten, nicht in Israel, sondern in anderen, geographisch nahen, doch ethnisch fernen Gegenden. Es scheint, dass Gott durch die Propheten nur auswärts etwas bewirken kann, in der Fremde, bei den Fremden, nicht jedoch zu Hause, nicht bei den Seinen. Das irritiert die Leute in der Synagoge – verständlicherweise.

Doch niemand hat Gott für sich gepachtet, kein Mensch, kein Land, kein Volk. Jesus wirkt, wo es nötig ist, und der Heilige Geist weht, wo er will. Damals wie heute. Wenn wir Gott eine Heimat bereitet wollen, dann sollten wir ihn gerade nicht exklusiv für uns beanspruchen, sondern mit Freude sehen, dass Er auch ganz woanders spürbaren Einfluss hat.

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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